Das Ende der Tausch-Schränke

"El Tauscho" wurde entfernt.

„El Tauscho“ wurde entfernt.

In den vergangenen Tagen wurden die beiden Tauschschränke, „El Tauscho“ auf der Schönbrunn- und „Schraenk“ auf der Kamenzer Straße von der Stadtreinigung entfernt.

Das Prinzip dieser Tausch-Schränke ist einfach. Man legt nicht mehr benötigte aber noch brauchbare Sachen hinein und wer diese gebrauchen kann, nimmt sich etwas heraus. Allerdings wird offenbar der Begriff „brauchbar“ ziemlich unterschiedlich ausgelegt. An beiden Stellen gab es immer wieder Ablagerung von Müll oder schmutzigen Sachen. Manche Benutzer stellten auch Elektrogeräte hinein ohne zu berücksichtigen, dass es auch regnen kann.

In einem Aushang an der Ecke benennen die Anwohner an der Schönbrunnstraße die Gründe, die zur Entfernung des Regals geführt haben. Das reicht vom schlechten Zustand über Müllbeschwerden bis zu einer Straßensondernutzungsgebühr von 70,- Euro pro Monat.

"Schraenk" wurde entfernt

„Schraenk“ wurde entfernt

Nach eigenen Angaben kümmerten sich die Anwohner bis zu dreimal pro Tag um „El Tauscho“, auch die Mitarbeiter und Besucher des anarchistischen Cafés „Malobeo“ konnte man immer wieder dabei beobachten, wie sie versuchten eine gewisse Grundordnung in die Regale des „Schraenk“ zu bringen. Offenbar vergebens. Auf der Facebook-Site des „Malobeo“ wird ein rauer Ton angeschlagen. Dort heißt es, die Entfernung des „Schraenk“ sei ein direkter Angriff auf Selbstorganisation und Solidarität im Stadtteil außerdem ist von Bütteln im Auftrag des Ordnungsamtes die Rede.

Diese Woche griff das Ordnungsamt nun durch und beauftragte die Stadtreinigung mit der Entfernung der Tauschschränke. Die Anwohner der Schönbrunnstraße bitte in ihrem Aushang darum, das Engagement der vergangenen Jahre dadurch zu würdigen, dass man an der Ecke keine Gegenstände mehr abstellt.

Ein Bild aus besseren Tagen:

Ein Bild aus besseren Tagen: „El Tauscho“ an der Schönbrunn-/Ecke Scheunenhofstraße – Foto: Archiv 2015

Nachtrag 29. Januar

In einer Pressemitteilung vom Montag kritisiert die Linke die Zerstörung und Entsorgung der Tauschschränke. Linken Ortsbeirat Holger Knaak: „Das Entfernen der selbst organisierten sozialen Tauschschränke in der Neustadt durch das Ordnungsamt – ohne Alternativen anzubieten – zeigt mal wieder, dass die Verwaltung das Viertel einfach nicht versteht.“ Wenn es in anderen Städten möglich sei, dass Schränke im öffentlichen Raum legal als Tauschplätze genutzt werden können, dann müsse so etwas auch in Dresden möglich sein, fordert er. Es sei die Aufgabe der Verwaltung, zusammen mit den Betreibern solcher Tauschschränke zu prüfen, unter welchen Auflagen solch ein sinnvolles bürgerschaftliches Projekt zukünftig umgesetzt werden und Missbrauch als „Ablagefläche“ für Möbel, Großgeräte und andere Dinge, die in die Entsorgung gehören, verhindert werden könne.

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29 Kommentare zu “Das Ende der Tausch-Schränke

  1. Marcus
    28. Januar 2018 at 16:47

    „Straßensonernutzungsgebühr“?
    Ich spende ein d. :o)

  2. Jochen
    28. Januar 2018 at 17:28

    Gute Sache eigentlich. Leider tatsächlich viel zu häufig zum abladen von Müll missbraucht.

  3. 28. Januar 2018 at 18:01

    Danke. Korrigiert.

  4. Bob
    28. Januar 2018 at 18:10

    In einer perfekten Welt hätte das ganz Konzept wahrscheinlich funktioniert.

  5. tüdelü
    28. Januar 2018 at 18:16

    Das Malobeo ist doch ein anarchistisches Kollektiv, ich bezweifle dass es dort so etwas wie „Mitarbeiter“, statt dessen Wäre „Menschen des Kollektivs“ hier sinnvoller.

  6. Zackbaem
    28. Januar 2018 at 18:21

    Ich finde es ehrlich gesagt gut, dass sich da mal was tut. Genauso schrecklich sind diese „zu verschenken“ Kisten in Hauseingängen oder eben der „zu verschenkende“ Sperrmüll in Form von alten Möbeln, der dann nach einigen Tagen in Einzelteilen verteilt in der Umgebung herumliegt…

  7. 28. Januar 2018 at 20:15

    Sowohl die fehlerhafte Nutzung der Schänke, als auch die in der Konsequenz durchgeführte Beräumung der Stadtreinigung und einige der obigen Kommentare deuten darauf hin, dass mit solchen Tauschmöglichkeiten im öffentlichen Raum leider viel zu wenige Menschen was anfangen können. Vielen ist offenbar der Sinn für das Soziale und ihren Einfluss auf Umwelt und Mitmenschen abhanden gekommen.
    Es lebe unsere freiheitliche Gesellschaftsordnung und Social Software!

  8. 29. Januar 2018 at 10:34

    Nachtrag 29. Januar

    In einer Pressemitteilung vom Montag kritisiert die Linke die Zerstörung und Entsorgung der Tauschschränke. Linken Ortsbeirat Holger Knaak: „Das Entfernen der selbst organisierten sozialen Tauschschränke in der Neustadt durch das Ordnungsamt – ohne Alternativen anzubieten – zeigt mal wieder, dass die Verwaltung das Viertel einfach nicht versteht.“ Wenn es in anderen Städten möglich sei, dass Schränke im öffentlichen Raum legal als Tauschplätze genutzt werden können, dann müsse so etwas auch in Dresden möglich sein, fordert er. Es sei die Aufgabe der Verwaltung, zusammen mit den Betreibern solcher Tauschschränke zu prüfen, unter welchen Auflagen solch ein sinnvolles bürgerschaftliches Projekt zukünftig umgesetzt werden und Missbrauch als „Ablagefläche“ für Möbel, Großgeräte und andere Dinge, die in die Entsorgung gehören, verhindert werden könne.

  9. MiaTia
    29. Januar 2018 at 14:23

    Die Theorie war super! Die Praxis leider teils eine Katastrophe!! So bin ich am Ende froh, dass vor allem der Schrank auf der Kamenzer weg ist. Dort haben sich teilweise Müllberge angehäuft… Kaputte Möbel, kaputte Elektronik, vergammeltes Bettzeug. Man konnte Menschen beobachten wie sie ihre Beutel und Kisten einfach neben dem Schrank ausgekippt haben und weitergegangen sind. Ich kenne Anwohner mit Kindern, die Angst hatten, dass mal jemand im Vorbeigehen achtlos seine Kippe reinschmeißt. Es gibt vielleicht einige Gründe für diese Schränke aber genauso viele dagegen. Schade, dass die Fronten offenbar zu verhärtet sind, um sich eine Alternative zu überlegen.

  10. abrazzo
    29. Januar 2018 at 15:37

    Warum soll es keine Alternative geben? Es wäre doch durchaus möglich, einen Tauschschrank IN einem Laden/Gebäude aufzustellen.
    Ich kenne schon Kneipenregale, in denen Bücher abgestellt und weggenommen werden können, warum also nicht auch Alltagsgegenstände. Es gibt auch schon irgendwo Regale mit kostenlosen Lebensmitteln (hab ich im TV gesehen).
    Das Malobeo hat wohl keinen Platz dafür? Schade.

    Im Grunde rührt das ganze Thema aber auch an dem Dilemma, daß man in DD keine Möglichkeit hat, kostenlos irgendwo den Krempel loszuwerden. Wenn man kein Auto hat – und das ist doch mittlerweile so gewollt – kann man den Kram auch nicht einfach auf den Hammerweg bringen. Und so benehmen sich die faulen Leute zunehmend asozial.

  11. 29. Januar 2018 at 15:59

    Ein paar Meter weiter, am Bioladen Grüntal gibt es eine recht gut funktionierende Büchertausch-Vitrine.

    Büchertausch-Vitrine

  12. Frank
    29. Januar 2018 at 17:27

    MiaTia: Als Mieter in genau diesem Haus, und auch noch mit Kindern, kann ich genau das bestätigen. Auf den Hinweis, sich doch dann bitte mal auch um die Auswüchse zu kümmern, wurde ich auch noch angemault. Und auch auf die Frage, warum die Tauschböre dann nicht IM „Büro“ eingerichtet wird, bekam ich keine vernünftige Antwort. Und dass es Alternativen und Kozepte gibt, beweist doch der Tauschbörseladen im Kunsthof.
    Und ja, es gab/gibt auch nette und rücksichtsvolle Gespräche.

  13. Erichsen F.
    29. Januar 2018 at 18:25

    @abrazzo: Auf dem Hammerweg kann man den Müll ziemlich genial und komfortabel loswerden. Der Hammerweg ist auch nicht außer der Welt. Man kann mit dem Fahrrad hinfahren. Man kann Kumpels mit Auto fragen. Man kann sich ein Teilauto nehmen, ein Auto leihen oder mieten. Der Witz ist: wer Möglichkeiten hat, neues Zeug ranzukarren hat auch Möglichkeiten, den Müll ordnungsgemäß wegzubringen. Fazit: Kein Auto zu haben ist keine Rechtfertigung, sich asozial zu benehmen. Leute benehmen sich asozial, weil sie asozial sind.

    Im übrigen kenne ich nicht den aktuellen Stand der Dinge. Aber früher mal hatten karitative Einrichtungen so ne Art Kleiderkammer, wo man auch Kinderspielzeug und dergleichen, teilweise sogar Möbel abgeben konnte. Der Nachteil ist: man muss sich dahin bewegen. Dort wird kein Müll angenommen. Mehr als ein reales Danke gibt’s nicht. Einbildung fehl am Platze. Gibts diese Einrichtungen noch?

  14. Marcus
    29. Januar 2018 at 19:26

    Sehr zwiespältig!
    Ich finde die Mitnehm-Kartons und Sachen, die zu verschenken sind, super, und war inzwischen auch oft Nutznießer. (Fast) neue Kommode, Leiter, Servierwagen,…
    Im Hecht ist die Büchertelefonzelle ganz großartig!

    Es gab mal im Geflüster einen Beitrag von einer neuen Geflüsteriene, dass sie gerade hier diese nicht kommerzielle Sache super findet. Die Mitnehm-Sachen gehörten dazu.
    Zu der Zeit habe ich ergänzend einen Artikel darüber gelesen, dass Stadtteile, in denen sich vermehrt um Sauberkeit von offizieller Seite bemüht wird, dann auch weniger vermüllen.
    Ein anderer Aspekt war der Umzug von einem Kumpel in der Neustadt, wo ein nicht mehr brauchbarer Schrank einfach stehen gelassen wurde. „Wird schon abgeholt…“

    Zum Schluss bleibt für mich eine Art Ökosystem, dass viel Freude aber auch viel Verdruss bereiten kann, aber meiner Meinung nach zur Neustadt gehört.

  15. Schadeigentlich
    29. Januar 2018 at 20:03

    Ich muss Frank leider in einem Punkt recht geben, die Kommunikation mit dem „anarchistischen kollektiv“ ist ausgesprochen unnachbarschaftlich und unfreundlich. Ist mir auch schon aufgefallen.

  16. Ina
    29. Januar 2018 at 20:59

    Von den Mitnehmkartons ist auch schon einiges in unserem Haushalt /Gartenlaube gelandet. Klamotten nehmen wir keine mit, aber Küchenutensilien mussten wir keine für den Garten kaufen, das ist super. Aber klar kommt es drauf an, was so raus gestellt wird. Müll sollte man anders entsorgen.

    Bei den Tauschschränken bin ich immer vorbeigegangen, weil die so zerwühlt waren, dass ich keine Lust hatte zu suchen.

    Aber ich mag so einen freien Tauschhandel in der Straße.

  17. 30. Januar 2018 at 01:03

    Das scheint ja gerade Trend zu sein in Sachsen: Schleußiger Givebox droht das Aus – Stadt will Gebühren erheben

  18. setzkasten
    30. Januar 2018 at 10:30

    Eigentlich gibt es ja auch den guten, alten Umsonstladen im „Sonnenhof“. Leider schaffen es die Ehrenamtlichen dort aber nicht, den Laden regelmäßig und zuverlässig zu öffnen, daher landet da auch einiges vor den so oft verschlossenen Türen – oder mensch bringt es erst gar nicht mehr hin.

    Es ist schon ein Problem, sein Zeug gut los zu werden und das möchten ja in der Neustadt zumindest einige. Nicht einfach in den Restmüll, sondern Weiternutzung.

    Und doch, es ist diesbezüglich auch ein Problem ohne Auto, denn auch nicht alle haben eine Fahrerlaubnis, um sich ein teilAuto mieten zu können.

  19. Bernd
    30. Januar 2018 at 13:16

    Tausch- und Verschenkebörsen vermeiden Müll und sind Umsatzsteuerfrei! -Schon deshalb sind diese für die Nutzer und die Gesellschaft gut + nützlich. Steuerlich bevorzugte Vereine u. Parteien sind doch in jedem Stadtteil, ganz besonders in unserer Neustadt, angemeldet und ansässig. Die finanziell durch Steuern von den Menschen aller Gesellschaftsschichten geförderte gemeinNützigkeit dieser Organisationen kann doch auch von diesen, statt des parteipolitisch oder journalistischen Aufschreies, zu der fälschlicherweise von der Stadtverwaltung geforderten INITIATIVE führen und solche Tauschregale einrichten.
    Google unter „DD-Neust. gemeinnützig“ beginnt mit MALWINA, Jugendhaus-LOUISE, DIAKONIE, DRESDENFÜRALLE, ADVENSTER, DRESDEN-PFLANZBAR, KULTURBÜRO-DRESDEN, CVJM, PROJEKTSCHMIEDE, outlaw-ggmbh, SPD,GRÜNE, LINKE… Wenn GemeinNützigkeit nicht nur FORDERN sondern MACHEn bedeutet ist in deren Räumen und Grundstücken sicher ein Platz zu finden. Damit wird zwar nicht jede Müllecke und Hundesch… vor unseren Türen verschwinden, ABER das Nutzbare kann durch Weitergabe wieder verwendet werden. Deshalb bitte ich jeden politisch aktiven Aufreger um kleine eigen-Initiative statt großen JournalistenLöwenaufschrei. Die Lösung: Kontaktsuche mit genau diesen gemeinNützlichen Vereinen / Parteibüros. Wer selbst als Ortsbeirat zugehört und nur andere auffordert… naja.

  20. DerJörg
    30. Januar 2018 at 17:52

    „Im Grunde rührt das ganze Thema aber auch an dem Dilemma, daß man in DD keine Möglichkeit hat, kostenlos irgendwo den Krempel loszuwerden. Wenn man kein Auto hat – und das ist doch mittlerweile so gewollt – kann man den Kram auch nicht einfach auf den Hammerweg bringen.“

    Angefangen von der kostenlosen Sperrmüllabholung durch die Stadt Dresden nach Terminvereinbarung (siehe Webseiten der Landeshauptstadt, einfach „sperrmüll dresden“ googlen) über ebay-Kleinanzeigen und diverse Biete/Suche/Verschenke-Ecken in sozialen Netzwerken bis hin zu „ich frage mal im Freundeskreis nach Interessenten/Transportmöglichkeiten“ fallen mit etliche Wege ein, Sperrmüll und verwertbare Sachen kostenlos loszuwerden.

    Aber wie Erichsen F. schon schrieb: Dafür muss man sich bewegen, im Kopf und eventuell auch physisch.

    (Zu DDR-Zeiten haben wir gelegentlich einen Leiterwagen durchs ganze Viertel oder sogar mehrere gezogen, um unseren Sperrmüll zu entsorgen. Das ist natürlich heute uncool, und Leiterwagen stehen auch nicht mehr in jedem Gemeinschaftskeller …)

    Wer (Sperr-)Müll einfach auf der Straße abkippt, wer versiffte, kaputte Couchgarnituren, Fernseher, Drucker, Herde, Schränke o. ä. an der nächsten Hausecke abwirft, ist schlicht dumm und/oder faul und/oder asozial. Dafür gibt es keine Entschuldigung. Punkt.

    Dass das Konzept der oben genannten Tauschschränke dieser zunehmenden Dumm- und/oder Faulheit zum Opfer fällt, ist bedauerlich.

  21. 16. Februar 2018 at 00:30

    Oh Höret, Oh Höret!

    Die königliche Garde,
    in ihrem Eifer ungebremst,
    mit Pferden und Standarte
    hat El Tauscho umgebämst.

    Wir trauerten,
    wir schrieen!
    OHH DU GUDDER ALTER FREUND!
    Und bevor wir uns versahen
    ward eine neue Kiste hingeräumt

    So Höret doch!
    Oh Höret doch!
    Wir bringen frohe Kunde

    Aus unserer Not

    In tiefster Nacht

    MONTE KISTO
    IST ERWACHT!

    Bild gibt`s auch:

    www imgur com/a/Prw6W
    (Punkte müsst ihr selber einfügen..)

  22. E-Haller
    16. Februar 2018 at 09:22

    @DerJörg: Kostenlos ist das Abholen schon ewig nicht mehr, einfach „sperrmüll dresden“ googlen, klicken und zu „Kosten/Gebühren“ scrollen. Ich behaupte mal, dass dies eines der Hauptgründe für die derzeitige Praxis ist…21,50 Euro ist nicht gerade symbolisch.

  23. mm
    16. Februar 2018 at 09:54

    „Im Grunde rührt das ganze Thema aber auch an dem Dilemma, daß man in DD keine Möglichkeit hat, kostenlos irgendwo den Krempel loszuwerden.“
    „Ich behaupte mal, dass dies eines der Hauptgründe für die derzeitige Praxis ist…21,50 Euro ist nicht gerade symbolisch.“

    Wieso sollte denn überhaupt die Entsorgung von Gütern, die dem privaten Nutzen gedient haben, nicht auch in erster Linie privat erfolgen? Wieso sollen andere oder die Allgemeinheit sämtliche Kosten dafür übernehmen?

  24. abrazzo
    16. Februar 2018 at 10:51

    @mm: weil wir eben genau dafür städtische Gebühren zahlen

  25. 16. Februar 2018 at 11:06

    @mm: Die Frage ist doch, wie eine Stadtgesellschaft mit dem Thema Müll auf der Straße umgehen will.

    Will man diesen nicht haben, sollte man kostengünstige Entsorgungsmöglichkeiten anbieten oder die Stadtreinigung öfter durchschicken oder dauerhafte Kontrollen installieren. Möglicherweise hilft auch eine andere Erziehung, aber dabei sind wohl eher nur langfristig Ergebnisse zu erzielen.

  26. mm
    16. Februar 2018 at 13:20

    „weil wir eben genau dafür städtische Gebühren zahlen“
    Das impliziert die Annahme, dass die erhobenen Gebühren die Kosten der tatsächlichen und der gewünschten Leistungen decken. Ich kenne die betriebswirtschaftliche Seite der städtischen Abfallentsorgung nicht, kann sie deshalb nicht kommentieren. Vielleicht kannst du uns ja darüber aufklären.

    „Die Frage ist doch, wie eine Stadtgesellschaft mit dem Thema Müll auf der Straße umgehen will.“
    Ob es DIE Frage ist – da bin ich unsicher. Ich dachte, wir wären in der Diskussion schon weiter und thematisieren z.B. auch etwas stärker die Fragen der individuellen Verantwortung für die Folgen und Implikationen unseres Konsums.
    Davon abgesehen ist für mich eine mindestens ebenso wichtige Frage, wieso es so viele Spacken ok finden, anderen ihren Müll vor die Tür zu stellen.
    In dem Straßenabschnitt, in dem ich schon ganz schön lange wohne, hab ich oft erlebt, dass Restmöbel und Möbelreste im Umfeld von Umzügen stehengelassen wurden. Da waren jedesmal Fahrzeuge im Spiel, mit denen der Kram hätte entsorgt werden können – ohne weitere Gebühren. Mir scheint vieles eine Frage von Bequemlichkeit zu sein.

  27. 16. Februar 2018 at 13:43

    @mm: Also nach den bisherigen Diskussion hatte ich nicht den Eindruck, dass wir schon weiter sind. Es gibt durchaus Menschen, die solchem „Müll“ auf der Straße auch einen gewissen Charme abgewinnen können. Nehmen wir nur mal die Parole „Neustadt bleibt drecksch“ an.
    Andere wiederum sehen in den abgestellten Dingen teilweise gar keinen Müll, sondern brauchbare Gegenstände.

    Aber ob diese Argumente von den „Müll“-Hinstellern nur als Ausrede für ihre Bequemlichkeit herhalten müssen, ist schwer zu sagen.

  28. DerJörg
    16. Februar 2018 at 17:19

    @E-Haller:

    Du hast Recht, mein Fehler. Kostet tatsächlich 21,80 für max. 2 m³ (gepresst) bzw. 1 Großgerät bei Abholung. Das sind etwas mehr als 3 Schachteln Zigaretten oder ungefähr ein Kasten Bier dafür, dass jemand mit einer Müllpresse oder einem Transporter anrollt, eine versiffte Couch, eine desolate Schrankwand oder ein keimiges Großgerät (nebst kostenloser Kleingeräteentsorgung) reinschmeißt und abtransportiert. Ich würde das nicht fürs Doppelte machen wollen.

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