Vier Spuren und eine Diskussion

Königsbrücker Straße bei Nacht. Foto: Archiv (2009)
Königsbrücker Straße bei Nacht. Foto: Archiv (2009)
Am kommenden Freitag soll es in der Schauburg eine Podiumsdiskussion und Musik und Kino geben. Es geht um, mal wieder, den Ausbau der Königsbrücker Straße. Denn der soll voraussichtlich in der kommenden Woche im Stadtrat diskutiert werden, mal wieder. Unter Tagesordnungspunkt 4 werden die Ergebnisse der Bürgerversammlung vorgestellt und gleich danach wird der Antrag zum Verkehrsbauvorhaben Königsbrücker Straße zwischen Albertplatz und Stauffenbergallee diskutiert. Beantragt wird, dass die Variante 7-modifiziert (siehe Animation) der Entwurfsplanung zur Planfeststellung eingereicht werden soll. Diese Variante entspricht der, die bei eben jener Bürgerversammlung vorgestellt und recht kontrovers diskutiert wurde (Neustadt-Geflüster vom 18. Januar 2014).

Der Bürgerinitiative „Königsbrücker muss leben!“ ist diese Variante zu breit. Inzwischen gibt es verschiedene neue Vorschläge, die sich an den gesunkenen Verkehrsbelegungszahlen orientieren und einen wesentlich schmaleren Ausbau vorschlagen. Deshalb lädt sie zur öffentlichen Diskussion am Freitag ein, zugesagt haben bisher: Margit Haase (Grüne), Tilo Wirtz (Linke), Vincent Drews (SPD), Benita Horst (FDP) und Marcel Ritschel (Piraten). Auch ADFC und natürlich die Bürgerinitiative sind vor Ort.

  • Königsbrücker Straße: Podiumsdiskussion, Musik und Kino ab 17.30 Uhr an der Schauburg.
  • Das Protokoll zur Einwohnerversammlung mit Antworten auf die gestellten Fragen findet sich unter dresden.de


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15 Kommentare zu “Vier Spuren und eine Diskussion

  1. Der größte Schwachsinn dabei ist, dass es an der Schauburg nicht mehr möglich sein soll, vom Albertplatz kommend, links abzubiegen. Hat da einmal irgendjemand nachgedacht, was das dann für die bedeutet, die in den Hecht wollen, wenn sie im Berufsverkehr nicht unbedingt über die Hansastraße fahren wollen, oder erst komplett am Viertel vorbei, um dann über die Stauffenbergallee ans Ziel zu kommen? Etwa über den Dammweg, was eine Einbahnstraße ist und Hackenschlagen nötig machen würde? Etwa über die Tannenstrasse? Wollen die auf dem kurzen Abschnitt etwa noch eine Ampel insallieren? Ohne, würde ich niemals dort links abbiegen wollen! Ausserdem, einmal zum Nachmittag an die Ecke Tanne/Rudolf-Leonhard-Straße gestellt, und man erkennt schnell, dass es auch hier ja heute schon beinahe viel zu eng zugeht.

  2. @ Anton: Ich glaube nicht, dass die „7-modifiziert“ gemeint ist. Dieses als „Variante 7M“ oder besser „Variante 7 Marx“ bezeichnete Gedankenspiel des Baubürgermeisters wurde doch von so ziemlich jedem abgelehnt… Oder?

  3. @ Anton: Danke. So, jetzt sehe ich garnicht mehr durch. Es heißt tatsächlich:
    „Der Stadtrat beauftragt die Oberbürgermeisterin, die Variante 7-modifiziert (Anlage 6) der Entwurfsplanung zur Planfeststellung einzureichen.“

    Weiter unten:
    „Momentan laufen zu dieser Variante die Simulationsberechnungen und die Untersuchungen zum Sicherheitsaudit. Ferner wurden die wesentlichen Träger öffentlicher Belange (z. B. Straßenverkehrsbehörde, Feuerwehr, Polizei usw.) um Stellungnahmen gebeten, die noch nicht vorliegen, d. h. die Ergebnisse sind noch offen.“

    „Die Ergebnisse der beauftragten Simulationsrechnungen und Untersuchungen zum Sicherheitsaudit sowie die Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange liegen frühestens Mitte Mai vor.“

    D.h. es wird die Variante zur Planfeststellung eingereicht, von der man noch nicht mal weiß, ob sie überhaupt funktioniert und diverse Sicherheitsaspekte erfüllt?

  4. die jetzige variante 7 M ist nicht die 7 Marx, sondern eine auf basis der 7 in details leicht korrigierte. die marx-variante heißt wohl jetzt anders, aber die ist eh weg vom tisch.

    die fehlenden stellungnahmen deuten auf eine verschiebung des themas im stadtrat hin. sollte es vor der wahl dennoch abgenickt werden, besteht dann die erste amtshandlung des neuen stadtrats in der annulierung des beschlusses.

    cool, dass die kreuzung weiter oben jetzt ertüchtigt wird, dann wirds vielleicht noch etwas weniger verkehr auf der kö. so lässt sich eine alternativ-planung noch leichter fordern.

  5. man sollte also erstmal den kreuzungsumbau stauffenbergallee abwarten. die stadt will ja schon im april oder mai die neue zählung machen, oder?
    ausserdem sollte man erst dann die verkehrsbelegung zählen, wenn die albertbrücke dicht ist, denn dann wird die kö zusätzlich entlastet, da einiges vom kö-durchlauf albertbrückenverkehr ist. wenns dann an der kreuzung richtung WS-brücke flutscht, werden doch so einige diese querung nehmen und nicht die „stau“geplagte carolabrücke.
    also vorher bzw. jetzt schon zählen ist irgendwie humbuk.

  6. @ nepumuk: Das ist doch wohl die „alte“ modifizierte aus dem Sommer 2013, mit den schwachsinnigen kombinierten Geradeaus-Linksabbiegerspuren…die bei allen (DVB, Verkehrsbehörde, Verkehrssicherheitsaudit) durchgefallen ist. (Link des OFFIZIELLEN Variantenvergleichs: http://ratsinfo.dresden.de/getfile.php?id=135310&type=do )

    Damit ist es auch eine andere Variante als die bei der Bürgerveranstaltung vorgestellte – die DVB hätte sich dafür wohl kaum als Befürworter präsentiert…

    Zum 2. Post: Warum sollte man den Zustand mit temporärer Sperrung der Albertbrücke als DEN annehmen, auf welchen man die Königsbrücker dimensioniert???

  7. zu 1.: geh am besten freitag mal zur schauburg, die können dir das bezeichnungstohuwabohu möglicherweise erklären. ich weiß nur dass dieses entstand – vielleicht auch beabsichtigt – aber ab da hält sich mein interesse an diesen scharmützeln etwas in grenzen – keine ahnung.

    zu 2.: na irgendwann werden die ja bald neu auszählen, ist eigentlich egal wann. nur solange die kreuzung stauffe noch in bau ist (bis ende mai), braucht man doch nicht zu zählen. das soll aber jetzt bald stattfinden.
    meine aussage sollte nur sein: egal wie und wann, die belegung KÖNNTE noch weniger werden als jetzt. eben 1.: wenn der kreuzungabbieger gen WSB flutscht und 2. wenn die Antonbrü… äh…Albertbrücke zu ist. und ja, bissel ironie ist auch drin versteckt. könnte ja noch weniger verkehr geben.

  8. Zu dem Thema war heute auch ein Bericht in der DNN. Schockiert hat mich dabei diese Passage: „Die Verwaltung gibt den Stadträten aber am Mittwoch nur drei von den Bürgern [bei der Bürgerversammlung] geäußerte Wünsche zur Kenntnis: Eine Visualisierung der Variante 7 sollte ins Internet gestellt werden – das ist schon im Februar geschehen (www.dresden.de). Die Anwohner wünschen sich eine Anlage zur Geschwindigkeitsüberwachung und einen Linksabbieger in den Bischofsweg, so die Verwaltung.“
    Ich frage mich nun was schlimmer ist: wie die CDU Bürgerversammlungen abzulehnen (und auch nicht zu Informationsveranstaltungen zu erscheinen) oder diese pro forma durchzuführen und die dort geäußerten grundsätzlichen Hinweise genauso zu ignorieren wie Einwände von Ortsbeiräten.
    Ich bin mir sicher, dass die Königsbrücker schon längst saniert wäre (in welcher Form auch immer), wenn man von Beginn an einen ordentlichen Prozess der Bürgerbeteiligung organisiert hätte. Aber wenn man den Bürgern immer wieder so vor den Kopf stößt, dann wird deren Dickschädeligkeit natürlich um so größer.

  9. @ Anton: Mir geht es ja garnicht um die Nummerierung. Ich komme einfach nicht damit klar, dass die Variante, welche von diversen Experten abgelehnt und auch nicht öffentlich vorgestellt wurde, auf einmal beschlossen werden soll!? Diese „7mod“ ist nämlich keine „in details leicht korrigierte“, sondern ebendiese. Sieht man auch in der Legende: bearbeitet 26.03.2013!

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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