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Nie wieder BRN?

Normalerweise würden die ersten Organisator*innen jetzt schon wieder heißlaufen, um für das Stadtteilfest „Bunte Republik Neustadt“ (BRN) im kommenden Jahr Bands zu organisieren und die Flächenplanung voranzutreiben. Zumindest der aktuelle Umgang mit dem pandemischen Geschehen sollte einer großen Feier für 2023 nicht mehr im Wege stehen.

Schon 2019 prognostizieren Graffiti-Künstler über der Louisentoilette das Ende der BRN.
Schon 2019 prognostizieren Graffiti-Künstler über der Louisentoilette das Ende der BRN.

Nun war es bisher so, dass die Stadtverwaltung, zuletzt konkret das Straßen- und Tiefbauamt, die Standflächen ausgeschrieben hatte und einen gewissen Rahmen für die „BRN“ vorgab. Erst konnten sich sogenannte Inseln, als Zusammenschlüsse verschiedener Veranstalter anmelden, dann jeder Einzelne. Diese „Erlaubnispraxis für das Stadtteilfest Bunte Republik Neustadt“ wurde in der Regel im Dezember im Amtsblatt veröffentlicht. Danach sieht es in diesem Jahr nicht aus.

Schmallippig erklärt Doris Oser, persönliche Referentin des zuständigen Baubürgermeisters Stephan Kühn (Grüne): „Bis heute sind dem Straßen- und Tiefbauamt keine Veranstaltungsanzeigen zur BRN für das Jahr 2023 bekannt. Auch liegen keine Anträge von Veranstaltern oder Organisatoren vor, welche die Voraussetzungen für eine Kontaktaufnahme wären.“ Hier beißt sich die Katze offenbar in den Schwanz. Klar zeigt keiner Interesse an, wenn es keine Ausschreibung gibt. Aber wenn es nun keine Ausschreibung gibt, weil niemand Interesse zeigt, ist das wohl das Ende des Stadtteilfestes?

Wo ist die BRN? - das Plakat von 2017 bringt es auf den Punkt.
Wo ist die BRN? – das Plakat von 2017 bringt es auf den Punkt.

In diesem Sommer bemühte sich die Stadtbezirksbeirätin Ulla Wacker, die seit Jahren das BRN-Büro leitet, um eine Befragung. „Wir wollten von den Neustädterinnen und Neustädtern wissen, ob sie überhaupt noch ein Stadtteilfest wollen und wenn ja, wie?“, schildert sie das Anliegen. Allerdings braucht es für eine qualifizierte Umfrage ein bisschen Geld. Das hat sie nicht auftreiben können, eine Förderung durch das Kulturamt wurde abschlägig beschieden. Die Stadtverwaltung hält sich bezüglich einer solchen Befragung vornehm zurück. „Da es ein Fest der Bürger für die Bürger ist, sollte sich diese Meinungsbildung aus der Bürgerschaft selbst herauskristallisieren“, so Oser.

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BRN-Macher treffen sich

Noch haben aber nicht alle die BRN aufgegeben. Mehrfach trafen sich in diesem Jahr Aktive, die in der Vergangenheit Inseln oder Stände betrieben haben. „Zuletzt war der Wunsch nach einer BRN 2023 ziemlich groß“, sagt Wacker, die nach wie vor die BRN-Büro-Seite betreibt und 2020 das BRN-TV und BRN-Video organisierte. Regelmäßig berichtet sie per Newsletter von den Treffen.

Einer der Beteiligten ist Paul Brunn, er hatte mit Freunden die Tanzstube an der Sebnitzer Straße organsiert. „Meines Erachtens nach steht das ‚ob‘ außer Frage, die BRN muss auch 2023 wieder stattfinden“, sagt er. Das vorrangige Ziel sollte es sein, erst einmal wieder an das Konzept und die Stimmung der letzten BRN 2019 anzuknüpfen. „Persönlich wünsche ich mir hierbei Unterstützung und Bereitschaft von der Stadt bei der Durchführung“, so Brunn.

Ähnlich klingt es auch bei Simone Meyer-Götz. Die Chefin von Curry & Co. hatte in vergangenen Jahren im Hof an der Louisenstraße spektakuläre Wrestling-Shows zur BRN veranstaltet. „Es ist wichtig das in 2023 die BRN wieder stattfindet, weil es unser Stadtteilfest ist und Corona keinen Grund sein sollte eine lange Tradition zu beenden,“ sagt sie. Die Neustädter sollten wieder das Leben feiern und aufeinander zugehen und genau das biete die Bunte Republik Neustadt.

Großes Wrestling-Interesse
Großes Wrestling-Interesse – Foto: Archiv Anton Launer 2019
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14 Ergänzungen

  1. Ich weiss, viele werden jubeln wenn die BRN stirbt, aber ich finde das traurig.
    Die vielen großen, alternativen Straßenfeste waren immer eine Besonderheit in Dresden. Aber ohne BRN, womöglich auch ohne Hechtfest und Sankt Pieschen, fehlen hier einfach die Jahreshöhepunkte, auf die ich mich sonst immer gefreut habe.

  2. Das alternative stirbt, sobald die Stadt in Form von Standvergabe daran beteiligt ist.. da wird sich immer wieder nur bierbudenplatsch entwickeln… ohne orga habe ich letztes mal auch Tische zum gemeinsamen Frühstück vor der Tür gesehen.. das waren neustädter und Freunde, keine Ballermänner…
    „Was tot ist lebt besser…“

  3. Ich glaube, daß es nur sehr wenige Neustädterinnen und Neustädter gibt, die die BRN wieder so haben wollen, wie sind in den letzten Jahren gewesen ist. Da war sie ja hauptsächlich ein Grund die Stadt einmal im Jahr für ein langes Wochenende zu verlassen, weil der Lärm, der Müll und die Menge der Besucher immer größer und das Originelle, Überraschende immer weniger geworden war.
    Das sonntägliche Frühstück vor dem Haus ist ja schlicht der Tatsache zum Opfer gefallen, daß die BRN im Laufe der Zeit eben nicht am Sonntag früh zu ende war, sonder eher sonntags 24h.
    Also vielleicht braucht es mal ein paar Jahre Pause, damit dann wieder etwas Spannendes entsteht…

  4. Hallo,
    ich finde die BRN sollte nicht ausfallen, denn auch wenn die letzten Jahre die BRN ausgefallen ist konnte man sehen, dass die Menschen trotzdem gefeiert haben. Dieses Fest ist eine Tradition und sollte erhalten bleiben, es hat vielleicht ihre negativen Seiten, dennoch auch die schönen Seiten. Ich selber bin zur BRN geboren und damit aufgewachsen. Viele Menschen vermissen die BRN und die Menschen die gemeinsam feiern und einfach bummeln. Denn sie bekommen auch einfach nur durch das durchlaufen schon ein Lächeln auf dem Gesicht, das macht doch viel aus, vorallem in diesen Zeiten !

  5. @norina:
    Ich konnte auch sehen, dass trotz „Aussfall“ in den letzten Jahren was los war. Das war auch viel mehr BRN, als Ballermann, denn da gab es Tische zum gemeinsamen Frühstück und auch mancher Hinterhof wurde genutzt..
    Da haben Anwohner gefeiert, ohne Müll und Horror.
    Das Problem ist ja eben die Vergabe von Bierbudenlizenzen durch die Stadt Dresden, welche ja ausserhalb Staatsgebietes der Bunten Republik gehört. Da sehe ich die Hoheitsrechte der BRN durch einen „angrenzenden Staat“ ;-) verletzt.
    BRN heißt selber machen…, dann macht es auch wieder Spass…!!

  6. @Echt? Das war nicht der Fall. Stände durften nur an Neustadtädter bzw. Neustädter Unternehmen betreiben, eigentlich. Gelegentlich wurde die Genehmigung dann aber über Strohmänner abgewickelt.

  7. eben: eigentlich…
    Aber egal, die über die Jahre entwickelte Größe mit den geplanten Ständen macht erstickt die autonome Kreativität… ;-)

  8. Klingt so, als ob diese Frau Oser die BRN killen will. Ich fände das sehr schade, die BRN gehört einfach zur Neustadt.

  9. Ich kann hier nur dazu raten, jedem/r der/die an der BRN teimnehmen will, eine freundliche Mail an das Straßen & Tiefbauamt zu schreiben!

    66.17@dresden.de

    Auch bzgl Interessensbekundung zur Antragsstellung. Also dass keiner „will“ finde ich eine Frechheit als Äußerung.

  10. Meines Erachtens bezieht sich die Äußerung von Frau Oser lediglich auf eine Anmeldung seitens einer zentralen Organisation (Verein, Agentur etc.), die es der Stadtverwaltung natürlich leichter machen würde. Dass die Stadt zu einer BRN steht, hat sie bis 2019 gezeigt.

  11. Eine Befragung der Neustädter*innen wäre auch online (und kostenfrei) möglich.
    Verstehe das Problem nicht. Klar erwischt man damit nicht alle in Frage kommenden Bürger. Aber die, welche sich aktiv beteiligen wollen haben Internetzugang…

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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