Am Morgen haben ab 8.45 Uhr knapp 20 Personen der Gruppe Extinction Rebellion an der Kreuzung Stauffenbergallee, Königsbrücker Straße den Verkehr blockiert. Dabei wurden alle vier Fahrspuren der Reihe nach für jeweils sieben Minuten blockiert, Straßenbahnen konnten passieren.

Mit ihrer Aktion wollten die Demonstrierenden auf die weiterhin bestehende Abhängigkeit Dresdens von fossilem Erdgas hinweisen und forderten eine zügigere Umsetzung des bereits im September 2023 vorgestellten Wärmeplans der Umweltbürgermeisterin.
Einer der Demonstrierenden war Dresdens wohl bekanntester Klimaschützer, Christian Bläul. „Wir haben gute Erfahrungen mit der Kreuzung, außerdem ist der MDR in unmittelbarer Nähe“, begründete er die Standortwahl. Eine Demonstration am Heizkraftwerk der Sachsen-Energie hätte vermutlich nicht so viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Die Demonstration war angemeldet, genehmigt und wurde von der Polizei begleitet.

Bläul: „In der Dresdner Gruppe haben wir uns darauf verständigt, nur noch legale Formen des Protestes durchzuführen.“ Er bat die Autofahrer*innen um Verständnis. Die meisten nahmen es auch recht gelassen hin.
Hintergrund des Protests
Der Anmelder der Demonstration, der Ingenieur Andy Drögmöller, erläuterte die Hintergründe des Protestes. „Wir sehen in den bisherigen Plänen gute Ideen, allerdings kommt die Umsetzung nicht voran“, so Drögmöller.
Der Physiker Bläul betonte, dass fossiles Heizen eine teure Sackgasse sei. Zum einen wegen der steigenden Preise für CO2-Zertifikate, zum anderen weil die Folgekosten des Klimawandels von der gesamten Gesellschaft getragen werden müssten. Die Wärmewende müsse beschleunigt werden, dabei müsse soziale Gerechtigkeit gewahrt bleiben. Haushalte mit geringem Einkommen bräuchten gezielte Unterstützung.

In dem angeschobenen Wärmeplan heißt es unter anderem: „Mit der kommunalen Wärmeplanung wollen wir eine jederzeit verlässliche, klimaneutrale und bezahlbare Wärmeversorgung sicherstellen. Alle Dresdner Bürgerinnen und Bürger sollen schnell Klarheit darüber bekommen, welche Art der Wärmeversorgung in ihrem Wohngebiet künftig zum Einsatz kommt. Das schafft Planungssicherheit für Gebäudeeigentümer, Unternehmen, Planungs- und Genehmigungsstellen und weitere Betroffene. In die Planung ist eine breite Beteiligung integriert, dabei beziehen wir die Stadtbezirke und Ortschaften besonders eng ein.“

Forderungen von Extinction Rebellion Dresden
- Schnellere und konsequentere Umsetzung des kommunalen Wärmeplans mit messbaren zweijährigen Zwischenzielen.
- Ausbau der Wärmenetze und Förderung von Wärmepumpen als kostengünstigste und klimafreundlichste Option.
- Soziale Ausgleichsmaßnahmen, damit die Wärmewende für alle bezahlbar bleibt.
- Transparente Kommunikation und frühzeitige Einbindung der Bürger in die Planungen.
Laut der Gruppe ergeben sich aus einer konsequenten Wärmewende mehrere Vorteile:
- Bis zu 50 Prozent geringere Kosten für Heizung und Warmwasser durch erneuerbare Wärmequellen
- Stabile Preise, unabhängig von internationalen Krisen
- Milliardenersparnis bei CO₂-Kosten für die Stadt und ihre Bewohner
- Stärkung der lokalen Wirtschaft und Sicherung von Arbeitsplätzen
Weitere Informationen der Gruppe: extinctionrebellion.de/og/dresden




















