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Viertelmillion Bienen mitten in der Radeberger Vorstadt

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Am Sonnabend und Sonntag öffnen deutschlandweit Imkereien ihre Tore zum Tag der Deutschen Imkerei. In der Radeberger Vorstadt macht Günter Richter mit – ein Hobbyimker, der aus einem alten Baulager ein kleines Bienenreich mit rund einer Viertelmillion Tieren gemacht hat.

Hobby-Imker Günter Richter lädt zum Tag der offenen Tür. Foto: Anton Launer
Hobby-Imker Günter Richter lädt zum Tag der offenen Tür. Foto: Anton Launer

Vom Baulager zur Bienenweide

Vor einigen Jahren war das Grundstück im Jägerpark 6 noch Richters Baulager. Dass daraus eine Imkerei wurde, war nicht geplant. Eine Nachbarin, Kleingärtnerin und Hundehalterin, kam vorbei und erzählte ihm, sie habe Bienen geerbt – nur wisse sie nicht, wo sie die Völker aufstellen solle. „Stellen Sie doch hier rein“, habe er ihr daraufhin angeboten. Aus der Nachbarschaftshilfe wurde eine eigene Leidenschaft: Richter legte sich selbst Bienen zu und baute einen Schutz für die Nachbarschaft, denn rundherum liegen zahlreiche Kleingärten. Die Bienen selbst fliegen nach seinen Angaben hauptsächlich die umliegenden Lindenbäume an.

Rund eine Viertelmillion Bienen summen bei Imker Richter herum. Foto: Anton Launer
Rund eine Viertelmillion Bienen summen bei Imker Richter herum. Foto: Anton Launer

20 bis 30 Völker in der Hinterbehandlungsbeute

Richter imkert mit einer sogenannten Hinterbehandlungsbeute, auch Blätterstock genannt, die 20 bis 30 Völker umfasst. Auf der einen Seite des großen Schrankes schwirren die Bienen rein und raus, auf der Hinterseite kommt er relativ leicht an die Waben heran.

Verluste gehören zum Geschäft: Von zehn Völkern könne man im Schnitt drei verlieren, so Richter. Bienen seien zudem empfindlich gegenüber Krankheiten und reagierten schnell auf äußere Einflüsse. „Es muss alles zusammenspielen – Wetter, Blüte, Biene“, fasst er die Grundvoraussetzung seiner Arbeit zusammen.

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Standortimkerei: Warum der Honig hier anders schmeckt

Richter betreibt, wie er es nennt, Standortimkerei. In der Nähe seines Grundstücks stehen Kastanien, Linden und Robinien – ideale Trachtpflanzen. In den angrenzenden Gärten helfen seine Bienen zwar beim Bestäuben, das sei aber für den Honig kaum relevant, so Richter.

Geschäftiges Treiben im Bienenstock - Foto: Anton Launer
Geschäftiges Treiben im Bienenstock – Foto: Anton Launer

Trotz des hohen Baumanteils grenzt er seinen Honig von Waldhonig klar ab: Der habe eine andere Struktur und schmecke anders. Beim Ernten und Lagern ist Vorsicht geboten, denn Honig kann gären. Diese Gefahr im Blick zu behalten, gehört für Richter zur täglichen Sorgfalt dazu.

Vom Messelektroniker zum geprüften Imker

Bevor er in Rente ging, arbeitete Richter bei Messelektronik Otto Schön, nach der Wende dann auch in der Lebensmittelbranche. Für die Imkerei hat er mehrere Lehrgänge absolviert, unter anderem einen Lehrgang beim Imkerverein Langebrück. Rechtlich bewegt er sich im Rahmen der Hobbyimkerei: Bis zu 25 Bienenvölker gelten als Liebhaberei. Bis dahin reicht die Anmeldung bei der Tierseuchenkasse. Verkauft wird bei ihm ausschließlich an Privatpersonen.

Fast täglich im Bienengarten

Sein Grundstück besucht Richter fast jeden Tag – meist nur, um kurz nach dem Rechten zu sehen. Der Jahresrhythmus ist klar getaktet: Bis Ende September muss eingefüttert sein, nach der Ernte wird geschleudert. Zur Ernte trägt er grundsätzlich Imkeranzug, denn Stiche hat er schon unzählige kassiert – die Bienen reagieren empfindlich auf Gerüche.

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Tag der offenen Tür am 4. und 5. Juli

Am Sonnabend und Sonntag, jeweils von 10 bis 16 Uhr, öffnet Günter Richter sein Grundstück im Jägerpark 6, 01099 Dresden, gleich neben dem Borea-Vereinsgelände, für Besucherinnen und Besucher – ob als Kundschaft oder mit Interesse am Imkern selbst. Wer danach tiefer einsteigen möchte, kann sich laut Richter für einen Lehrgang anmelden.

Sie ist die Größte - Foto: Anton Launer
Sie ist die Größte – Foto: Anton Launer

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