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El Tauscho is back

BRN – Sonnabend

Friederike Beyer auf der Louisenstraße
Friederike Beyer auf der Louisenstraße
Die Sonne lachte und lockte die Sonnenbrillen auf die Straße, am frühen Nachmittag traf ich ein paar Freunde in ziemlich schicken schwarzen T-Shirts: „Don´t call it Stadtteilfest“ – für mich der Favorit in diesem Jahr. Wir brachen auf zu einem kleinen Rundgang, die Neustadt war gut gefüllt, aber nicht so voll wie sonst. Zumindest kam ich überall problemlos durch. Auf der Böhmischen Straße sollte eine Hauswand neu gestaltet worden sein. Das mussten wir uns ansehen. Doch was war das: Auf dem kleinen Balkon ein Duo mit Klampfe und Verstärker: „Ria Reiser“ singen Songs von Ton, Steine, Scherben.
Im ersten Moment klingt das ganz gut, doch dann. Naja, der Versuch wars wohl wert. Stunden später war das Duo immer noch im Einsatz, die Betreiber benachbarter Stände inzwischen ganz ordentlich genervt. Im Lustgarten herrscht gemütliches Treiben. Aber was daran ursprüngliche BRN sein sollte, erschließt sich mir nicht. Die Krönung: Für nen Euro darf man hier Kinderreiten! Also wirklich, das muss doch nicht sein.

Für mich wird es Zeit, der zweite Auftritt der Anker naht. Auf dem Weg dorthin denke ich wieder, wie leicht es doch ist, überall durch zu kommen. Besucht keiner mehr die BRN? Wird alles wieder kleiner und gemütlicher? An den üblichen Bowle-Ständen quetsche ich mich vorbei zur Aluna-Bühne. Hier ist entspannte Stimmung, ich treffe massenhaft Bekannte. Die Anker sind in Bestform, auch die Bühnentechnik funktioniert, es gibt sogar eine Zugabe. Später treffe ich ein paar Freunde, die aus der fernen Friedrichstadt angereist sind. „Und was ist jetzt anders als bei anderen Stadtfesten?“ – Die Frage trifft mich, zumal ich kaum etwas entgegnen kann. Überall wird Bier, Bratwurst und Ramsch verkauft, auch das kulturelle Angebot auf den großen Bühnen ist fast nur Mainstream. Das können Bloco Pavao auf dem Lutherplatz nur kurz rausreißen.
Doch dann schlendern wir an der schönsten BRN-Ecke vorbei. Pulsnitzer Straße: Hier darf man mit Plüschtieren auf Katapulte werfen um zur Belohnung mit Schokoküssen attackiert zu werden. Gleich nebenan die Talstraße hat sich in einen Kinderzirkus verwandelt. Hier gehts rund. Der Sonnabend scheint doch noch versöhnlich zu werden.
Später treffe ich den Ordnungsamtschef Ralf Lübs auf dem Alaunplatz. Er strahlt, die BRN laufe prima, es gebe nur wenig zu beanstanden und jetzt wolle er mal nach den Merkwürden-Leuten schauen. Beruhigt ziehe ich mich zurück, muss leider feststellen, dass meine Haustür mit einem Pissoir verwechselt wurde. Das müsste dann mal jemand wegputzen …

Bilder vom BRN-Sonnabend

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4 Ergänzungen

  1. Also ich fand Ria Reiser spitze! Und dass die Standbetreiber „genervt“ waren, ist mir gar nicht aufgefallen. Das Straßenpublikum war umso begeisterter. Bei kaum ner anderen Band wurde so begeistert mitgegrölt, wie bei „König von Deutschland“ und kaum irgendwo blieben so viele Leute derart lange stehen, um zuzuhören und zu -schauen. Wahrscheinlich waren die Ständler deshalb so genervt, weil dadurch weniger Leute Lust hatten, sich in dem Gedrängel was zu Essen oder zu Trinken zu kaufen.
    Mir ist in dem Gedrängel auf der Görlitzer Straße übrigens Jens Hoffsommer von den Grünen über den Weg gelaufen, den trifft man zuletzt irgendwie des Öfteren und immer in ungewöhnlichen Situationen ;)

  2. Lustgarten? Frustgarten! Wenn Du da rein wolltest, wurdest Du gefilzt, als ob Du eine Bombe in einen Flieger schmuggeln wölltest. Nee Leute, da hört die BRN auf. Klar Glasflaschen, aber einen Vorteil muss man doch als Anwohner behalten ;-)

  3. Pingback: Medienfuzzis Blog » BRN = Bund der Republik Neustadt?

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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