Manche nennen es Musik…

Ueber den Daechern der Neustadt
Über den Dächern der Neustadt musikalische Geschichten schreiben…
Gespannt kleben sie an den Fensterscheiben, ihr unruhiges Scharen mit den Füßen verrät: Hier ist was im Busche. Was geht dort draußen vor sich? Eigentlich ist es wie immer, aber irgendwie auch nicht. Heute wird es nie sein, wie es gestern war. Die Balkontüren über den Straßen der Republik bleiben vorsorglich einige Zentimeter geöffnet. Man möchte schließlich nichts verpassen. Leise schleichen sie sich an, drehen sich im Winde. Hand in Hand tanzen sie durch Tag und Nacht. Es ist ein Fest. Laute und leise Töne bilden eine klangvolle Symbiose. Ein Zwiespalt: Hüpfende Herzen, strahlende Münder hinter den Fensterscheiben im Erdgeschoss, weiter oben, knallende Balkontüren. Manche nennen es Musik, für andere ist es Krach. Wenn die Kinder der Neustadt ihre Häuser verlassen, werden Straßen, Hinterhöfe und Dächer zum Abenteuerspielplatz. Parkbänke werden zu Bühnen, der Flaschensammler hat Potential. Vielleicht wird er schon bald der Drummer einer Band, die es noch nicht gibt.

Was wäre die bunte Republik, wenn ihre Kinder plötzlich nicht mehr atmen würden? Wenn man die Balkontür offen ließe und fortan Stille es wäre, die uns besuchen käme? Wie würden wir sie vermissen, die kleine schiefe Geige von nebenan und den Jimi Hendrix von der Louise. Wie viele Gesichter würden in Vergessenheit geraten, weil es keine Fotoalben gibt? Wie lange könnte die bunte Republik dann noch überleben, wenn es keine Nachkommen mehr gäbe?

Lasst uns musikalische Bilder malen, lasst sie uns in die Chronik unseres Viertels einbetten. Lasst uns gemeinsam auf Dächer steigen und vor Parkbankbühnen tanzen. Lasst uns Geschichten schreiben und weitererzählen.

Morgen geht es los: das erste Bild für das Fotoalbum wird geschossen. Offbeat Cooperative sind der Anfang einer unendlichen Geschichte. Schon in der nächsten Woche wird der erste Teil zu lesen sein. Natürlich hier im Neustadt-Geflüster. Ich begleite sechs junge Neustädter Musiker zum Stadtfinale des SPH Bandcontest nach Berlin. Viele weitere Porträts werden folgen. Bands jeden Genres, Solokünstler und Mischpultartisten werde ich in ihren Proberäumen besuchen oder zu Konzerten begleiten. Wer sind die Menschen, hinter den Melodien? Kellerchorkünstler oder alte BRN-Hasen? Eines haben sie gemeinsam: Sie beschlossen die Republik unsicher zu machen, die Stille zu durchbrechen. Die Liste ist lang, doch sie darf gern noch länger werden. Das Musikwiki der Neustadt steht noch am Anfang. Doch wenn alle mithelfen, wird das Kind schnell wachsen.


Anzeige

Aust-Konzerte

Liebe Freunde der musikalischen Kunst,

wenn ihr Teil des kleinen Musikprojekts im Neustadt-Geflüster werden wollt, schreibt mir doch bitte eine E-Mail: lisa@neustadt-gefluester.de

Falls jemand spontan zu dem Bandcontest morgen mit nach Berlin kommen möchte, ist herzlich dazu eingeladen. Die Band stellt Bus sowie Getränke und Snacks. 14.30 Uhr ist Treffpunkt an der Wilhelm-Buck-Straße. Alle weiteren Informationen findet ihr auf der Eventseite im Facebook.

Ich freu mich riesig!

2 Kommentare zu “Manche nennen es Musik…

  1. villt gleich noch die Dresdner Ausgabe von genau diesem Contest erwähnen: am 19.07.2014 im Club Puschkin … ebenfalls Stadtfinale mit Dresdner Bands.

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.