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Kirche, Glaube und Widerstand in der DDR

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Wie widersetzten sich Christen dem SED-Staat? Am Mittwoch, 4. November, berichten drei Zeitzeugen in der Gedenkstätte Bautzner Straße über ihre Erfahrungen mit Überwachung, Haft und kirchlicher Friedensarbeit in der DDR.

Die ehemalige Stasizentrale ist heute eine Gedenkstätte - Foto: Archiv/Anton Launer
Die ehemalige Stasizentrale ist heute eine Gedenkstätte – Foto: Archiv/Anton Launer

Harald Bretschneider, Uwe Koch und Albrecht Nollau sind am Mittwoch zu Gast im Erzählcafé der Gedenkstätte Bautzner Straße. Alle drei haben auf unterschiedliche Weise erlebt, wie der DDR-Staat auf Menschen reagierte, die sich aus religiöser Überzeugung dem politischen Druck widersetzten.

Die drei Männer erzählen von Wehrdienstverweigerung, kirchlicher Friedensarbeit und staatlicher Überwachung. Dabei geht es auch um Haftstrafen und die Versuche der Staatssicherheit, Menschen als Informanten zu gewinnen.

Vom Bausoldaten zum Friedensaktivisten

Harald Bretschneider, Jahrgang 1942, gehört zu den bekanntesten Vertretern der kirchlichen Friedensbewegung in der DDR. Von 1966 bis 1967 leistete er seinen Dienst als Bausoldat bei der Nationalen Volksarmee. Später wirkte er an der Ton-Bild-Serie „Ohne kleine Leute keine großen Kriege“ mit, die jungen Menschen beim Umgang mit dem Militärdienst helfen sollte.

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Im Herbst 1980 entwickelte er das Symbol „Schwerter zu Pflugscharen“ mit. Es wurde zu einem Erkennungszeichen der christlichen Friedensbewegung und der DDR-Opposition. In der Dauerausstellung der Gedenkstätte Bautzner Straße ist Bretschneider mit Interviewausschnitten und persönlichen Gegenständen vertreten.

Auch Uwe Koch, Jahrgang 1954, ist dort mit seiner Geschichte präsent. Er wuchs in einem christlich geprägten Elternhaus auf und verweigerte mit 18 Jahren den Wehrdienst. Zwei Jahre später schloss er sich den Zeugen Jehovas an.

Im Mai 1978 verurteilte ihn ein Militärgericht zu 20 Monaten Haft. Während seiner Gefangenschaft musste er auf dem Gelände der damaligen Bezirksverwaltung an der Bautzner Straße als Kfz-Schlosser arbeiten.

Die Staatssicherheit suchte nach Schwachstellen

Der dritte Gesprächsgast ist Superintendent Albrecht Nollau, Jahrgang 1962. Mit 23 Jahren trat er in den kirchlichen Dienst ein. 1988 wurde er als Pfarrer der kleinen Gemeinde Schmiedefeld im Landkreis Bautzen ordiniert.

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Die Staatssicherheit überwachte ihn und ließ Berichte über ihn anfertigen. Sie prüfte außerdem, ob sie ihn als Inoffiziellen Mitarbeiter gewinnen könnte. Dafür suchte sie gezielt nach möglichen Schwachstellen, mit denen er sich erpressen ließe.

Beim Erzählcafé berichten die drei Männer von ihren Erlebnissen. Anschließend können die Besucher Fragen stellen und eigene Erfahrungen einbringen.

Geschichte bei Kaffee und Gesprächen

Die Gedenkstätte veranstaltet das Erzählcafé einmal im Monat, jeweils am ersten Mittwoch um 17.30 Uhr. Die Cafeteria wird dann zum Treffpunkt für Zeitzeugen und Besucher. In moderierten Gesprächen geht es um persönliche Erfahrungen und den Alltag in der DDR.

Die Reihe soll auch 2027 fortgesetzt werden. Geplant sind unter anderem Gespräche über Wohnen und Umweltschutz in der DDR.

Für den 10. Dezember kündigt die Gedenkstätte außerdem eine Veranstaltung zur Menschenrechtslage in Venezuela an. Sie gehört zu einer weiteren Gesprächsreihe, die gemeinsam mit der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung organisiert wird.

Erzählcafé: Kirche, Glaube, Widerstand

  • Termin: Mittwoch, 4. November 2026, 17.30 Uhr
  • Ort: Gedenkstätte Bautzner Straße, Cafeteria, Bautzner Straße 112a, 01099 Dresden
  • Gesprächsgäste: Harald Bretschneider, Uwe Koch und Albrecht Nollau
  • Format: Moderiertes Zeitzeugengespräch mit Publikumsbeteiligung
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