Sukuma startet mit Handysammelbox

Der Ideenwettbewerb „Sukuma Award“ sucht wieder die Kinospot-Ideen der Dresdner. Nachdem es im vergangenen Jahr um Bankgeheimnisse ging, steht in diesem Jahr unser Umgang mit Elektronik im Focus.

Unter dem Slogan „Du kaufst mehr als Du denkst!“ sollen die Probleme und Alternativen rund um unsere Elektronik bekannter machen. Während ein großer Netzanbieter jetzt damit wirbt, dass man jetzt schon jährlich ein neues Handy per Vertrag bekommen kann, wachsen auch die Probleme: Der Rohstoffbedarf steigt, die Elektroschrottberge wachsen und in der Produktion werden Arbeitsrechte oftmals verletzt. Faire Alternativen gibt es bisher kaum.

Carla und Nadja vom Sukuma-Verein präsentieren: Die Handysammelbox
Carla und Nadja vom Sukuma-Verein präsentieren: Die Handysammelbox
Für die Sukuma-Initiative lautet daher die Alternative: Handys länger nutzen, reparieren oder gebraucht kaufen. Defekte Geräte sollten richtig recycelt werden. Zu diesem Zweck hat der Verein jetzt an der Louisenstraße 93 eine Handysammelbox installiert. Die zurück gegebenen Handys werden dann recycelt. Nachdem die gefährlichen Bestandteile entfernt wurden, werden die Althandys zerkleinert. Die Kunststoffe werden in der Regel energetisch verwertet. Ein Mobiltelefon besteht zu rund 25 Prozent aus Metallen wie Kupfer, Silber, Gold und Tantal. Insbesondere die Leiterplatte des Handys enthält wertvolle Edelmetalle. Durch Recycling in einer Schmelze werden die seltenen, aber sehr wertvollen Metalle zurück gewonnen und stehen damit dem Rohstoffkreislauf wieder zur Verfügung. In den weltweit jährlich über eine Milliarde verkauften Handys sind insgesamt 250 Tonnen Silber, 24 Tonnen Gold und 9 Tonnen Palladium enthalten. Die Spenden aus den Erlösen der zurückgegebenen Alt-Handys gehen an die Deutsche Umwelthilfe.

  • Handysammelbox, Louisenstraße 93, geöffnet: Montag bis Donnerstag von 10 bis 16 Uhr
  • Mehr Infos zum Ideen-Wettbewerb unter: sukuma-award.de

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11 Kommentare zu “Sukuma startet mit Handysammelbox

  1. wenn ein noch funktionierendes reinfliegt, meld ich mich gerne an, eins zum schrottpreis aufzukaufen :P (bloss kein schmartphone)

  2. Sicher ein sympatischer Ansatz, aber als problematisch sehe ich an, dass die Probleme, die „unsere“ Wirtschaftsweise mit sich bringt, wieder mal den Konsumenten „in die Schuhe geschoben“ werden.

    „Was ist dran an der Kritik von „Konsumgeilheit” und „Konsumterror” und der Forderung nach bewusstem Konsumverhalten und „verantwortungsvollem“ Wirtschaften?
    Dass ein Chicken McNugget in seinem früheren Leben ein Huhn in Massenhaltung war (oder das Coltan im Handy aus dem letzten intakten Regenwaldgebiet stammt), liegt nicht an der außerordentlichen Grausamkeit der Geschäftsführung (oder das der Kunde dies „eben so wolle“), sondern daran, dass diese im Wettbewerb steht. Wer also ein Problem damit hat, dass in dieser Gesellschaft der Großteil der Gebrauchsgüter Schund (und wenig nachhaltig) ist und dass einem dieser Schund auch noch als das Allertollste angepriesen wird, muss den Zweck kritisieren, unter die kapitalistische Produktion abläuft, und die Form der Konkurrenz. >>>weiter

    „Fair und nachhaltig produziert“ heißt „nicht kapitalistisch produziert“! Alles andere ist Augenwischerei!

  3. Verschenke zwei gut erhaltene Samsung SGH-C260 Farbe rot und zwei Ladekabel. Das sind simple Handys nur zum Telefonieren, wofür sie eigentlich gedacht sind.

    Gruß Ali

  4. Liebe(r) Friek,
    ja, auch Ladekabel und Akkus können in die Box eingeworfen werden. Bring sie also gern vorbei.

    Liebe(r) goldi und Alimente,
    Wenn sich hier eine Handytausch-Börse entwickelt, finden wir das super! Immerhin ist nicht nur richtiges Recyceln, sondern auch längere Nutzung sinnvoll. Möglichkeiten zum Tausch gibt es auch im I-Netz, schaut mal auf unsere Seite unter „Was tun?“, da werden ein paar Seiten genannt: http://www.sukuma-award.net

    Liebe(r) Seldon,
    danke für deine Gedanken zum Thema. Die ganze Aktion soll beileibe nicht „dem Konsumenten die Schuld in die Schuhe schieben“, wir wollen nicht stumpf kritisieren, sondern Denkanstöße geben. Du hast sicherlich Recht, dass das Problem „unsere Wirtschaftsweise“ im Allgemeinen ist, doch ist die Überwindung des Kapitalismus ein großer Brocken =) Kleine Schritte in die richtige Richtung sind also gefragt. Wenn getauscht, repariert und länger genutzt wird, entziehen wir uns zumindest ein wenig dem „Zwang zum Kauf“ und der Befeuerung der Maschinerie, ohne dass wir uns grundlegend(oder überhaupt) in unseren Bedürfnissen einschränken müssen…

  5. angeblich soll jeder telefonladen gesetzlich verpflichtet sein, altgeräte anzunehmen, allerdings brachte ein test nur die unkenntnis vor ort zu tage.
    aber es gibt schon länger einige stellen, wo man es kann, zB das naju-büro auf der kamenzer.

    übrigens sammeln die leute im adfc-büro am bischofsweg alte fahrradlampen. die kann man dort abgeben. daraus soll mal eine wandbeleuchtungs-installation gebastelt werden.

  6. Ich habe gerade in meiner Schublade geschaut und war echt geschockt: 15 alte Handys. Ich kann es nicht glauben.

    Kann man die Handys irgendwie postalisch hinschicken? Würde gerne helfen, bin aber gerade nicht in der Gegend.

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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