Käthe zu und „Little Miss Living“ auch bald

Stühle hoch und alles ordentlich aufgeräumt - kein Kindergeschrei mehr in der "Käthe"
Stühle hoch und alles ordentlich aufgeräumt – kein Kindergeschrei mehr in der „Käthe“
Das Kindercafé Käthe an der Schönfelder Ecke Talstraße hat seit einer kleinen Weile geschlossen. Wie mir Betreiber Androsch Mauksch auf Nachfrage mitteilte, hat sich das Lädchen wirtschaftlich nicht getragen. Aber noch hat er die Hoffnung für einen Nachbetreiber nicht aufgegeben. Wer sich also berufen fühlt, dem Kindergeschrei wieder eine Heimat zu geben, bitte melden.

Auch das „Little Miss Living“, der Wohnaccesoires-Laden auf der Rothenburger Straße, schließt demnächst. Chefin Caroline Dörre: „Wenn die Leute nur noch online einkaufen, lohnt es nicht mehr einen Laden zu betreiben“. Künftig will sie daher das Möbelgeschäft über den Online-Shop abwickeln. Der Neustadt bleibt Caroline aber erhalten. Denn gemeinsam mit Patrick Olesch betreibt sie den „Kalten Hund“ auf der Louisenstraße (Neustadt-Geflüster vom 7. Mai 2013).

95 Kommentare zu “Käthe zu und „Little Miss Living“ auch bald

  1. ähh, das Käthe ist schon wieder zu?
    Ich frug mich noch wie es sein mag, dass die sich über Wasser halten, aber ich dächtete die werden das schon durchgerechnet haben. Wohl nicht! Schade.

  2. Schade aber nicht der erste und wohl auch nicht der letzte Laden der dem Onlineshopping zum Opfer fallen wird. Der Einzelhandel hat es schwer derzeit und viel einfacher wird es nicht werden aber am Ende liegt das immer in der Hand der Kunden…

  3. Ein Jammer. Würde mich mal interessieren woran es lag. Das Konzept wirkte auf mich gar nicht sooo verkehrt.

  4. Bei Facebook schreibt Rob: „Warum gründet Ihr alle Muttis und Vatis nicht einfach einen Verein mit festen Mitgliedsbeiträgen somit ist das gewinnorientierte Damoklesschwert abgehängt und Ihr könnt alle da weitermachen wie bisher. Günstige Preise, jeder kann Kuchen backen, Steuervergünstigungen etc. inklusive ?!“

    Ich finde das einen bemerkenswerten, guten und diskutierenswerten Vorschlag!

  5. Ich hätte sehr gerne Infos über die Pacht, die Vorteile, die Nachteile der Ecklokalität. Und was dort alles erlaubt ist. :-P

    Wenn sich ein Kindercafé für sich nicht rechnet, muss z.B. abends daraus etwas ganz anderes werden…

    s.ebnitzer@gmx.eu

  6. @S.Ebnitzer
    sowas dachte ich mir auch schon und da schweifen die Gedanken ja unwillkürlich in Richtung Bar o.ä.
    Aber mal ehrlich – find ich in der Ecke eher unangebracht. Das ist so ’ne schöne Ecke. Da muss nicht noch ein Ort hin, wo abends die Betrunkenen raustorkeln…
    Naja, vielleicht seh ich das jetzt zu eng. Gibt bestimmt auch noch andere Lösungen.

  7. Ach ja @Schorse:
    Macht man zum Beispiel nicht, weil auch „Ihr alle Muttis und Vatis“ keine homogene Masse ist, in der alle einer Meinung sind. Und das gemeinsame Interesse an einem Ort, wo man sich entspannt und ohne Sorgen mit seinen Kindern niederlassen kann reicht noch lange nicht aus, um jegliche andere Meinungsunterschiede auszuräumen.
    Manchmal will man halt auch mal keine Arbeit und keine Zeit investieren, sondern einfach nur etwas Geld, um einen schönen Ort genießen zu können.
    Ja, schade ist es, scheinbar hat meine Investition (und die der anderen Gäste) in die Käthe nicht ausgereicht. Wundern tut es mich trotzdem, aber man steckt da nicht drin.

  8. Wozu braucht man eigentlich „Kindercafes“?
    Es gibt genügend Cafes, in die man sich entspannt setzen kann, auch mit Kind. Leider ist es oft so, dass die Entspannung der Mütter (es sind in der Tat recht selten Väter) soweit geht, dass jegliche minimale Aufsichtspflicht an Personal und andere Gäste delegiert wird und das Kind absolute Narrenfreiheit genießt und dadurch tatsächlich auch mal zur Belästigung werden kann. (Im übrigen auch die zugehörigen Mütter, so sie denn im Rudel auftreten) Sicher ein schmaler Grat, aber laissez-faire ist in meinen Augen kein überzeugendes Erziehungskonzept. Gegenseitige Rücksichtnahme, Achtung der anderen, auch mal den Blick vom cai latte lösen und mitkriegen, dass die Welt sich nicht um einen selbst dreht…so in der Art. (Und natürlich ist dies ein allgemeines statement und niemand muss sich persönlich angegriffen fühlen)
    Andererseits ist im Vergleich zu (eigentlich allen) Nachbarländern die Kinderfreundlichkeit scheinbar wirklich sehr viel ausgeprägter. Zumindest bekommt man da keine giftigen Blicke, wenn der Sproß sich mal lautstark über sein Eis freut…

  9. natürlich „weniger aussgeprägt“! Die Kinderfreundlichkeit, oder sagen wir neutraler: die Akzeptanz von und das Vorbereitetsein auf Menschen mit Kindern…in D-Land…im Vergleich…

  10. Wie denn nun, bekommt man bei uns oder im Ausland giftige Blicke, wenn Kinder quengeln. Nicht dass ich jetzt noch meine geplante Auslandsreise wieder absagen muss, wollte eigentlich gelegentlich quengelnde Kinder mitnehmen.

  11. @Anton Launer

    Nehme an das Du als „Ökoheinz“ auf nen Bauernhof fährst und da wären es dann nur böse bzw. gequälte Augen von Tieren, wenn die Kinder damit „spielen“…

  12. Seldon, Du bist selber ganz schön deutsch: „Leider ist es oft so, dass die Entspannung der Mütter (es sind in der Tat recht selten Väter) soweit geht, dass jegliche minimale Aufsichtspflicht an Personal und andere Gäste delegiert wird und das Kind absolute Narrenfreiheit genießt und dadurch tatsächlich auch mal zur Belästigung werden kann.“ Finde Dich damit ab.

  13. @Alaune:

    Grundsätzlich geb ich Dir zur schwierigen Konsenzbildung in sozialen Gruppen recht, aber es braucht nur eine handvoll Menschen und ne Satzung + ca. 75-120€ um anzufangen. (http://www.vereinsknowhow.de/kurzinfos/leitfaden.htm)

    Der Zugang und die Teilnahme an „Vereinsaktivitäten“ sollte ja jederzeit für Nichtmitglieder also quasi Besucher gegeben sein.
    Ich ziehe da Vergleiche zur VG, Kleingartenvereinen, Fussballclubs etc. , d.h. da würde dann der Kaffee für Mitglieder 1€ kosten und für Besucher 1,50€

    LG

  14. Naja, ich finde schon, dass es einen Unterschied, ob man ein fröhliches oder auch mal heulendes Kind „erträgt“ ohne mit den Augen zu rollen oder ob die Blagern das ganze Cafe umräumen, Zeug verschütten und rumschreien, ohne das die Erziehungsberechtigten auch nur mit der Wimper zucken…Da kann man schon mal etwas Rücksichtnahme einfordern, finde ich…erziehungsberechtigt heißt zwar „…berechtigt“, aber dieses Recht zur Erziehung sollte schon im Interesse des Kindes auch wahrgenommen werden.

  15. @Seldon: Du hast keine Kinder, oder?

    Ich habe kein Problem damit, wenn Nicht-Eltern kinderfreie Räume wünschen, aber wenn ein Kinderloser Sinn und Zweck eines gemeinsamen Ortes für Kinder und Eltern, wo man eben nicht genervt angeschaut wird, hinterfragt, denke ich so bei mir ganz im stillen Internet: warum redet der da jetzt eigentlich überhaupt mit? Ist doch gar nicht die Zielgruppe …

    Im übrigen fand ich die Käthe atmosphärisch, kulinarisch (diese Kuchen, hmmm!) und menschlich-personell wunderbar. DANKE für viele entspannte und schöne Stunden, in denen ich mal nicht mit der Wimper zucken musste.

    @S.Ebnitzer: Was auch immer Du vorhast, ich fände es toll, wenn Du es machst! ;)

  16. Tja Muyserin, jetzt habe ich mich hier gemeldet, aber die Infos bleiben bisher aus.
    Der Anton ist zumindest im Geiste sicherlich bereits verurlaubt und muss sich nun zusätzlich Gedanken, über Kinderhaltung in äußeren Ländern machen…

    Egal was es wird: Alleine stemme ich das nicht.

  17. aus meiner kinderlosen Sicht bekommt Seldon 100, wenn nicht sogar 265 Punkte! aber ich kann natürlich auch die andere Seite verstehen(Muyserin)… vll kann man in dem dazugekauften Teil des Alaunparks eine abgetrennte Zone für solche Gemeinsamkeit einrichten… am besten Schall- und Blickdicht :)

  18. Hallo muyserin.
    Ich glaube, Du hast mich mißverstanden: Ich stelle zwar durchaus spezielle Kindercafes in Frage, jedoch aus dem Grund, dass ich der Meinung bin, jedes Cafe sollte offen für Eltern mit Kindern sein. Dies setzt jedoch voraus (wie im Übrigen jede Aktivität unter Beteiligung mehrerer Personen), dass gegenseitig ein Grundmaß an Rücksichtnahme geübt wird. Leider ist mein im letzten Beitrag beschriebenes Szenario, nämlich das der komplett „abwesenden“ Eltern, keine Seltenheit, so dass die lieben KLeinen durchaus mal die eine oder andere (Schmerz)Grenze überschreiten, ohne das davon von Seiten der Erziehungberechtigten überhaupt Notiz genommen, geschweige denn eingegriffen würde. Dies ist übrigens auch für andere Eltern und deren Anhang in speziell Kindern dedizierten Cafes störend und für dortige Mitarbeiter durchaus gesundheitsschädigend, wenn man sich den Lärmpegel mal anschaut…
    Wie schon gesagt halte ich laissez-faire für kein tragfähiges Erziehungskonzept. Rücksichtnahme, Verantwortungsbewußtsein, eigene und anderer Menschen Grenzen erkennen und respektieren muß erlernt und vor allem vorgelebt werden. Dazu gehört es auch, das eigene Kind mal in seine Schranken zu weisen. Auch wenn ich mich im Cafe entspannen möchte und darf, ist es doch eine öffentliche Einrichtung in der sich im Normalfall auch weitere aufhalten, mit ähnlichen oder anderen Bedürfnissen. wenn ich diese nicht anerkenne, muß ich mit meinem Kind halt in den Wald gehen. Da kann es mal so richtig rumschreien, oder nach Hause um dort alle Schränke auszuräumen. (Ich hoffe man versteht, dass mir nicht darum geht, kindliches Verhalten per se zu verdammen: klar sind Kinder lauter, lebendiger, fröhlicher, emotionaler, unkontrollierter, es geht mir darum, dass „Übergriffe“ von den Eltern wahrgenommen und ggf. darauf reagiert wird)
    Nochmal: ich plädiere dafür, dass Kinder ÜBERALL ihren Platz haben, überall akzeptiert und freundlich aufgenommen werden. Dann braucht man auch keine „Kinder-Cafes“. Genauso deutlich plädiere ich aber für die verantwortungsvolle Erziehung von Kindern, sanft, kindgerecht, anti-autoritär (nicht zu verwechseln mit „mach-was-Du-willst, interessiert mit eh nicht…“), gerade im Interesse der Kindern.

  19. @Seldon-X: Bist Du derselbe wie Seldon? ;)

    Ich verstehe schon, Du hältst Dich für einen toleranten Menschen und bist es vielleicht auch.

    Alles, was ich zur Diskussion noch beitragen möchte: Kinder sind Anarchos, wo Kinder sind, herrscht Anarchie, und – meiner bescheidenen Meinung nach – DAS IST GUT SO! Und darum braucht es Orte wie das Käthe auch weiterhin.

  20. Hallo,
    ich weiß nicht, was Du für Anarchie hälst…Grundsätzlich hab‘ ich nichts gegen kleine und große Anarchos. Allzuoft jedoch wird Herrschaftslosigkeit mit Regellosigkeit verwechselt. Wenn Menschen nicht bereit sind zu akzeptieren, dass andere Menschen auch ein Recht auf ihre Bedürfnisse haben, hier im speziellen ein entspannter Nachmittag im Cafe, dann hat das nichts mit Anarchie zu tun! Ein tyrannisches, unerzogenes Kind und in erster Linie dessen Eltern beherrschen in diesem Falle sehr wohl alle anderen. Herrschaftsfreiheit setzt voraus, dass sich alle einig sind über die Ziele Selbstbestimmung, Selbstorganisation und Gleichberechtigung. Dies gelingt nur dann, wenn sich jeder auch der Bedürfnisse anderer bewußt ist. Kleine und große Egoisten sind kleine oder große Egoisten, niemals jedoch Anarchisten!
    „Leben einzeln und frei wie ein Baum und geschwisterlich wie ein Wald ist unsere Sehnsucht“ (Nazim Hikmet)

  21. Schon gut, Seldon. Anarchie fragt höflich nach, ob sie ihre hegemonialen Rechte konsensbasiert ausüben darf. ;)

    Dass Du keine Kinder hast, halte ich für immer wahrscheinlicher.
    Schönes Wochenende!

  22. Ich weiß gar nicht so recht, wo eigentlich Dein Problem ist, Muyserin…
    Bist Du nicht der Meinung, dass Kindern eine gewisse Rücksichtnahme auf andere beizubringen mit zu den Erziehungsaufgaben von Eltern gehören? Du bist ganz sicher eine tolle Mutter. Vielleicht hälst Du Dich aber auch nur dafür (scnr) und Du lässt Deine Kinder schalten und walten wie es ihnen gerade in ihren kleinen Brausekopf schießt. Ich wage zu behaupten, dass solcherart (nicht) erzogenen Kindern kein Gefallen getan wird, es sei denn, man hält es für erstrebenswert, aus kleinen Egozentrikern einmal große werden zu lassen. Ganz sicher geht deren Sozialkompetenz irgendwann gg. Null, und mit solchen Gestalten ist’s in jedem Fall Essig mit Anarchie!
    Dein Rumgereite auf meinem Familienstand nervt irgendwie, wüßte nicht was Dich (bzw. die mitlesende Öffentlichkeit) das angeht, und auch nicht, was das mit unserer Diskussion zu hat. Wir tauschen Argumente aus und nicht persönlichen Klatsch und Tratsch. Zumindest hätte ich es mir so vorgestellt. Schade. Vielleicht ja nach dem „schönen Wochenende“. Gleichfalls, übrigens.

  23. Ich möchte nicht immer eine tolle Mutter sein müssen. Das ist nämlich verdammt anstrengend. Ich möchte auch nicht, dass mein Kind immer so zu funktionieren hat, wie Zeitgenossen wie Du es sich ausmalen. Das ist für ein Kind schlicht nicht machbar. Wenn Kinder sich 24/7 derart im Griff hätten, könnte man sie auch schon mit zwei ins Leben entlassen.

    Meine Rücksichtnahme gegenüber Menschen wie Dir besteht darin, dass ich mich ins Kindercafé zurückziehe. Dass Du diese Einrichtung in Frage stellst, aber gleichzeitig vollkommen unrealistische Anforderungen daran hast, wie wir uns zu benehmen haben, fand und finde ich nach wie vor merkwürdig. Da gehen wir Dir schon aus dem Weg, und dann ist es auch nicht recht.

    Wenn Du das Anstellen von Vermutungen als Rumhacken auffasst, tut es mir leid.

  24. Ich will nicht, dass Kinder funktionieren und sich im Griff haben und ich wüßte auch nicht, wie man das aus meinen Beiträgen herauslesen könnte. Das Gegenteil ist der Fall! Aber e muß doch möglich ein, zwischen den Polen „braves gescheiteltes und geknechtetes Kind“ und „mach-was-Du-willst weil Du eben ein Kind bist“ die eine oder andere Zwischenposition zu finden.
    Wenn es unrealistisch ist, zu erwarten, dass Mütter dem Kind auch mal den Bauklotz aus der Hand nehmen, mit dem es grad‘ den Putz von der Wand holt oder den halbe Döner unter dem Sitz wieder hervorholen zu lassen oder ähnlichen Zumutungen halbwegs zivilisierten Miteinanders nachzugeben, dann weiß ich nicht in welcher Welt Du leben möchtest.
    Und nochmal: auch im Kindercafe gibt es Kinder und Erwachsene, die es u.U. weniger schätzen, mit Eis beschmiert oder angeschrien zu werden.

  25. Hier noch die beiden kleinen „s“ die oben fehlen und das fehlende Komma: s,s

    Und ich spruch von „rumreiten“, nicht „-hacken“…egal. Nacht!

  26. Hallo, ich muss nun auch mal meinen „Senf“ dazugeben. Es nervt mich ganz einfach, wenn manche Eltern ihren Kindern pausenlos in den Ar… kriechen. Wenn den lieben Kleinen nicht sofort jeder Wunsch erfüllt wird, gibt es Geplärre ohne Ende. Vielleicht sollte man die Kinder mal nicht beachten, sie beruhigen sich ganz schnell von allein, wenn Eltern Durchhaltevermögen zeigen.
    Vor ein paar Wochen saß ich mit Freunden in einer Gaststätte. Am anderen Ende des Gastraumes saßen drei Familien mit ihren Sprößlingen, bzw. die Erwachsenen saßen, die Kinder tobten. Es war schon nach 21.00 Uhr und die Kinder (vier zwischen 3 und 5 Jahren) tobten durch den Gastraum. Wenn die Meute an uns vorbeiraste, mussten wir schnell unser Weinglas krallen. Auf unsere höfliche Frage an die Eltern, ob es möglich ist, dass die Kinder in der Nähe der Eltern spielen, bekamen wir von denen nur schräge Blicke, ein säuerlich hingehauchtes „aber natürlich“ und für ein paar Minuten war dies möglich und dann ging das Getöse wieder los. Als wir die Kellnerin fragten, wann „die“ endlich gehen, antwortete sie nur, dass sie das seit zwei Stunden hofft. Die Bedienung hätte im Zirkus auftreten können, wie sie das Tablett durch die Meute balancierte. So, nun warte ich auf Kommentare, die mich als kinderfeindlich hinstellen, aber das bin ich nicht.

  27. Ich würde dazu tendieren wollen, Seldon ein Stück weit Recht zu geben. Es hat nichts mit „deutsch“ oder dergleichen zu tun, wenn man erwartet, dass Eltern ihre Kinder anständig erziehen – heißt, zu sozialem Verhalten und Rücksichtnahme. Dass es mal Gequengel gibt, ist bei Kindern normal und sollte auch von Gästen eines Lokals toleriert werden können (wenn nicht, ist das ziemlich spießig). Aber es gibt eben auch Grenzen. Die Aufsichtspflicht von Eltern für ihre Kinder endet in der Öffentlichkeit einfach mal nie. Wenn ich mal ohne Kind sein will, sollte ich einen Babysitter beauftragen und mir mal ein, zwei Stunden allein gönnen. Aber Kind mitnehmen und dann einfach machen lassen, was es will, damit ich mal in Ruhe schnacken kann, geht für meine Begriffe gar nicht. Genau so sieht man es aber leider immer öfter in der Neustadt. Meines Erachtens nach kann ich von meiner Umwelt kein übermäßiges Verständnis erwarten, wenn ich gleichzeitig kein Verständnis für meine Umwelt aufbringe. Kinder brauchen ihren Raum und tolerante Nachbarn und Mitbürger. Aber sie brauchen eben auch Eltern, die ihren beibringen, dass sie nicht allein auf der Welt sind, denn die Nachbarn und Mitbürger sind eben auch Menschen, auf deren Belange und Bedürfnisse Rücksicht genommen werden sollte.

    Wenn ich da an die Eltern im Nebenhaus denke, die ihrem 12-jährigen Sohn ein Schlagzeug kaufen, auf dem er seit 2 Jahren mehrere Abende in der Woche und sogar sonntags und feiertags herumtrommelt, dass die Wände wackeln, kann ich nur sagen: das Letzte. Das sind dann die Eltern, die irgendwann heulend zusammenbrechen, weil ihnen das allseits freie Fahrt gewohnte Kind auf der Nase rumtanzt.

    Ich finde auch, dass es nicht darum geht, dass Kinder mit 2 oder 6 schon kleine Erwachsene sein müssen. Aber ich finde doch, dass man von den Eltern erwarten können sollte, dass sie diese Verantwortung für ihre Kinder übernehmen. Auf eine Art bürdet man den Kleinen heute so viele Entscheidungen auf, dass es selbst für Erwachsene manchmal schwer würde, die richtige zu treffen, weil man Angst hat, dass Konsquenz als Härte und Unterdrückung ausgelegt werden könnte. Andererseits erinnert man sich deren Unfähigkeit zu selbstreflektiertem Handeln immer dann gerne, wenn sich die Überforderung der Kinder mit genau dieser Situation zulasten der Allgemeinheit Bahn bricht.

  28. Noch als kleinen Nachtrag an die Muyserin:

    Ich bin durchaus für Kinder-Cafés als Orte, wo es z.B. ein ganz spezielles Programm hauptsächlich für Kinder gibt, was normale Cafés so nicht leisten können. Aber wenn es in die Richtung geht, dass man sich quasi selbst dorthin „zurückzieht“, weil man eine Art Subkultur der antiautoritären Erziehung etablieren will und mit seinen schlecht erzogenen Kindern in der normalen Öffentlichkeit nicht negativ auffallen will, dann geht mir das zu weit. Ich glaube auch, das ist es, was Seldon meinte.
    Ich war auch mal Kind. Ich hab mich in der Öffentlichkeit auch mal bockend auf den Boden geworfen. Aber zum Beispiel wäre meine Mutter nie auf die Idee gekommen, mit mir als Fünf- oder Sechsjähriger kein Restaurant besuchen zu können, aus Angst, ich könnte mich dort wie ein kleiner Satansbraten aufführen. Das hat sie vor allem dadurch erreicht, dass sie diese Lokalitäten gezielt mit uns als Familie aufgesucht hat und dem Zappelphilipp-Prinzip ganz bewusst vorgebaut hatte (z.B. indem sie Spielzeug für uns mitnahm und sich mit uns während der Wartezeiten beschäftigte).
    Und auch heute sehe ich Lichtblicke und Abgründe. Es gibt eben Eltern, die bekommen es hin, mit Freunden zum Brunchen zu gehen, ihre kleinen Kinder dabei zu haben – und es klappt alles wunderbar, weil an alles gedacht wurde und die Eltern ihre Elternpflichten eben auch wahrnehmen. Und dann gibt es solche, die ihre Kinder das ganze Lokal auf den Kopf stellen lassen, damit sie mit der Freundin in Ruhe quatschen können, und dann lauthals die spießige deutsche Gesellschaft anklagen, wenn man sich dann doch irgendwann beschwert, nachdem einem zum dritten Mal irgendein Kinderfuß oder Spielzeug auf dem Teller gelandet ist und man sich beim Essen regelrecht anschreien muss, um sich überhaupt noch unterhalten zu können (so erlebt neulich im St. Pauli).

  29. Danke an Seldon und Jane, ihr schreibt mir aus der Seele. Besser könnte ich die Thematik auch nicht beschreiben und formulieren. Ich könnte diesbezüglich auch noch so einige Beispiele aufführen, verzichte aber darauf.

    Eines muss ich jedoch in diesem Zusammenhang jedoch noch loswerden.
    Ich habe absolut kein Verständnis dafür, wenn Eltern mit ihrem Kleinkind im Kinderwagen oder Tragetuch den Abend bzw. die Nacht in einem Biergarten oder Restaurant verbringen und das Kind nicht selten mehr oder weniger am Weinen ist. Statt nach Hause zu gehen und das Kind endlich in sein Bettchen zu legen, damit es Ruhe hat und schlafen kann, wird es die halbe Nacht umher getragen und versucht zu beruhigen. Später wundern sich dann die Eltern, wenn beim Kind womöglich ADHS diagnostiziert wird. ?
    Das Problem sind nicht die Kinder, sondern so manche Eltern, welche heutzutage ihre Kinder einfach nicht erziehen und vergessen, dass auch Kinder bestimmter Regeln bedürfen und den Kindern auch Regeln beigebracht werden müssen, wenn sie später im Leben bestehen sollen.

  30. .. Es ist nicht selten tatsächlich eine Herausforderung in einem Viertel zu wohnen, dass eine stetig und immernoch weiter prosperierende Dichte an KINDERN vorweisen kann..manchmal habe ich mir auch schon gewünscht, dass sich das KINDERKRIEGEN nicht so sehr auf EINEN Stadtteil beschränkt..

  31. Meine Güte! Es geht um ein Cafe! Um eines für das es anscheinend bei einem Teil der Eltern einen Bedarf gibt und – um eine Idee wie man es möglicherweise erhalten kann!
    Ich hielt den Vereinsgedanken bislang für nicht schlecht, verliere aber bei solch ausufernden Diskussionen die Lust daran … was soll denn schlecht daran sein, einen Ort für Eltern zu schaffen, an dem sich diese nicht bei jedem „Pups“ ihres Kindes Gedanken machen müssen, ob es den anderen Cafebesucher vielleicht stört?
    Wir fanden die Besuche im Käthe zumeist schön und anregend. Das Personal war nett, der Kuchen etc. gut, unser Kind hatte für ’ne Stunde oder zwei ein paar Spielkameraden und wir kamen dazu Kraft zu tanken.

    Das Problem des Käthe lag/liegt in meiner Sicht als Außenstehender vor allem an folgenden Dingen:

    1. Die Spielfläche nimmt relativ viel Platz in Anspruch, d.h. der ohnehin schon kleine Raum für Tische (über die das Geld verdient werden muß um zumindet die Kosten zu decken) ist/war in der Relation vermutlich (zu)klein.

    2. Es ist nicht gelungen das Cafee als abendliche „Lustbarkeit“ für alle Neustädter (also mit und ohne Kinder zu Hause) zu etablieren (woran dies neben der ohnehin schon großen Kneipendichte auch immer liegen mag)

    3. Junge Familien haben in der Regel schmale Geldbeutel.

    4. Nach Außen hin machte das Käthe zumindest in der letzten Zeit einen nicht gerade einladenden Eindruck.

    Für einen Verein als Betreiber ergibt sich zusätzlich das Problem, das sich das Interesse der Eltern an einem Ort wie dem Käthe primär auf eine relativ kurze Lebensphase konzentriert; jene in der das Kind noch nicht in einer Kita oder bei der Tagesmutter bzw. beim Tagesvater ist.
    Dies dürfte zu einer relativ hohen Fluktuation und somit auch erhöhtem Verwaltungsaufwand führen (wer neu ist hat viele Fragen…)

    My 50 Cent! Gruss Schorse

    P.S.: Ich stehe zu der Verantwortung von Eltern für das Verhalten Ihrer Kinder. Auch am Orten wie dem Käthe sollten/müssen gewisse Grenzen gesetzt werden. Dennoch habe ich es stets genossen im Käthe ein bisschen weniger aufmerksam sein zu müssen, da die anderen Gäste in der Regel aus eigener Erfahrung wussten, was es bedeutet mit Kindern unterwegs zu sein.

  32. Hallo Klahra, Jane, Licht:
    Ich fühle mich verstanden…
    ;o)
    @Schorse: besser solche Diskussionen bevor jmd. mit falschen Vorstellungen so’n Cafe aufmacht…
    „… was soll denn schlecht daran sein, einen Ort für Eltern zu schaffen, an dem sich diese nicht bei jedem “Pups” ihres Kindes Gedanken machen müssen, ob es den anderen Cafebesucher vielleicht stört?“
    a) weil jeder Ort ein Ort sein sollte, an dem sich die Eltern nicht bei jedem “Pups” ihres Kindes Gedanken machen müssen (mein erstes statement, glaub‘ ich, im thread)
    b) weil ich Ghettos für Menschen mit Kindern irgendwie …komisch fänd‘
    c) ist auch ein Kindercafe ein Ort, an dem sich andere Gäste (und Mitarbeiter nicht zu vergessen) aufhalten, die ein Mindestmaß an Rücksichtnahme verdient haben

    Aber natürlich ist nichts gegen Cafes einzuwenden, die ihr Zielpublikum in jungen Familien suchen und entsprechend eingerichtet und vorbereitet sind, dass war ja nicht der Punkt.

    Vielleicht ist die Idee eines Zeitcafes in diesem Zusammenhang tragfähig: Man zahlt pro halber Stunde einen festen Betrag, dafür Kaffee und Wasser frei, Kuchen und cai latte zu „normalen“ Preisen, Spiele und Malzeug zum ausleihen mit geringer Gebühr (20ct oder so) dann kommt’s wenigstens zurück und man spart das Hinterhergeräume, abends dann als Spielekneipe für die Großen
    (niemand in meinem Umfeld will mit mir epische Strategie-Spiele spielen
    :-(
    )

  33. Das Angebot und die Bedienung in dem Laden waren aber auch einfach schlecht. Kinder hin oder her, aber in einem Café ist das ja wohl ein wichtiger Faktor.

  34. Es ist ein seit langem stärker werdender Trend in unserer Gesellschaft: Leute mit Kindern, bilden eine Parallelgesellschaft! Auch an dieser Diskussion hier im Neustadt-Geflüster zeigt sich einmal mehr, dass Ihnen der Wille fehlt, sich in unser Sozialwesen und in unsere offene, tolerante und verspielte Neustadt zu integrieren. Kindergärten, Kinderspielplätze, Kinderportionen aller Orten zeugen von dem Versuch einer unbelehrbaren Minderheit, ihr Süppchen jenseits der pluralistischen Mehrheitsgesellschaft zu kochen. Menschen, die Eltern sind, fangen an die Deutungshoheit über Kinder-Erziehung für sich zu beanspruchen. Das kann nicht angehen!

    Die Forderung kann daher nur lauten: Verpflichtende Integrationskurse für Eltern und Kindern! Unbelehrbare Eltern abschieben nach Tikatuka-Land!

  35. Es ist immer schön wenn Kinderlose zu wissen glauben wie Erziehung zu funktionieren hat. Das einzige was ich dazu noch sagen will: Ihr habt absolut keine Ahnung.

  36. @Alauner: es ist immer schön, wenn Ahnungen-Haber ihre Ahnungen über anderer Leute Befindlichkeiten herausposaunen. Ich weiß nicht, was genau Dich an meinen (ich nehm ‚ mal an, ich bin auch angesprochen), Klahras, Janes,…statements auszusetzen ist. Selbst wer kinderlos wäre (ein Umstand, der hier nach wie vor jedoch nicht zur Debatte steht) hätte Erfahrungen mit der eigenen Erziehung und in seinem Umfeld Vergleichmöglichkeiten. Es gibt Eltern die kriegen’s hin, es gibt Eltern, die kriegen’s nicht hin: ihrem Kind eine Erziehung angedeihen zu lassen. Wenn sich Leute angesprochen und auf den Schlips getreten fühlen, weil sie sich u.U. in den geschilderten Beispielen wieder entdecken, sie selbst aber von ihrer Erziehungskompetenz überzeugt sind, könnten sie mit einer gewissen Souveränität und Argumenten kontern. „Ihr habt keine Ahnung!“ halte ich da für ein eher schwächeres…
    torsten ist da immerhin noch lustig, auch wenn ich annehme, das er damit in die Kritik der Kritiker einer nicht stattfindenden Erziehung einstimmen möchte.

  37. @seldon
    So weit sind wir gar nicht voneinander entfernt. Zu c) siehe mein P.S. Man darf nur nicht Wunsch a) und Wirklichkeit verwechseln..

    @torsten
    nu – es macht Spaß zu provozieren. Oder? ;-) Schön wäre es, wenn es die von Dir angesprochene „offene, tolerante und verspielte Neustadt“ allenthalben gäbe. Aber mit Kind ist das leider mitnichten so. Und manchmal sind es die ganz kleinen Dinge die den Unterschied ausmachen, wie z.B. ein Berg Spielzeug am Zielort und die Option den eigenen Kram zu Hause zu lassen zu können…

    @zumpel
    Du hast Recht. Der Service schwankte. Aber – das soll auch nicht vergessen sein – der Kuchen war zumeist spitze.

  38. den Aushang beim humorigen Berliner entdeckt:

    ACHTUNG ELTERN!
    UNBEAUFSICHTIGTE KINDER BEKOMMEN EINEN DOPPELTEN ESPRESSO UND EINEN HUNDEWELPEN GESCHENKT!
    DAS MANAGEMENT :-)

    ++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

    … doch in Kinder-Cafés dürf(t)en Kinder die Eltern abgeben!
    … und Lachen ist für alle viel gesünder!

  39. Es juckt mir ungemein in den Fingern, meinen Senf zu diesem Thema dazu zu geben, aber ich glaube, ich lasse es lieber bleiben ;-) jedenfalls bestätigt sich mein Eindruck, dass Toleranz in unserem Stadtteil neuerdings zu gern und immer öfter mit Doppel-l und ts am Ende geschrieben wird :-( und letzten Endes weiß kein Mensch mehr, was dieser Begriff beinhaltet & ausdrückt.

  40. Find ich gut wie du mich noch bestätigst Seldon. :-)
    Ernsthaft, du willst mir nicht ernsthaft erzählen, dass du rein aus Beobachtung anderer Eltern und von dem was du von deiner eigenen Erziehung noch in Erinnerung hast, eine Ahnung von guter Erziehung haben kannst? Es gibt da kein richtig oder falsch. Du scheinst irgendwie davon auszugehen, dass jedes Kind gleich ist und man mit Erziehung sein Kind so „hinbekommt“, dass es stets gleich funktioniert. Und über diese Meinung können Eltern nunmal nur müde lächeln.

  41. @ schorse: Wenn unsere Mitbürger unter diesen Eltern und deren Kindern in einem solch offenbar unerträglichen und kaum vorstellbaren Ausmaß zu leiden haben, wie das in diesem Thread geschildert wird, scheint mir die Provokation der letzte Ausweg. Es wird ja oben ganz klar zum Ausdruck gebracht, dass die Neustadt von einer total massiven Überkinderung bedroht ist.

    Dazu kommt noch, dass in den letzten Jahren offenbar nicht normgerecht gefertigte Kinder in Umlauf geraten sind. Möglicherweise waren deren Eltern bereits fehlerbehaftet.

  42. @Alauner/Torsten: Wo bitte wurden in diesem Thread funktionierende bzw. normgerechte Kinder gefordert? Ich bitte darum Seldons Satz: ‚es muß doch möglich ein, zwischen den Polen “braves gescheiteltes und geknechtetes Kind” und “mach-was-Du-willst weil Du eben ein Kind bist” die eine oder andere Zwischenposition zu finden.‘ noch ein paar mal aufmerksam zu lesen!

  43. Sinnlos Diskus-Sion, natürlich Schade das die zumachen.

    Im Übrigen. Wer Kinder hat, machts sowieso so gut er eben kann und wer kenne hat, den nervt halt wenns schreit und keift.
    Die Spannweite ist variable.

  44. @ Alauner… stimmt jedes Kind ist ein kleines Wunder, das ganz besonders individuell gefördert gehört… darüber können kinderlose nur müde lächeln..

  45. @ Booby: Wo bitte wurden in diesem Thread … normgerechte Kinder gefordert?“

    – Just in Deinem Kommentar. Dir kommt es ja mit Deinem Verweis auf Seldons Satz auf Kinder an, die sich innerhalb der Norm (d.h. zwischen den richtigen Polen) befinden.

  46. Hallo Alauner, Torsten usw.: Booby hat ja dankenswerter Weise nochmal drauf hingewiesen: Es geht hier nicht um funktionierende Kinder, falls ich mich irgendwo mißverständlich ausgedrückt haben sollte, benennt bitte die fragliche Passage! Bitte überfliegt die Beitrräge nicht bloß so mit eh‘ bereits kultivierten Vorurteilen und Ahnungen (Hatter ’n Kind? Hatter keins…? Geht niemanden was an und darum geht’s nicht!)
    Aus „Selbst wer kinderlos wäre (ein Umstand, der hier nach wie vor jedoch nicht zur Debatte steht) hätte Erfahrungen mit der eigenen Erziehung und in seinem Umfeld Vergleichmöglichkeiten. Es gibt Eltern die kriegen’s hin, es gibt Eltern, die kriegen’s nicht hin: ihrem Kind eine Erziehung angedeihen zu lassen.“
    macht Alauner: „Ernsthaft, du willst mir nicht ernsthaft erzählen, dass du rein aus Beobachtung anderer Eltern und von dem was du von deiner eigenen Erziehung noch in Erinnerung hast, eine Ahnung von guter Erziehung haben kannst?“
    Nochmal und vielleicht abschließend: Natürlich ist jedes Kind anders, auch je nach Tagesform und Jahreszeit unterschiedlich zu nehmen. Was ich (und andere) angesprochen haben ist die (und niemand kann behaupten, dass es dies‘ nicht gibt) Ignoranz einiger Eltern dem Tun und Lassen ihrer Sprößlinge gegenüber. Es geht nicht um lachend um den Tisch rennen oder auch mal rumquengeln, mal rumjuchzen oder jmd. im Cafe den Ball auf den Tisch werfen. Es geht um permanent rumschreiende, andere Kinder ärgernde, ihren Müll verteilende, respektlose…Blagen und in allererster Linie um deren ignorante Eltern, die es nicht für nötig halten, in solchen Fällen einzugreifen, selbst auf eindeutige Hinweise Dritter. Es geht um Eltern, die anti-autoritäre Erziehung mit Narrenfreiheit gewähren verwechseln. Sagst Du, solche gibt’s nicht? Ich sage nicht Du wärst so jemand, ich sag‘ auch nicht, alle Eltern wären so, auch nicht immer gleich ausgeprägt. Ich sage lediglich: Wenn man sich (mit oder ohne Kind) in einem öffentlichen Cafe aufhält, ist es selbstverständlich und bedarf eigentlich keiner weiteren Diskussion, dass man auf dort anwesende Kinder, Eltern, Kinderlose, Mitarbeiter Rücksicht nimmt und auch entsprechend (auf sanfte, verständnisvolle, kindgerechte, angemesse Art) auf sein Kind eingeht. Egal was man im Einzelnen für Erziehungskonzepte fährt: keine Erziehung, Laufen-Lassen, laissez-faire, ist mit Sicherheit für das KInd, die Eltern und die Umgebung die am wenigsten förderliche Art. Wenn Du mir hier wiedersprechen möchtest gern, aber bitte mit Argumenten und nicht mit weiteren Vermutungen über meinen Familienstand und meine Ahnungen.
    Übrigens war bspw. Celestin Freinet soweit ich weiß kinderlos, was ihn nicht daran hinderte, ein umfassendes pädagogisches Konzept zu entwickeln, Du wirst sicher auch Kindergärtnerinnen oder Lehrer ohne Kinder kennen, die ihre Arbeit trotzdem gut machen…ich weiß also nicht, wieso hier ein künstliches Ausschlusskriterium kontruiert wird, noch dazu, wie gesagt, ohne die tatsächlichen persönlichen Umstände zu kennen. Wie ich schon Muyserin sagte: Ich würde lieber Argumente austauschen als persönlichen Klatsch und Tratsch!

  47. Hallo Torsten,
    Du willst ernsthaft aus ‘es muß doch möglich ein, zwischen den Polen “braves gescheiteltes und geknechtetes Kind” und “mach-was-Du-willst weil Du eben ein Kind bist” die eine oder andere Zwischenposition zu finden.’ ein Normierungsansinnen herauslesen?
    Genauso gut könntest Du dann sagen, alle Farbenschattierungen zwischen schwarz und weiß entsprächen einer Norm. Sicher, man kann dass so machen, ist aber schon etwas polemisch und nicht sonderlich hilfreich. Normalerweise (sic) werden Grenzwerte von Normen schon etwas enger gefasst. Natürlich gibt es Menschen (meisst ältere) die erwarten kleine Anziehpüppchen, die immer höflich „Bitte“ und „Danke“ sagen und sich ansonsten brav in die Ecke setzen (deren „Norm“, der eine „Pol“). Dazu gehöre ich definitiv nicht und ich wüßte auch nicht, wie das aus meinen Beiträgen herauszulesen wäre. Meine „Normvorstellung“ ist lediglich, dass Kinder, die dass entgegengesetzte Extrem ausleben (und damit andere beeinträchtigen) von ihren Eltern situationsabhängig und ausgewogen in ihre Grenzen (ja ich weiß, dass ist jetzt auch politisch nicht korrekt: Grenzen…) gewiesen werden. (Aus meiner Sicht ist das (auch) „Erziehung“…)
    Aber selbstverständlich gibt es auch „gesellschaftliche Normen“ in Gestalt von Erwartungen der Gesellschaft an das Verhalten von Individuen. Dazu gehört bspw., NORMalerweise nicht auf offener Strasse erschossen (oder angespuckt) zu werden, seinen Müll nicht anderen vor die Füsse zu werfen oder einen freundlichen Gruß zu erwidern. Man muß diese „Normen“ sicher nicht in jedem Aspekt teilen, aber sie erleichtern streckenweise das Zusammenleben vieler individueller Einzelpersonen.
    Norm (von lateinisch norma ursprünglich ‚Winkelmaß‘, dann aber auch ‚Richtschnur‘, ‚Maßstab‘, ‚Regel‘, ‚Vorschrift‘).
    Eine gewisse „Richtschnur“ im Umgang miteinander könnte z.B. gegenseitige Rücksichtnahme sein, oder ist das zu einengend?

  48. @Torsten, für Dich wäre also die EU-Norm, die für Bananen im Verkauf eine Länge von x und einen Krümmungsradius von y vorschreibt gleichbedeutend mit der „Norm“, zu erwarten, wenn ich eine Banane kaufe keinen Apfel zu bekommen und dass die Banane zumindest reif und nicht verfault sein sollte?

  49. @Seldon: Lass gut sein mit der ad-rem-Argumentation, beim Thema Erziehung geht es bei vielen scheinbar so wie bei Veganismus, Gender bias, Verkehrsplanung, Religion, etc. nur mit ad hominem …
    @Torsten: Sorry, aber *facepalm*!

  50. @Seldon:

    Bananen oder Birnen? Kiwis statt Kinder? Ein überraschender Gesprächsverlauf; darauf war ich nicht vorbereitet.

    Ich seh nur noch Obstsalat.

  51. @Torsten: Wenn Dir die Analogie zu kompliziert ist, kannst Du ja auch auf den vorhergehenden Beitrag eingehen. Aber ich fürchte, ein Interesse am Thema ist nicht wirklich gegeben…

  52. @seldon: du sprichst mir aus der Seele, aber ich glaube, du verschwendest hier deine Energie. Spar sie dir für lohnendere Diskussionen auf ;-)

  53. Ich versteh sowieso nicht, wieso Kinder heutzutage so sind. Meine Eltern mussten sich in ner Gaststätte eig. nie für schämen, was nicht daran lag, dass es ihnen egal war, sondern weil ich einfach ruhig da gesessen habe und i-einen, mir von der Bedienung vorgelegten, Malbogen ausgemalt habe. Klar ist man auch hin und wieder mal rumgelaufen, aber das ging halt relativ ruhig von statten. Jetzt wird man von 7 Jährigen Rotzlöffeln auf der Straße angepöbelt. Das haben wir uns mit 14 noch nicht einmal getraut. Da ist man gerade erst einmal aus dem Sandkasten gekrochen :)

  54. Alauner: Kinder zu haben und zu wissen, wie man sie erzieht, sind zwei völlig verschiedene Paar Schuhe. Deshalb greift dein hier bereits viel gehörter Einwand in keinster Weise. Ich sehe täglich Eltern, die an dieser Herausforderung glanzvoll scheitern, und ich sehe solche, die das hervorragend meistern. Ein Urteil darf ich mir diesbezüglich selbstverständlich auch als Kinderlose erlauben. Denn keine eigenen Kinder zu haben, heißt nicht, dass man von Kindern und Eltern keine Ahnung hat. Vermutlich sind die Kinderlosen sogar die neutraleren und ehrlicheren Beobachter.

  55. Schorse: Wer sich schon bei solch kleinen Diskussiönchen wie dieser hier überfordert fühlt und „die Lust verliert“, der sollte um Himmels Willen die Finger von der Vereinsgründung lassen. Im Vergleich, was es dort an Diskussionen geben wird, ist das hier ein Kinder-Café :-D

  56. Torsten: Ich habe selten so viel Unwillen erlebt, wenigstens VERSUCHEN zu wollen, sein Gegenüber zu verstehen. Stattdessen bringst du eine regelrechte Militanz in diese Diskussion, indem du irgendwelche Sachen in Gesagtes hineinstilisierst, die gar nicht vorhanden sind. „die eine oder andere Zwischenposition“ ist für dich also eine Norm? Interessante Norm, die verdächtig viel Spielraum zur Auslegung bietet… etwas, was Normen normalerweise fremd ist. Und wer legt denn bitte fest, was „richtige Pole“ sind? Seldon hat es meines Erachtens nicht getan. Er hat die beiden Extreme benannt, die heute zu beobachten sind. Alles weitere spielt sich eben in besagten Zwischentönen ab.

  57. @Jane
    Überfordert: null. Genervt und etwas gelangweilt? Ja, da die Diskussion sich totläuft und in meinen Augen den Ausgangspunkt, also die Schließung des Käthe, schon längst aus dem Blick verloren hat. Dem Ganzen zu folgen ist zwar ganz nett, aber welchen Erkenntnisgewinn hat man davon??? Mit den Diskussionen in einem Verein hast Du recht, da verhält es sich leider oft ähnlich. Ich befürchte, spätestens dann, wenn der Verein auch erzieherische Angebote anbieten möchte, wird die Sache eskalieren. Was also bleibt ist die Frage: Will an sich das wiklich an tun?

  58. „“die eine oder andere Zwischenposition” ist für dich also eine Norm?“

    – Eine Zwischenpositionen ist keine Norm. Eine Norm bestimmt, wie stark ein bestimmter Wert zwischen einem Maximum und einem Minimum divergieren darf, um noch zu einer Klasse zu gehören.
    Zur Schuhgröße 19 (Vorsicht: Kindergröße!) gehört jeder Schuh, der zwischen 128 mm und 135 mm lang ist: http://bit.ly/15j3z5A

    Was ich sagen will:

    Klar wird in einem offenbar zum Schlüsselsatz dieses Threads gewordenen „Aber e muß doch möglich ein, zwischen den Polen “braves gescheiteltes und geknechtetes Kind” und “mach-was-Du-willst weil Du eben ein Kind bist” die eine oder andere Zwischenposition zu finden.“ unter Bezugnahme auf Extremwerte, deren bloße Existenz offenbar nicht weiter begründet werden muss (vom Schweigen über die Qualität der Pole mal ganz zu schweigen), versucht, in offenbar vom Autoren des Satzes beobachtetes Verhalten ein deviantes d.h. von (vermutlich seiner) Norm abweichendes Verhalten zu interpretieren. Mit dem Ergebnis: Alles was zwischen „zu brav gescheitelt“ und “mach-was-Du-willst weil Du eben ein Kind bist” liegt, ist pfui.

    Militanz… phh…

    Ansonsten: „Ich habe selten so viel Unwillen erlebt, wenigstens VERSUCHEN zu wollen, sein Gegenüber zu verstehen.“ – Ich weiß nicht, was Du sonst erlebst, aber in dem Fall: Schlecht beobachtet.

  59. Sorry, aber „Mit dem Ergebnis: Alles was zwischen “zu brav gescheitelt” und “mach-was-Du-willst weil Du eben ein Kind bist” liegt, ist pfui.“ ist wohl völlig falsch interpretiert. Genau das sollte sein, wenn man sein Kind “ im Griff hat“. ok, vielleicht falsch formuliert, aber, sollte mein Kind sich nicht so benehmen, wie ich es von anderen auch erwarte? Wenn ich ihm im Kindesalter kein Benehmne und keine Regeln und „Grenzen“ beibringe, woe soll es dann sich im Leben zurechtfinden? Meine Oma hat immeer gesagt: benehme dich gegenüber anderen so, wie du möchtest, dass sich andere dir gegenüber benehmen. Meine Kinder hatten auch ihre Freiheiten, sich aus dem „Rahmen“ hinaus zu bewegen, aber sie haben auch gelernt, dass es auch für schreien, toben, „nerven“ usw. orte gibt, wo das geht, weil es nicht als „störend“ empfunden wird, und wo es eben nicht geht. Und komischerweise hat es funktioniert. Ok, ich geb zu, meine Kinder sind jetzt schon über 20 und die Erziehung ist schon länger her, aber…
    Ach so ja, und wenn wir mit ihnen aus waren, haben wir sie beschäftigt und nicht sie sich mit den anderen Gästen und dem Mobilar.
    Und um hier nicht gleich angefeindet zu werden, ich barbiere hier nicht alle über einen Kamm. Es gibt kinder und Eltern, den gelingt es, ihre Umwelt zu „nerven“ und es gibt die anderen…

  60. MY OH MY! wie ist das denn hier bitteschön ausgeartet?
    1. sehr sehr schade. alle muddis, die ich kenne, mochten die käthe. trotz langsamer bedienung, schmuddeligkeit etc.
    denn 2. ist es schön, wenn die umgebung kindgerecht und voller freudes- und leidensgenossen ist
    weil 3. bei einem kind bis (sagen wir) 18 monaten von erziehung nicht zu sprechen ist. und DAS können sich menschen OHNE kind eben NICHTS vorstellen. meine einjährige tochter macht krawall und läuft immer wieder zu „nein, nein, nein!“-gegenständen respektive -personen und ich kann nicht viel dagegen tun. und das liegt nicht daran, dass ich laissez-fair total super finde oder so.
    deshalb fühle ich mich 4. wie einige andere muddis in einem kindercafé ein ganzes stück wohler und entspannter, denn dort muss ich das niemandem erklären.

  61. Ach ja, es geht ja eigentlich um das Käthe… Schade, dass es nicht funktioniert hat. Die Idee fand ich Spitze, auch wenn ich sicher nicht mehr mit meinen Kids zum spielen und schnacken gekommen wäre ;) Obwohl… wenn es abends für große Kinder geöffnet gewesen wäre… ;)

  62. Wollte natürlich damit ausdrücken, alles was zwischen “Mit dem Ergebnis: Alles was zwischen “zu brav gescheitelt” und “mach-was-Du-willst weil Du eben ein Kind bist” liegt” ist, ist nicht pfui sondern akzeptabel… Nur noch mal zur Richtigstellung…

  63. @Torsten, ich denke Du hast mich nicht verstanden! Wenn Dir die beiden „Pole“ nicht behagen, kannst Du ja gern andere einbringen, ich habe in der Tat zwei (sehr weit auseinander liegende) Extremwerte benannt, die ich und jeder, der offenen Auges durch die Welt geht, beobachten kann. Beide finde ich weder erstrebenswert noch gesund. Um bei Deinem Schuh zu bleiben: Größe 10 ist definitiv zu klein, Größe 100 zu groß, aber es muß doch möglich sein, irgendwo dazwischen einen passenden zu finden! Insofern ist Deine Schlußfolgerung „Alles was zwischen “zu brav gescheitelt” und “mach-was-Du-willst weil Du eben ein Kind bist” liegt, ist pfui.“ natürlich das Gegenteil dessen, was gesagt und gemeint war.
    Dank an alle für die teilweise recht anregende Diskussion, auch wenn ich fürchte, dass es nicht wirklich eine Annäherung zwischen den Ansichten gab‘. Ich weiß nicht, ob die (ich sag jetzt mal) „laissez-faire“-Fraktion verstanden hat, wo „auf der anderen Seite“ das „Problem“ liegt. Ich hab‘ verstanden, dass für Einige Erziehung sehr anstrengend und vor allem privateste Privatsache ist, über welche man ungern redet (sich „reinreden“ lässt, auch wenn das ja nicht Intension zumindest meiner statements war. Welche (erzieherischen) Maßnahmen ergriffen werden (solange sie gewaltfrei bleiben) ist mir letztlich egal bzw kann ich damit leben, dass sie nicht den von mir präferierten entsprechen. Einzige „Forderung“ war ja, überhaupt welche zu ergreifen, und dabei geht’s nicht um Erziehungsfragen und Kinder im speziellen sondern um gegenseitige Rücksichtnahme in der Öffentlichkeit allgemein.)

  64. Also ich hab meinen Scheitel heute besonders schön.
    Und immer schön bei sich selber anfangen.
    Sonst wirds ganz schnell Bäh.

  65. Oje, muss ja schlimm sein in der Neustadt. Ich beobachte eigentlich fast nur ‚gut geratene‘ Kinder, sicherlich ist mal das eine oder andere nervende Kassler dabei, das wird später dann eventuell FDP-Politiker, aber im Großen und Ganzen kann ich die hier zu Tage tretenden Probleme gar nicht in dem Umfang feststellen. Und genauso meinte ich meinen Kommentar an Seldon bezüglich seines doch recht deutschen Daseins, dass nämlich ein marginales Phänomen, eine Winzigkeit neben der Spur, das eigene Bemühen um das richtige Leben dermaßen stört, dass an Genuß im alternatiefsten Kneipenviertel Dresdens, ach was der Welt, fast nicht mehr zu denken ist. Kaum sitzt man nach einem harten Tag wohlverdient im Café, kommt sofort und immer die antiautoritäre Blage irgendeiner Schlunze und zertrümmert einem die ganze Stimmung, und die Schlunze lässt das auch noch kalt. Früher gab’s das nicht.
    Zumindest wirkt es so beim Lesen der Kommentare.

    Unterm Strich, sind wir doch mal ehrlich, nervt euch das Alter zwischen 0,1 und 6 – und das kann ich sogar verstehen, das ist nämlich auch für Eltern sehr oft ziemlich anstrengend. Nur haben die zusätzlich die häufigen, schönen Zeiten auch noch, da kann man nur ‚Ätsch‘ sagen.
    Ich frag mich ja, wer in so einem Spießerviertel eigentlich wohnen will. Teuer isses auch noch. Sind es die Kneipen? Der eigene Hedonismus? Den man anderen, „häufig Müttern“ in diesem Fall, nicht zugesteht?

  66. „Mit dem Ergebnis: Alles was zwischen “zu brav gescheitelt” und “mach-was-Du-willst weil Du eben ein Kind bist” liegt, ist pfui.“

    Oh ja, schwerer Fehler. Alles was außerhalb liegt (also außerhalb der Norm), ist pfui.

  67. Hallo Peter Macheli,
    Unter’m Strich nerven mich ignorante Eltern, und, sind wir mal ehrlich: Du übertreibt Deine Darstellung der „Beschwerden“. Aber gut, ist ja ne legitime rhetorische Figur…
    Deine Vermutungen bzgl. meines Wohnorts und Familienstands sind eben dies: Vermutungen. Genauso wie Deine Kopfguckereien bzgl. zugestandenen oder ausgelebten Hedonismus‘ laufen sie in’s Leere.
    Du beobachtest selten unerzogene Kinder, ich häufiger, bzw., um’s nochmal zu sagen: Eltern die ihre nicht stattfindende Erziehung mit verschiedenen persönlichen oder ideologischen Punkten begründen (oder gar nicht).
    Ich strebe, btw., auch kein „richtiges Leben“ an, ich lebe halt. Damit einher geht die eine oder andere Wahrnehmung. Welche ich wie werte und wichte ist einzig mein Problem. Meine Lebensqualität jedenfalls (Danke der Nachfrage) hat bisher nicht gelitten.

  68. @Peter Macheli
    der Schluß-Tenor ist doch etwas deplatziert, denn die klasischen Spießerviertel sind anderortig in DD zu finden/
    Eigentlich wollte ich es bei meinem voangegangen Kommentar, der etwas den Dampf deckeln sollte, belassen..
    Wie haben wir es nur früher geschafft, Kinder selbstverständlich und sozialisiert „umfeld-angemessen“ groß und selbständig werden zu lassen. Weniger diskutierend und mehr in unversiegelte Freiräumen handelnd.
    Leider ist die Diskussion sehr FÜR-ER-GEGENlastig, als SOWOHL-ALS-AUCH möglich.
    Positives Zeichen der Gegenwart: Väter bringen sich inzwischen ebenso wie Mütter (hyper)sensibel-enthusiastisch in die Themen ein, stehen ebenso Häufchen bildend und schwätzend im Weg und der entscheidende Unterschied zu IHREM Umfeld (am Wilden Mann erinner ich?) ist das GEMENGE.
    Es ist mit Kindern „immer wieder Zucker“ und ich wäre in einer verrentnerten Gegend (damit meine ich NICHT Ihr Umfeld) unglücklich.
    DOCH: Bspw. nachmaittags auf der Kamenzer können Sie intensiv-praxisbezogen interessante Studien der „sozialkritischen Verdichtung“ betreiben, denn dann sind zuweilen mehr Kinder rangelnd auf Rädern samt anspornender Mami oder Papi (die eigentlich auf die Fahrnahn gehören) auf dem Fußweg beweglich, als es einem als Passant möglich ist. Manchmal vergeht auch mir der Humor. Bevor Kinder zur Rücksichtnahme angehalten werden, wird man bei der Bitte um langsameres Fahren, erstmal angeblafft, ob man gegen Kinder sei? Unsägliches Prenzelberg-Diskussions-Niveau.
    Im unmittelbaren Umfeld einer Schule und eines Kindergartens wohnend, betreiben wir sehr amüsante Studien.
    Vor allem über Eltern.
    „DA WÄCHST WAS AUF UNS ZU..“;-);
    aber am W.M. ist ja noch genug Platz… :-)

  69. @Torsten: langsam gewinne ich auch den Eindruck, dass Du nicht verstehen willst: Was bitte soll denn da noch „außerhalb“ sein?
    Wenn die Norm ist, zur „Klasse“ der Kinder zu gehören, dann bitte schön, dann ist es halt eine Norm und alles was außerhalb dessen liegt, ist bäh…ist aber auch kein Kind, insofern ist die Diskussion dann eh‘ egal. Wenn es Schuhe von Schuhgröße x bis Schuhgröße y gibt und ich sage, es wäre schön, einen Schuh mit der Größe g größer x und kleiner y zu finden und Du sagst, dass ist aber ’ne blöde Norm, grenzt ja total auf die verfügbaren Schuhgrößen ein, dann erschließt sich mir entweder der Witz nicht oder es besteht ein unüberbrückbares Verständigungsproblem.
    Nichts für ungut!

  70. Herrlich, Spießer wollen alle dann doch nicht sein.
    Nee, Seldon, ich habe überhaupt nichts zu Deinem Familienstand vermutet, der spielt dabei nämlich wirklich gar keine Rolle, zum Thema Kinder können sich, wie zu allen anderen Themen auch, von mir aus alle äußern. Und ich teile sogar Deine Meinung, dass Kinder erzogen werden sollten, halte das von Dir beobachtete Phänomen aber für ein kleines, relativ seltenes, zumindest wenn wir von gravierendem Mangel an Erziehung reden. Oder anders ausgedrückt, derlei auseinandergehende Vorstellungen wie Kindererziehung auszusehen hat, gab es auch schon zu DDR-Zeiten. Und die Welt dreht sich immer noch.

    Tja, dd-jazz, ich kann mich nicht entsinnen, Dir das Sie angeboten zu haben und aus Deinem Kommentar werde ich auch nicht so richtig schlau. Wilder Mann stimmt schon mal. Nach Jahrzehnten Äußere Neustadt, ohne und mit Kindern, Hund, Auto. Gemenge kann ich nicht so richtig einordnen, falls damit Durchmischung und Menge im sozialen Sinne gemeint sein sollte, in der 106. GS, Großenhainer Str., vierzügig, 25-30 Kinder pro Klasse, sind mindestens ebenso große soziale Spannbreiten zu sehen wie in 0109x, ich behaupte gar größere, da die Neustadt aus meiner Sicht homogener wird. 200m Luftlinie zur nächsten vollen GS, kinderreich sind auch noch andere Stadtteile. Überwiegend ’normales‘ Fibel-lesen-lernen übrigens, sorgt für mehr Chancengleichheit, auch der Justin der ‚Ich komm nur zum Elternabend wenn es Glühwein gibt‘-Fraktion kann nach der 2. Klasse das Kreuzworträtsel der Medizini lesen und ausfüllen, um von der XBox zu träumen. Aus eigener Erfahrung war das zB in der 30.GS Hechtstr. nicht unbedingt gegeben.
    Kamenzer ist auch noch ziemlich verständlich, dort habe ich lange gewohnt, damals, als man sich noch duzte, bevor man laut hupend auf der Straße Rumhampelnde verscheuchte, so lange ist das nämlich gar nicht her, dass ich Kinder, natürlich nur die anderer, nicht sonderlich leiden konnte, und ein bißchen geht es mir ja heute noch so, deshalb wäre die geblaffte Frage für mich gar nicht so schwer zu beantworten. Auf der anderen Seite der runtergekurbelten Scheibe sollte natürlich Resthumor vorhanden sein, und da sind wir bei dem Punkt, der mich die Neustadt als Spießerviertel bezeichnen ließ: Der fehlt immer öfter.

  71. @Peter: Oh Gott, ‚Fibel‘ vs. ‚Lesen durch Schreiben‘, die nächste Büchse der Pandora! ;-)
    Diesbezüglich befinde ich mich mit meiner Meinung übrigens sehr weit aussen auf einem Extrempunkt, und fühle mich dort ausgesprochen wohl!

  72. @peter mach/t-es-besser
    Ich halte es u.a. auch für einen anerzogenen(?) Mangel an Höflichkeit, wenn man mich mit fast 50 Lenzen grundsätzlich duzen würde. Inner-,oder außerneustädtisch.
    (Ab welchem Alter gibts hier Senioren-Schreibverbot?)
    Und immer wieder interessant, wie schnell man verbissen auf Humor verwiesen wird, wobei einige Annmerkungen durchaus vergnüglich-satirisch sind.
    Wie gut, dass ich „an der Neustadt“ lebend spießerbefreit bin. :-)

  73. Wenn man bedenkt, dass es in diesem Jahr in der 15.GS zwei 1. „Lesen durch Schreiben“ respektive Werkstattklassen sowie zwei montessoriorientierte Klassen geben wird und keine einzige Fibelklasse (was bei „Vierzügigkeit einer Klassenstufe erstaunlich erscheint), zeigt das meiner Meinung nach mehr als deutlich den Wandel der Neustadtbevölkerung. Wertungsfrei selbstverständlich.

  74. Also wenn ich Onkel Käthe werden würde, dann dürften die Kinder keinesfalls alles und vor allem nicht übertrieben laut. Sie sollen es schließlich später nicht unnötig schwer haben…
    Und nein: Ich habe keine Kinder. :-P

  75. Lise: „MY OH MY! wie ist das denn hier bitteschön ausgeartet?“

    Ich würde sagen, das hier ist ein prächtiges Exemplar einer gepflegten Diskussion. Erstaunlich, dass das manche schon als „Ausartung“ empfinden. Ist aber auch etwas, das ich immer häufiger beobachte: Die Unfähigkeit zur kantigen Auseinandersetzung, die trotz aller gegensätzlichen Standpunkte insgesamt halbwegs fair bleibt. Und den Eindruck hatte ich hier mit ganz wenigen Ausnahmen bislang eigentlich – und zwar an beiden Enden der argumentatorischen Fahnenstange.

    „weil 3. bei einem kind bis (sagen wir) 18 monaten von erziehung nicht zu sprechen ist.“

    Oh je, jetzt begreife ich langsam, warum es immer mehr kleine Satansbraten um uns herum gibt, die ihren Muttis und nicht zuletzt auch dem Rest der Gesellschaft auf der Nase herumtanzen…
    Wann beginnt dein Kind, zu sprechen, zu essen und zu laufen? Wenn du ihm in dieser Phase seines Lebens nicht mitgibst, dass Fehlverhalten negative Konsequenzen hat, dann wird es dein Kind wohl niemals lernen. Denn niemals wieder wird es schneller und besser lernen als in den ersten 18 Monaten seines Lebens. Vielleicht kann es den Zusammenhang noch nicht bewusst herstellen, aber es lernt sehr wohl unbewusst anhand der Reaktion der Mutter, ob es mit seinem Verhalten kurz- oder langfristig Befriedigung erreicht oder eher das genaue Gegenteil. SO funktioniert Erziehung. Ich habe zwei Bekannte, die als Tagesmütter arbeiten, eine Schwester mit zwei Kindern und noch ein paar Freundinnen mit Kindern – hier lässt sich sehr schön vergleichen.

  76. „Unterm Strich, sind wir doch mal ehrlich, nervt euch das Alter zwischen 0,1 und 6“

    Und so können gefühlte 100 Stunden Diskussion einfach für die Katz gewesen sein… Peter, du hast überhaupt nichts begriffen. Mit der Zuweisung des schlichten Genervtseins an die Adresse derer, die a) ganz ausdrücklich für mehr Toleranz gegenüber Kindern in der Gesellschaft eintreten (damit sich eben niemand mehr aus Angst oder Scham, mit einem nörgelnden Kleinkind negativ aufzufallen, in ein Kinder-Café „zurückziehen“ muss, wie man das hier ja gehört hat) und b) geichzeitig eine konsequentere Erziehung der Kinder von denjenigen Eltern einfordern, die ihren Sprößlingen offensichtlich zu wenige Grenzen aufzeigen, beweist du nur, dass du dich als Vater offenbar ganz persönlich angegriffen fühlst von der hier geäußerten allgemeinen Kritik an ungeratenen Kindern, die sich wirklich nicht zu benehmen wissen. Keiner hat hier gesagt, dass das viele oder gar alle Kinder in der Neustadt sind. Es ist nur so, dass man es immer häufiger beobachten kann – und diesen Eindruck haben offenbar nicht wenige.
    Ich persönlich glaube, dass vielen Eltern heute einfach Zeit und Hingabe fehlt, sich konsequent um die Erziehung zu kümmern. Die heutige Gesellschaft übt vielfach mehr Zwänge auf junge Eltern aus, als es vielleicht noch vor 20 Jahren der Fall war. Unter anderem erwartet sie von einem, dass man eben nicht nur Mutter ist (auch nicht nur für die zwei Jahre Erziehungszeit), sondern dass man multipresent ist. Wer nicht arbeitet, ist nichts wert, deshalb kehren viele schnell an den Arbeitsplatz zurück. Und genau deshalb wären die ersten 18-24 Monate in Sachen Erziehung so wichtig: Hier hat die Mutter im Erziehungsurlaub noch Zeit, später, wenn sie wieder arbeitet, wird sie nie genug Zeit und Nerven haben, ihren Elternpflichten immer konsequent nachzukommen. Was also in den ersten Lebensmonaten versäumt wurde, lässt sich unter Umständen später nur noch schwer korrigieren, weil man es unter den heutigen Bedingungen schlicht nicht mehr leisten kann.

  77. @Jane
    WOW, du hast zwei Bekannte, die als Tagesmütter arbeiten, eine Schwester mit zwei Kindern und noch ein paar Freundinnen mit Kindern. Na klar, das macht dich natürlich zu einer Erziehungsexpertin! ;)
    Meine Beobachtung zu der Thematik ist, dass es nämlich immer nur die Kinder anderer Leute sind, die sich angeblich „danebenbenehmen“.
    Also warte ma ab, bis du selbst Kinder hast und du nicht nur von Beobachtungen zehren musst, eh du versuchst andere zu belehren oder als unfähig hinzustellen! ;)

  78. @jane
    du schriebst:“wenn sie wieder arbeitet, wird sie nie genug Zeit und Nerven haben, ihren Elternpflichten immer konsequent nachzukommen. Was also in den ersten Lebensmonaten versäumt wurde, lässt sich unter Umständen später nur noch schwer korrigieren, weil man es unter den heutigen Bedingungen schlicht nicht mehr leisten kann.“
    das hieße ja das generationen von ddr kindern missratene, freche gören waren.

  79. HinzundKunz: Ich habe mich nie als „Erziehungsexpertin“ bezeichnet. Aber ich beobachte auf diese Weise viele verschiedene Erziehungsansätze. Die Tatsache, dass ich kein Kind habe, macht mich ja gerade unvoreingenommen gegenüber allen Kindern und Müttern. Wenn ich selbst eins hätte, wäre ich vermutlich spätestens bei meinem eigenen schon weit weniger kritisch. Genau da liegt aber bei vielen das Problem. Dem eigenen Kind gestehen viele weitaus mehr Freiheiten zu und sie lassen ihm viel mehr durchgehen, als man Ansprüche an andere Kinder und Eltern stellt. Das Problem habe ich als Kinderlose nicht. Ich finde die Einstellung vieler Eltern gegenüber Kinderlosen übrigens mehr als arrogant. Wie ich bereits andeutete: Menschen ohne Kindern gelingt es oft viel besser, Erziehungsfehler aus der Beobachtung heraus überhaupt zu erkennen, als den voreingenommenen Eltern.

  80. @Jane
    Ich wollte nicht sagen, dass du keine Meinung dazu haben darfst, beileibe nicht, in einigen Dingen bin ich ja ganz bei dir (Diesmal!), aber bei dir klingt alles, was du sagen möchtest, irgendwie belehrend und vorlaut, einfach etwas zu garstig. Sorry, aber das kommt nicht gut an!

  81. @Jane: Menschen ohne Kinder können viele Dinge beobachten; sie können manchmal auch sehr gut beobachten und analysieren. Eltern müssen in diesen Situationen aber handeln. Ob das Handeln immer allen Ansprüchen genügt, sei dahingestellt. Es ist aber ein Unterschied, ob Du in einer öffentlichen Situation beobachten kannst oder ob Du handeln musst.

  82. Hach ja, tatsächlich. Ausgeartete Diskussion. Hihi. Echt lustig. Und ich bleib dabei – und das ist nur meine Meinung; (die darf ich hier ja wohl noch preisgeben… sorry, ist echt zu lustig):

    Erzählt ruhig weiter. Wenn ihr dann erstmal selber Kinder habt, sieht die Sache nämlich wieder ganz anders aus.

    In der Käthe sind mir hier beschriebene „Anarchokinder“ mit dazugehörigen Eltern übrigens nie aufgefallen. Ebensowenig allerdings wie Kinder, die apathisch still und Zombie-im-off-Modusmäßig im Restaurant rumlaufen, ohne jemanden zu stören, oder ihr Ausmalbildchen ausmalen. Es war häufig ein buntes Durcheinander und ich hab einen Riesenrespekt vor den Kellnern.
    Der Garten war herrlich. Die Pflanzkästen, die Blumen, die Kräuter… Man konnte einen Kaffee trinken, quatschen, einen Kuchen essen, während das eigene Kind im Sandkasten neben einem spielt. Die Atmosphäre erinnerte immer an eine Einladung bei Freunden. Klar kann ich das auch im Alaunpark haben. Oder auf dem Spielplatz. Aber ab und an freu ich mich auch, wenn ich bedient werde. Kann bestimmt jeder nachvollziehen.

    Ich bin da bei Lise, diechristel und einigen anderen. Ich werd‘ die Käthe vermissen.

  83. @Alaune: „Ausgeartet“? Ich würd’s als Diskussion bezeichnen: Rede, Gegenrede…das eine oder andere Argument wäre natürlich auch nicht verkehrt…
    Warum nur Eltern über Kindererziehung reden können sollen (abgesehen davon, daß hier des Öfteren lediglich Vermutungen über Familienstände angestellt werden) ist nicht wirklich schlüssig: Dürfen nur Autofahrer über den KöBrü-Ausbau diskutieren? Nur Nazis über Nazi-Aufmärsche? Nur Geheimdienstler über Lauschangriffe?
    „Erzählt ruhig weiter…“ Interessiert mich eh‘ nicht? Naja, diese Herangehensweise würd‘ ich dann als nicht besonders diskussionsfreundlich oder eben „ausgeartet“ bezeichnen…
    @Stefanolix: Eltern müssen in diesen Situationen aber handeln.“ Nichts anderes haben u.a. Jane und ich angemahnt…
    @s.: „das hieße ja das generationen von ddr kindern missratene, freche gören waren.“
    Nein, denn Jane schrieb ja explizit: „…unter heutigen Bedingungen…“ Die sind ja nun weiß Gott andere als vor 30 Jahren…

  84. Liebe Jane,

    einer meiner Söhne, mittlerweile 11, weist in den letzten drei Jahren eine sehr starke Besserwisserei, fast schon Allesbesserwisserei auf. In den ersten 18-24 Monaten habe ich alles richtig gemacht, wie immer. Was ist jetzt zu tun? Oder ist da ab 5 nichts mehr zu retten?

    Vielen Dank im Voraus für Deine fachlichen Hinweise!
    Peter Macheli

  85. @ Peter .. ich glaub das Kind ist in den Brunnen gefallen, da wird nix mehr zu machen sein, wenn das jetzt schon seit 3 Jahren anhält

  86. Stefanolix:

    Darum geht es nicht. Ich erhebe mich nicht als Kinderlose über Eltern, sondern vergleiche Eltern und Eltern auf Basis meiner Beobachtungen. Handeln müssen sie alle. Wie sie es tun, ist aber eben tatsächlich sehr unterschiedlich. Auch meine Eltern mussten handeln und haben es auf eine Weise gemacht, die mir zumindest klarmachte, dass die Freiheit des Einzelnen Grenzen hat – nämlich dort, wo die Freiheit des Nächsten anfängt. Auch ich musste schon handeln, nicht als Mutter, aber als Tante eines Vierjährigen, der sich vorübergehend in meiner Obhut befand. Die Situation ist in diesem Moment der einer Mutter vergleichbar, weil auch ich entscheiden muss, wie ich auf Fehltritte des mir anvertrauten Kindes in der Öffentlichkeit reagiere.

    Wir haben glaube ich in dieser Gesellschaft das Riesen-Problem, dass Individualismus mittlerweile fast zu groß geschrieben wird. Das fängt dort an, dass man schon Kindern beinahe grenzenlos das Recht auf individuelle Entfaltung zuspricht und hört dort auf, dass die meisten Eltern auf gute Ratschläge und freundlich gemeinte Hilfsangebote lieber verzichten als sich eingestehen zu müssen, dass sie vielleicht ein kleines Problem haben.

  87. „Erzählt ruhig weiter. Wenn ihr dann erstmal selber Kinder habt, sieht die Sache nämlich wieder ganz anders aus.“

    Wenn hier jemand zur „Ausartung“ der Diskussion beiträgt, dann sind das definitiv Kommentare dieser Art, die alles ins Zynische ziehen, vor Sarkasmus und unfairen Spitzen nur so überquellen. Andere sind hier wirklich bemüht, eine sachliche Diskussion aufzubauen, müssen sich aber permanent gegen solche Verunsachlichungen wehren. DAS finde ich fragwürdig.

    Übrigens: Vielleicht ist es ja eine ganz bewusste Entscheidung, keine Kinder in eine Gesellschaft setzen zu wollen, in der man schief angeguckt wird, wenn man sein Kind auf offener Straße maßregelt oder von den Vertretern des Ansatzes der „individuellen Entfaltung“ als Rabenmutter bezeichnet wird, wenn man konsequent Fernseh- und Computerverbote oder Stubenarreste verhängt oder das Kind bei zu viel Gequängel am Tisch mal hungrig ins Bett schickt, damit es lernt, was das Essen auf dem Tisch eigentlich wert ist.

  88. Genau das meinte ich mit Unsachlichkeit, Peter. Wenn du deinem Jungen so ein renitentes Verhalten regelmäßig vorgelebt hast (und davon ist auszugehen), brauchst du dich jetzt nicht wundern, wenn jetzt die Quittung kommt. Ich glaube außerdem nicht, dass ganz normale „Symptome“ des Heranwachsens hier in irgendeiner Weise Thema waren.

  89. Mein Kind wird auch mal hungrig ins Bett geschickt, wenn er nicht essen, sondern nur rumpampen will, wir gehen nach Hause, wenn er sich zu sehr daneben benimmt und abends um sieben haben wir nichts mehr in Bars und Co zu suchen, weil er dann in die Wanne und ins Bett geht. Niemand sagt deswegen Rabenmutter zu mir.
    Im Gegenteil, mir wird oft gesagt, dass ich zu liebevoll bin.
    Er hat klare Grenzen und trotzdem ist er ein kleiner, noch nichtmal zweijähriger, Junge, der manchmal bockt und zickt (unterschätze nie Wachstums- und zahnungsphasen) und ich werde ihn dafür nicht züchtigen. Wir gehen dann auch, sollten wir uns in Restaurants aufhalten, aber darum geht es gar nicht.
    Ein kindercafe ist trotzdem was anderes! Denn mein Sohn sitzt nicht gerne rum, er ist ein bewegungssüchtiger rumrenner (wie wohl ein Großteil aller Kinder). In einem normalen Restaurant ist er schon genervt, bevor das essen überhaupt kommt! Da muss er beschäftigt werden, indem ich mit ihm draußen vor die Tür gehe (für mich nicht ganz so toll, wenn meine Freunde zu der zeit drin sitzen) oder heult in seinem Stuhl (nicht toll für ihn, mich und alle anderen Gäste). Frei rumlaufen lassen kann man Kinder aber ebend nicht so einfach. In einem kindercafe gibt’s einen Sandkasten, wo er spielen kann, während ich mal in aller Ruhe ein Stündchen sitzen kann und einen Kaffee trinke. Deshalb finde ich kindercafes toll und nützlich, denn man kann nicht wirklich von jedem Café verlangen, dass ein Spielplatz neben dem tisch steht. Von mir aus können auch nichteltern in diesen Cafés sitzen, darum geht es ja auch gar nicht, sondern einzig und allein um das spielangebot vor Ort und dass man ab und zu mal Kind und eigene Bedürfnisse verbinden kann.

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