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Feige im Dunkeln

Erinnert ihr euch noch an den stillen Streetart-Künstler, mit Hut und farbbespritzter Latzhose, der bei Wind und Wetter auf seiner Leiter stand und unter anderem die Wände am „Pawlow“, an der Seifhennersdorfer Straße, am Drewag-Häuschen hinterm Alaunpark mit seinen fantastischen Bildern belebte?

Hillel Eflal bei der Arbeit - Foto: Karen Gäbler
Hillel Eflal bei der Arbeit – Foto: Karen Gäbler

Hillel Eflal war vor einigen Jahren mit seinem Fahrrad in der Türkei losgefahren und dann in der Neustadt hängen geblieben. In diesem bunten Viertel fand er eine Atmosphäre, in der er sich wohlfühlte – und schenkte uns seine farbenfrohen mystischen Wandbilder – selten dafür bezahlt und von der Hand in den Mund lebend.

Hillel ist nicht nur ein begnadeter Muralpainter und Musiker, sondern auch ein aufrechter Mann, der den Kriegsdienst in Israel ablehnte und ein großes Herz für die Palästinenser hat.

Hillel Eflal bei einem Straßenkonzert auf der Priesßnitzstraße - Foto: Karen Gäbler
Hillel Eflal bei einem Straßenkonzert auf der Priesßnitzstraße – Foto: Karen Gäbler

Vor kurzem fuhr er in seine alte Heimat Israel zurück, in der Gewissheit, nach Dresden zurückzukehren, um hier weiterzumalen. Doch er wird nicht wiederkommen und uns auch nichts mehr schenken. In letzter Zeit haben kleinherzige Vandalen begonnen, seine Werke zu zerstören.

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Heinz Strunk am 23. März in Dresden, Schauburg

Im Schutz der Dunkelheit, sich an Bildern eines Künstlers zu vergreifen, statt mutig und offen den Protest gegen missliche Zustände in der Welt dorthin zu tragen, wo die Verursacher agieren – das ist kein Zeichen von Courage.

Gecrosstes Wandbild - Foto: Jana Lösche
Gecrosstes Wandbild – Foto: Jana Lösche

In der Welt der Streetart gibt es einen ungeschriebenen Ehrenkodex: das sogenannte „Crossing“ – das Übermalen eines fremden Werkes – ist nur demjenigen erlaubt, der größere Fähigkeiten besitzt als sein Vorgänger. Anderenfalls gilt es schlicht als verpönt. Von diesem Kodex haben die amateurhaften Zerstörer offenbar noch nie gehört.

Mir fallen da nur folgende Worte ein: erbärmlich und feige.

Ein Gastbeitrag von Karen Gäbler. Die Bilder von Hillel Eflal sind auf seinem Instagram-Kanal zu sehen.

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Anmerkung der Redaktion

Crossing gibt’s in der Graffiti-Szene in der Neustadt auch schon eine längere Zeit. Bekanntestes Beispiel dafür ist wohl die Friedhofsmauer an der Friedensstraße. Aber auch das über Jahre unbeschädigt Wandbild an der Schule auf der Görlitzer Straße wurde vor Kurzem mit nur schwer zu deutenden Schriftzüge übersprüht.

Hillel Eflal gestaltet das Häuschen an der Kamenzer Straße - Foto: Karen Gäbler
Hillel Eflal gestaltet das Häuschen an der Kamenzer Straße – Foto: Karen Gäbler

3 Kommentare

  1. mimimi, gentrifizieri

    Niemand hat irgendwelche Blogschreiberlinge um ein Kommentar oder Bewertung zur Graffitiszene gebeten. Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Kresse halten. Aufträge haben nichts mit der Szene zu tun, es sind Aufträge – Anti-Graffiti-Schutz für Hausbesitzer*innen …

  2. Da wo Menschen sind wird es immer Zerstörung geben. Der Mensch ist ein Parasit und zerstört überall wo man ihm die Möglichkeit gibt. Wir müssen uns bewusst sein, dass wir da keine Ausnahme sind. Es liegt an uns allen unsere Umwelt so zu gestalten, dass (andere) Parasiten weniger Angriffspunkte haben und nicht zu sehr an jeder individuellen Schönheit hängen, sondern kontinuierlich weiter an unserem Lebensraum arbeiten. Wir können nicht nur auf die Hillel Elfas der Welt warten.

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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