Vandalismus an der Albertbrücke

Schuss ins Blaue. Die Albertbrücke von der elbabwärtigen Seite gesehen

Albertbrücke – Foto: Archiv

Das umstrittene „Doppelgeländer“ an der Albertbrücke sorgt wieder für Schlag­zeilen. Randalierer haben nach Informationen von Radio Dresden in den ver­gangenen Tagen nachts Brückengeländer und Brüstungsteile abgerissen und auf die Elbwiesen geworfen. Der Vorfall hat sich vermutlich am Wochenende ereignet. Zudem wurden auch einige massive Gusseisen Säulen (130 Kilo­gramm Gewicht), die an der Baustelle zur Montage bereitliegen, von der Brücke geworfen.

Wie das Straßen- und Tiefbauamt auf Anfrage des Radiosenders mitteilte, sind unter anderem Eisenteile des neuen Geländers herausgerissen worden und Brüstungsteile nach unten geworfen worden.

Albertbrücke Geländer

Das Doppel-Geländer an der Albertbrücke – Foto: Archiv

Der Schaden belaufe sich nach ersten Schätzungen auf 3.000 bis 4.000 Euro, teilte Amtsleiter Reinhard Koettnitz mit. Der genaue Schaden werde noch ermittelt. Es wurde Anzeige erstattet. „Ich hoffe nur, dass es keinen größeren Kreis von hirnlosen Menschen gibt, die alles zerstören, sondern dass es eine Einmaligkeit bleibt“, sagte Koettnitz.

Professor Koettnitz auf seiner Brücke. Historische Geländer wurden gesichert und bleiben erhalten.

Im September 2014 hatte Professor Koettnitz das Doppelgeländer vorgestellt. Foto: Archiv

Allerdings musste bereits am Dienstagmorgen wieder die Polizei alarmiert werden, weil erneut randaliert wurde und drei Warnbaken gestohlen worden sind. Die Polizei ermittelt wegen Diebstahls und Sachbeschädigung, teilte ein Sprecher der Dresdner Polizei mit.

Bis Ende November wird an der Albertbrücke noch das fehlende Doppelgeländer auf der Seite in Blickrichtung Altstadt installiert. Da das historische Geländer der Brücke zu niedrig war und der Denkmalschutz eine Erhöhung unterband, wurde ein zweites höheres Geländer an der Albertbrücke installiert.

Ein Gastbeitrag von Andreas Szabo, Radio Dresden.

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12 Kommentare für “Vandalismus an der Albertbrücke

  1. Karsten
    11. Oktober 2016 um 19:05

    Idioten, diese Randalierer.

    „Da das historische Geländer der Brücke zu niedrig war und der Denkmalschutz eine Erhöhung unterband, wurde ein zweites höheres Geländer an der Albertbrücke installiert.“
    Hm. Nun gut. Denkmalschutz ist ja ansich ne gute Sache. Sobald der aber zur Existenzberechtigung für Pöstchen wird, wird er schnell mal zum Problem für die Menschheit [gemacht]. Is wie mit dem Umweltschutz.

  2. Insider
    11. Oktober 2016 um 21:47

    @Karsten,

    auch ohne Daseinsberechtigung für diese „Pöstchen“ besitzen
    diese verbeamteten xxxxxx ihre Daseinsberechtigung. Wortspiel.
    Hätte man die Geländer in ihrer Höhe belassen wären diese
    Vandalen hoffentlich in die Elbe gefallen. Hohlkörper schwimmen
    an der Oberfläche, auch in der Elbe.

  3. ein anderer Stefan
    12. Oktober 2016 um 08:31

    Wie jetzt eine Entscheidung zu einem Geländer eine Existenzberechtigung eines „Pöstchens“ beeinflussen soll, ist mir unklar.

    Wenn Denkmalschutz „ansich ne gute Sache“ ist, muss man ja auch dafür sorgen, dass er umgesetzt wird. Freiwillig wird das eher nicht passieren. Also brauchts Gesetze dazu, und da die sich nicht von alleine umsetzen, braucht es Leute, die das überwachen. Problem für die Menschheit? Naja, ich finde Umwelt- und Denkmalschutz beide sinnvoll, da beides zu einer lebenswerten Umwelt beiträgt. So weit ich weiß, waren die Zerstörung der Umwelt und der Verfall und Abriß der historischen Innenstädte zwei Faktoren, die auch bei der friedlichen Revolution 1989/90 eine (kleinere) Rolle spielten, da die Menschen in der DDR beides nicht länger hinnehmen wollten.

  4. Radler
    12. Oktober 2016 um 10:58

    @Karsten: Der Denkmalschutzbehörde den Schwarzen Peter zu geben ist eine Variante. Man könnte sich allerdings auch über die wahren Hintergründe informieren. Dann würde man feststellen, dass die Planer Mist gebaut haben, als sie den Radweg auf Gehwegniveau gehoben haben. Das historisch Geländer hätte vollkommen ausgereicht, wenn der Radweg auf der Fahrbahn geführt worden wäre (was nebenbei auch für die Radfahrer besser gewesen wäre).

  5. SHARP
    12. Oktober 2016 um 12:41

    @Radler
    Die Geländernorm ist m. W. unabhängig davon, ob das ein reiner Gehweg oder ein parallel laufender Radweg mit Benutzungspflicht ist.

    Ansonsten kennen wir Deine Meinung, dass es für Radfahrer ja viel besser und sicherer ist, gemeinsam mit den Kfz auf der Fahrbahn zu fahren, inzwischend zur Genüge – die Wiederholung bei jeder Gelegenheit macht es für mich aber nicht überzeugender (weder als (Viel-)Radfahrer noch als Führer eines Pkw).
    Auf Hauptverkehrswegen sind Verkehrsformen mit hohen Geschwindigkeitsdifferenzen im Sinne von Sicherheit und Verkehrsfluss besser getrennt unterwegs. Ob das im konkreten Fall Dresden immer geschickt umgesetzt wird, ist dabei eine andere Frage.

  6. Radler
    12. Oktober 2016 um 13:51

    @SHARP: Die Norm habe ich jetzt leider nicht auf die Schnelle gefunden, aber in diesem Video wird darauf eingegangen (ab ca. 3:24):
    http://www.mdr.de/mediathek/mdr-videos/c/video313954.html

  7. Karsten
    12. Oktober 2016 um 19:25

    …der Vandalismus erlaubt keine Rechtfertigung! Aber der Hinweis mit den Pöstchen ist gut, weil hier sonst scheinbar niemand glaubt, dass wir durch und durch überreguliert sind. Und das ist mitunter nicht nur lästig, sonder immer auch mit Kosten verbunden, die wir alle solidarisch zu tragen haben! Auch der Denkmalschutz kann sich den gegebenen Erfordernissen anpassen, dann ist das alte Geländer halt bissl höher…

  8. ein anderer Stefan
    12. Oktober 2016 um 20:43

    Tja, wenn der Denkmalschutz sich an jegliche Erfordernisse anpasst, ist er vollkommen überflüssig. Hier sind es Höhen von Geländern, dort die Energieeinsparverordnung (aka Dämmwahn), dann stehen sie womöglich im Überschwemmungsgebiet und müssten eigentlich abgerissen werden, oder die Brandschutzanforderungen erfordern einen tiefgreifenden Umbau, der einem Abbruch und Neubau gleichkommt, oder die Sicherheit der Autofahrer erfordert eine Fällung aller Alleebäume oder oder… Und da ist das Thema Kosten noch nicht mal erwähnt. Wenn man einmal anfängt, den Denkmalschutz als anderen Anforderungen gegenüber grundsätzlich nachrangig zu behandeln, gibt es kein Halten mehr. Wo will man dann die Grenze noch ziehen?

  9. Karsten
    12. Oktober 2016 um 21:06

    „Karsten“, wär’s Dir möglich, Dich in Deinem Nickname von mir zu unterscheiden? Ist ja nicht allzuschwer, oder? ;-)
    Karsten, das Original

  10. Karsten
    12. Oktober 2016 um 21:27

    Ich bin Karsten, und meine Frau ist auch Karsten!

  11. Pilatus
    15. Oktober 2016 um 10:08

    Solches Benehmen ist chändlich. Solche Purchen cheinen hier unperechenpar prutal vorzugehen. Plutberaucht. Chleudert die Purchen zu Poden!

  12. 15. Oktober 2016 um 10:52

    Praktisch umgesetzte Architekturkritik. Ich find das ok. Jedesmal wenn ich über diese Brücke muß (und das muß ich z.Z. täglich) steigt mein Blutdruck wegen dieses hässlichen Vorbaugitters. Wenn also jemand dieses Gitter fachgerecht (!) abbauen und entsorgt würde ich ihn nicht verpfeifen…

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