Die insolvente Kulturwerkschule kann ihren Schulbetrieb im Schuljahr 2026/2027 fortsetzen. Die Finanzierung für das gesamte Schuljahr ist gesichert. Der Unterricht kann damit nach den Sommerferien wie geplant beginnen.

Große Erleichterung beim Geschäftsführer der Schule, Dirk Luther. Zwar stand das Budget schon seit einigen Wochen, endgültige Sicherheit gab es aber erst Anfang August. „Das ging nur dank des großen Vertrauens der Eltern“, sagt Luther. Die Schule war in die Schieflage geraten, weil ein zugesagter Kredit nicht gezahlt worden war. Am 31. Juli hat das Amtsgericht Dresden das Insolvenzverfahren eröffnet.
Davon sei der Schulbetrieb jedoch nicht betroffen, sagt Luther. Die Kulturwerkschule war im vergangenen Jahr von Loschwitz in die Neustadt gezogen. Insgesamt lernen 200 Kinder in zehn Schulklassen an der Kulturwerkschule. Weil das Haus an der Loge etwas zu klein ist, wird ein Klassenraum am Heinrich-Schütz-Konservatorium an der Glacisstraße genutzt. Etwa 30 Lehrerinnen und Lehrer arbeiten hier, dazu gibt es einen Hort, eine Schulsozialpädagogin und den Schulhund Frieda.

Bieterverfahren für das Schulgeld
Um das erforderliche Budget zu erreichen, führte die Schule ein sogenanntes Bieterverfahren durch. Die Familien konnten Gebote abgeben, die ihren finanziellen Möglichkeiten entsprechen. Im Durchschnitt kamen so die erforderlichen 130 Euro zusammen.
Hinzu kam eine größere Spende von Menschen, die sich der Schule verbunden fühlen und das Konzept unterstützen. Trotz des gesicherten Betriebs für das kommende Schuljahr bleibt die Situation nach Angaben des Geschäftsführers fragil. Die Schule hat nun zwölf Monate Zeit, eine längerfristige wirtschaftliche und personelle Perspektive zu entwickeln.
Nach Darstellung der Kulturwerkschule entstand die Insolvenz nicht durch Missmanagement, sondern durch die Reduzierung zugesagter Darlehen. Mitgesellschafter und Darlehensgeber Michael Hecht stellt die Situation anders dar. Er sagt, dass er bis zuletzt bereit gewesen sei, substanzielle weitere Mittel für eine Stiftungslösung zu geben.

Gespräche mit möglichen neuen Trägern
Eine Stiftungslösung steht aktuell nicht zur Debatte. Stattdessen ist die Kulturwerkschule mit vier Trägervereinen im Gespräch, die Interesse an einer Übernahme haben. Diese könnte das Insolvenzverfahren beenden. Allerdings will die Schule ihre Eigenständigkeit bewahren und nicht in die Strukturen eines anderen Trägers eingegliedert werden.
Die Interessenten sind bereits in Dresden und Sachsen aktiv und könnten auf bestehende Strukturen zurückgreifen. Ziel ist eine Übernahme noch in diesem Schuljahr.
Auch das Netzwerk rund um die Kulturwerkschule soll dabei eine Rolle spielen. Dazu gehören Eltern, Kooperationspartner und frühere Wegbegleiter. Mit dem Landesamt für Schule und Bildung (Lasub), der Stadtverwaltung und dem Vermieter arbeite die Schule ebenfalls gut zusammen, betont Geschäftsführer Luther. Rund 80 Prozent der Finanzierung kommen vom Staat, der Rest wird durch Schulgeld sowie Förderer und Sponsoren aufgebracht.

Standort und zusätzliche Räume
Für die Kulturwerkschule beginnt das erste vollständige Schuljahr am jetzigen Standort. Luther sieht die Lage in der Neustadt als Vorteil. „Das Haus ist herrlich, wir haben die Räume gestaltet, dank der Lage mitten in der Neustadt haben wir auch ausreichend Anmeldungen“, so der Geschäftsführer. Die neue erste Klasse startet mit 22 Schüler*innen. In den oberen Klassen ist noch ein bisschen Platz. „Quereinsteiger sind herzlich willkommen“, so Luther.
Der Sportunterricht findet in der Lessingstraße und auf Sportplätzen in der Umgebung statt. Fachkabinette stehen in Partnerschulen zur Verfügung.

















