Von der Straße in die Schule

Für die meisten ist Schule etwas Selbstverständliches. Doch für Dresdner Straßenkids liegt ein Schulabschluss meist in weiter Ferne. Im KLuB der Treberhilfe Dresden bekommen sie eine zweite Chance. 2014 entstand dort die erste Straßenschule Dresdens.

Die Unterrichtsräume auf der Königsbrücker Straße sehen nicht aus wie die einer normalen Schule. Die Einrichtung ist zusammengewürfelt und improvisiert. Vieles ist selbst gemacht. Trotzdem finden hier wie in jeder anderen Schule Mathe-, Deutsch- und Physikunterricht statt. „Wir machen aber auch Workshops in den Bereichen der Malerei, Fotografie oder Musik“, sagt Sozialpädagogin Beate Rohde. „KLuB“ ist eine Abkürzung und steht für „Kompetenzen Leben und Bilden“.

Unterrichtsraum in der Straßenschule
Der Unterrichtsraum in der Straßenschule
Seit gut einem Jahr begleitet sie zusammen mit Dieter Wolfer und Peggy Schramm junge Dresdner in schwierigen Lebenslagen auf dem Weg zu einem Schulabschluss und rein ins Berufsleben. In der Straßenschule können sie die Schulfremdenprüfung ablegen und so zum Haupt-, oder Realschulabschluss gelangen.

Wenn die Teilnehmer das erste Mal in den KLuB der Treberhilfe kommen, haben die meisten mit ihrer Schulzeit längst abgeschlossen. Viele sind von zu Hause ausgerissen und kämpfen mit Armut, Obdachlosigkeit und Drogenproblemen. Trotzdem wollen sie eine zweite Chance auf einen Schulabschluss. „Manche haben jedoch ein richtiges Schultrauma“, sagt Streetworker Dieter Wolfer. Deshalb ist es umso wichtiger, mit viel Geduld, Zuwendung und Zuspruch an die Schüler heranzugehen.

Beate Rohde, Dieter Wolfer und Peggy Schramm vom KLuB
Beate Rohde, Dieter Wolfer und Peggy Schramm vom KLuB der Treberhilfe

Das Lehrpersonal der „Straßenschüler“ ist bunt zusammengewürfelt. Darunter sind Lehramtsstudenten, pensionierte Lehrer oder Ingenieure, die den Straßenkids Physik beibringen. Anders als in der klassischen Lehrer-Schüler-Hierarchie lernen in der Straßenschule beide Seiten voneinander. „Oft sind die Lehramtsstudenten und die Schüler im selben Alter. Da werden Erfahrungen aus verschiedensten Lebenswelten ausgetauscht“, erzählt Dieter Wolfer.

Finanziert wird das Ganze unter anderem von der Aktion Mensch. „Wir könnten aber durchaus mehr Fördermittel gebrauchen“, sagt Peggy Schramm. Der Zuspruch ist mittlerweile so groß, dass es eine Warteliste für Interessierte gibt.


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Die Arbeit des KLuB wurde Anfang Dezember mit dem kriminalpräventiven Jugendhilfepreis ausgezeichnet. Das Preisgeld in Höhe von 3000 Euro stiftete die Dresdner Stiftung Soziales & Umwelt der Ostsächsischen Sparkasse Dresden.

Weitere Informationen zur Straßenschule

2 Kommentare zu “Von der Straße in die Schule

  1. …na das finde ich ja mal richtig geil und echt ’ne coole Sache. Ihr versucht die Kids zu verstehen, habt Zuneigung und hoffentlich viel Zeit… alles Dinge die oft in deutschen Schulen und dem dazugehörigen Schulsystem schlicht weg hin fehlen.

    *Tja, der Staat versaut es und dann muss man um Fördergelder ringen und zusehen wie man die Kids wieder auf Reihe bringt.

    Respekt!!!

    an dieser Stelle kann ich den Mamas und den leer-Körpern ;-) ein sehr gutes Buch empfehlen…
    „Spielerisch im Gleichgewicht“ von Monika Murphy-Witt, leider nicht mehr im Handel.

    jedoch glaube ich gehört zu haben, das Buch soll es auch als pdf in sehr guter Qualität geben ;-)

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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