Pegida und vier Gegendemos

Blick auf die Front des Bahnhofs Dresden-Neustadt
Am Bahnhof Neustadt will Pegida eine Kundgebung abhalten.
Heute Abend will die islam- und regierungsfeindliche Pegida-Bewegung auf dem Schlesischen Platz am Bahnhof Neustadt eine Kundgebung abhalten und anschließend mit einer Demonstration durch die Neustadt ziehen. Insgesamt vier Gegenveranstaltungen sind angemeldet.

Gepida „Genervte Einwohner protestieren gegen Intoleranz Dresdner Außenseiter“ ruft für 18 Uhr an folgenden Orten auf. Vom Albertplatz soll eine Demonstration um 18 Uhr über Alaun-, Louisen-, Lößnitz- und Hansastraße zum Bahnhof Neustadt führen und von dort zurück Richtung Albertplatz. Ob diese Route so genehmigt wird, steht derzeit noch nicht fest. Fest steht, dass der Pegida-Umzug, der sich nach der Auftaktkundgebung formieren soll nicht durch die Äußeren Neustadt führen wird. Das bestätigte der Leiter des Ordnungsamtes Ralf Lübs am Morgen auf Nachfrage. Die Pegida-Kundgebung soll um 18.30 Uhr beginnen, über die genaue Route will der Amtsleiter noch nicht bekannt geben.

Außerdem ist eine Gegenveranstaltung an der Anton-/Ecke Leipziger Straße angemeldet, eine am Alaunplatz und eine zweite Gegendemonstration soll vom Carolaplatz über die Köpckestraße in Richtung Altstadt ziehen. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die Veranstaltung am Albertplatz, Treff am Artesischen Brunnen, den größten Zulauf bekommen wird.

Auf Facebook haben unter anderem Hooligans und Freie Aktivisten dazu aufgerufen, „Pegida zu unterstützen“ und „Linksextreme Gewalt bekämpfen“, begleitet von den Worten „holen wir uns die Neustadt!“ wurden Bilder einer brennender Häuser am Albertplatz gepostet.


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  • Alle möglichen Informationen und Desinformationen gibt es auf Twitter unter dem Hashtag #dd2305. Eine Übersichtskarte mit den geplanten Kundgebungen und Demonstrationen gibt es auf der Facebook-Site von Gepida.

31 Kommentare zu “Pegida und vier Gegendemos

  1. Ich hoffe mal zu dem „Spaziergang“ kommt’s nicht. Wenn die Polizei das tatsächlich zulässt, ist Gewalt von allen Seiten doch vorprogrammiert. Super. Ich geh heut zeitig nach Hause und bleib drinnen. Geht euch doch bitte irgendwo anders kloppen.

  2. @amf,

    wenn jeder so denken würde wie Du,
    wäre den Rechten („PEGIDA“) die Strasse
    überlassen. Und genau darf niemals passieren.

  3. @ Insider: Das hat nichts mit ‚wenn jeder so denken würde‘ zu tun. Sondern mit einem Selbsterhaltungstrieb als Anwohner. Die Pegida- Kundgebung hätte von vornherein nicht in der Neustadt genehmigt werden dürfen. Gruß von einer, die da mitten drin wohnt.

  4. Hab glaub ich noch irgendwo Luftballons rumliegen, die man zur Abkühlung aller Gemüter ja mit Wasser füllen könnte.

    Aber ich glaub zum sogenannten Spaziergang wird’s nicht kommen. So unfähig ist die Polizei dann auch wieder nicht.

  5. Anton, der letzte Satz lässt mich an der Vernunft unserer Ordnungshüter zweifeln.
    Da wollen wohl offensichtlich ein paar *DerTeilWirdSicherEntfernt* eine Wiederholung der Zerstörungsorgie von Lepzig. Und unsere Ordnungsmacht lässt das einfach mal auf sich zukommen.

  6. @Neustädterin: Pegida-Kundgebungen werden nun aber mal genehmigt, ob es einem passt oder nicht. Und egal, wo die stattfinden, da wohnen immer Leute „mittendrin“, denen das nicht gefällt. (Mir gefällt das auch nicht heute, ich wohne ebenfalls „mittendrin“.) Was eine Nichtteilnahme bei welcher Demo auch immer aber mit „Selbsterhaltungstrieb als Anwohner“ zu tun hat, erschließt sich mir nicht. Wenn dir die Pegida-Demos nicht gefallen, gehe zur Gegendemo. Vielleicht aus Selbsterhaltungstrieb als Mensch/Demokrat/Neustädter….?

  7. Vier Gegendemos, klasse, warum nicht fünf oder sechs! Das kotzt mich an Dresden an: Können nicht mal alle gemeinsam auf so eine Gegendemo? Nein, da will der nicht mit dem und mit dem schon gar nicht. Ich bin es so müde…

  8. „…Gewalt von allen Seiten…“ – Ich sehe es schon vor mir, wie dutzende junge Muttis die Kinderwagen stehen lassen, um mit selbstgebastelten Filzkreationen gemeinsam mit den jutebeutelschwingenden 3-Tage-Bart-und-Pornobrillen-Klonen, auf die frühverrenteten Kleingärtner losgehen.

  9. Das ist doch aber genau das Problem: Wenn einem eine Meinung oder bestimmte Leute nicht passen, dann wird demonstiert, statt mal genau zuzuhören und sich auszutauschen und evtl. Verständnis oder Lösungen zu finden. Man könnte auch Verschiedenheit akzeptieren und mal aushalten – das scheint aber gar nicht mehr zu funktionieren. Es ist nur noch ein Gegeneinander. Warum muss man bei einer Demo gleich eine Gegendemo veranstalten? Das erschließt sich mir überhaupt nicht.
    Unabhängig davon halte ich von den ganzen Demos und Gegendemos heute Abend nichts. Wofür soll das gut sein? Krawall machen? Man fragt sich wirklich, warum das genehmigt wird.

  10. @Insider: Warum? Gehört die Straße Dir? Hast Du schon mal irgendwas für die Existenz der Straße (oder was auch immer) und der Erhalt getan? Bist Du ein Diktator? Bestimmst Du, wer Dinge, die Dir nicht gehören, benutzen darf? Oder bist Du gar ein Antidemokrat?
    Und wie willst Du es durchsetzen? Mit Gewalt? Oder kommunistischen „Umerziehungslagern“ in Sibirien? Oder womit?
    Woher entstammt Dein Recht zu bestimmen, was alle anderen Leute zu tun und zu lassen haben?

    Bitte um intelligente und sachliche, d.h. ideologiefreie Beantwortung.

  11. @Radler
    Dahinter könnte Methode stecken. So lange Menschen gegeneinander demonstrieren und die extremen Flügel sich mit Steinen beschmeißen, kommt keiner auf die Idee Gemeinsamkeiten zu suchen und vielleicht sogar einen gemeinsamen Gegner auszumachen, der dann garantiert woanders sitzen würde.
    Warum das genehmigt wird ist trotzdem recht einfach: Man nennt es Demokratie! Wenn man nur alle vier Jahre representative Vertreter wählen darf, kann man so seiner Meinung Ausdruck verleihen.
    Ich denke auch, dass man sagen kann, dass Länder mit mehr direkter Demokratie weniger Demos und Krawalle haben (Schweiz) und Länder, die nur repräsentativ funktionieren mehr davon haben (Frankreich im Moment).
    Diejenigen, die Krawall machen, verhalten sich allerdings gegen diese Protestform und je nach dem sogar kriminell.
    Aber frag mal Krawallmacher beider Seiten. Jeder hat das Recht und sogar die Pflicht zwingend auf seiner Seite. Das hat eher was religöses, finde ich.

  12. Selbst der gute, alte Thor hat was gegen die pegide Parade in der Neustadt.
    „Der Deutschlandbetrieb, kann Deutschland verlassen!“ :)

  13. „Warum muss man bei einer Demo gleich eine Gegendemo veranstalten?“

    Ganz einfach lieber Radler, weil auf der von Dir angesprochenen „Demo“ aktiv Hetze betrieben wird oder wie interpretierst Du die „Refugees not welcome“-Fahne?

    Tja und mit „halte ich von den ganzen Demos […] heute Abend nichts.“ verschenkst Du dann das letzte Mittel Deiner Meinungsfreiheit. Aber wenn das so weitergeht, müssen! wir ja eh bald alle die Nationalhymne singen können – inkl. „vierter Strophe“ :-/

  14. Ich meinte mit „halte ich von den ganzen Demos […] heute Abend nichts.“ NICHT, dass ich generell gegen Demos bin. Es ging mir speziell um diese heute Abend, weil ich das Gefühl nicht los werde, dass man nur provozieren will. Damit erreicht man doch nur Kontra und Gewalt. Das kann doch nicht das Anliegen einer Demo sein. Und der Meinungsfreiheit dient dies meines Erachtens auch nicht.

  15. @ Pauline: Ja, Pegida soll demonstrieren dürfen. Das hab ich mit keiner Silbe bestritten. Das aber – wenn sowas in der Neustadt genehmigt wird – das Crashpotential beträchtlich höher ist als wenn die sich anderswo treffen, ist aber augenscheinlich. Nichts anderes habe ich geschrieben.

    Und nein, ich gehe zu keiner der Demonatrationen. Und zwar deshalb, weil das m.E. nichts mehr bringt, man sich nur noch gegenseitig hochschaukelt. Und dafür ist mir meine Energie zu schade. Es gibt beileibe zielführende Wege, zivilgesellschaftlichen Engagement an den Tag zu legen.

    Als Anwohner habe ich nur noch das Interesse, das solche Tage glimpflich ablaufen. Wettergott, danke.

  16. Anton: Schade, dass Du auf „Pegida-Kurzbesuch“ zugemacht hast, so haben Beiträger, die von Kerstin zuletzt aggressiv angegegangen worden sind, nicht nochmals die Möglichkeit zu reagieren. Rechtspopulisten sollte man nicht das letzte Wort überlassen, auch wenn ich Deinen vorletzten Beitrag für eine sehr klare und gute analytische Auseinandersetzung mit solchen Positionen halte.

  17. Nach 1,5 Jahren Pegida-Wahn in Dresden, müsste man es doch nun endgültig gemerkt haben, dass es völlig sinnfrei ist, mit Pegida-Freunden zu diskutieren, ob im realen Leben oder in Foren. Da die lieben Montagsdemonstranten nur ihre eigene Sicht der Dinge akzeptieren. Jedes sachliche Argument wird doch weggewischt mit „aus der Lügenpresse“ oder „links-grüne Meinungsdiktatur“. Deswegen kann ich das Schließen der Kommentarfunktion nur begrüßen, bitte auch hier @Anton.
    Kerstin und Co können sich doch Montags wieder in ihrem ureigenen Weltbild baden ohne von Menschen mit Herz und Verstand gestört zu werden.

  18. @Andreas: „…die von Kerstin zuletzt aggressiv angegangen worden sind…“ Haben wir im gleichen Block gelesen und geschrieben??? Das finde ich dann schon eine krasse Verdrehung von Tatsachen.

    Ansonsten kann ich die Entscheidung von Anton, die Kommentarfunktion zu schließen, sehr gut nachvollziehen. Ich bewundere ihn für seine Arbeit und die Zeit und Energie, die er hier reinsteckt. Ich finde es gut, wenn es solche Möglichkeiten zur Diskussion gibt, aber letztendlich war es leider nicht mehr möglich, sachlich und ordentlich zu diskutieren – und sorry, wenn ich das so sagen muss: Es lag aus meiner Sicht eindeutig an den Gegnern von Pegida, die nichts besseres zu tun hatten, als sich lustig zu machen usw. usf.

    Wahrscheinlich ist es auch besser, auch hier die Kommentarfunktion zu schließen, bevor hier die Diskussion weiter geht bzw. ins lächerliche/negative abtrifftet.

  19. …sorry, ich hab ausversehen verallgemeinert – es muss besser heißen: …Es lag eindeutig an einigen Gegnern von Pegida…

  20. Ich für meinen Teil finde es schade, dass die Möglichkeit zur „virtuellen“ Diskussion geschlossen wurde. Klar, es ersetzt keine reellen Diskussionen, die aus meiner Sicht auch transparenter und konstruktiver geführt werden können, aber es war trotzdem eine weitere Option (ja, die kostet Zeit und Nerven auf allen Seiten). Man hätte ja auch diskutieren können, inwiefern Kerstin andere Foristen aggressiv angegangen hat – ich sehe das nicht so.. hätte hätte hätte.. :-).. Wenn ich mir aber vorstelle, dass reale Diskussionen und Dialog nach gleichem Schema ablaufen können – uneinsichtig und trotzig von beiden Seiten und irgendwann ergebnislos abgebrochen, wird mir schon klarer, weshalb Schrauben und Muttern geschmissen werden.. Pff, eigentlich erbärmlich..

  21. Agressiv angegangen? Hollala. Durchatmen. Ist doch schön, hier im Aquarium das Neustadt Geflüsters einen Pegida Goldfisch Prachtexemplar rumschwimmen zu haben. Füttern, ärgern, loben, anschreien, angucken, beobachten, um die Wette schwimmen, alles möglich …

  22. @Andreas:
    Nun wusste ich schon wieder nicht, ob ich lachen oder weinen soll. :-) Nur vorab: Keine Angst, ich werde keine Diskussionen mit Dir führen. Ich will nur auf etwas hinweisen. Wobei das vermutlich überflüssig ist. Sinn hätte es nur, wenn Du es verstehen würdest. Dennoch:

    1.: Offenbar bist Du nicht in der Lage, archivierte Diskussionsverläufe nachzulesen und zu erfassen, wer wann in welcher Reihenfolge was gesagt hat. Ich weiß nicht genau, ab welcher Schulklassenstufe Menschen das üblicherweise können. Wenn aber nicht mal das funktioniert, sind noch kompliziertere Sachverhalte wohl besser nichts für Dich.

    2.: Du bezeichnest mich als Rechtspopulisten. (Ich und noch jemand müssen gerade laut lachen.) Reden wir jetzt mal nicht über Parolen und Sprechblasen aus viel Staub und heißer Luft. Tatsache ist, dass ich in der ganzen Diskussion keine einzige „rechte“ These geäußert habe. Genau genommen habe ich keine einzige politische These geäußert.
    Alles was ich mit viel Freude tat war, das in meinen Augen teilweise sinnentleerte Geschwafel einiger Linkspopulisten hopps zu nehmen und hier und da zu entlarven. Wenn ich deshalb in Deiner Welt ein „Rechtspopulist“ bin, dann trifft wohl auf Dich zu (Zitat Wagenknecht): „politischer Analphabet“. Vielleicht solltest Du Dich dann nicht einmischen, wenn sich Erwachsene unterhalten, anstatt denen auch noch das Wort verbieten zu wollen bzw. sie zu bevormunden. (Hier war ein Sprichwort aus meiner Jugend eingemischt.) Konzentriere Dich besser auf solche Themen, die Du verstehen kannst. Bei den anderen höre einfach den Wissenden zu und lerne hinzu. Das ist die beste Strategie im Leben. So als wohlwollender und freundschaftlicher Rat.

    Und damit wünsche ich viel Spaß bei der weiteren Diskussion und empfehle mich für eine Weile.
    MfG, Karsten

    (Manchmal frage ich mich, ob es nicht übelst interessant wäre, einige der Diskutanten von hier zu treffen. Einfach um sie mal zu erleben und eine Vorstellung davon zu bekommen, was für Leute das in der Realität sind. :-) )

  23. Oh sorry, das will ich jetzt unbedingt nachschieben, nicht das Missverständnisse aufkommen. Ich las beim Lesen von Andreas‘ Beitrag „Karsten“ statt „Kerstin“ und fühlte mich angesprochen. Daher habe ich geantwortet.

    Ich weiß nicht, warum dieser Fehler passiert ist. Aber: Ich bin NICHT Kerstin. Ich weiß nicht mal, wer sie ist.

    Trotzdem stehe ich zu meiner Antwort. Sorry für den Fehler.

  24. Und damit ist dann auch hier zu.

    Abschließend: Ich halte diese virtuellen Diskussionen für nicht zielführend. Denke, dass keiner der Beteiligten sich von der jeweils anderen Seite überzeugen lassen wird. Ja, ich möchte bestreiten, dass auch nur irgendwer in die Diskussion mit der Absicht eingestiegen ist, von dem anderen Erkenntnisse zu gewinnen. (ich schließe mich da nicht aus)

    Wenn ich die Berichte von den nicht virtuellen Diskussionen in der Kreuzkirche lese, habe ich allerdings den Eindruck, dass Diskussionen offenbar auch in der Realität nicht fruchten.

    Einzig erfolgreiches Format, von dem ich bisher gehört habe, waren wohl Tischgespräche, wie sie unter anderem im Riesa efau stattfinden. Vielleicht ist Karstens Idee daher gar nicht so schlecht. Allerdings teile ich im privaten Umfeld auch Rudis Erkenntnis, dass Gespräch nicht fruchten, bzw. ich im Eins-zu-Eins-Gespräch Verständnis und Zustimmung ernte, und der Betreffende dann in der nächsten Woche doch wieder Bachmann zujubelt.

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