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Louisenstraße: Kisten bleiben, Bäume sollen folgen

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Die Pflanz- und Sitzelemente auf der Louisenstraße sollen bleiben. Rund 80 Prozent der 901 Teilnehmer einer Online-Befragung befürworten die Umgestaltung. Für das zweite Halbjahr 2027 plant die Stadt bis zu neun Straßenbäume. Beim Radverkehr und der Verkehrsberuhigung fällt die Zustimmung deutlich geringer aus.

Die Testphase ist beendet, die Sitz- und Pflanzmöbel sollen bleiben. Foto: Anton Launer
Die Testphase ist beendet, die Sitz- und Pflanzmöbel sollen bleiben. Foto: Anton Launer

Die Testphase auf der Louisenstraße endete am 31. Oktober. Die mobilen Pflanz- und Sitzelemente sowie die Fahrradbügel sollen bleiben. Die Stadt will sie zwischen Alaunstraße und Görlitzer Straße/Rothenburger Straße dauerhaft stehen lassen. Einzelne Elemente hat sie bereits versetzt und dabei auch die vorhandenen Autostellplätze berücksichtigt.

Seit dem 5. Juni erprobte die Stadt dort, wie sich der Straßenraum anders aufteilen lässt. Dazu stellte sie Sitzgelegenheiten und Pflanzelemente mit Wasserspeichern auf. Pflanzbeete markieren mögliche Standorte für spätere Straßenbäume. Der Stadtbezirksbeirat unterstützte den Versuch nach Angaben von Stadtbezirksamtsleiter André Barth mit 50.000 Euro.

Baubürgermeister Stephan Kühn (Grüne), Stadtbezirksamtsleiter André Barth, Klara Gaunitz vom Kinder- und Jugendbüro und Verkehrsplaner André Zschoge stellten die Ergebnisse des Louisentests vor. Foto: Anton Launer
Baubürgermeister Stephan Kühn (Grüne), Stadtbezirksamtsleiter André Barth, Klara Gaunitz vom Kinder- und Jugendbüro und Verkehrsplaner André Zschoge stellten die Ergebnisse des Louisentests vor. Foto: Anton Launer

Viel Zuspruch für Grün und Sitzplätze

An der begleitenden Online-Befragung nahmen 901 Menschen teil. Rund zwei Drittel wohnen in der Äußeren Neustadt. Die Ergebnisse zeigen die Haltung der Teilnehmer; auf den gesamten Stadtteil lassen sie sich nicht ohne Weiteres übertragen. Rund 80 Prozent befürworten die Umgestaltung und wünschen sich, dass sie bleibt. Unter den Befragten aus der Äußeren Neustadt beträgt die Zustimmung 82 Prozent. Bei den unter 30-Jährigen sind es 90 Prozent.

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Besonders gut schneiden die zusätzliche Begrünung und die Aufenthaltsqualität ab. Hier fallen mehr als 80 Prozent der Bewertungen positiv aus. Die Bedingungen für den Fußverkehr werden zu 63 Prozent als verbessert bewertet. Beim Radverkehr sind es nur 38 Prozent. Dass die angestrebte Verringerung des Autoverkehrs gelungen ist, finden 31 Prozent.

In den offenen Antworten wünschen sich Teilnehmer weitere Bäume, mehr Schatten sowie bessere Pflege und Sauberkeit. Auch die Verkehrssicherheit und der Wegfall von Parkplätzen beschäftigen die Befragten.

Baubürgermeister Stephan Kühn sieht sich durch die Ergebnisse bestätigt: „Straßen sollen nicht nur den Verkehr aufnehmen, sondern Orte sein, an denen man sich gerne aufhält.“ Bei der weiteren Planung will die Stadt die Hinweise aus der Befragung berücksichtigen.

Kinder und Jugendliche gestalten mit

Anwohnerinnen und Anwohner sowie Jugendliche haben Pflanzkübel gestaltet und deren Pflege übernommen. Klara Gaunitz vom Kinder- und Jugendbüro Dresden berichtete beim Pressetermin von dem Projekt „Bau dein Ding am Louisengrün“. Dabei konnten Kinder und Jugendliche Elemente besprühen und bepflanzen. Beteiligt waren auch die Kinder- und Jugendhilfe, die Louise und die Initiative Verkehrswende Dresden.

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Die Stadt möchte dafür dauerhafte Patenschaften gewinnen. Die gemeinsame Gestaltung und Pflege habe dazu beigetragen, dass die Umgestaltung angenommen werde.

Weil die Elemente beweglich sind, konnte die Stadt ihre Anordnung ändern, erklärte Barth. Aus der Nachbarschaft und von Gewerbetreibenden habe es neben Zuspruch auch Hinweise gegeben. Daraufhin habe die Stadt einzelne Elemente versetzt.

Bis zu neun Bäume im kommenden Jahr

Im zweiten Halbjahr 2027 plant die Stadt bis zu neun Straßenbäume zwischen Kamenzer und Alaunstraße. Sie sollen große Baumgruben erhalten, die Regenwasser aufnehmen. Die Bäume sollen Schatten spenden und die Straße an heißen Tagen kühlen.

Bis zu einem vollständigen Umbau der Louisenstraße wird es allerdings noch dauern. Laut Kühn muss die Stadt zunächst planen und anschließend die Finanzierung klären. Der Umbau könnte abschnittsweise erfolgen. Nach Kühns Einschätzung lässt sich dort voraussichtlich kein verkehrsberuhigter Bereich einrichten. Grundlage der Planung bleibt ein Stadtratsbeschluss von 2019. Wie und wann die Straße baulich umgestaltet wird, muss der Stadtrat entscheiden.

Entscheidung über die Diagonalampel Anfang 2027

Noch offen ist die Zukunft der veränderten Ampelschaltung an der Kreuzung mit Alaunstraße, Görlitzer Straße und Rothenburger Straße. Seit Juli erprobt die Stadt dort das direkte diagonale Überqueren. Dieser Versuch läuft bis Ende des Jahres. Anfang 2027 will die Stadt anhand der ausgewerteten Messdaten entscheiden, ob sie die Schaltung beibehält.

Die Neustadt hat die Sitz- und Pflanzmöbel und die Papierkörbe angenommen und direkt umgestaltet. Foto: Anton Launer
Die Neustadt hat die Sitz- und Pflanzmöbel und die Papierkörbe angenommen und direkt umgestaltet. Foto: Anton Launer

Lob für die Beteiligung, Kritik an Falschparkern

Bei der Präsentation im Stadtbezirksamt waren auch zwei Stadtbezirksbeiräte von Grünen und SPD anwesend. Felix Göhler (SPD) lobte die Beteiligung der Nachbarschaft: „Die Landeshauptstadt Dresden hat an der Louisenstraße nicht über die Köpfe der Neustädterinnen und Neustädter hinweg geplant, sondern mit ihnen.“ Das Verfahren sollte aus seiner Sicht zum Maßstab für künftige Planungen in Dresden werden. Nun müssten die Ergebnisse der Beteiligung und die Erfahrungen aus der Testphase im Planungsentwurf berücksichtigt werden.

Katja Lehmann (Grüne) dankte den Beteiligten, kritisierte aber die Kontrollen: „Ich hätte mir jedoch gewünscht, dass die illegal parkenden Autos zwischen den Sitzmöbeln häufiger kontrolliert würden.“

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