19 Ergänzungen

  1. Das ist ein Witz, der sich mir nicht erschließt.

    Nicht lustig ist die falsche Rechtschreibung der gebrochenen Schrift.
    Das >slang-sstßlang-sslang-sssSchluß-ssch< auch eine Ligatur zu sein hat.

    Am Ärgerlichsten ist aber, daß die gebrochenen Schriften heutzutage mit Nazismus verbunden werden. Das ist definitiv falsch! Wilhelm Busch, Marx und Engels oder die Sächsische Bibelgesellschaft waren sicher keine Nazis (soweit ich weiß), aber haben ihre Bücher in gebrochener Schrift verlegen lassen.

    Zum Frakturstreit in Deutschland kann jeder Interessierte einiges Material im Internet finden. Bitte nicht nur bei Wikipedia suchen, sondern auch bei speziellen Typografiesites.
    Und was die Nazionalen Sozialisten betrifft, findet sich im Netz auch ein Faksimile des "Frakturerlass".

    Eine Schrift ist ein Werkzeug. Sie ist nicht verantwortlich für die Inhalte, die sie transportiert.

    …sagt ein Liebhaber der gebrochenen Schriften

    PS: Bis heute stehen im DUDEN die Rechtschreibregeln für gebrochene Schriften.

    Und das

  2. Hallo Moderator, mir hat es den Kommentar zerschossen:
    Erster Absatz: Das s muß ein lang-s sein (wer das nicht kennt, schaue sich im Konsum das Etikett von Hasseröder-Bier an) . Außerdem muß die Buchstabenkombination von lang-s und t als Ligatur gedruckt werden. (Wer keine Ligatur kennt, denke an ß . Das ist die Ligatur aus lang-s und s. ) Achtung! Eigentlich ist das lang-s das s und das s ist das Schluß-s. Ein Fehler, der ein dauerndes Ärgernis für Frakturfreunde ist. Auch Neonazis machen den! Da fällt es kaum noch ins Gewicht, daß die Buchstabenkombination ch als Ligatur gedruckt werden muß.

    Weiter wie derAusgangspost…

  3. Nach meinem Duden wird lus|tig getrennt und nach meinem Sprachverständnis wird es auch »lus-tig« gesprochen. Ich würde die beiden Silben des Wortes nicht mit einer Ligatur künstlich verbinden.

  4. „Trenne niemals st, denn es tut weh.“ So hab ich das noch in der Schule gelernt. Aber inzwischen darf man das, eine der wenigen neuen Rechtschreibregeln, die ich hundertprozentig unterstützen kann.

  5. Ich kenne den Spruch so:

    Trenne nie »s-t«,
    denn es tut ihm weh.

    glaube mich aber zu erinnern, dass man es wohl in Sonderfällen auch früher schon trennen durfte. Aber einen Anlass für eine Ligatur würde ich auch nicht sehen, wenn dort keine Silbentrennung erlaubt wäre.

  6. „Eine Schrift ist ein Werkzeug. Sie ist nicht verantwortlich für die Inhalte, die sie transportiert.“
    Soweit eigentlich richtig, aber mit Schrift kann man mehr ausdrücken, als mit dem Inhalt (kann, muss nicht)! Das ist wie mit Bildern und die Schrift ist auch nur ein Bild vom Inhalt. Man kann verschiedene Schriften für ein und das selbe Wort nehmen und es ist wie beim Photographieren aus unterschiedlichen Perspektiven, dass Objekt bleibt gleich, nur die Sichtweise ändert sich.

    Das dabei die gebrochenen Schriften mit der Nazizeit verbunden werden ist nicht hundertprozentig falsch, denn die gebrochenen Schriften wurden erst 1941 verboten. Vorher wurden diese Schriften sogar vermehrt eingesetzt, häufig auch als Brotschrift. Vor allem die Fraktur galt als typisch deutsche Schrift! Es wurden sogar neue Schnitte angefertigt und nicht nur alte Bekannte, wie die Walbaum-Fraktur, weiterverwendet.

    Im allgemeinen sieht man die gebrochenen Schriften heute als historisch an, niemand würde sie als Brotschriften verwenden und als plakative Schrift eignet sich etwas modernes einfach besser! Überlegt einfach mal, wie viele Menschen ihr kennt, die einen Text in der Fraktur flüssig lesen können!

  7. Mein Wunsch ist es, daß die gebrochenen Schriften nicht immer nur als Nazischrift wahrgenommen werden.
    Wer mal nach Rudolf Koch guhgelt, wird einen außergewöhnlichen Schriftkünstler entdecken.
    Und auf der letzten Buchmesse in Leipzig gab es auch wieder einen Stand des Bundes für deutsche Schrift und Sprache eV (http://www.e-welt.net/bfds_2003/index.htm). Für einen Neustädter sicher gewöhnungsbedürftige Leute, so im Dirndl und Trachtenjanker, aber absolut kompetent, was gebrochene Schriften angeht. Auf ihrer Site findet sich viel Material.

    Eine heutige Textura als Brotschrift wird wohl zuerst an der elektronischen Datenverarbeitung scheitern. Und dann an der mangelnden Akzeptanz beim Leser, weil das ja ersten nicht lesbar ist und zweitens eine Nazischrift ist, die man genau deshalb nicht lernen sollte. Aber ich glaube schon, daß es immer wieder mal vorkommen wird, daß ein Buch in gebrochener Schrift erscheint. Und viele Schriften von Rudolf Koch kann man sich heute noch bei Linotype lizensieren lassen.
    Mit uns Frakturliebhabern ist es eben so wie mit den Schallplattenfreunden oder Anhängern der Röhrentechnologie beim Verstärkerbau. Das Rad der Zeit dreht sich weiter.

    Übrigens:
    Das lang-s gibt es auch bei Antiquaschriften. Bis in die 50er Jahre wurden noch Bücher damit gesetzt.
    Wer einen Rechner mit OpenOffice oder MSOffice besitzt, sollte mal in der Sonderzeichentabelle für eine Schrift nachschauen. In der Unicodetabelle steht das lang-s unter U+017F.
    Ich habe aus den 90ern noch eine Schrift namens „Palatino Linotype“. Da gibt es nicht nur das lang-s, sondern auch noch ein paar Ligaturen. Die st-Ligatur gleich zweimal, einmal mit lang-s und einmal als Schwungligatur mit dem rund-s.
    Bei Frakturschriften für den Rechner gibt es hingegen keine feste Norm zur Tastaturbelegung. Da ist es ganz verschieden. Die Finger sollte man, Ligaturen hin oder her, auf jeden Fall von Fonts lassen, die kein lang-s haben. Das ist dann für deutsche Texte sinnlos. Für englische Texte gehts, denn die haben kein lang-s. Das ist typisch deutsch. Ähnlich wie das gestrichene L typisch polnisch ist.

    Und im Duden meinte ich nicht die Wortliste, sonder die Richtlinien zur Rechtschreibung und Zeichensatz.

    Und was ist jetzt eigentlich der Witz auf dem Foto? Kann mir den mal jemand erklären?

  8. Ich kann da jetzt nur von mir persönlich ausgehen. Als ich das Bild sah, musste ich einfach schmunzeln. Würde da jetzt keinen tieferliegenden politischen Witz hinein interpretieren wollen.

  9. @Stefan:
    Ja, gerade Rudolf Koch hat sehr schöne Schnitte angefertigt. Vielleicht kennst du die Seite ja schon, aber http://moorstation.org/Koch_Memorial/index.htm dürfte eine Empfehlung sein!!

    Um noch mal auf das lange s zurückzukommen, ich habe bis jetzt kaum mal gesehen, dass das lange s auch richtig eingesetzt wurde. Selbst Gestalter setzen oft ausschließlich das kurze s ein, selbst dort, wo es nicht hingehört.

  10. @ langes s… egal ob richtig oder falsch, das hängt einfach mit den heutigen Lesegewohnheiten zusammen. Wir gravieren in unserer Firma auch gelegentlich gebrochene Schriften und da greife ich auch gern auf das herkömmliche S zurück, weil die meisten Leute ein F lesen, was dann meist/immer absolut sinnentstellend ist. Da nehme ich bei den meisten Kunden lieber eine kleine Rechtschreibänderung hin, als das ich einen Grabstein mit mehreren hundert Buchstaben, wegen eines vermeintlichen Fehlers, abschleife und neu graviere.
    Dem Aufkleberproduzenten wirds ähnlich gegangen sein…
    luftig kontra lustig….

  11. Ich kenne auch welche, doch kaum lustige. Dies hier, noch dazu im Zusammenhang mit seinem Abriss zum deutsch/deutschen Lustich-Film, find ich auch nich lustich. Und möchte dem mirko beipflichten. Allein, der selbsternannte Geschmackspabst wird sich wohl einen Dreck drum scheren. Und weiter posamentieren. Hoch lebe der Spaßklüngel.

  12. Für diese Diskussion hat sich die Karte schon gelohnt!

    P.S. Mensch Mirko und ich dachte wir wären uns so ähnlich, wie Du mal meintest. ;-) Wie sich die Zeiten doch ändern….

  13. Ich finde die Karte sehr lustig. Der Witz ist, dass man den Witz nicht erklären muss oder kann. Er funktioniert einfach, das macht ihn zu einem guten Witz.
    Mein einziges Problem: wo bekomme ich diese Karte her? Wer verkauft Sie?

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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