Heiße Chicks unter Sexismus-Verdacht

Provokanter Spruch mit teuren Folgen.
Provokanter Spruch mit teuren Folgen.
Seit einer kleinen Weile wird mit dem Slogan „Hier entsteht eine Bar mit heißen Chicks an der Stange!“ an der ehemaligen Baguetteria „Panino“ auf der Görlitzer Straße geworben. Offenbar beflügelt der Spruch die Phantasie. Denn ziemlich bald zierten Aufkleber mit dem Spruch „sexistische kackscheisze“. Dieser Slogan sollte ursprünglich mal indirekt auf die Veranstaltung „Emanzipatorische Tage“ im April 2012 hinweisen. Inzwischen hat sich aber wohl eine gewisse Kultur des Spruchaufklebens entwickelt, die kürzlich in der Stadt präsente Werbung für die Top-Model-Such-Fernsehsendung mit einer halbnackten Heidi Klum wurde ebenso beklebt wie die aktuelle Calzedonia-Werbung.

Aufklärung per Aufkleber
Aufklärung per Aufkleber
Warum aber an dem Schaufenster der ehemaligen Baguetteria? Offenbar hat der Spruch an der Schaufensterscheibe bei den emanzipatorischen Kräften den gleichen Gedanken ausgelöst, wie bei einem anonymen Anrufer. Der klingelte ziemlich bald beim Inhaber des Ladens durch und fragte mit drohendem Unterton: „Haben wir euch das eigentlich genehmigt?“ Auch die Gäste der gegenüberliegenden Bar hatten offenbar solche Gedanken: „Soll dort ein Strip-Schuppen entstehen?“ – diese Frage hörte die Kellnerin im Lebowski ganz häufig. Für den Inhaber ist der witzige Spruch inzwischen ziemlich kostspielig geworden, mehrfach wurden die Türschlösser mit Sekundenkleber beschädigt.

Und die heißen Chicks? Nun, inzwischen haben weitere Künstler die naheliegende Überraschung offenbart, hier ist eine Broiler-Bar geplant. Und was das ganze mit Holzpantinen zu tun hat, wird demnächst berichtet.

Provokante Werbung ist übrigens an der Görlitzer Straße alles andere als neu. Als das Continental umgebaut wurde, warb der Inhaber mit der Etablierung einer Großraumdisko, als für den Reiter ein neuer Mieter gesucht wurde, hat der Verwalter U-Bahn-Pläne herausgeholt und die Mutter der irreführenden Werbung schaltete damals das entstehende Zille mit der Ankündigung der Eröffnung des Rentner-Tantra-Zentrum Ost.

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53 Kommentare zu “Heiße Chicks unter Sexismus-Verdacht

  1. Die Mutter der irreführenden Werbung war in Dresden 1990 oder 1991 die Plakatkampagne: »Im November bebt die Erde«. Damit haben sich sogar Lokalzeitungen wie die DNN befasst. Es ging wohl um die Eröffnung einer Großraumdisko …

  2. Wie bescheuert… das war doch mehr als klar, dass es sich dabei um Broiler handeln wird, sogar mir als Vegetarier ;)

  3. Da wurden wohl politisch überkorrekte D**** von ihrer eigenen D**** eingeholt. Erstmal informieren, bevor man d*** Sprüche klopft (oder aufklebt).

  4. Lächerlich… Hatte hier ernsthaft Jemand etwas anderes erwartet als einen HähnchenGrill? Ich lach mich schief…

  5. Aufklärung per Aufkleber? Aha, warum aber mit altdeutschen Buchstaben? Wenn der auf Provokation aus ist, sollte er sich nicht wundern, wenn dieser Provokation entsprechend gehandelt wird! ;)

  6. Oh man. Manche Leute suchen sich aber auch was zum Aufregen, so wie neulich die Sache mit dem Fotografen auf der Bautzner.

  7. Na die wirklich D**** haben hier wohl die Kommentare hinterlassen. Natürlich dachte da (fast) niemand an einen Strip-Schuppen. Es geht doch dabei wohl offensichtlich um Kritik an der Außenraumwerbung (siehe Vgl. im Artikel)!

    Naja, da bleibt noch viel zu tun für die konspirative Anti-Sexismus-Kampagne…

  8. „Super-Chauvi sagt:
    11. März 2014 um 11:29

    Typisch Emanzen: Erst aufregen, dann denken…“

    Ich glaub nicht, dass die *** können.

  9. Schade, die Stripbar hätte ich doch glatt getestet. Das gegrillte Hähnchen werde ich dann doch lieber verschonen :)

  10. Ich finds schlimm den Hühnern gegenüber, die dort für egoistische Fresserei an die Stange müssen! Und wenns tatsächlich ein Bumslokal geworden wäre, dann fände ich die Werbung auch schlimm – den Frauen gegenüber Respektlos

  11. @HinzundKunz sagt: (11. März 2014 um 10:44)
    „Aufklärung per Aufkleber? Aha, warum aber mit altdeutschen Buchstaben? Wenn der auf Provokation aus ist, sollte er sich nicht wundern, wenn dieser Provokation entsprechend gehandelt wird!“

    Eieiei … da nutzen mal welche Fraktur, dann isses auch schon wieder nicht okay.
    Zur Info: Die Fraktur als Gebrauchsschrift wurde durch die Nasen abgeschafft ;)

    Ein Erlass des NSDAP-Regimes von 3. Januar 1941, in welchem Martin Bormann in Hitlers Auftrag die der Fraktur ähnliche Schwabacher als „Judenschrift” bezeichnete, erklärte dann in einer totalen Kehrtwendung (und in Verkehrung der tatsächlichen Entwicklung der Schrift) die Antiqua zur „Normalschrift“.


    .. sagt die allwissende Müllhalde.

    Peter

  12. Na hoffentlich werden das dann auch en paar ordentliche Broiler und nich so ne kleinen Piepmätze für 5 Euro die es an manchen Ständen gibt.

  13. @Lisa: Kannst doch was entsprechendes aufmachen, auf der Louisenstraße neben dem Italiener ist glaub ich noch ne Lokalität frei ;) – aber Vorsicht, nicht dass Du Dich dann mit Frauen oder Muttis rumschlagen musst ;)

  14. es war wirklich mehr als klar, dass hier broiler gemeint wurde. emanzipation ist schön und gut, aber als emanzipator(in) sollte man darauf achten, ernst genommen zu werden, wenn man jemanden aufklären will. plumpe provokation bringt, angriffe oder komische anrufe bringen da gar nichts.

    aber noch blöder finde ich, diese mehr als einfachen sprüche, die hier gegen emanzipatorische menschen gebracht werden.

    bsp.:
    „“Super-Chauvi sagt:
    11. März 2014 um 11:29

    Typisch Emanzen: Erst aufregen, dann denken…”

    Ich glaub nicht, dass die *** können.“

    was war das überhaupt für eine sache mit dem fotografen, bei der es stress gab?

  15. wieder n fressschuppen – gääähn. von wegen bermuda – fresseck ist besser. verschollen in der dönersoße. die d***** massen kommen fast nur noch zum fressen und frisörbesuch ins karree – voll szene ey.

  16. Jetzt wird schon das Wort DENKEN zensiert?! Aber sonst geht’s noch, oder?

    Anton, du hast ’ne Vollklatsche!!! Und nicht nur eine, wie man hier überall unschwer erkennen kann. Die Artikel hier stimmen meist eh nur (höchstens) zur Hälfte, da alles so gedreht wird, wie du es gerne hättest bzw es werden wichtige Details ausgelassen und dann die Kommentarfunktion gesperrt, weil du keinen Bock auf Diskussionen hast!

  17. @ ?!?: Es kann so einfach sein. Denken wird natürlich nicht zensiert, aber der Vorwurf, dass jemand nicht denken könne, entspricht nicht dem, was ich mir unter „bitte recht freundlich“ vorstelle. Wenn Du der Meinung bist, dass hier das meiste sowieso falsch ist, dann lies doch einfach hier nicht mehr mit. Das macht es für Dich und für mich einfacher. Vielen Dank!

  18. @Peter
    Jaja Peter, und weiter? Damit erzählst Du mir nichts Neues! Es erklärt dennoch nicht, warum der Betreiber ausgerechnet damit kontert, und ich denke nicht, dass ich da falsch liege, wenn ich darin eine bewusste Provokation sehe. Deinen Vortrag solltest du eher dem Besitzer halten. Auch wirst Du doch wohl zugeben, dass diese Form der Schrift heute nur von bestimmten Leuten gebraucht wird, die eher selten etwas mit Antiquariaten zu tun haben, aber eben mit bestimmten Geisteshaltungen?! Willst Du das etwa wirklich bestreiten?

  19. @Anton Launer
    Wer dann? Und warum lässt der sich dann von „Künstlern“, ohne diese beauftragt zu haben, die Scheiben zukleben? Wer, außer dem Besitzer, hat den noch Interesse an „Aufklärung“? Ist doch unlogisch, denn die Aufkleber gibt es doch sicher nicht geschenkt?! Aber was soll`s, möglich ist hier ja vieles.

  20. ich finde hier einige Herabwürdigungen der bald angebotenen Broiler mit südländischem Aussehen ziemlich rassistisch, schämt euch.

    .
    .
    .
    .
    .;-)

  21. @HinzundKunz: Schrift = Provokation? Na, das sagt ja dann alles… Selten sowas **** (die Sterne mach ich mal lieber selbst) gehört.

    @Lisa: Siehste, so einfach kann das sein. Und manche machen sich doch tatsächlich Gedanken über’s Studium :)

  22. die linke jugend scheitert immer wieder an ihrer unfähigkeit, aus ihrer geschichte zu lernen. und an ihrer massiven humorlosigkeit. und das maulen über NOCH eine fressbude ist nur semiclever, da dort ja schon vorher immer gastro drin war. und ja,…prinzipiell wäre eine stripbude auch ok gewesen. viell sogar in Kombination mit Brathähnchen,…hhhmmmmmm.

  23. @HinzUndKunz:

    Scheint es nur so oder bist Du in der Beurteilung Deiner Mitmenschen wirklich so simpel?

    Dann ist dieses Bild sicherlich ein Mysterium für Dich:

    Peter

  24. Ganz schön unterirdische Meinungskundgebung, die sich aus diesem kleinen, unscheinbaren Artikel entwickelte.

    Dann tu ich mal meinen Sempf dazu:

    In Bezug auf den sexistischen Slogan ist es VÖLLIG egal was da wirklich aufgemacht wird, die Rhetorik alleine ist ausreichend, um sich darüber aufzuregen. Kann ich schon verstehen. Es geht eben bei Sexismusbekämpfung nicht nur um materielle, sexuelle, fassbare Ausbeutung oder Unterdrückung, sondern durchaus auch um die Sprachkultur.

    Ob man daraus dann so ne entfesselte und vor allem niveaulose Forumsdiskussion lostreten muss, bezweifle ich.

    Fehlt noch anni mit bißchen was Naivem, wie „das haben die doch bestimmt gar nicht so gemeint“ und dann passt mein Weltbild vollkommen.

    Über die Frakturschrift braucht man sich bestimmt nicht aufzuregen, passt als Stilmittel durchaus zur Aussage.

    So, und jetzt können wir alle mal wieder runterkommen und uns über den bösen Putin, den Kriegstreiber und Scharfmacher aufregen. Das wäre dann sogar „politsch korrekt“ im Sinne des mainstream-Zeitgeistes.

  25. @Lisa: Das wäre dann ein „sozialkassenverträglicher Hinzuverdienst“. So bekommt das ganze noch einen politisch korrekten Anstrich, und vom Neustädter bis zur Rentnerin in Bad Reichenhall können sich alle drüber freuen :)

  26. Ich nehme eine wesentliche Erkenntnis aus der lebhaften Diskussion mit. Die Neustadt braucht nen Titten-Laden. Hab schon lange nach ner Idee gesucht. Da isse… Danke an die tanzenden Emanzen.

  27. omann,
    die werbung ist wirklich nicht lustig, eher naiv prollig und versprüht 70er jahre dorfniveau.sexistisch vielleicht. und was manche leute von emanzipierten frauen denken von junge zu junge, zieh mal bei mutti aus!

  28. Entschuldige das ich mich als völlig unbewanderte zu diesen äußerst geistreichen Kommentaren äußere, aber Da brauchen sich emanzipierte Menschen nicht wundern das sie immer mehr in Verruf geraten.
    Tut mir leid, aber wer zu so radikalen und völlig überspitzen Mitteln greift, braucht sich McGraw über abwertende Kommentare wundern.
    Wenn man weiter denken würde als man spucken kann, sollte einem klar werden wie der Slogan wirken soll.
    Nichts gegen Emanzipation- damit sich nicht wieder jeder auf den Slips getreten fühlt- in einem „szeneviertel“ wie der Neustadt, wird wohl nie ein Striplokal aufmachen.
    Ich hoffe der Besitzer kann den entstanden Schäden wieder rausholen und jene verantwortliche schämen sich hoffentlich, dass sie daran vielleicht jemanden finanziell das genick gebrochen haben.

  29. Der Unterschied zwischen nem Strip-Lokal und ner Broiler-Bude:
    Die Mädels können sich aussuchen, ob sie da nackt an der Stange hängen wollen, die Broiler müssen das und haben keine Wahl. Also rein vom Recht auf Leben her gesehen wäre ich schon für Strip-Schuppen, wenn dafür einer weniger tote Tiere verkaufen würde.

  30. Vorgestern dachte ich noch: Ah! Mal was neues – Ein Stripladen – aber gleich neben der Schule ? Und dann noch so ein Name. Das gibt bestimmt Ärger..

    Danke für die Aufklärung ;-)

  31. Ich frage mich die ganze Zeit, wie die Besitzer der Schriftart und der Farbkombination Rot/Weiss wohl dazu stehen, dass mit ihren Klisches Werbung gemacht wird? Gibt es da ein Statement vom HAMC DD? Wäre ja wirklich mal spannend…

  32. „Für den Inhaber ist der witzige Spruch inzwischen ziemlich kostspielig geworden, mehrfach wurden die Türschlösser mit Sekundenkleber beschädigt.“

    Jetzt mal ernsthaft, muss das sein ??? Seinen Protest kann man auch anders kundtun!

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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