Getroffen bei einem Spaziergang durch die Dresdner Neustadt

Mit friida habe ich mich in der Dresdner Neustadt getroffen. Während wir durch das Viertel gelaufen sind, ging es um Musik, kreative Prozesse und die Frage, wie Songs überhaupt entstehen.
Seit etwa anderthalb Jahren produziert sie professionell Musik. Ihren Sound beschreibt sie selbst mit drei Worten: ausdrucksvoll, authentisch und experimentell.
Musik ist für sie vor allem ein Weg, Gefühle auszudrücken und Erlebtes zu verarbeiten. Meistens beginnt alles mit einer Textidee. Daraus entwickelt sich eine Melodie, später folgt der Beat. Während Songs oft überraschend schnell entstehen, brauchen Mix und Mastering meist deutlich länger.
Wann ein Song fertig ist?
Wenn ich ihn am liebsten löschen möchte oder taub vom Hören bin.
Inhaltlich beschäftigt sich friida mit Themen wie Familie, Selbstfindung und gesellschaftlichen Erwartungen. Besonders interessiert sie die Frage, wer man eigentlich sein möchte – und wer man vermeintlich sein soll. Gerade in Zeiten von Social Media und ständiger Selbstinszenierung tauchen diese Gedanken immer wieder in ihren Texten auf.
Musikalisch sieht sie sich dabei weniger von einzelnen Artists geprägt. Vielmehr entsteht ihr Sound aus vielen verschiedenen Einflüssen und aus ihrer eigenen Perspektive heraus.
Auch Dresden spielt für sie eine wichtige Rolle. Sie findet zunehmend ihren Platz in der lokalen Musikszene und schätzt besonders das Freiheitsgefühl, das die Neustadt für sie ausstrahlt. Ein Kollektiv, das man ihrer Meinung nach unbedingt kennen sollte, ist EchoSports.
Kreative Ideen entstehen oft spontan: beim Spazierengehen, in der Bahn, zu Hause oder unter der Dusche – auch wenn Letzteres, wie sie selbst sagt, nicht immer besonders praktisch ist.
Der nächste Schritt steht bereits fest: Am 26.06. erscheint mit „Doll in a Showcase“ ihre neue Single.
Und danach? Vor allem neue Musik. Gleichzeitig wünscht sie sich, dass noch mehr Menschen Musik als Möglichkeit entdecken, Gefühle auszudrücken und zu verarbeiten. Denn für jede Emotion gibt es ihrer Meinung nach den passenden Song. Und mit einem kleinen Augenzwinkern hofft sie natürlich auch, dass nicht irgendwann alles komplett von Maschinen übernommen wird.

Schnellfragerunde
Studio oder Bühne?
Bühne.
Morgens oder nachts kreativ?
Abends.
Deutsch oder Englisch?
Englisch.
Lieblingsort in Dresden?
Die Flutrinne in Altmickten.
Kopfhörer oder Lautsprecher?
Kopfhörer.

friida
Über den Autor
Der Dresdner Fotograf Johannes Haupt nimmt in unregelmäßigen Abständen Dresdner Musikerinnen, Musiker und Bands vor die Linse. Auf diversen Konzerten kann man ihn in der Nähe der Bühne sehen. Herauskommen wunderbare Eindrücke von Live-Auftritten. Seit einer Weile hat Johannes, der hauptberuflich als Krankenpfleger in der Notaufnahme arbeitet, sein Portfolio um Porträts erweitert. Dafür trifft er Musiker abseits der Clubs und interviewt sie. Das Neustadt-Geflüster wird in unregelmäßigen Abständen diese Interviews hier veröffentlichen.
- Johannes Haupt betreibt zwei Instagram-Kanäle: Auf www.instagram.com/haupt_motiv gibt es sein komplettes Portfolio zu sehen, die Interviews veröffentlicht er auf www.instagram.com/sounddcheck
- sounddcheck.de



















