Ab Montag, 5. Oktober 2026, entsteht auf der Glacisstraße ein neuer Fußgängerüberweg. Das Straßen- und Tiefbauamt lässt den Zebrastreifen auf Höhe der Mittelinsel vor dem Heinrich-Schütz-Konservatorium bauen. Die Arbeiten sollen bis Anfang November dauern.

Der Standort hatte im Sommer 2025 für Aufmerksamkeit gesorgt. Damals hatten Unbekannte an genau dieser Stelle mit weißer Farbe selbst einen Zebrastreifen auf die Fahrbahn gemalt. Die Stadt ließ den Übergang später sperren.
Glacisstraße wird zur Einbahnstraße
Während der Bauzeit ist die Fahrbahn halbseitig gesperrt. Die Glacisstraße wird in nördlicher Richtung als Einbahnstraße ausgeschildert. Der Kfz-Verkehr in südlicher Richtung wird über Oberer Kreuzweg und Georgenstraße zurück auf die Glacisstraße umgeleitet.
Fußgänger werden durch das Baufeld geführt. Während der Arbeiten lässt sich die Glacisstraße auf dem Weg zum Heinrich-Schütz-Konservatorium über eine Mittelinsel nördlich des Baufeldes überqueren.
Mittelinsel wird verbreitert
Für den neuen Fußgängerüberweg sind Arbeiten an der Fahrbahn, an beiden Gehwegen und in der Grünfläche erforderlich. Die vorhandene Mittelinsel wird verbreitert. Außerdem wird das Blindenleitsystem angepasst und zusätzliche Beleuchtung installiert.
Für die notwendigen Sichtbeziehungen am Fußgängerüberweg werden die angrenzenden Kfz-Parkplätze umgebaut. Dort entstehen Stellplätze für den Radverkehr.
Die Gesamtkosten liegen bei rund 44.000 Euro. Die P+S Pflaster- und Straßenbau GmbH übernimmt die Arbeiten. Mit dem Bau setzt die Landeshauptstadt Dresden die Maßnahme Nummer 28 aus ihrer Fußverkehrsstrategie um.

Unbekannte malten 2025 einen Zebrastreifen auf
Im Sommer 2025 hatten Unbekannte an der Glacisstraße vor dem Heinrich-Schütz-Konservatorium mit weißer Farbe einen Zebrastreifen aufgemalt. Nach Berichten von Anwohnern funktionierte der provisorische Übergang einige Wochen. Anschließend sperrte die Stadtverwaltung die Stelle. Neustadt-Geflüster berichtete.
Das Thema wurde anschließend auch überregional aufgegriffen. Die Deutsche Presseagentur berichtete darüber. In der Folge erschienen bundesweit Beiträge über den gesperrten Zebrastreifen in Dresden.

Forderung nach einem Übergang besteht seit Jahren
Eltern von Schülern des Heinrich-Schütz-Konservatoriums hatten sich bereits zuvor für einen Fußgängerüberweg eingesetzt. Im August 2025 wurde von rund 5.000 Kindern berichtet, die dort normalerweise pro Woche die Straße queren. Als Querungshilfe gab es zu diesem Zeitpunkt lediglich die Mittelinsel.
Auch die Dresdner Kommunalpolitik beschäftigte sich mehrfach mit dem Standort. Der Stadtrat beschloss 2018 einen interfraktionellen Antrag zur Einrichtung zusätzlicher Zebrastreifen. Die Glacisstraße vor dem Heinrich-Schütz-Konservatorium stand an erster Stelle der darin enthaltenen Standortvorschläge.
Der Stadtbezirksbeirat Neustadt sprach sich 2021 auf Vorschlag der SPD erneut für einen Zebrastreifen an dieser Stelle aus. Die Stadtverwaltung verwies darauf, dass es sich bei der Einrichtung um eine verkehrsrechtliche Anordnung handelt. Diese liegt nicht in der Beschlussgewalt des Stadtrates.
SPD-Stadtrat Stefan Engel griff die Forderung im August 2025 erneut auf. Er forderte Baubürgermeister Stephan Kühn von den Grünen zu einer zügigen Lösung auf.
Mehr Verkehr auf der Glacisstraße
Nach den Angaben im Themenstadtplan der Stadt Dresden hat die Verkehrsbelastung auf der Glacisstraße zugenommen. Vor dem Einsturz der Carolabrücke waren dort rund 5.000 Kraftfahrzeuge pro Tag unterwegs. Im Dezember 2025 waren es 7.300 Fahrzeuge pro Tag.
Zebrastreifen an Buchenstraße und Lößnitzstraße
In der Neustadt entstanden in den vergangenen Jahren bereits drei weitere Zebrastreifen. Einer befindet sich an der Buchenstraße, einer an der Lößnitzstraße und einer am Dammweg. Diese erhielten Beleuchtung, abgesenkte Bordsteine und Leitelemente für sehbehinderte Menschen.
Die Baumaßnahme an der Buchenstraße kostete rund 40.000 Euro. An der Lößnitzstraße lagen die Kosten bei 41.000 Euro, ab Dammweg bei 85.000 Euro. Für den nun geplanten Fußgängerüberweg an der Glacisstraße sind rund 44.000 Euro vorgesehen.




















