Läden zu am Sonntag

Sechs Tage vor der Angst hat das Oberverwaltungsgericht (OVG) angeordnet: Am Sonntag bleiben die Läden zu. Das betrifft den kommenden 7. November und höchstwahrscheinlich auch die zwei Sonntage im Advent. Denn der Eilentscheidung muss nun noch ein Hauptsacheverfahren folgen, das wohl erst im kommenden Jahr stattfinden wird.


Nachtrag:
Heute hat das OVG erklärt, dass das Ladenöffnungsgesetz in Sachsen verfassungswidrig sei. Es geht konkret um die Passage, die den Kommunen erlaubt, selbstständig bis zu vier verkaufsoffene Sonn- oder Feiertage festzulegen. Das sei zu unbestimmt. Deshalb hatte das OVG gestern die Dresdner Verordnung zu verkaufsoffenen Sonntagen abgelehnt.

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36 Kommentare zu “Läden zu am Sonntag

  1. Adventssonntage als Feiertage sehe ich ja noch ein.. (auch wenn die Feiertage zu einer Religion gehören der eh kaum noch jemand ernsthaft anhängt) aber sonst?
    Warum der Einzelhandel ausgerechnet Sonntags frei haben muss finde ich irgendwie dämlich, andere Branchen (Pflege, Ärzte, Feuerwehr, Bäcker, Restaurants, …) haben die Ausrede auch nicht und die Welt ist dadurch auch noch nicht aus den Fugen geraten.
    Ich würde auch durchaus gerne mal am WE oder nach 18 Uhr zum Uhrmacher oder so gehen (Öffnungszeiten scheinbar generell Mo-Fr: 9-18Uhr, also genau meine Arbeitszeiten) oder meinen Samstagsbummel am Sonntag machen wenn ich Samstag irgendwas vor hab.

    Natürlich bringt das den Läden allgemein nicht mehr Geld, aber vlt. würde es offline-Läden doch wieder etwas konkurrenzfähiger machen wenn es auch ein paar gäbe die z.B. mal Do-Mo geöffnet haben statt wie alle anderen.

  2. @Dr. Azrael Tod
    meinste der Uhrmacher stellt sich am Sonntag auch noch hin? Oder denkst du der kann sich das leisten da einen Angestellten reinzustellen. Die Zeiten sind leider vorbei :(

  3. @ Dr. Azrael Tod: Erstaunlicherweise hat sich noch kein Uhrmacher gefunden, der ausschließlich von 18-22 Uhr auf hat. Aber vielleicht wäre das ja eine ergänzende Marktlücke für Spätshops: Annahme von Schuhen, Uhren und Reinigungszeug nach Feierabend dieser Servicestellen.

  4. … ich frage mich grundsätzlich wie Uhrmacher überleben . Wieviele Uhren muss der verkaufen, oder Batterien wechseln um seine Miete zu zahlen. Für mich ein Wunder dass es die noch gibt.
    …. Bummeln ist nicht gleich kaufen. Einige bieten jetzt schon Öffnungszeiten nach Vereinbarung an, damit das Personal effektiver eingesetzt wird. Habe ich beim Möbelladen auf der KÖBRÜ gesehen.

  5. Kann sich eigentlich noch jemand an die Zeit erinnern, als der Einzelhandel bis maximal 18.00 geöffnet hatte? Ich frage mich manchmal, wie der Konsumterrorist von heute damals überlebt hat.

    @Dr. Azrael Tod: Ich finde, solche Rituale gehören zu einer gesunden Gesellschaft, ganz egal ob religiös oder traditionell begründet, außerdem sollen die Familien am Sonntag mal die gemeinsame Zeit für Spaziergänge oder Ausflüge nutzen, anstatt an diesem Tag auch noch in die Stadt zu rammeln und sich der Reizüberflutung dort auszusetzen. Ich gehe nicht einmal mehr in der Woche in die Stadt, weil das für einen normalen Menschen kaum noch auszuhalten ist.

    Legen Sie doch den Termin für Ihren Uhrmacher einfach in Ihre Urlaubszeit oder schicken Sie Ihren Zeitgeber an die Uhrenklinik.
    Noch etwas: Ihr Vergleich zwischen Uhrmacher und Arzt, Pfleger und Feuerwehrman hinkt aber mehr als gewaltig! Es gibt essentielle Dienstleistungen, von denen im schlimmsten Falle Menschenleben abhängen und solche, die zu erweiterten Bedürfnissen ohne Notwendigkeit gehören. Ok?

  6. @someone else
    Es ist für mich einfach eine Frage der bequemlichkeit ob ich von Arbeit aus zum Uhrmacher hetzen muss oder gemütlich erstmal zuhause vorbei sehen und dann in einem Spaziergang dran vorbei kommen kann.
    Früher mag durchaus fast alles an Läden gegen 18 Uhr geschlossen haben, aber früher haben fast alle Leute auch von 7-16 Uhr gearbeitet.

    Bäcker, Tankstellenwarte, Bahnschaffner, Fernsehmoderatoren und Köche zählen sie dementsprechend zu den wichtigen oder unwichtigen Dienstleistungen?

  7. Ah, um Bequemlichkeit geht es also. wie gesagt, alles eine Frage de „Time Managements“, denn ganz sicher haben Sie innerhalb des Jahres auch während der Woche einmal frei, um Dinge wie eine Uhrenreparatur erledigen zu lassen. Im Übrigen könnten Sie doch bei Problemen solche Sachen an Freunde oder Verwandte delegieren, die zu besagter Zeit frei haben. Das sollte doch kein Problem sein, oder?

    Das früher fast alle von 7-16.00 gearbeitet haben, kann ich so nicht bestätigen.

    Sonntags unbedingt frische Brötchen haben zu müssen, halte ich für kein essentielles Bedürfnis, zumal es auch andere Wege gibt, ofenwarme Backwaren am Wochenende auf den Tisch zu bekommen. Im Grunde sind solche Gewohnheiten doch ein wenig dekadent, oder?
    Tankstellenwarte, Schaffner sind zum Aufrechterhalten der Mobilität und somit des gesellschaftlichen Lebens notwendig und somit quasi essentiell, was ein Uhrmacher sicher nicht ist, denn sich die aktuelle Zeit auch ohne Uhr am Handgelenk zu beschaffen, ist heute kein Problem.
    Fernsehmoderatoren, Redaktionsmitarbeiter u.ä. dienen dem Grundrecht auf Information, also ebenfalls essentiell.
    Köche sind ganz eng betrachtet eigentlich auch kein Grundbedürfnis, ausgenommen in öffentlichen Einrichtungen wie Krankenhäusern, Sozialküchen oder Ähnlichem. Der Besuch eines Restaurants gehört nicht zu den „basic needs“ und dient in erster Linie der Zerstreuung und der Pflege sozialer Kontakte. Da dies aber eine kulturelle Angelegenheit ist, würde ich hier einen Sonderfall attestieren.

  8. Ach wie schön muss es sein solch ein klares Weltbild formulieren zu können. *seufz*

    BTW: Natürlich könnte ich mir frei nehmen um sowas zu erledigen oder einfach mal ne Stunde früher Feierabend machen, aber war das das Thema um das es geht?
    Die Frage war doch viel eher ob es Sinn ergibt dass Läden Sonntags oder später Abends geöffnet haben. Da ich der Meinung bin dass ich solche Angebote in Anspruch nehmen würde (natürlich nicht zusätzlich, sondern durch verschobenen Konsum), denke ich mal dass ein Uhrmacher durchaus Vorteile haben könnte der z.B. 12-20 Uhr geöffnet hat.

    Dekadent? Sicher! So wie 99% der anderen Dinge für die ich Geld ausgebe.

  9. Nachtrag:
    Heute hat das OVG erklärt, dass das Ladenöffnungsgesetz in Sachsen verfassungswidrig sei. Es geht konkret um die Passage, die den Kommunen erlaubt, selbstständig bis zu vier verkaufsoffene Sonn- oder Feiertage festzulegen. Das sei zu unbestimmt. Deshalb hatte das OVG gestern die Dresdner Verordnung zu verkaufsoffenen Sonntagen abgelehnt.

  10. Nur mal so nebenbei. Ob nun Sonntagsverkauf, ja oder nein, stelle ich mal in die zweite Reihe. Aber am Montag zu verkünden, am Sonntag dürft ihr doch nicht aufmachen, ist für die Händler, die zum Beispiel in Werbung investiert haben, einfach nur unzumutbar.

  11. Als Philosophiestudent lernt man es zu beobachten und klare Weltbilder begründet zu enwerfen.

    Im Zeitalter der Handys hat ja der Uhrmacher eh schon alle Hände voll zu tun, also warum nicht auch von 12-20°°… Ich bin kein Finanzanalytiker, aber ich glaube kaum, dass sich das für diesen Dienstleistungsbereich lohnen wird.

    @Anton: Das ist in der Tat unverschämt kurzfristig…

  12. „Aber am Montag zu verkünden, …, einfach nur unzumutbar.“
    Da liegste etwas falsch: Es ist nicht die Sache des OVG irgendwelche „zumutbaren“ Entscheidungen zu treffen, sondern die der Stadtverwaltung aus den Vorgaben des Stadtrates eine rechtsverbindliche Verordnung zu schaffen. Und dass der Stadtrat scheinbar in seinem Hin- und Hergeiere (ich will die Entscheidungsfreudigkeit mal so salopp nennen) keine Vorgaben machen kann/will … nun, das ist halt Pech. Als gewiefter Händler gebe ich die Verordnung vielleicht ja auch mal meinem Anwalt des Vertrauens, bevor ich mich hypnotisch auf die verkaufsoffenen Sonntage fixiere.

  13. @ Maxe: Es ist natürlich nicht Sache des OVG „zumutbare“ Entscheidungen zu treffen, da hast Du völlig recht. Meiner Meinung nach ist es aber auch nicht Sache eines Händlers, Verordnungen der Verwaltung von einem Anwalt prüfen zu lassen.

    Soweit ich es heute verstanden habe, hat wohl nicht nur die Stadt eine angreifbare Verordnung erlassen, sondern auch das Ladenöffnungsgesetz Sachsens ist nicht ganz rechtssicher. Da hätte der Händler seinen Anwalt auch noch bitten müssen, das Landesgesetz zu prüfen.

  14. Ich finde – (und meine Meinung ist in der großen weiten Welt recht unwichtig – ich weiß) – all diese Entscheidungen, mach ich auf, mach ich nicht auf, soll meine Kneipe Raucher oder Nichtraucher beherbergen u.s.w. soll der Entscheidungen der jeweiligen Kaufleute oder Gastronomen überlassen werden – dies soll nicht das Problem des Staates sein, da gibt es genug andere Herausforderungen!!!
    In diesem Fall ist es sonderbar, daß Verdi klagt und auch noch gewinnt – im Gegenzug sich aber die von Verdi „behüteten“ Verkäufer(innen) über bereits geplante, nun aber nicht kommende, Sonntagszuschläge beschweren – Vaaarückt – oder? Egal – mir geht jedenfalls dieser Aktionismus des Staates, der Länder und Kommunen auf den Sack – die sollen Ihren Job machen und gut – dies ist defintiv nicht ihr Job!!!!

  15. Apropos, wie verhält es sich mit den Spätshops und dem Flaschenverkaufsverbot, wenn die Lebensmittelketten die Öffnungszeit bis 24h (gesetzlich erlaubt) ausdehnen? Rewe macht das versuchsweise ja schon, die Anderen warten wohl noch ab, um dann eventuell nachzuziehen.
    Was spricht denn dagegen, die Ladenbetreiber dann ihre Geschäfte aufmachen zu lassen, wenn sie wollen. Wenn die Bäcker der Meinung sind,
    Sonntags die meisten Brötchen zu verkaufen, dann sollen sie, warum sie dann aber Brot vom Vortag anbieten, ist mir ein Raetzel…

  16. Also, um die Spekulationen mal ein bischen mit realen Verhältnissen zu ergänzen: Eine aktuelle DNN-Umfrage unter den Kleinhändlern auf der Hauptstraße ergab, dass die überwältigende Mehrheit am Sonntag gerne geöffnet hätte.

  17. Ich konnte gestern mit einem Händler reden, der schon Plakate geplant hatte, mit denen er seinen Kunden erklären wollte, warum er sonntags nicht öffnet, das kann er sich nun sparen.

  18. Das man sich jetzt so an den Uhrmacher-Beispiel aufhängen muss, ist gerade zu kindisch.

    Sich hinzustellen, und zu sagen, das der Sonntag der Familie gehört, ist ein Schlag ins Gesicht, für die welche Sonntags arbeiten gehen.

    Gut die Hälfte der Deutschen gehen am Sonntag arbeiten. Und die sollen etwa kein Recht auf Familiensonntage haben? Wenn man will das Sonntag, Ruhetag ist. Dann gefälligst mit voller Kraft!

    Krankenhäuser, Tankstellen, Hotels, Restaurants, Feuerwehr, Taxis, Flughäfen, Fähren, Bahn, ADAC, Werkstätten, IT-Personal, Bauern, Touristik-Ziele, Kinos, Museen, Theater, Fernsehsender, und und und
    sollten demnach Sonntags geschlossen bleiben. Alles andere wäre messen mit zweierlei Maßstab. Denn diese Menschen haben auch Familie! Und sollen auch ein Recht, auf Zeit mit dieser besitzen.

  19. @Tarulis: Die Menschen, die am Wochenende arbeiten dürfen, haben ja unter der Woche oder an Zeit für Shopping und andere Aktivitäten, auch mit der Familie, soweit das natürlich machbar ist.
    Ich habe doch begründet, worin der Unterschied zwischen Berufen z.b. im öffentlichen Dienst und denen der „normalen“ Dienstleistungen besteht und man MUSS hier zwangsläufig mit zweierlei Maß messen. Sie werden nicht am eventuell sonntäglich fehlenden Bäcker zu Grunde gehen, befinden Sie sich jedoch in akuter Lebensgefahr und es fehlen z.b. Ärzte oder Feuerwehrmänner, hat das schon eine nachvollziehbar existentiellere Bedeutung.

    „Allen recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann.“

  20. @ Someone Else: Die oben aufgeführten Begründungen, welche Berufe essentiell sind und welche nicht, ist eben nicht einleuchtend.

    Wenn ich zum Beispiel der Meinung bin, mich am Sonntag mit Kunden zu treffen und Geschäftsgespräche zu führen, verwehrt mir das niemand. Ich kann sogar meine Dienstleistungen verkaufen, ob sie nun essentiell sind oder nicht. Aber wenn ich plötzlich ein Ladengeschäft habe, dass ich am Sonntag öffnen will, dann plötzlich geht das nicht mehr. Das ist in meinen Augen nicht schlüssig.

  21. Also die Ladenöffnungszeiten stehen bei mir nun nicht gerade auf dem Revolutions-Merkzettel. Dann schon eher die 3-Tage-Woche, von mir aus mit 4 Tagen Sonntag und Laden zu.

  22. Offensichtlich kann oder will man den Unterschied zwischen den von mir aufgeführten Berufsgruppen nicht verstehen. Naja, ich nehme das zur Kenntnis und werde dazu nichts mehr sagen.

    Das in Deutschland die Läden nicht Sonntags geöffnet haben, mit Ausnahmen natürlich, hat auch einen kulturell-religiöse-historischen Hintergrund, aber ich werde dieses Fass jetzt nicht auch noch öffnen, denn was bei solchen Themen für Argumente kommen, weiß man ja.

    Anyway, ich finde es gut, dass nicht auch noch am Sonntag den Konsumterror git, auch im Sinne der Kinder und ich bin KEIN konfessioneller Extremist!

  23. Warum sollte ich mich auf die von unseren Volksvertretern beschlossenen (nur 4) und verkündeten verkaufsoffenen Sonntage nicht verlassen können. Die Verordnungen selbst vorher prüfen lassen…also, da hab ich aber anderes zu tun.
    In dem Fall auf die Kürze(!) der Zeit ein hochrichterliches Verbot zu gewerkschaften, ehh zu erwirken ist mehr als ärgerlich.
    Werbung ist schon bezahlt, verpufft und nicht nur der Chef, auch die Mitarbeiter büßen ein. Verärgert auch die eingeladenen Kunden, die gern am Sonntag, wenn sie fast alle Zeit haben, rum kommen wollten.

    Generell sollte doch jeder Händler endlich selbst entscheiden dürfen, ob und wann er seine Dienste oder Dienstleistungen anbieten möchte. Immer wieder Verbote, Verordnungen etc. und wenn schon etwas Licht am Ende des Tunnels sichtbar ist…unverständlich, wer es ausknipssen will.

    Gesicherte Arbeitsplätze, die möchte ich für meine Shops. Das heißt aber: Für die Kunden das Beste. Nur so geht das. Über Servicewüste Deutschland sollten sich die Gewerkschaften auch mal Gedanken machen, bevor sie unser Mühen torpedieren unter zweifelhaftem Vorwandt.

    Übrigens ich möchte ein (mein) weltoffenes Dresden!
    ÖZ spielen da auch eine Rolle, meine ich.

  24. @Someone Else

    Wie kommst du immer auf die lustige Idee, das zb Gastronomie und Medizin die Einzigen sind die ihre freien Tagen in der Woche erhalten? Ist die klar das Köche und Kellern in der Weihnachtszeit oft nur einen Tag in der Woche frei bekommen? Ab und an wird ihr Frei sogar ganz gestrichen. Und da gibt es keinen Überstundenausgleich. Dabei haben sie Tagesschichten von 12 Stunde. Ich kenne auch einige Angestellte im Einzelhandel. Keiner von ihnen arbeitet an diesem Tag umsonst. Alle beklommen ebenfalls in der Woche frei.

    Es geht NICHT darum, man am Sonntag ohne Ausgleich arbeiten gehen soll. Es geht einfach nur um die generelle Bereitschaft an diesen Tag auf Arbeit zu gehen, und dafür in der Woche frei zu erhalten!

    Auch dein Argument mit den Kinder ist unsinnig. Es gibt so wahnsinnig viele Elternpaare die am Wochenende arbeiten gehen müssen. Diese wissen an diesen Tagen oft nie was mit ihren Kindern wird, weil fast alle Kitas geschlossen sind.

    Das Konzept des geschlossenen Sonntags gelingt nur, wenn auch alle daran Teil haben können. Was wir aber jetzt in Dt haben ist eine 50/50 Regel. Außer Polizei, Feuerwehr und Krankenhäußer könnten, bzw sollte so alles am Sonntag zu bleiben.

    Am Sonntag mit Bus und Bahn, in die Stadt zu fahren. Dort frühes in einem Restaurant brunchen. Danach noch ein Museum besichtigen. Und am Abend schaut man sich noch einen Film im Kino an. Um dann später vor dem Fernseher daheim einzuschlafen. Das geht nur, weil Leute am Sonntag arbeiten. Und ihr Beruf ist nichts über-lebenswichtig.
    Wenn man sich dann aber großspurig hinstellt, und den Sonntag als sein persönliches Heiligtum ansieht. So spuckt man diesen Leuten praktisch ins Gesicht.

    Viele genieße ihren Sonntag. Und glauben das Dt an diesem Tag ruht. Ohne zu merken das die Hälfte ihre Mitbürger an diesem Tag am Schuften ist.

  25. Abschließend: Ich bin gelernter Koch und habe u.a. aus oben genannten Misständen dem Berufsfeld „Gastronomie“ den Rücken gekehrt, außerdem habe ich ja nicht generell etwas gegen die Sonntagsarbeit, nur gegen den andauernden Konsumterror ohne einen Tag der Erholung. Viele nutzen solche verkaufsoffenen Sonntag, um einfach aus lauter Phantasielosigkeit mit Kind und Kegel in irgendwelche Einkaufscenter zu rammeln und das dann für sinnvolle Freizeitgestaltung halten. Wie Kinder und in der Folge auch die Eltern auf solche reizüberfluteten Umgebungen reagieren, sollte eingentlich bekannt sein und im Zeitalter zunehmender ADS-Fälle, sollte man solche Dinge dringend überdenken.

  26. Es ist aber schon recht gewagt, eine Brücke zwischen der Sonntagsöffung im Einzelhandel, und ADS zu schlagen.

    Da könnte die nächtliche Erotikwerbung auch für Prostitution verantwortlich sein. Oder wir wären wieder beim alt geliebten Thema „Computerspiele schulen und erzeugen Amokläufer“.

    Die Welt ist zu komplex, für solche simple Erklärungen. … leider :(

  27. Ich habe auch keinen direkten Zusammenhang hergestellt und meine nur, dass in einer eh schon reizüberlfuteten Welt, die Kinder auch mal einen Tag der Ruhe für Auge und Ohr bekommen sollten und ich glaube durchaus, dass die Zunahme dieser Unruhe mit dem Anstieg von Erkrankungen wie ADS zu tun hat. Im Übrigen gibt es auch eine Menge Erwachsene, die den überlaufenen, blinkenden und dröhnenden Innenstädten den Rücken gekehrt haben, weil sie die ganzen Eindrücke einfach nur noch an den Rand eines Nervenzusammenbruches bringen. Ich gehöre dazu.

    Ihre Vergleiche hinken und sie scheinen keine Studien zum Thema Umwelt und Kind zu kennen.
    Naja, schönen Sonntag noch in Ihrer komplexen Welt.

  28. Äh.. und wenn man nicht einkaufen kann hat man plötzlich drastisch mehr Ruhe? Also langsam fällt das hier unter unglaubwürdiges Trollen, solche seltsamen Ideen und Begründungen kann doch kaum jemand ernsthaft vertreten oder?

  29. Von „nicht können“ war nie die Rede!
    Waren Sie mal zu einem „verkaufsoffenen Sonntag“ in einem der großen Einkaufscenter und haben beobachtet, wie sich Kinder und auch Erwachsene da verhalten? Ich empfehle für den Selbstversuch bzw. Feldstudien die Altmarktgalerie.

    Scheinbar bin ich der einzig wirklich Sensible hier und mir wird langsam einiges klar…

  30. Anmerkung:
    Ich denke, viele Ewachsene übertragen Ihr Verhalten eins zu eins auf ihre Kinder und vergessen dabei, dass Kinder noch nicht die Filtermechanismen besitzen, die ein reifer Mensch durch Erfahrung erlernt hat. Für kleine Menschen ist es sehr schwer, das Überangebot von Eindrücken attock zu verarbeiten. Ich erinnere (mich) noch sehr genau an die Überforderung, als ich als relativ junges Ost-Kind zum ersten mal in Westberlin war und wie fertig ich nach einem Tag in einer bunt-glitzernden und rauschenden Traumwelt war. Vielleicht wird durch dieses Beispiel ein wenig greifbarer, was ich meine.

  31. Also jetzt wird die ganze Sache einfach nur zu dumm.
    Das einzigste was für mich greifbar bzw deutlich wird ist. Das du nicht im Stande bist mit ein paar bunten Reklamelampen umzugehen.

    Ich bin selbst Ossi, und hatte als Kind nie Probleme, mir Berlin anzusehen (Und ich war dank westdeutscher Verwandtschaft sehr oft in hiesigen Großstädte). Du tust ja so, als ob man früher im Osten nur mit Fackeln für licht gesorgt hätte.

    Ohne hin ist das Thema mittlerweile extrem OOT.
    Auch wenn ich es amüsant finde, das Leute einen geschäftsfreien Sonntag wollen, weil auf sie im Kindesalter bunte Lichter wirkten wie Cola.

    Vermutlich bekommst du beim sehen eines Aktionsreichen Filmes im Fernsehen, epiletische Anfälle. Das könnte ich zumindest bei der Farb- und Licht-Fülle gut nachvollziehen.

    Deine Posts fallen einfach nur unter die Rubrik „Zwanghaftes Trollen“.

  32. @ Else: Du verletzt in schwer erträglicher Art und Wiese die religiösen Gefühle tiefgläubiger Menschen. In ihrer Religion müssen sie in den Einkaufstempeln so viele Opfer wie möglich bringen, auch am Sonntag. Wenn dann noch die Auguren wie z.B. hier http://www.youtube.com/watch?v=ikrliswNee8 den Vogelflug beobachten und die Gedärme der geopferten Tiere analysieren und zu dem Schluß kommen, daß „die Konjunktur anspringt“, dann kennt ihre religiöse Ekstase keine Grenzen mehr und es müssen Extraopfer gebracht werden. Die TempeldienerInnen versehen auch am Sonntag mit tiefer Inbrunst ihren Dienst am Glauben. Dass Kinder ihren religiösen Empfindungen noch nicht so recht Ausdruck verleihen können, ist schlimm aber noch korrigierbar. Regelmäßiger Gottesdienst in den Tempelanlagen ist da sehr hilfreich, weil: Wiederholung ist die Mutter des Lernens. Oder so ähnlich.

  33. So, mir ist die Lust vergangen. Es waren schöne Zeiten hier, aber ich werde mich demnächst zum Schweigen verpflichten.

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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