Der Plätzchen-Wahnsinn…

Weihnachtlich dekoriert.

Weihnachtlich dekoriert.

Sonntag, 2. Advent, die Neustadt ist im vorweihnachtlichen Rausch. Schnee­­­flöckchen tanzen durch die Luft, prallen auf die Straßen und verwandeln sich vor lauter Schreck gleich wieder in Wasser. Fröhliches Kindergeschrei hinterm Schwippsbogen. Und die Rothenburger Straße lockt mit dem absoluten Plätzchen-Wahnsinn.

Der stadtbekannte Geschenkehändler Hendrik M. Dietrich vom Catapult hatte die Idee zur 1. Dresdner Plätzchenmeisterschaft. Es gelang ihm, nicht nur die Händler auf der Rothenburger zum Mitmachen zu bewegen, er aktivierte auch eine zumindest zu Teilen kompetente Jury. Mit dabei waren die Hobby-Plätzchenbäckerin Caro, Bäckermeister Martin Heller von der Kuchenglocke und der Autor dieser Zeilen, Plätzchen-Fan Anton Launer.

Plätzchen beim Juwelier

Plätzchen beim Juwelier

Kurz nach 14 Uhr startete der Wettbewerb und die Plätzchenbäcker scharten in Strömen. Mehr als zwanzig Teilnehmer hatten überwiegend süße Backwaren dabei und ließen sich von Herrn Dietrich bereitwillig herumschicken. Um 14.30 Uhr starteten wir, ausgestattet mit einem Klemmbrett, Wasser und sauren Gurken – zur Geschmacksneutralisierung. Der Bäckermeister hatte seinen Nachwuchs dabei und so entstand noch ein kleiner Nebenwettbewerb um den kinderwagenfreundlichsten Laden-Eingang.

Wir zogen durch die Lädchen. Vom Eyecatcher ging es übers Capito und La Tienda ins Exx und den Schlüpperladen. Nach Zwischenstopps in Catapult, Doppellotte, Schaufuss und Navajo zogen wir zur letzten Station – dem Tranquillo. Parallel zu uns waren auch Neustädter und Besucher unterwegs. Einige Stände waren schon nach kurzer Zeit leergefuttert.

Die Entscheidung fiel schwer. Eine richtig schlechte Backware gab es überhaupt nicht. Bei einigen Kunstwerken zollte sogar der Profibäcker gebührenden Respekt. Und ein paar Plätzchen entpuppten sich als Lebkuchen mit Füllung und Glasur. Lecker! Die einzelnen Backwerke erhielten dann Punkte für Geschmack, Geruch, Konsistenz und Aussehen.

Am Ende wurde zusammengezählt und ausgerechnet. Den Jurypreis erhielt Susanne. Die berichtete dann, dass sie am Sonnabend ganze drei Stunden in der Küche gestanden hat und am Sonntag Vormittag noch einmal eine. Ihr Probierteller war bereits um 15.30 Uhr leer genascht. Beim Publikumspreis mit insgesamt 51 abgegebenen Stimmen belegten Kathi & Verena mit ausgefallenen Mocca-Plätzchen. Die Gewinner konnten sich über ein Paket mit Sachpreisen und Gutscheinen der beteiligten Läden freuen, jeweils im Wert von 170 Euro. Die anderen Teilnehmer erhielten Trostpreise.

Von den Händlern war zu hören, dass man mit der Resonanz durchaus zufrieden war und die 2. Dresdner Plätzcheneisterschaft gewissermaßen schon in Planung ist.

P.S. Den Nebenwettbewerb gewann das Tranquillo mit der breitesten Tür und einer passierbaren Schwelle.

Plätzchenbäckerinnen vorm Schaufuss.

Plätzchenbäckerinnen vorm Schaufuss. Foto: PR/Isabell Bräuer/Schaufuss

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8 Kommentare zu “Der Plätzchen-Wahnsinn…

  1. Caroline
    11. Dezember 2017 at 19:53

    „Die Entscheidung viel schwer.“ …*autsch

    fiel Wirbel um Nichts!

  2. 11. Dezember 2017 at 20:20

    Es gibt manchmal Fehler, für die ich beim besten Willen keine Erklärung finde. Ich schieb das mal auf die Halsschmerzen, mit denen ich mich seit heute morgen rumprügele. Danke für den Hinweis, wird korrigiert.

  3. towelie
    11. Dezember 2017 at 22:08

    Sehr schöne Aktion war das! Jedoch würde mich mal interessieren, welche Läden hinter den Damen stehen. Ich kenne nun nicht jeden Ladeninhaber mit dem Namen!

  4. Caro
    11. Dezember 2017 at 23:00

    Glühwein soll gegen Halsschmerzen helfen… Und manchmal auch gegen Erklärungsnot ;o)

  5. 12. Dezember 2017 at 07:23

    @towelie: gebacken hatten Anwohner, nicht die Ladenbesitzer.

  6. Jeanny
    15. Dezember 2017 at 08:34

    Die Aktion war sinnlos. Wenn die Plätzchen alle in einem Raum gewesen wären und die Tester alle hätten essen müssen, DANN wäre es gerecht gewesen. So macht es keinen Sinn. Ich verstehe dass die Geschäfte so Kunden rein locken wollen, aber das nimmt dem ganzen die Fairness! Echt schade, sonst hätte ich auch teilgenommen…

  7. 15. Dezember 2017 at 10:04

    Vielen Dank Jeanny für den Hinweis. Ich möchte bei der Gelegenheit darauf hinweisen, dass die Jury, die immerhin für 50 Prozent der Preise zuständig war, sehr wohl in allen Geschäften war und fast alle Plätzchen probiert hat. Ausnahme war Nummer 17, die aufgrund eines Missverständnisses schon vorher aufgefuttert waren.

    Möglicherweise haben die Veranstalter auch eher die Freude an der Aktion in den Vordergrund heben wollen und nicht so sehr den Wettkampfgedanken. Sonst hätte man mich zum Beispiel auch nicht in die Jury nehmen dürfen.

    Beste Grüße und eine friedliche Adventszeit, Anton

  8. bob
    15. Dezember 2017 at 12:14

    @Jeanny

    Vielen Dank für deinen wertvollen Beitrag. Ab jetzt wird sich bestimmt jeder, der einen Plätzchenwettbewerb veranstaltet, an die international festgelegten Plätzchenverkostungsstatuten halten und auch keine Journalistenschleckermäuler mehr als Juroren zulassen, sondern staatlich geprüfte Plätzchenverkoster. Und das mit der Nummer 17 wird wohl als größter Skandal in die Geschichte der Neustadt eingehen. Unfassbar, wie so etwas passieren konnte. Mit so etwas diskriminiert und vergrault man ehrliche Plätzchenwettkämpfer wie Dich.

    Ich wünsche Dir ein besinnliches Fest.

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