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Reise nach Jerusalem

Das Ord­nungs­amt greift durch und was dabei her­aus­kommt, gleicht einem Gesell­schafts­spiel (und ist es irgend­wie auch). “Reise nach Jeru­sa­lem” heißt das Spiel. Nach und nach wird dabei die Zahl der Sitz­plätze redu­ziert, um die sich eine zu große Spiel­er­zahl “strei­tet”. Wer dabei immer genau dort steht, wo es kei­nen Stuhl gibt, hat ver­lo­ren. So geht es neu­er­dings den Gäs­ten vor man­cher Neu­stadt­kneipe. Wäh­rend die Zahl der Sitze (etwa auf der “Gör­lit­zer”) ab einer bestimm­ten Zeit rapide redu­ziert wird, haben die Mit­spie­ler bei der “Reise nach Jeru­sa­lem” anderswo mehr Glück und län­ger Sitz­ge­le­gen­hei­ten. Vor allem dort, wo die eben­diese (wie etwa man­cher­orts auf der Loui­sen­straße) viel zu sper­rig sind, um über­haupt weg­ge­räumt wer­den zu kön­nen. Fragt sich, warum die­ses Spiel nicht über­all und zur glei­chen Zeit gespielt wird und ob es über­haupt sein muss. Oder ist die Neu­stadt viel­leicht des­halb die Neu­stadt, weil immer und über­all auch drau­ßen gefei­ert wer­den kann?

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9 Ergänzungen

  1. glei­che regeln für alle? nöö. da ist die stadt nicht daran inter­es­siert. wäh­rend die spät­shops auf der loui­sen­strasse, ecke gör­lit­zer- /​rothen­bur­ger strasse am frei­tag und sams­tag ab 22 uhr kei­nen alko­hol mehr ver­kau­fen dür­fen, freuen sich die umlie­gen­den döner läden um so mehr. die kasse klin­gelt. gerech­tig­keit sieht anders aus. :(
    über die rege­lung kann man strei­ten, ob sinn­voll – oder nicht. aber wenn schon, dann glei­che regeln für alle!

  2. Die Neu­stadt ist “die Neu­stadt”, weil man immer und über­all auch drau­ßen fei­ern kann? Ganz ehr­lich, in ers­ter Linie ist die Neu­stadt ja wohl ein Wohn­ge­biet. Und da gel­ten gewisse Rege­lun­gen, die die Nacht­ruhe der Anwoh­ner schüt­zen. Wie wäre es denn, wenn die “Neu­städ­ter” immer und über­all in Strie­ßen oder ande­ren Stadt­tei­len Party machen wür­den. We lange würde es dau­ern, bis die Poli­zei die Ruhe­stö­rung been­den würde?

  3. Neu­stadt ist immer noch ein Knei­pen­vier­tel und was wäre ein Knei­pen­vier­tel ohne Fei­ern. Wer in die Neu­stadt zieht (jeden­falls an den ecken, wo immer was los ist) sollte doch damit rech­nen das es Abend/​Nachts etwas lau­ter wird. Im Übri­gen wird das in jedem Miet­ver­trag erwähnt.
    Ich kann nicht ver­ste­hen warum plötz­lich so eine Abnei­gung gegen das fei­ern in der Neu­stadt aus­bricht, wenn man das nicht will, sollte man ein­fach nicht in die Gegend zie­hen. Es gibt genü­gend andere schöne Ecken in DD, die auch bil­li­ger sind.

    So wie sich das jetzt jeden­falls Ent­wi­ckelt in der Neu­stadt, ver­liert es jeden Reiz, die­ses Viertel.

  4. Ich glaube die Stadt hat dem Trei­ben lange Jahre zuge­schaut und sich gefreut das auch in Dres­den eine “Sze­ne­vier­tel” ent­stan­den ist.
    Die Ein­nah­men allein durch abend­li­che Falsch­par­ker sind bestimmt im Haus­halt ver­plant wie auch die Steu­er­ein­nah­men, etc.

    Die let­zen 10 – 15 Jahre wurde viel gedul­det und bestimmt auch weg­ge­se­hen. Nun ver­sucht die Stadt Ihre Feh­ler mit der Brech­stange zu berei­ni­gen, da die “Zuge­zo­ge­nen” sich bei der Besich­ti­gung der Woh­nung wohl nicht vor­stel­len konn­ten, dass Nachts auf den Straße noch mehr los ist.

    Ich per­söhn­lich wohne auf dem obe­ren Teil Alaun­straße und finde den von vie­len geh­aß­ten Stra­ßen­lärm unheim­lich ange­nehm, weil er ein­fach zu die­sem Vier­tel gehört…

  5. Ganz ohne städ­ti­sche Gän­ge­lung sollte viel­leicht die Ein­sicht eini­ger Knei­pen­be­sit­zer die harte Faust der Gesetze abmil­dern. Wenn die gesetz­li­chen Rege­lun­gen mit der Brech­stange durch­ge­setzt wer­den, ist das Gejam­mer wie­der groß. Also, ich kann durch­aus auf mei­nem mor­gend­li­chen Weg zum Bäcker auf rotz­tü­ten­volle Prolls vor Lebow­ski, Queens usw. ver­zich­ten. Gibt’s eigent­lich um Schu­len nicht ne Sperrmeile?

  6. @Mattze Deine Worte erin­nern mich an Leute, die in die Nähe des Flug­ha­fens zie­hen und sich dann beschwe­ren, dass der Flug­lärm zu laut ist.

    Tat­säch­lich: Die Neu­stadt ist eben KEIN Stadt­vier­tel wie Strie­s­sen oder Bla­se­witz. Und dass sollte bitte auch so bleiben.

  7. Genau das ver­su­chen einige Gas­tro­no­men bereits, jedoch kom­men diese “rotz­tü­ten vol­len Prolls meist aus dem Alaun­park, oder ande­ren Ecken der Neu­stadt und wer­den nicht mehr reingelassen.

    Auf die Auf­for­de­rung nach Hause zu gehen, folgt meist der Spruch: “Dies ist ein freies Land, ein öffent­li­cher Geh­weg, ich stehe wo ICH will!”

  8. @NonKonform: nur mal neben­bei, ich wohne an einer so beleb­ten ecke. in mei­nem miet­ver­trag wurde nix erwähnt!!! ich mecker nicht, will dich nur aufklären.

    der mit­tel­weg ist wie oft­mals auch hier der beste. die neu­stadt ist eben kein ruhe­pol. doch auch hier woh­nen nur men­schen, die nicht non­stop auf einer par­ty­meile woh­nen wol­len und kön­nen. schließ­lich haben sie auch einen job und da wird nicht gefragt, ob man aus­ge­ruht ist, bzw. gut schla­fen konnte, oder nicht. die neu­stadt ent­wi­ckelt sich in eine kom­plett fal­sche rich­tung. schuld hier­für ist das publi­kum, bzw. die knei­pen­be­sit­zer, die eben mit ihren ange­bo­ten das fal­sche publi­kum in die neu­stadt locken. oder braucht wirk­lich jemand besof­fene kin­der, die müll­ton­nen umwer­fen und ein­fach nicht wis­sen, wo der spaß aufhört?

  9. Was am Wochen­ende vor Zille, Lebow­ski et al. los ist erin­nert mich eigent­lich sehr an klas­si­sche Party-Knei­pen­mei­len (wie z.B. das “Ber­mu­da­drei­eck” in Bochum). Für mich hat die Neu­stadt eigent­lich immer aus­ge­zeich­net, dass man hier sowohl woh­nen als auch fei­ern kann. Das lag viel­leicht daran, dass die meis­ten Fei­ern­den selbst auch hier gewohnt haben? 

    Irgend­wie hat das Fei­ern in der Neu­stadt in den letz­ten Jah­ren gefühlt eine etwas andere Dyna­mik bekom­men… Daran sind nicht unbe­dingt die Knei­pen, vor denen sich das Par­ty­volk tum­melt, “schuld”, denke ich. Ich weiß nicht so recht, woher die Dyna­mik kommt.

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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