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NO-GO!: für mehr Awareness und Sicherheit beim Feiern

Was kann ich tun, wenn ich beim Feiern gegen meinen Willen angemacht oder angefasst werde, oder sonstiges übergriffiges Verhalten erlebe? Das Projekt NO-GO! setzt sich für bessere und sichtbarere Awareness-Strukturen in der Dresdner Clubszene ein.

Die Hauptverantwortliche für das Projekt ist Lisa Ronja. Sie geht dafür auf Einrichtungen zu und macht Vorschläge für bessere Sicherheit und Prävention von Belästigung und Gewalt beim Feiern. Auch für Betroffene von übergriffigem Verhalten bietet NO-GO! eine Anlauf- und Vermittlungsstelle.

Tagsüber ist es hier ruhig. Aber nachts tummeln sich vor dem Außenbereich der Clubs an der Katharinenstraße viele Partygäste, die von einem guten Awareness-Konzept profitieren könnten. Foto: Sebastian Diehl
Tagsüber ist es hier ruhig. Aber nachts tummeln sich vor dem Außenbereich der Clubs an der Katharinenstraße viele Partygäste, die von einem guten Awareness-Konzept profitieren könnten. Foto: Sebastian Diehl

Anlaufstelle für Betroffene

„Viele Leute scheuen sich, eine Opferberatung zu kontaktieren“, sagt Lisa Ronja. Dabei sei es wichtig, dass Betroffene sich Hilfe holen. Seit 2019 gibt es das Projekt NO-GO!, das genau dafür eine Anlaufstelle bieten will. Hier können sich Leute melden, die beim Feiern Situationen erlebt haben, in denen sie sich unsicher, unwohl, bedroht oder anderweitig belästigt gefühlt haben – alles anonym.

NO-GO! leitet sie dann weiter: an das Awareness-Kollektiv Dresden, den RAA Sachsen (Regionale Arbeitsstellen und Angebote für Bildung, Beratung und Demokratie) oder an die Polizei. Erreichbar ist NO-GO! telefonisch oder per Mail. Wer dann antwortet, ist Lisa Ronja. Sie ist überwiegend alleine für das Awareness-Projekt verantwortlich. Ab Juli soll sie Unterstützung von einer zweiten Person bekommen, die dann auch Awareness-Workshops geben wird.

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Bei NO-GO! werden aber nicht nur Anliegen gesammelt und weitergeleitet. Mit konkreten Maßnahmen konnte die Awareness-Situation an manchen Orten bereits verbessert werden – zum Beispiel mit Lichtinstallationen vor Clubs und einem Awareness-Team, das auch vor der Clubtür präsent ist.

Was ist Awareness?

Aber was ist eigentlich Awareness? „Achtsamkeit im Umgang miteinander“, meint Lisa. Übersetzt bedeutet Awareness in etwa „Bewusstsein“ oder „Sensibilisierung“. Im Kontext von Feier-, Festival- und Clubkultur bezeichnet Awareness Konzepte und Maßnahmen, die darauf abzielen, einen möglichst sicheren, respektvollen und diskriminierungsarmen Raum für Beteiligte zu schaffen. So gibt es zum Beispiel im Club „objekt klein a“ speziell geschulte Awareness-Teams, die während der Veranstaltungen ansprechbar sind.

NO-GO-Report 2026

Als Grundlage für die Änderungsvorschläge dient der NO-GO!-Report 2026. Anfang des Jahres wurden in einer qualitativen Umfrage Daten von circa 80 Personen gesammelt und ausgewertet. Antworten wurden etwa gleichermaßen von Frauen und Männern gegeben, sowohl von selbst erlebten als auch von beobachteten Situationen. Wiederkehrende Muster in den Antworten waren unerwünschtes Anfassen, aufdringliches, sexualisiertes Ansprechen, sexistische Kommentare sowie alkoholisierungsbedingte Enthemmung – vorrangig in den Tanz- und Bar-Bereichen von Clubs und Bars. Die Umfrage kommt zu dem Schluss, dass Grenzüberschreitungen strukturell präsent seien, Täter größtenteils männlich und alkoholisiert. Außerdem seien Handlungsmöglichkeiten für Betroffene nicht klar und Awareness-Strukturen nicht ausreichend sichtbar.

Die Umfrage ist noch nicht abgeschlossen. NO-GO! sammelt weiter anonyme Umfragen und wertet sie aus. Die Daten bestätigen die Notwendigkeit für das Projekt und sind hilfreich für zukünftige Unterstützung und Finanzierung.

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An der Ecke Kamenzer Straße und Schönfelder Straße prangt ein Sticker von NO-GO. Unter dem QR-Code findet man die Umfrage. Foto: Sebastian Diehl
An der Ecke Kamenzer Straße und Schönfelder Straße prangt ein Sticker von NO-GO. Unter dem QR-Code findet man die Umfrage. Foto: Sebastian Diehl

Ursprung in der Party-Szene

Hervorgegangen ist NO-GO! aus dem Tolerave e. V. und hat seinen Ursprung daher in der Club-Szene selbst. Das ist praktisch, da Beteiligte nah an den Nöten und Bedürfnissen von Szene, Betroffenen und Veranstalter*innen sind. Seit 2025 ist das Projekt unabhängig von dem Verein und organisatorisch an das Awareness-Institut und die Awareness Anlaufstelle Ost angebunden. Somit wird NO-GO! auch nicht mehr über die Gelder vom Tolerave finanziert, sondern für 2026 über Förderung durch den Stadtbezirksbeirat Neustadt in Höhe von 4.490 Euro (Neustadt-Geflüster vom 17. März 2026).

NO-GO!

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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