Die Mauer ist gefallen

Mauer ist weg!
Mauer ist weg! Foto: creaface

Heute ist die Mauer an der Böhmischen Straße 32 gefallen. Eine Investorengemeinschaft will auf dem Grundstück zwischen Böhmischer und Bautzner Straße Wohnungen errichten. Das Projekt trägt den Namen „Hofquartier Bautzner Straße“. Zuletzt hatte auf der Fläche der BRN-Lustgarten sein Domizil. Im vergangenen Jahr waren schon etliche Hinterhäuser entfernt worden.

Ende 2014 begannen die Arbeiten für die Neubauten. Heute fiel nun die Mauer zur Böhmischen Straße. Mit ihr leider auch die Open-Air-Galerie Ukradena. Auf dem fast 10.000 Quadratmeter großen Gelände zwischen Rothenburger, Böhmischer und dem Parkhausriegel an der Bautzner Straße soll eine Anwohnerstraße und sechs Stadtvillen entstehen. An Stelle der alten Mauer, soll hier ein neues Haus mit Hinterhäusern entstehen. In den Häusern sollen 46 Mietwohnungen entstehen. Geplant sind 3- bis 5-Raum-Wohnungen, die zwischen 80 und 120 Quadratmetern groß sein sollen.

Mit schwerem Gerät wurden die Überbleibsel der historischen Bebauung entfernt.
Mit schwerem Gerät wurden heute die Überbleibsel der historischen Bebauung entfernt. Foto: medienwerkstatt

An dieser Stelle gab es in den vergangenen Jahren immer den Zugang zum BRN-Lustgarten, der Zugang wurde nach den Feierlichkeiten aber immer wieder brav zugemauert. Künftig wird also eine Anliegerstraße von der Böhmischen zur Bautzner Straße führen. Mittels Poller soll die Durchquerung für Autos verhindert werden.

Stadtvillen mit Mietwohnungen. Visualisierung: Arge Schubert Horst Architekten – TSSB architekten.ingenieure
Stadtvillen mit Mietwohnungen. Visualisierung: Arge Schubert Horst Architekten – TSSB architekten.ingenieure

Das genaue Aussehen der Stadtvillen steht noch nicht fest. Architekt Matthias Horst, das Büro hat übrigens auch das Parkhaus an der Bautzner Straße entworfen, erklärte bei der Vorstellung des Projektes im Ortsbeirat, dass die Gestaltung der Häuser noch nicht feststehe. Es sei auch vorstellbar, dass die Häuser eine Ziegel- oder Holzoptik bekommen. Ende 2015 soll das Hofquartier fertig gestellt sein.

Hier wird bald ein neues Haus stehen.
Die Mauer ist weg, bald wird hier ein neues Haus stehen.
Freier Blick von der Böhmischen bis zum Parkhaus. Foto: creaface
Freier Blick von der Böhmischen bis zum Parkhaus. Foto: creaface

Vielen Dank für die Baustellenfotos an creaface und die Medienwerkstatt


Anzeige

Mitarbeiter gesucht bei Simmel

65 Kommentare zu “Die Mauer ist gefallen

  1. Ich find’s auch potthässlich. Aber TomDD, Dein beschränktes Ost-West-Denken ist auf jeden Fall auch nicht Neustadt. Das ist eher Pegida. Trotzdem tolerante Grüße…

  2. Holzoptik, Ziegeloptik? Also ohne Holz oder Ziegel? Und 2015 soll das Hofquartier fertiggestellt sein? Dann sollte man aber bald wissen, wie die Häuser aussehen sollen..

  3. Nö, nix mit Tolranz gegen Dummheit. Tom, lieber Wessis hier in der Neustadt als solche wie dich ertragen zu müssen. Gottseidank verändert sich die Neustadt und bleibt nicht eingefrostet. Auch wenn die ewiggestrigen wie Tom es nicht ertragen können. Macht nix, Veränderung passiert eben…

  4. @BugCheech: eigentlich wollte ich darauf nicht antworten, aber wenn du die „Pegidakeule“ schwingst, kann man nur lachen oder auch staunen:-). den Rest des Satzes überlasse ich deinem tolerantem köpfle :-)Grüßle

  5. Na endlich, habe es nicht mehr zu träumen gewagt.
    40 Jahre hab ich drauf gewartet.
    Ihr Vöhölker der Welt … schaut auf diiese Staddtttt !!!

  6. @undsonstso: was soll man darauf antworten? Ich Schmunzle mal etwas.

    Ach so, ich bin auch für positive!!! Veränderungen.

  7. Wie klingt es, wenn man auf ein hohles Objekt schlägt? „TomDummDumm“ :P
    außerdem: wer ein Deppenapostroph verwendet, sollte erst mal im eigenen Keller die Wände kacheln.

  8. Mal zurück zum Sachlichen:
    Ende 2015 sollen die Häuser fertig werden? Ich bin zu Hause mit Bauzeichnungen aufgewachsen, habe später selber jahrelang auf dem Bau gearbeitet. Da gab es immer eine Grundregel für Neubauten: Einen Winter muss der Rohbau stehen, damit der Frost die Feuchtigkeit (von Mörtel & Co.) aus den Mauern ziehen kann.
    Ich glaube, so dumm waren unsere Altvorderen gar nicht: Die haben einfach mit den Gegebenheiten gelebt – anstatt mit Chemie gegen Schimmel in zu früh bezogenen Häusern.

    Ansonsten (jetzt wieder spielerisch-spekulativ) gefällt mir das Foto mit den Baumaschinen ganz gut: ein herrlicher Kinderspielplatz. Davon träumen doch viele Kinder: Baggerfahrer sein zu dürfen. Wäre das nicht auch eine gute Idee für das Areal? Dazu noch lustgarten-tauglich!

  9. Schade:
    mit der Mauer ist auch ,,die kleinste Galerie der Stadt“ gefallen = weg…

    an dieser Mauer waren kleine Kunstwerke ausgestellt bzw. wurden in kleinen Rahmenkästen regelmäßig gezeigt.

  10. lest lieber mal den Artikel „Pfingst-Gast-Familien gesucht“ und reagiert mit gutem Beispiel ihr Dauerschwätzer.
    Alraune

  11. @ Ecki: heute kann man einen Bau technisch trocknen, wenn man das will. Einen Rohbau mal einen Winter stehen lassen kann sich heute keiner mehr leisten.
    In viel früheren Zeiten wurden Wohnungen mitunter zuerst an arme Leute zum „trockenwohnen“ vermietet.
    Und was die Optik angeht, so möchte ich einen Maurer aus der Gründerzeit zitieren: „Meesta, den Rohbau ham wa feddich, wat solln nu fürn Stil dran?“ Das ist so ähnlich wie bei Laminat, da kann man ein beliebiges Dekor dranpappen. Von der Funktion her ist es fast egal.

  12. @Ecki Diese gruselige Aussage kann ich so nicht stehen lassen, das ist weit entfernt von „sachlich“.

    Viele Baustoffe, v.a. die hydraulisch gebundenen, dürfen für bis zu 30 Tage keinen Temperaturen unter 5 ºC ausgesetzt sein. Der Frost zieht da überhaupt keine Feuchtigkeit, der macht im schlimmsten Fall irgendwas kaputt. Dass ein Rohbau trocknen muss ist richtig, aber wenn das unbedingt über den Winter sein muss, sollte der Bau durch Dach und Fenster vor eindringender Feuchtigkeit geschützt sein. Bei den heutigen Bauzeiten kommt man aber auch dann um die technische Trocknung nicht umher. Das einzige bisschen Wahrheit, was in deiner Aussage verborgen ist, ist die Tatsache, dass die Luftfeuchtigkeit im Winter idR geringer ist als im Sommer, was eine Trocknung begünstigen kann. Ein Rohbau hat über den Winter aber mit Sicherheit nicht offen rumzustehen um zu „trocknen“.

  13. @Ecki: wie lange soll man denn heutzutage auf einen Winter warten? Da steht der Rohbau doch jahrelang.

    Kinderspielplatz? Steinewerfen üben?…

  14. @Anton: Was ist eigentlich mit den schönen Steinen passiert? Ich mein, die Mauer hatte einige wunderschöne Sandsteine. Darf man sich da noch schnell welche wegnehmen?? Oder ist das Diebstahl? (Scheinheiligfragmallieb)

  15. @gefrostete Papaya: was manche so rauslesen… Wer sprach von einem Rohbau ohne Dach und Fenster? Und das frischer Mörtel keinen Frost abbekommen darf, war auch schon früher so.

    Heute wird einfach zu schnell gebaut – darum ging es mir. Redet bzw. schreibt das nicht einfach schön! Es tut nicht gut, Zeit zu sparen („kann sich heute keiner mehr leisten“… e.a.Stefan) und hinterher die chemische Keule zu benutzen. DAS ist m.E. gruselig.

    Und weil manche das so gern mögen, hier gleich zum Frühstück einen Bibelvers: „Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde“ (Prediger 3,1 nach Luther)

  16. am besten alles abreissen und zurück ins Mittelalter, voll neustadt und so. (..auf ironie muss im internet ja immer aufmerksam gemacht werden..)

  17. @Ecki

    Es stimmt dass die Leute früher dachten man könne Dinge gut im Winter trocknen, weil die Luftfeuchte bei niedrigen Temperaturen viel weniger ist als bei hohen. Jedoch ist das ein Trugschluss, da sich das auf die absolute Luftfeuchtigkeit bezieht. Ausschlaggebend für die Trocknung ist jedoch die relative Luftfeuchtigkeit, weil sie ein Maß dafür ist wie viel Feuchtigkeit von der Umgebung aufgenommen oder abgegeben werden kann. Je höher die rel. Luftfeuchte ist desto näher ist sie an der Sättigung der Luft (100%, keine Wasseraufnahme mehr möglich). So kann Luft bei einer Temperatur von 20°C ca. 17g/m³ Wasser aufnehmen, wohingegen die maximale Aufnahme bei 0°C nur ca. 4g/m³ beträgt. Wenn man also etwas trocknen möchte dann wäre der Sommer geeigneter. Ich trockne durchnässte Sachen ja auch über der Heizung und nicht im Kühlschrank. :D Es gibt zwar noch das Gefriertrocknen als schonende Trocknung, aber das ist auf dem Bau wohl eher nicht so pragmatisch.:)

    Zum Thema Schnelligkeit. Natürlich ist es sinnvoller einem Bau die Zeit und Aufwand zu geben den er benötigt um perfekt zu werden. Aber es ist bestimmt auch sinnvoller sich seine Möbel von einem ortsansässigen Tischler anfertigen zu lassen und nicht von einem schwedischen Möbelhersteller. Beides ist aus Kostengründen aber trotzdem nicht so beliebt.

  18. OK. Das war’s. Die Neustadt hat endgültig allen Charm eines „alternativen“ Viertels verloren. Nur noch Juppies, Luxussanierungen und jetzt auch noch tolle plattenbauähnliche Stadtvillen.

  19. @Ecki Fenster gehören meines Erachtens zu den Ausbauarbeiten und gehören somit nicht zum Rohbau :)
    Aus deiner Aussage kann man auch nicht viel rauslesen, außer dass sie kein Hand und Fuß besitzt.

    Zu behaupten, dass alle Bauten mit kürzerer Bauzeit als es früher vielleicht üblich war, am Ende chemisch von Schimmel befreit werden müssen, ist eine böse Verallgemeinerung. Ziegel und Beton brauchen z.B. mehrere Monate bis zu gut einem Jahr um natürlich zu trocknen, das war schon immer so. Da würde auch „ein Winter“ nicht ausreichen. Das gehört eben zu der Natur mancher Baustoffe und führt nicht zwangsläufig zu Schimmelbildung. Im Endeffekt wird die richtige Trocknung des Rohbaus von vielen anderen Dingen beeinflusst, wie eine funktionierende Abdichtung, eine korrekte Konstruktion, richtige Lüftung usw. Das hat mit der Bauzeit und mit der Tatsache, ob Sommer oder Winter nicht viel zu tun.

    Ich habe das nicht gesagt, um dich sinnlos zu kritisieren, sondern um dieser Diskussion eine tatsächlich „sachliche“ Basis zu geben :)

  20. @Martin Luther: das bezog sich auf eine Kritik von vor ein paar Wochen, dass ein gewisser Martin Luther hier mal zur Vormittgaszeit Bibelverse zitiert hat und sich manche davon das Frühstück verdorben fühlten…

    Aber wir können gern mal um 10.20 Uhr einen Kaffee trinken gehen.

  21. Stimmt, da hatte eine gewisse Lucy kurz vor 10 Senfeier in der Kirche gefrühstückt :-)

    Ich selbst habe die Bibelverse bereits gegen 08:30 Uhr rezitiert – lange nach dem Frühstück :-)

    Kirchenkaffee?

  22. ich halte es für besser, Religion Privatsache bleiben zu lassen, es tut nicht Not die Kommentarfunktion hier für Kanzelaktivitäten zu benutzen. Kommt irgendwie gar nicht gut bei mir an.

  23. Ich finde es gut, dass die Mauer gefallen ist und drüben angemessene Wohnungen für Wessi(e)s gebaut werden. Das ist ein bisschen wie ’89…

    Der Böhmerwald wurde für dieses Projekt – siehe Foto – fast komplett zu Kleinholz gemacht. Wo bleibt hier der Aufschrei?

  24. Nuja, da war sie weg die Mauer, hab auch nicht schlecht gestaunt!

    Aber kauernd oder lauernd Mauern dauernd nachzutrauern macht sauern… Deshalb hier nur eine kleine Reminiszenz: http://www.kulturaktiv.org/?p=2024

    Sorry für den schlechten Kalauer, irgendwas stimmt mit den Taninnen im Bordeaux offenbar nich :-)

    Aber: wir kommen wieder! Sind am arbeiten…

  25. @Zeitzeugin: Kaffee auf der Kanzel ist ausgeschlossen. Da ist m.E. nicht genug Platz. Und: das sind hier ganz private Kommentare. Wenn das bei Ihnen nicht „gut ankommt“, lesen Sie doch einfach nur das, was bei Ihnen „gut ankommt.“

    Oder Sie sehen es mal anders: Das Leben ist eben manchmal unbequem und wir müssen uns auch mit dem Auseinandersetzen, was wir nicht mögen. Lassen Sie uns einfach unseren Spaß.

  26. Ich bin ja gespannt, wann endlich die geniale Schwebebauweise erfunden wird. Häuser, die kein festes Fundament brauchen, sondern in der Luft schweben. Dann wäre ein massive Problem in der Neustadt endlich gelöst: Das Bauplatzproblem, denn dann könnte man unbegrenzt in die Höhe bauen. Was ist dagegen schon das Überbevölkerungsproblem? Bei Ersterem geht es ja schließlich nicht um so etwas Unwichtiges wie Lebensqualität oder Bewegungsfreiheit, sondern um etwas ganz Existenzielles: Kohle scheffeln und hipp sein.

  27. Das zweite Volvo-Ghetto ist endlich in erkennbarer Reichweite.
    Lasst uns diejenigen, die dies genehmigen und finanzieren,
    Loben und Preisen, auf das bald überall in der Neustadt
    der gleiche, dekadente und nur auf Schickimicki-Micki
    bedachte Lebensstil vorherrscht!
    Wie steht/stand es so schön über der Tiefgarage von der ehemaligen Sauerkrautfabrik:
    Willkommen in der Hölle!

  28. @Jane: interessante Idee, aber was machen wir dann mit denen, die Höhenangst haben. Also ich würde nicht in der Höhe wohnen wollen.

    Wie kommen die Menschen dann auf die Erde? Werden die Supermärkte, Einkaufsläden, Arztpraxen dann auch in die Höhe gebaut? Kommt man dann schwebend von einem zum anderen?

    Fragen über Fragen…

  29. Willkommen in der Hölle!
    Das ist einfach nur dumm! Ich kenne ein Pärchen, was da wohnt. Die leben und arbeiten schon seit Jahrzehnten in der Neustadt!
    Die hätten, so rein kohlemäßig, auch auf den Hirsch ziehen können, wollten aber in ihrem Viertel bleiben. Und ja, es ist auch ihr Viertel!

  30. @Vorbeifahrer: Verdrängung und Gentrifizierung hat viele Gesichter:
    http://www.schauburg-dresden.de/index.php?page=va&va_id=21712

    Auch „Neustadt-Sympatisanten“ mit der entsprechenden Kohle und der Eigentumswohnung oder Baugemeinschaft sorgen für Aufwertung und letztlich Verdrängung. Damit sind sie nur quantitativ anders als irgendwelche Hedgefonds oder Immobilienkonzerne und Teil der neoliberalen Stadtentwicklungspolitik, die alles Öffentliche privatisiert.
    fyi:
    https://berlingentrification.wordpress.com/
    https://karlapappel.wordpress.com/

  31. Hähh? … Hab nicht auf die S,Fabrik, sondern auf die kleinste Galerie ( an der entfernten Mauer) hingewiesen :)
    …so en Durcheinander hier ;)
    @antz… Ich frag mal nach

  32. @ kanneko: sorry, der Kommentar zur Sauerkrautfabrik kam von Lhotse, das habe ich durcheinandergewürfelt.

  33. Wie wollen wir denn das schöne Viertel nennen? – „Würfel Wald“ als kleine Erinnerung an den Böhmerwald oder bleiben wir beim „Lustgarten“?
    Vielleicht findet sich auch wieder eine gehäuft auftretende Automarke?

  34. @ MS, Seldon, Lhotse etc. etc. … Ich bleib mal bei „Vorbeifahrers“ Beispiel – das kann ich nämlich gut nachvollziehen: ich lebe seit 1994 (also vermutlich länger, als manch hier Kommentierender) in der Neustadt und denke auch darüber nach, ob ich meine Miete weiterhin Konsorten a la KACKFAH u.ä. in den Rachen werfe, oder mir, nunmehr familiärer aufgestellt als Anno 1994, was eigenes „schaffe“. Dafür „muß“ ich also Eurer Auffassung nach die Neustadt verlassen? Damit hier alles so bleibt, wie es ist (was vollkommener Unfug ist, weil hier schon lange, lange nichts mehr so ist, wie es war… was zum überwiegenden Teil auch ganz gut so ist – aber möglicherweise kennt Ihr die Neustadt ja noch gar nicht sooo lange…?). Warum macht Ihr (um mal beim gern zitierten Beispiel Berlins zu bleiben) nicht einfach daß, was die „Szene“ der Gentrifizierungsgegner dort z.B. tut? Sie bewegt sich nämlich… Und zwar nach mauerverschuldeten Lummerlandjahren im Kreuzberg der 80er in den Nachwende-Prenzlauer Berg/die Stadtmitte der 90er, hin zum 00er-Jahre Friedrichshain und schlußendlich nun „jüngst“ wieder nach Kreuzberg zurück (Sch… das ist auch schon wieder durch, ich weiß!)- immer auf der „Flucht“ vor der bösen Gentrifi… – obwohl die bis vor ein paar Jahren bei den meisten ja noch gar nicht so hieß, oder? Warum nur stagniert das in Dresden Neustadt so? Sind hier alle besonders widerborstig und renitent? Oder einfach nur bequem, weil es sich aus der nun doch sanierten Bruchbude mit Außentoilette etc. heraus ja so prima anprangern läßt und keiner in der Annonymität der Foren und Chats weiß, daß ich eigentlich auch schon längst mit dem Arsch auf der Bilderbuchseite angekommen bin und nur im Geiste aber eben noch meinen jugendlichen Revoluzzertagen nachhänge? Oder sind/waren Cotta, Leuben, Gruna und wie sie alle heißen mögen dann doch sooo abstoßend, daß die Gentrifizierungsgegner sich da nicht was neues „hochziehen“ könnten, um einige Jahre darauf (also die, die „durchgehalten“ haben und nicht mittlerweile auch familiär „untergekommen“ sind). wieder das Lamentieren anzufangen? Tschuldigung – mußte mal raus… Ich kann diese Geseier nicht mehr hören (lesen).

  35. @ Ulrich: Du sprichst mir aus dem Herzen. Umso schöner wäre es gewesen, wenn Neustädter wie Du und ich die Chance gehabt hätten, auf dem Gelände zwischen Böhmischer und Bautzner Str. was Eigenes aufbauen zu können. Dies war aber offensichtlich nicht im Sinne der Stadt, die den Zuschlag der genannten Investorengemeinschaft gegeben hat – höchstbietend natürlich. Kaufen wird man die Wohnungen wohl leider nicht können, nur mieten. Und das ist eigentlich wirklich skandalös. Ich könnte mir vorstellen, dass es einige Interessenten aus der Neustadt gegeben hätte, auf dem Gelände eigene Häuser hinzustellen.

  36. @Ulrich

    Dein Rumgeheule können unter Garantie auch viele nicht mehr hören:
    wir wohnen schon viel länger hier als das Gesocks um uns herum, sind jetzt eine erfolgReiche Latte-Machiatto Familie und haben dadurch alles Recht – vielmehr Geld – der Welt, um alles exclusiv zu bauen, auch auf Kosten von Freiflächen, exorbitante Mietpreise zu verlangen um Kultur, Soziales und alternative Lebensweisen langsam, doch gekonnt zu verdrängen, da es nicht in unser Luxusghetto paßt (richtige Alternative, Hippies, einfache Studenten, Punks etc. würden ja unsere schöne, neue, heile Welt verschandeln), ihr seit ja alle von gestern, rückständig, dumm und versteht den „Fortschritt“ nicht,
    blubber, blubber, blubber.

    Wie wär’s, wenn DU Dich nach Cotta, Leuben oder Prohlis aufmachst und dort die Gentrifizierung vorantreibst? Die benötigten Gene, der Narzissmus und natürlich die nötige Überheblichkeit dafür sind ja scheinbar vorhanden!

    Also mal ehrlich jetzt!

  37. @antz
    …momentan nix, logo, da Mauer weg :)
    …aber evtl und wirklich vorsichtig gedacht und gesagt, soll wohl eine Abgrenzung, sprich Mauer o.ä. wieder hinkommen, dann wird wohl von der Galerie was aktiviert… lg

  38. @ Anton: Du weißt doch – alle Grundstücke in einer Stadt werden durch die Stadt verkauft. Schließlich liegen die in der Stadt!!! Somit sind sie städtisch! Ist doch Logisch! Und, hier die nächste Wahrheit: verkauft wird immer höchstbietend und immer an den Falschen! ;)

    @ Heikisan: Im Ernst: Die Stadt hat tatsächlich kaum eigene, freie Grundstücke. Deshalb ist es z.B. so problematisch, wenn ein Platz für neue KiTas, Schulen, Rettungswachen etc. gesucht wird. Zumeist wird von Privat zu Privat verkauft, auch z.B. bei Globus, am Verkehrsbetriebe-Hochhaus, Marina Garden etc.

  39. @ Anton und E-Haller: Mir ging es in dem Falle eher um die Möglichkeit die die Stadt hat, innerstädtisches Wohnen zu gestalten und entsprechend steuernd einzugreifen. Vielleicht wird das Projekt am Ende ja auch ganz schön. Besser wäre es trotzdem, wenn die Stadt private Bauherrengemeinschaften entsprechend besser unterstützen würde. Hier scheint sich jetzt aber in der Tat wohl etwas zu ändern. Bisher hat die Stadt – sofern das Grundstück ihr gehört hat (@ E-Haller: das ist mir schon klar) – immer an den Höchstbietenden verkauft. Mittlerweile sollen nun auch die konkreten Projekte inhaltlich bewertet werden. Ob das für die Neustadt insgesamt vielleicht zu spät kommt, mag ich nicht beurteilen – für einige Projekte aber mit Sicherheit (z. B. für die Villa auf dem Bischofsweg, die mal ein Kindergarten war).

  40. @Lhotse: Schon wieder kabbeln wir uns :).. es ist nun mal so, dass derjenige das Recht hat, da was zu bauen/zu verändern, dem die (Frei-)Fläche gehört – und wenn derjenige exclusive Wohnungen mit exorbitanten Preisen da bauen möchte, da kann er das auch tun.. nach meiner Ansicht besteht auch kein Zusammenhang zwischen Wohnungsbau und Kulturverdrängung – das kann sich doch gut ergänzen.. nur nochmal, wem es gehört – der darf bestimmen (so lange es sich im einklang mit geltendem Recht vereinbaren lässt)…

  41. Hallo Ulrich,
    das Einzige, was meiner Meinung nach „so bleiben soll“ ist, dass die Leute, die hier wohnen (wollen), das auch weiterhin können, unabhängig von deren finanzieller Situation. Auch die Rentner, Alleinerziehenden, Studenten, Arbeitslosen, brotlose Künstler usw. usf. Und genau dies geht nicht, wenn Gagfah, Immobilienkonzerne oder Baugemeinschaften oder Yuppieh oder Neureiche oder etwas Besserverdienende Aufwertung und Schicksanierung betreiben. Erstere auch noch unter dem einzigen Aspekt der Profitmaximierung. Dein „Vorschlag“, Gentrifierung doch mit Gentrifizierung zu begegnen (denn genau darauf läuft es doch hinaus, wenn Du denen, die’s sich hier nicht mehr leisten können, „Mobilität“ empfiehlst) ist doch wohl eher Unsinn…
    Seit 1994? Wow, Respekt…da hast Du ja nur ein/zwei Gentrifizierungswellen verpasst!
    @Haller: genau das ist doch der Skandal, dass Wohnraum und Freiflächen zumn Großteil in privater Hand liegen! Damit eben nur den privaten Interessen (nach maximalem Mietzins, Profit, Kapitalertrag…) dienen und nicht dem allgemeinen Interesse nach bezahlbarem Wohnraum. Ist ja nun kein Naturgesetz, dass Häuser oder Grund und Boden Privatpersonen oder Banken oder Fonds gehören!

  42. @ Heikisan: Lies Dir Deinen Ursprungs-Post nochmal durch…das jetzt in die Richtung zu verdrehen, nenn ich fast schon „frech“. Man darf ruhig auch mal zugeben, wenn man sich geirrt hat.

    Zum Thema: nehmen wir mal an, ein Grundstück/ Haus käme auf den Markt – dann müsste die Stadt also zugreifen, wenn es die Chance sieht, dass dort eine BHG was draus machen kann. Wer soll das denn kurzfristig entscheiden? Und: es treibt den Preis hoch. Wer soll das tragen?

    Dann: ich kenne ein paar BHGs. Da wohnt jetzt auch nicht gerade die untere soziale Schicht drin – nee, das sind Leute, die sich auch gut so eine ETW hätten kaufen können.

    Aber seis drum – nehmen wir mal an, BHGs sind die erstrebenswerte Bewohnerschaft: deren größtes Problem ist, dass, während sie sich noch sondieren, ein (Groß-)investor schon zuschlägt. Da müsste also irgendeine Möglichkeit her, Grundstücke zu sichern. Das muss aber nicht unbedingt was städtisches sein…

  43. @ toto

    Du hast natürlich vollkommen recht, vor allen Dingen mit ersterem.
    Ich war wohl ein wenig in Rage ob diesem selbstherrlichen Kommentar von U.

    Doch es lässt sich wohl nicht bestreiten, das diejenigen, die bereit und Willens sind,
    horrende Mietpreise oder Grundstückspreise zu zahlen,
    um in einem Szene Viertel zu wohnen, einen erheblichen Beitrag zur Verdrängung eben dieser Szene leisten – obwohl dies ja ursprünglich der Grund war, dort zu wohnen-
    da die normalen Bewohner dies sich früher oder später nicht mehr leisten können
    und traurigerweise auch nicht mehr erwünscht sind
    (und logischerweise betrifft das auch die (Sub)Kultur),
    da sie mit einem Mal das geleckte und gleichgeschaltete Bild stören.

    Geld versaut halt bei vielen – nicht bei allen –
    den Charakter und sorgt für frühzeitige, geistige Umnachtung!

  44. @ E-Haller: Zunächst: Wer hier frech ist, wäre noch zu klären. Im Weiteren: Genau das könnte die Stadt doch machen. Das Zeitproblem wäre wahrscheinlich das geringere Problem. So wie ich Deinen letzten Post verstehe, soll nur die „untere soziale Schicht“ (wer ist das überhaupt?) bei BHGs mitmachen? Was spricht dagegen, auch dem Normalverdiener die Möglichkeit alternativer Wohnprojekte zuzugestehen? Mir leuchten Deine Argumente nicht ein….

  45. Soweit ich weiß, ist die Stadt sogar verpflichtet, Grundstücke meistbietend zu verkaufen – Gebot der Wirtschaftlichkeit.

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.