Grüne Kritik und Kritik an den Grünen

Die Grünen kritisieren die Sanierung der Fritz-Reuter-Straße. Sie bemängeln: Es fehlen geeignete Fahrbahnquerungen für Fußgänger, die Haltestelle „Friedensstraße“ ist nicht behindertengerecht ausgebaut und Richtung Wohngebiet verschoben worden und Straßenbäume fehlen. Außerdem monieren sie „fehlende öffentliche Beteiligung“ und die „Vernachlässigung des Radverkehrs“. Doch Achtung: Der Radverkehr, ein typisch „grünes Thema“, kam auch zu kurz, als die Grünen ihr schickes Büro im Hechtviertel bezogen haben. Vor der „Grünen Ecke“ am Bischofsplatz gibt es keine Fahrradständer. Klar, dort Fahrradstellplätze zu errichten, wäre mindestens Sache des Hauseigentümers gewesen, wenn nicht sogar der Stadt, keinesfalls aber der Mieter. Gerade den Grünen hätten sie aber gut zu Gesicht gestanden. Was nicht ist, kann noch werden – auf die S-Bahn-Station am Bischofsplatz müssen wir schließlich auch noch etwa vier Jahre warten. Aber das ist eine andere Geschichte mit anderen Protagonisten.

15 Kommentare zu “Grüne Kritik und Kritik an den Grünen

  1. hatten ja lange genug Zeit gehabt, sich die Pläne anzuschauen!
    anscheinend ist das aber ein großes Dresdner Problem, erst nach Baubeginn mit dem Rummotzen anzufangen
    es gab ja in der kürzeren Vergangenheitheit genügend Beispiele
    außerdem sind die „Grünen“ bei mir eh durch, sollten sich auf die Fahne schreiben: im Zweifel immer degegen

  2. @ Pabba: Da kann ich dir nur zustimmen. Die Grünen haben bei mir in den letzten Jahren (seit Rot-Grün) erheblich an Ansehen eingebüßt. Die kritisieren und nörgeln aus Prinzip – aber nur so lange, wie der Regierungsalltag sie nicht zur Mäßigung zwingt. Wie schnell aus den vermeintlichen Revoluzzern dann Krawatte-tragende Vollblutpolitiker wurden, konnte man u. a. daran sehen, wie ruckzuck sich deren Haltung zu Kriegseinsätzen und zu Knebelbündnissen wie etwa der NATO änderte.

  3. anton, bleib mal locker, sich an einem fehlenden fahrradständer aufzuhängen, ist n bißchen billig…vielleicht wird das nachgebessert

  4. Naja, nur weiß ich nicht so recht, wo der Fahrradständer eurer Meinung nach hin soll. Direkt vor dem Haus, in den Grasfleck?
    Wäre für mich das einzig denkbare, um nicht den Weg zu blockieren…
    Kritisiert dann keiner, dass die Grünen das Gras endgültig zerstören?

    Abgesehen davon find ich die Grüne Ecke echt gemütlich zum draußen sitzen und würde es wohl mehr nutzen, wenn ich keinen so gemütlichen Hinterhof hätte ;)

  5. @Pabba sagt: 4. September 2010 um 00:26
    „hatten ja lange genug Zeit gehabt, sich die Pläne [zur Fritz Reuter Straße] anzuschauen!“

    Leider eben nicht. KP2-Projekte (Konjunkturpaket 2) werden ohne öffentliche ausgelegte Planung, ohne Bürgerbeteiligung und damit ohne „Lange genug anschauen“ gestartet. (Die Aussage von Pabba ist dahingehend zu bewerten. Schön das der fehlende Fahrradständer als ausgleichende Kritik fungiert. Ich schlage im Sinne von Bürgerbeteiligung mal vor, dass derjenige der eine brauchbare Idee an dieser engen schwierigen,stark begangenen und befahrenen Ecke für einen Fahrradständer bringt, sich zum nächsten Sonntagsfrühstück am 24.10. in der grünen Ecke eingeladen fühlen möge.

  6. Das mit der fehlenden Radfahrstreifen kann ich einfach nicht verstehen. Selbst der eingefleischteste Autofahrer versteht, dass jedes Fahrrad was da unterwegs ist, ein Auto weniger ist, was vor ihm an der Ampel steht. Nur die Straßenplaner kapieren das, zumindest in Dresden, nicht.

    Autofahrer, ob sie nun darauf wirklich angewiesen sind oder nicht, sollten jedem dankbar sein der mit dem Fahrrad fährt und nicht mit dem Auto.

    Es sollte also im ureignesten Interesse der Autofahrer sein, sich für den Ausbau der Fahrradwege stark zu machen. Ich muss auch manchmal mit dem Auto fahren und bin froh, dass das dann nicht auch alle anderen müssen.

  7. sinnloser beitrag. ich bin kein automatischer grünen-wähler, aber dieser artikel ist einfach ein bisschen peinlich für den autor. in der schule wurde bei interpretationen in deutsch immer gefragt: was wollte uns der autor damit sagen? in diesem falle würde ich persönliche aversionen, falsche prioritätensetzung oder einfach langweile als motiv vorschlagen.

  8. Es ist halt schwer, Radverkehrsanlagen REGELGERECHT in die Fritz-Reuter-Str. einzuordnen. Da hätte man die Fußweg schmaler und u.U. eine Reihe parkende Autos wegnehmen müssen. Denn sonst müssten die Autos ja im Gleisbereich fahren – die Diskussion kennen wir noch von der Leipziger. Hätte zu endlosen Debatten geführt, das Fördergeld wäre weg. (Das im Bestand auch Mischverkehr Bahn – Auto stattfinden wird, stört erstmal nicht. Ist halt der Vorteil der Bestandssanierung. Wird nicht an die große Glocke geängt und einfach funktionieren.)

    Die Lösung jetzt ist doch schon ein arger Qualitätssprung: Endlich kann man auf der Fahrbahn fahren, weil es der Belag hergibt (schon jetzt zu beobachten). Die Autos werden problemlos überholen können oder gleich im Gleisbereich fahren. Ob das jetzt mit Radfahrstreifen markiert wird oder nicht, ist da fast egal. Die Gefahr geht eher von ausparkenden Fahrzeugen als vom fließenden Verkehr aus.

    Ich behaupte mal, es werden 80% der Radler auf der Fahrbahn fahren. Ob man die restlichen 20 % mit einem Radfahrstreifen vom Gehweg lockt, wage ich zu bezweifeln.

    Das Hauptproblem der gesamten Sanierungen auf der Achse Fritz-Reuter – Bischofsweg bleibt für mich, dass man immer noch nicht durchgängig auf der Fahrbahn fahren kann, weil am Bischofsplatz nix gemacht wurde. Das ist verdammt ärgerlich und wird dazu beitragen, dass immer eben nicht alle auf der Fahrbahn fahren. Und da der Platz erst mit Bau des Haltepunktes gestaltet werden soll, können wir jetzt mindestens 4 Jahre mit dem Zustand leben.

    Die Durchgängigkeit der Befahrbarkeit ist in meinen Augen einfach wichtiger als eine Markierung auf fertiger Straße. Etwas Asphalt als Streifen aufs Pflaster und schon komme alle vernünftig bis zur Königsbrücker oder Alaunstraße.

    Aber das Problem ist bis jetzt weder ADFC, noch Grünen, noch Bloggern aufgefallen ;)

    Bis jetzt gibt es für den südlichen Hecht einfach keine vernünftige Verbindung gen Süden (Albertplatz): zum Dammweg holpere ich, über die Friedensstraße ebenso. Und die Hansastraße ist zu weit vom Ziel weg.

  9. Tja. Der ADFC muss derzeit für Prüfungen lernen.
    Mach doch mit, dann fällt dem ADFC auch mehr auf. Zumal, wenn du soviel weißt, was die andern alle nicht wissen. Kann ja nur besser werden mit den andern.

  10. So einfach ist das eben nicht. Gerade in der Neustadt bedeuten Fahrräder – wie z.B. in meinem Fall – ein „Verkehrshindernis“ mehr, das sonst mit Bus/Bahn oder zu Fuß auf separaten Fußwegen unterwegs wäre.
    Viele Neustädter haben nämlich gar kein Auto.

    Im Interesse der Autofahrer liegen die Belange der Radfahrer hingegen naturgemäß eher weniger. Im Gegenteil: Schöne Fahrradwege bedeuten meistens eine Spur weniger auf der Straße. Das sieht man schon am Urkonflikt der Interessenverbände beider Parteien – des ADAC bzw. ADFC.

  11. @ Konrad

    Ich mach eben anders mit…

    @ Jane

    Ich hab Deinen Kommentar nicht ganz verstanden. Für Dich sind Fahrräder Verkehrshindernisse!? Oder wie?

  12. Nun ja – die Grünen und die Fahrräder sind wirklich ein heikles Thema. Ich vermisse z.B. den Aufruhr der Grünen, wenn es darum geht einen 2. Elberadweg von Johannstadt zum Blauen Wunder parallel zum vorhandenen herzustellen – Mitten in den Elbwiesen. Da ist doch der Protest gegen irgendwelche Parkplätze am Blauen Wunder mit der Begründung, dass diese im Landschaftsschutzgebiet entstehen sollen absolut scheinheilig. Grüne Logik eben.

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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