Freitagmittag, ein Umschlag, ein Moment der Entscheidung: Jörg Stübing sitzt in seinem kleinen Bücherstübchen auf der Louisenstraße und öffnet die Post. Seit Wochen ist klar, dass „Büchers Best“ ausgezeichnet wird – nur die Höhe fehlt noch.

„Es ist der Grundbetrag von 7.000 Euro geworden“, sagt Stübing. Nach dem Hickhack der vergangenen Wochen wirkt die Freude verhalten. „Das Geld hilft, die Rechnungen zu bezahlen.“ Wichtiger ist ihm die Anerkennung – und die Aufmerksamkeit für die Buchhandlung.
Während wir bei einem Espresso über die jüngsten Turbulenzen rund um den Buchhandlungspreis sprechen1, füllt sich der enge Ladenraum. Kundschaft kommt und geht, bleibt stehen, gratuliert. „Guck mal, hier gibt’s Postkarten für Pessimisten“, ruft eine Frau. Ein Vater lässt sich zu japanischen Krimis beraten. Der Alltag läuft – und genau das scheint hier der eigentliche Kern zu sein.

Seit 24 Jahren auf der Louisenstraße
Seit 2002 gibt es das Geschäft auf der Louisenstraße. Trotz aller Zweifel zu Beginn hat es sich gehalten, Höhen und Tiefen überstanden – und wird nun zum fünften Mal ausgezeichnet. Dresdens Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch betont die Rolle des Ladens als kulturellen Treffpunkt: ein Ort, der Menschen zusammenbringt und Literatur im Alltag verankert.
Dazu tragen auch die Veranstaltungen bei. Zwei- bis dreimal im Monat organisiert das Team Lesungen, meist gegenüber in Dahliwal’s Café. In der kommenden Woche liest dort etwa K.J. Thies.
Einen Teil des Preisgeldes will Stübing praktisch investieren: in Fahrradbügel vor dem Laden. „Gut für die Kundschaft – und für uns“, sagt er und schmunzelt. „Wenn hier die großen Transporter halten, wird’s nämlich schnell dunkel im Laden.“
Büchers Best
- Louisenstraße 37, 01099 Dresden
- buechersbest.de

1 Mehr zum Eklat rund um den Buchhandlungspreis gibt es in allen großen Zeitungen. Unter anderem hier im Merkur, im Deutschlandfunk Kultur oder im Podcast „Lage der Nation“, Kapitel 6.

















