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Kann Rudolf bald rollen?

Am vergangenen Freitag hat der Stadtrat mit ganz knapper Mehrheit für den Antrag der Grünen zur Schaffung einer öffentlichen Naturschutz-, Grün- und Sportfläche auf dem Gelände zwischen Grundschule und Friedhof gestimmt. Vor knapp zwei Wochen hatte der Baubürgermeister bekannt gegeben, dass der Flächentausch mit der Sachsen-Energie schon fast beschlossen ist (Neustadt-Geflüster vom 30. November). Die Entscheidung dazu soll am 11. Januar im Bauausschuss fallen.

Initiative fordert Skaterpark statt Brache neben dem Friedhof
Initiative fordert Skaterpark statt Brache neben dem Friedhof

Für die Initiative „Rudolf rollt“ ist damit eine wichtige Hürde auf dem Weg zu einem Skaterpark inklusive Pump-Track genommen. Für Martin, der für die Initiative auch im Stadtrat sprach, ist der Weg aber noch nicht einfach. „Wir setzen auf Dialog, eine Bürgerwerkstatt oder Ähnliches wäre gut“, sagt er. Kontakt zur nahen Grundschule haben die Aktivisten bereits aufgenommen. „Gemeinsam mit den Kids haben wir Transparente gemalt, die haben uns auch erzählt, dass sie nen Skatepark prima finden würden“, sagt Martin.

Es sei eine der letzten Freiflächen, die sollte man mit den Leuten gemeinsam gestalten, die den Raum auch nutzen, fordert er und verweist auf den aus seiner Sicht missglückten Park am Bischofsplatz, der nicht angenommen werde. Aber Martin ist auch bewusst, dass es keine Entscheidung gegen die Friedhofsverwaltung geben könne, die sollte bei einer Diskussion auf jeden Fall mit dabei sein.

Kinder von der 148. Grundschule haben das Transparent gemalt.
Kinder von der 148. Grundschule haben das Transparent gemalt.

Die Sorge, dass der neue Park anschließend verschmutz oder zerstört wird, teilt er nicht. „Wenn man hier etwas installiert, was die Jugendlichen wollen, dann bleibt das auch ganz“, ist er sich sicher.

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Geschichte der Brache

Auf dem Flurstück 1582/18 neben dem Inneren Neustädter Friedhof befanden sich bis vor ein paar Jahren ein Zentrum der Kreativwirtschaft. Allerdings wurden im Rahmen des Neubaus der Schule und des benachbarten Kindergartens auf dem Gelände mehrere Teergruben gefunden, die einen Erhalt der Häuser unmöglich machten (Neustadt-Geflüster vom 23. März 2018).

Seitdem Abriss liegt die Fläche brach. Die Sachsen-Energie hatte dann Pläne veröffentlicht, auf der Fläche einen Parkplatz und mehrere Ladesäulen für Elektro-Autos zu installieren (Neustadt-Geflüster vom 1. März 2021). Dagegen regte sich Widerspruch. Es gab mehrere Petitionen und auch der Stadtbezirksbeirat schlug vor, eine Grünfläche für Naherholung und Naturschutz zu schaffen. Zuletzt hatte die Sachsen-Energie auf der Fläche Interimsparkplätze für eine Baustelle in der Nähe angeboten, aber seit Ende Oktober ist damit Schluss (Neustadt-Geflüster vom 2. November 2022). Die Initiative „Rudolf rollt“ hatte am 7. Mai 2021 eine Petition für das Gelände initiert und binnen kurzer Zeit mehr als 4.000 Unterschriften für das Projekt eingesammelt.

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19 Ergänzungen

  1. @Anton

    und WHO THE F… ist Martin? „Maddin“ alias Diether Krebs? Wir haben zwar eine Idee, aber ein voller Name wäre vielleicht hilfreich!

  2. @grumpy old men:
    Das ist doch völlig egal, Martin halt. Eine engagierte Privatperson.
    Du versteckst dich/euch doch auch nur hinter einem Synonym, viel schlimmer.
    Und bevor Fragen kommen, goldi ist zwar ein Spitzname, aber die die es wissen wissen Bescheid.

  3. Für das liebevoll von den Kids bemalte Transparent scheint sich Martin nicht mehr zu interessieren, das liegt jetzt schon mehrere Tage im Dreck.

  4. Endlich mal ne sinnvolle Initiative im Viertel! Das verkommt hier alles zu nem super teuren Disney Land, wo man gar nichts machen kann ohne Geld in der Tasche zu haben.
    Deswegen 1 Million Punkte dafür und weiter so

  5. Am Ende geht es doch darum, mehr alternative Spielfläche für alle Kinder der Neustadt zu schaffen und somit unser Viertel noch lebenswerter zu gestalten – ich finde da spricht nichts dagegen, wenn man am Ende die glücklichen Gesichter der Kinder sieht. Auch der Spielplatz daneben ist doch ein voller Erfolg!

  6. Was für ein tolles Projekt! Meine Kinder freuen sich sehr darüber, vielleicht bald hier auf der Elbseite ordentlich bmx fahren zu können.
    Immer Bahn fahren zu müssen, nervt nach der Schule auch einfach und teuer ist es auch.
    Wir freuen uns!

  7. @thorsten
    @unicorn
    @gina
    ..das Projekt ist gut. Der Ort ist falsch.
    ..hinter der Mauer liegen die Kindergräber.
    Wenn es Eich nichts ausmacht, diese auszugraben und umzubetten… hier wird der Grund, warum der Neubau diesen Abstand zur Mauer einhält immer negiert und verschwiegen…
    …schaut mal über die Mauer und denkt dann nochmal über das Thema nach.

  8. @echt?

    Was genau soll denn dann mit diesem Ort passieren?
    Und wo genau soll denn eine andere Fläche herkommen? Meines Wissens gibt es überall eine gewisse Form von Lautstärke wo Menschen sich bewegen und begegnen. Und Freiflächen (welche nicht in privater Hand sind) gibt es fast keine mehr.
    Ich find die Idee klasse und freue mich dass junge Leute hier einen Raum finden könnten.

  9. @dennis
    ..die Freifläche ist entstanden, damit die Neubauten den Abstand zum Friedhof einhalten. Da dürfen Bäume wachsen. Machen muss man damit gar nichts. Urban gardening oder Bienen wäre evtl. auch etwas anderes, da hier die Trauer (speziell Kindergräber) nicht gestört wird.
    Das Projekt ist ja nicht schlecht, da muss nur ein anderer Ort gesucht werden. Über diese Tatsache kann man sich als soziales Wesen doch nicht einfach hinwegsehen…

  10. Ich mag die Ruhe im Kiez und die paar Skater, die sich hierim Sommer 23 Uhr her verirren und ihre Sprünge üben, nerven sehr viele…hab da einfach mal mit den Nachbarn mich ausgetauscht…daher: ich freu mich auf die Bäume : )

  11. Ich frag mich wieso die Menschen denken, dass Fahrrad fahren auf Hügeln so viel Lärm machen soll. Sind euch die Fahrradfahrer auf den Straßen auch zu laut? wer sich nur eine Sekunde mit dem Projekt auseinander gesetzt hat, wird gelesen haben, dass (auch) von eine Fahrradstrecke gesprochen wird.

  12. @Dennis
    Ich glaube nicht, dass die Menschen denken Fahrräder wären zu laut. Ich glaube aber, dass wer hier eine Strecke zum biken haben möchte, sich nicht mit dem Thema Trauer auseinandergesetzt hat.
    Auf der anderen Seite der Mauer trauern Eltern um ihre verstorbenen Kinder. Da gebietet es der Anstand, eine Vergnügungsstrecke (Lärm machen Menschen) nicht so nah heranzuführen, von gesetzlichen Abstandsregeln mal abgesehen.
    Es macht auch keinen Sinn, hier einen Ort zu schaffen, an dem abends ein Bier auf die Erfolge des Tages zu heben sich anbietet.
    Wenn Du ein Kind verlieren solltest und auf der anderen Seite der Mauer den dazugehörigen Schmerz verarbeiten müsstest würdest Du die Nutzung der Fläche anders bewerten. Als mitfühlender Mensch kannst Du diese Bewertung jedoch auch nachvollziehen, ohne den Verlust eines Kindes erleiden zu müssen.
    Jetzt kannst Du verstehen, warum hier andere Nutzungen angemessener sind.

  13. @Echt ? Lärm hast Du auf diesem Friedhof ohnehin schon jede Menge. Lauter als die Züge oben über die Gleise quietschen, werden auch die Skater kaum sein. Möglicherweise kann man auch mit einer etwas höheren Lärmschutzwand neben der Friedhofsmauer etwas erreichen. Am wichtigsten erscheint mir, dass die Beteiligten ins Gespräch miteinander kommen. Die Entscheidung liegt letztlich beim Bauaufsichtsamt, wie mir der Kirchenvorstand seinerzeit auf Nachfrage mitteilte.

  14. @Anton Launer Klar ist es in der Stadt laut. Rücksicht auf andere schafft aber trotzdem eine gute Gemeinschaft. Sicherlich wäre eine Sportanlage für die Kinder und Jugendliche im Stadtteil wünschenswert, – sehr sogar. Aber auch der Friedhof erfüllt eine wichtige Funktion und stellt dort seit fast 300 Jahren der Allgemeinheit eine Begräbnis- und Trauerstätte sowie einen Ruheraum zur Verfügung. Der Friedhof ist schon jetzt zu laut, weil verkehrstechnische Notwendigkeiten die Zugstrecke und industrielle Entwicklungen das Bahnbetriebswerk störend und zu nah am Friedhof platziert haben. Daraus kann man doch aber nicht ableiten wollen, dass jede neue Störung nun egal sei?!

  15. @Anton Launer Aber richtig, ein Gespräch muss in Gang kommen. Starke Meinungen werden anonym verbreitet und nur der Anschein von Kommunikation mit Befürwortern einer rücksichtsvolleren Lösung ist schlecht! Auch der geplante Skaterpark würde z.B. jede Menge Fläche versiegeln… Vielleicht ist der Stadtratsbeschluss auch deshalb so knapp mit 32 zu 29 ausgefallen!

  16. @Landeshauptstadt: Die seitens des Arbeitskreises Sportliche Kinder- und Jugendarbeit der Landeshauptstadt Dresden gewünschten Synergieeffekte zeitgemäßer und bedarfsgerechter Sportanlagen für naturnahe Entspannungs- und Verweilmöglichkeiten für Erwachsene und Senioren werden durch einen „Skatepark und Pumptrack“ vermutlich nicht erreicht! Eine alternative Nutzung käme dem im offenen Brief der Stadtteilrunde geäußerten Wunsch eines „sozialen Ortes für Alle, in dem generationenübergreifend sowie barrierefrei gelebt und agiert werden könne“, sehr viel näher!

  17. Das gemeinsam mit den Kids gestaltete Transparent ist wie erwartet den Weg seiner 2021er Ahnen gegangen – nachdem es wegen seiner nicht durchdachten Konstruktion und Anbringung beinahe täglich für das Umfallen des Bauzauns und sysiphosöse Wiederaufstellaktionen gesorgt hat, liegt und fliegt es jetzt seit Tagen in Fetzen auf dem Platz herum. Trauriges, armes, kleines Transparent, so jung und schon alleingelassen und vergessen von Martin und von den Kids …

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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