Schluss. Aus. Ausverkauf.

Noch bis Ende Oktober auf der Louisenstraße 8 - Adams und das Black Sheep.
Noch bis Ende Oktober auf der Louisenstraße 8 – Adams und das Black Sheep.
Das Black Sheep, der Klamottenladen auf der Louisenstraße schließt zum Ende Oktober. Betreiber Michael Adam sieht keine Perspektive mehr. Damit schließt nach 21 Jahren einer der ältesten Szene-Läden der Neustadt nun endgültig.

Anfang der 1990er Jahre, die Neustadt erwachte gerade aus dem DDR-Dornröschenschlaf, traf der gelernte Drucker Adam auf den Sportartikel­verkäufer Raoul Barthel, der suchte gerade für seinen Laden an der Ecke Königsbrücker/Jordanstraße neue Ideen. 1995 eröffnete dann das Black-Sheep, damals noch auf der Königsbrücker Straße. Ein Laden mit Hip-Hop-Klamotten, Schuhen und Zubehör sowie Schallplatten und CDs. 1996 führte Adam dann das Unternehmen allein weiter und es folgten mehrere Umzüge, erst auf die Försterei- /Ecke Jordanstraße, 1999 dann auf die Louisenstraße. Jedes Mal wurde der Laden größer, inzwischen kamen auch Skateboards und Zubehör und Graffiti-Accessoires dazu.

Das Black Sheep entwickelte sich zum angesagtesten Laden der Szene. Michael Adam, stets mit Basecap und von allen nur Adams genannt, hatte die richtigen Klamotten für junge Leute. Zu dieser Zeit galt, wer in Dresden coole Klamotten kaufen will, kommt an der Neustadt nicht vorbei. Bei Adams gab es Marken wie „Carhartt“, „Iriedaily“, „Volcom“ oder „Lakai“.

Das Geschäft brummte, und das Black Sheep war als Sponsor bei vielen Skater-Veranstaltungen, wie zum Beispiel dem legendären „Broiler-Jam“ oder auch dem eigenen „Black Sheep Skate Contest“ dabei. Und nicht selten stand Adams selber an den Plattenspielern und legte auf.


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Aust-Konzerte

Dann gab es verlockende Anfragen. „Der Elbepark wurde erweitert und suchte coole Mieter“, erzählt Adams. Für das Black Sheep eine Chance, allerdings eine mit Pferdefuß. Denn um die 1-A-Lage im Elbepark zu bekommen, musste er im Kugelhaus am Bahnhof einen Laden anmieten. „Denn dieses Haus gehörte damals dem selben Investor und war so gar keine 1-A-Lage“, seufzt er nachträglich. Das „Black Sheep“ dort hat nie die Umsätze erwirtschaftet, die nötig waren. Dafür brummte der Laden im Elbepark und auch das Geschäft auf der Louisenstraße lief gut. Es folgte ein zweiter Laden im Elbepark und ein Outlet-Store auf der Louisenstraße und ein Online-Shop. Zu besten Zeiten hatte das „Black Sheep“ 25 Mitarbeiter.

Doch dann drehte sich der Wind. Große Handelsketten in diesem Warensegment kamen mit noch größerem Angebot in die Stadt. Auch das Kaufverhalten der Kundschaft änderte sich und das Internet tat sein übriges. „Letztendlich“, so Adams, „haben verschiedene innere, private und äußere Faktoren mich zu diesem Entschluss bewegt.“

Ab Oktober wird ausverkauft.
Ab Oktober wird ausverkauft.
Nun ist als Schluss. Aus. Und Ausverkauf. Im Oktober haut er alle Artikel zum halben Preis raus. Und dann? „Wenn die eine Tür zugeht, öffnet sich an anderer Stelle eine neue. Und auch wenn es das Black Sheep nicht mehr als Laden geben wird, ganz verschwinden wird es definitiv nicht. Man sieht sich immer zweimal im Leben.“ Und da ist es wieder das schelmische Adams-Grinsen.

Black Sheep – aus und vorbei

  • Louisenstraße 8, 01099 Dresden, Montag bis Freitag 12 bis 19 Uhr, Sonnabend 10 bis 16 Uhr, aktuelle Infos auf Facebook.
  • Im Oktober Ausverkauf – alles zum halben Preis

7 Kommentare zu “Schluss. Aus. Ausverkauf.

  1. Schade. Einer der besten und sympathischsten Läden überhaupt. Auch wenn im Netz vieles günstiger ist, für die grandiose und entspannte Beratung und ab und zu nen Kaffee zum klamottenkauf hab ich immer gern ein wenig mehr bezahlt! Wo gibts sowas denn heut noch?
    Zum Schluss bleibt nur eins: DANKE für die vielen tollen Jahre mit vielen schönen veranstaltungen!

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