Raumfahrt zu Castorp und Ollux

Wenn zwei Sterne sich treffen, kann es zu zerstörerischen Kollisionen kommen. Im Fall des Neustädter Musen-Duos Castorp und Ollux wurde es eine fruchtbare Kooperation. Mittlerweile sind die Kreativ-Zwillinge gefragte Fixsterne des Viertels und die größten Fans ihrer Schüler.

Durchgeknallt im Schilderwald
Durchgeknallt im Schilderwald

Hätte Pippi Langstrumpf sich selbstständig gemacht, wäre wohl ein Ort wie die Musik- und Kunstschule von Castorp und Ollux dabei herausgekommen. Mit einem unüberblickbaren Sammelsurium von Hinweisen, Angeboten und Einladungen kann schon das Schaufenster als grafisches Gesamtkunstwerk gelten. Der Schilderwald ist ein gutes Aushängeschild für die Schule von Sylvia Smesny und Silke Schneider: hier regieren Vielfalt, Anspruch und kindliche Begeisterung.

Drinnen sind Ehrgeiz und Spiel im gleichen Stil miteinander kombiniert. Selbst gezeichnete kindgerechte Notenblätter, Instrumente im Miniaturformat und die samtigen Vorhänge eines Kasperletheaters gehören ebenso zum Interieur wie Naturstudien an den Wänden.

Es ist offensichtlich: hier sind Künstlerinnen am Werk. Bevor sich die Lauf­bahnen von Smesny und Schneider kreuzten, trieb Castorp alleine durch Raum und Zeit. Das Pseudonym Castorp beruft sich auf den Protagonisten in Manns Zauberberg, dem Lieblingsbuch von Sylvia Smesny. Bei einem Musikworkshop in Berlin lernte man sich vor 20 Jahren kennen. Silke Schneider dockte als Ollux an.

Castorp und Ollux, alias Sylvia Smesny und Silke Schneider
Castorp und Ollux, alias Sylvia Smesny und Silke Schneider


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Die Biografien der Frauen machen dem Zwillingscharakter der fast gleichnamigen Sterne alle Ehre. Beide studierten Musik und anschließend Kunst (Castorp bei Gerhard Kettner, Ollux bei Neo Rauch und Arno Rink.) Neben dem Kunststudium gaben beide Musikstunden. Daraus erwuchs die Musik- und Kunstschule für Kinder und Erwachsene, die 2004 in die Räumlichkeiten auf dem Bischofsweg zog. Hier wird Musikunterricht für die Kleinsten genauso angeboten wie Grafikkurse für Erwachsene. Die Schüler kommen aus ganz Dresden.

Belohnung nach der Musikstunde
Belohnung nach der Musikstunde

Eigentlich sollten die Pseudonyme auch die beiden Arbeitsschienen der Frauen voneinander trennen. Castorp und Ollux sollte als Label für das Grafik- und Illustrationsbüro stehen, die bürgerlichen Namen für die Schule. „Irgendwann riefen die Kinder aus der Musikschule auf der Straße ‚Guck mal, da kommen Castorp und Ollux!'“, erzählt Smesny lachend. Die Tarnung war aufgeflogen.




„In den Schulferien“, erzählt Schneider „schalten wir Handys und Computer aus und widmen uns ganz unseren grafischen Projekten.“ Und Smesny ergänzt: „In unseren Archiven lagern hunderte Manuskripte!“ Startschuss für diese Arbeit war die Bebilderung eines Frauenkirchenführers, dem selbst geschriebene und illustrierte Bücher wie Das Berliner Schlossgespenst folgten. Der eigene Verlag trägt den Namen Edition Castorp und Ollux. „Die eine Arbeit befruchtet die andere“, sagt Smesny auf die Frage, wie das alles denn unter einen Hut zu bringen ist. „In der Schule als Lehrer haben wir eher die Geberrolle. Bei unseren anderen Projekten tanken wir wieder auf.“ Zuletzt haben sie dem wunderbaren Katalog von Christine Starke über die Neustädter Unternehmerinnen mit Grafiken bereichert.

„Kinder sind die aufmerksamsten Kritiker“, sagt Silke Schneider. Mit eigenen didaktischen Konzepten finden Castorp und Ollux immer neue Wege, Kinder von Musik zu begeistern. „Wir erleben, wie die Kinder erwachsen werden“, sagt Smesny. „Viele begleiten wir über zehn Jahre. Von den ersten Akkorden bis zur Schulband.“

Neustädter Musik- und Kunstschule Castorp und Ollux

1 Kommentar zu “Raumfahrt zu Castorp und Ollux

  1. Das liest sich ganz nett, aber ich muss dringend davor warnen, seine Kinder auf diese Musikschule zu schicken. Wir selbe waren mit zwei Kindern 3 Jahre dort und am Ende hat sich das mulmige Gefühl vom Anfang doch bestätigt. Sind die Schilder draußen noch neckisch, bzw. sollen Werbung machen, sind die Schilder drinnen ausschließlich verbietender, ermahnender, abwehrender, den Lehrer schützender und den Kindern und Eltern alle Schuld aufladender Art. Es ist nicht nur „durchgeknallt im Schilderwald“, was hier passiert, sondern es sind wirklich krank machende Methoden, die zur Anwendung kommen. Selbst wer denkt, wie ich, dass ich aufgrund meines C-Promi-Status vor persönlichen Beleidigungen und Herabsetzungen meiner Familie gefeit wäre, wird sich über kurz oder lang täuschen. Hier wird geschrieben, „Kinder sind die aufmerksamsten Kritiker“, in der Praxis dieser Musikschule dient der Gruppenunterricht wie mir erläutert wurde, um sich vor den Denunzationen der Schüler schützen zu können. Damit ist alles gesagt, nämlich: die Schüler gelten als potentielle Gegner und werden auch so behandelt!
    Liebe Miteltern, macht einen Bogen um diesen Laden. Wer Beweise in Form eines (anonymisierten) Mailwechsels möchte, kann mich gerne dazu kontaktieren. Ebenso, wer bereit ist, in einer Betroffeneninitiative mit zu wirken. Schon die Vertragsgestaltung sollte alle Alarmglocken läuten lassen.

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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