FDP-Albertbrücken-Antrag abgeschmettert

„Sie werden mich sowieso nicht überzeugen.“ Mit diesen Worten brach Matteo Böhme, der verkehrspolitische Sprecher der Dresdner FDP gestern eine Diskussion am Rande der Ortsbeiratssitzung ab. Der FDP-Antrag „Umsetzung von Stadtratsbeschlüssen: Keine Vollsperrung der Albertbrücke für Kraftfahrzeuge – Verkehrschaos bei der Brückensanierung verhindern“ war vorher mit 13 zu 1 Stimmen abgeschmettert worden. Anschließend versuchten der DVB-Chef Reiner Zieschank, der DVB-Verkehrsplaner Andreas Hoppe und der Amtsleiter des Straßen- und Tiefbauamtes Reinhard Koettnitz dem FDP-Politiker noch einmal ihre Argumente näher zu bringen.

In der Sitzung schon hatte Koettnitz erläutert, dass ohne Vollsperrung für motorisierten Individualverkehr die Sanierung der Brücke etwa 3 Millionen Euro teurer und sich die Bauzeit auf 29 statt 20 Monate verlängern würde. Wenn während der ganzen Bauzeit eine zweispurige Auto-Querung gewährleistet werden soll, würde auch die Qualität des Bauwerkes leiden, erklärte Koettnitz.

In der von der Verwaltung favorisierten Variante soll die Brücke für neun Monate für den Autoverkehr gesperrt werden. Die Bahn würde während der Zeit wechselseitig eingleisig über die Brücke geleitet. So kann die Brücke eine große Deckplatte bekommen, die dann für höhere Stabilität sorgt. Diese Variante wurde übrigens dem Bauausschuss und somit auch Matteo Böhme schon am 15. September 2011 vorgestellt.

Die Bauarbeiten an der Albertbrücke sollen nach der Fertigstellung der Waldschlösschenbrücke beginnen. Derzeit ist der Beginn für den September 2013 geplant, die neunmonatige Vollsperrung für Kraftfahrzeuge soll dann im Oktober beginnen.


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28 Kommentare zu “FDP-Albertbrücken-Antrag abgeschmettert

  1. der herr böhme sollte sich mal seiner verantwortung bewusst werden. von einem „sprecher“ – egal welchen ressorts, erwartet man doch ein bisschen mehr kommunikationsfähigkeit.

    und dann sitzt der herr auch noch ausgerechnet für den wahlkreis pieschen im stadtrat…ich schäme mich.

  2. eine brücke die sowieso schon komplett bestaut ist auf eine Spur verkleinern ist aber auch nicht unbedingt die vernünftige Variante – wenn die Autos bis Albertplatz oder pirnaischen Rückstauen, was heutzutage ab und zu trotz 2 Spuren vorkommt – dann wird auch gemeckert.

  3. @ Peter Macheli ne die DVB AG denkt nur an Ihren profit das sieht man im aktuellen Interview von Reiner Zieschank & Holger Zastrow.

    http://www.dresden-fernsehen.de/default.aspx?ID=11411&showNews=1216179

    Und wie Herr Zastrow schon gesagt hat es gibt seit 2010 einen Beschluss dafür und kurz vor ultimo schießt die DVBAG wieder völlig dazwischen obwohl Sie Ihre einwände bereits vor dem Beschluss einbringen konnte aber da war dieses Unternehmen selbst für diesen Beschluss.

    Das ganze Kasperletheater zeigt mal wieder wie Beschlüsse in der Stadt Dresden durchgesetzt werden.

    Um der gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer einfach die Brücke komplett sperren aus die Maus. 1. gehts schneller und 2. die ganzen Streiterrein hören auf und die Politiker können sich sinnvollerer Sachen zuwenden

  4. @Deni: Die DVB AG ist ein städtisches Unternehmen, d.h. derren Ausgaben landen in irgendeiner Form auch wieder bei dem einzelnen Dresdner Bürger. Und Profit macht die DVB AG auch nicht, in sofern kann man Ihr bestimmt kein blindes Profitstreben vorwerfen.

  5. @Deni: Einerseits ist die DVB AG 100% städtisches Eigentum, andererseits ist der ÖPNV meines Wissens nach wie vor ein Zuschussgeschäft. Das Argument mit dem Profit ist aus meiner Sicht also keins.
    Warum Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt sein sollen erschließt sich mir auch nicht, willst Du auf der Prager Straße gern mit Deinem Meppl rumkurven? Ich kenne dutzende Beispiele, wo die Straße zur Sanierung komplett gesperrt wurde und nur noch die Fußwege benutzbar waren.
    Angesehen davon geht es Herrn Zaster nicht um Gleichberechtigung, er will, dass seine Zielgruppe nicht mit dem Pöbel in der Bahn sitzt. Oder gar steht. Das kann er nur nicht laut sagen, wegen der Prozente, dafür ist die Zielgruppe nämlich zu klein.

  6. @Peter Macheli: Die FDP macht das schon ganz clever. Sie stellt sich hin als der Beschützer der Autofahrer bei einem Projekt, bei dem sie ganz sicher nicht die Mehrheit bekommen. Sie hofft so Sympathie-Punkte zu sammeln, muss aber dennoch nicht die höheren Ausgaben mitverantworten, da ihr Antrag höchstwahrscheinlich doch abgelehnt wird.

  7. und warum sitzt bei der DVB nur der „Pöbel in der Bahn“ @Peter Macheli ? Genau weil die DVB AG dahin wirbt mit Ihrem schlechten Kundenservice aber das ist ein anderes Thema!

    evtl. solltest ihr euch mal das Interview auf DF ansehen.
    http://www.dresden-fernsehen.de/default.aspx?ID=11411&showNews=1216179

    Herr Zastrow zeigt wege auf wie man es für alle recht machen kann. Herr Zieschank ist immer nur auf ICH ICH ICH aus. Mir aber auch reichlich egal was der Zieschank kräht den seine Unternehmen erhalten von mir keinen cent.

  8. @Anton: Das kann aber auch mal nach hinten losgehen, 9 Monate mehr im Stau stehen – und den Stau wird es so oder so geben.

    @Deni: Ich kann mir das jetzt nicht ansehen, mache ich aber später. Was meinst Du denn mit schlechtem Kundenservice? Das der Bus nicht vor der Haustür hält? Oder willst Du morgens begrüßt werden? Ich gebe zu, ich fahre nur im Winter Bahn und bin damit immer gut gefahren – und erstaunlicherweise auf den von mir benötigten Strecken auch ähnlich schnell wie mit dem Auto. Nur mit dem Rad geht es noch schneller.
    BTW: Pöbel sind alle Minderleister (Krankenschwestern, Erzieher und innen usw.)

  9. @Deni: Arbeitest Du für Dresden Fernsehen. Schon zum zweiten Mal der Link zu dem, zugegebenermaßen, recht süßen Interview. Holger Zastrow zeigt in dem Interview nur einen Weg – Schienenersatzverkehr. Da war ja der Kollege Matteo Böhme gestern Abend flexibler, der meinte, dass die Autos hinter der Bahn herfahren könnten.

    Möglicherweise fährst Du nicht mit der Bahn, aber dann wird dich vielleicht interessieren, dass bei einem Umstieg auf Schienenersatzverkehr mehr als 3.000 DVB-Kunden täglich aufs Auto wechseln würden, die stehen dann alle zusammen auf der nun nur noch zweispurigen Albertbrücke wesentlich länger im Stau.

    Meines Erachtens würde die derzeit angestrebte Lösung für alle Beteiligten die bessere Variante sein.

  10. @ Peter Macheli

    schlechter Kundenservice beginnt damit wenn ich ein 24h unternehmen betreibe sollte das Callcenter auch 24 besetzt sein weiter ist es eine zumutung für kunden 10 werktage auf schriftliche beschwerden (die meist eh aus einem baukastensystem stammen) zuwarten. (selbst internetanbieter und globale hotelketten schaffen es individuelle und befriedigende antworten innerhalb 48h zuversenden

    schlechter kundenservice ist auch wenn ich mit ner tram 40min brauche von zb dd neustadt nach dd gompitz und mit dem auto 15

  11. Ich finde eine Komplettsperrung der Brücke während der Sanierung auch besser. Schaut doch mal Richtung „Pott“, genauer gesagt nach Essen. Da ist die A40 für 3 Monate komplett gesperrt. Ansonsten wäre da eine Bauzeit von 24 Monaten veranschlagt worden. http://www.strassen.nrw.de/projekte/a40/3statt24.php Ich finde das gut! Und alle, die schon ab und an im Ruhrpott um Essen und Dortmund herum unterwegs waren oder sind, wissen: Da staut es immer irgendwo, und nicht nur ein paar hundert Meter. Der Radio-Staumelder verkündet oftmals (oder generell?) Staumeldungen AB 3 km Länge“.
    Für Dresden bleibt zu hoffen, dass die Brücke durch die Vollsperrung früher fertig saniert ist.

  12. @Deni: Ich habe vor Jahren mal Ticketsysteme mit automatischen Antworten konfiguriert, sicher gibt es da bessere und schlechtere Texter… :-D

    Mir persönlich reichen 24/7-Callcenter/Rufbereitschaften für lebenswichtige Bereiche wie Notrufe, Feuerwehr etc. Was soll ich denn nachts an der DVB-Hotline.

    Du kannst ja auch gern weiter Auto fahren, nur eben im besagten Zeitraum nicht über die Albertbrücke.
    Was die Fahrzeit betrifft: Das wäre ein schöner Ansatzpunkt für Deinen Lieblingspolitiker Herrn Castro, da ließe sich bestimmt einiges mit anderen Trassen/Linienführungen verbessern.

  13. Es ist schon rührend, wie sich die Partei der besserverdienenden Autofahrer um das kommende Verkehrschaos sorgt, nachdem sie selbst mit jeder einzelnen verkehrspolitischen Entscheidung dafür gesorgt hat, dass der Kfz-Verkehr immer weiter anschwillt, sei es durch kostspielige Straßen- und Brückenbauprojekte, großflächige Shoppingcenter, Verdrängung der Radfahrer auf Bürgersteige etc.

    Verkehrschaos lässt sich eindämmen durch Verkehrsvermeidung, -beruhigung, -verlagerung und nicht durch immer bessere Bedingungen für das Auto auf Kosten der anderen Verkehrsteilnehmer. Für den Freundeskreis Drei Prozent ist das natürlich alles Teufelszeug, aber zum Glück schafft diese merkwürdige Splitterpartei sich gerade selbst ab.

  14. @ Deni: Könnte natürlich auch sein, dass der Kundenservice einfach Probleme hat, Deine schriftlichen Anfragen überhaupt zu verstehen. ;)

    so schreiben leben nämlich davon dass man ihnen struktur gibt mittels groß und kleinschreibung und satzzeichen sonst ist es für andere echt schwer das alles nachzuvollziehen falls du weißt was ich meine.

  15. @ Inhaltlich habe ich noch beizutragen, dass tatsächlich mit der WSB ein Verkehrszug gebaut wurde, der vorrangig für den Kfz-Verkehr da ist. Der wurde – auch und insbesondere von der FDP – immer wieder als „Umleitungsstrecke bei Brückensperrungen“ begründet. Wenn es dann praktisch soweit ist und der Umleitungsfall eintritt, ist es auch wieder doof. Kommt mir aber bekannt vor: wurde die WSB doch auch als Entlastung für die Königsbrücker Straße benannt. Sobald diese Straße entsprechend auf weniger Verkehr angepasst gebaut werden soll, will davon aber auch niemand mehr was wissen…

  16. manchmal wünscht man sich, zudem zum zehnjährigen jubiläum, eine weitere flut, wo die bedingungen noch zigmal schlimmer sind, aber sich alle friedlich arrangieren und danach noch zusammen nen kaffee trinken. da ist dann alles kein problem, weil zwangslage.
    ausserdem gibts in dresden idR. keinen stau! es sind immer nur ansammlungen vor ampeln, weil alle früh 8-9uhr zugleich wohin müssen und 16-17 wieder zurück. es gibt mangels arbeitszeitflexibilität keine grossstadttypische abschwächung der rush hour. ausserdem ist das STA zu blöd flexible ampelschaltungen anzuwenden. usw usf. den ganzen rest der tageszeit hat DD meist nur leere strassen.

  17. @ Stefan der Autofahrer zahlt aber mit seinen Steuern eure billigen Fahrpreise bei der DVB AG ohne Ihn würdet Ihr nicht nur 2€ zahlen für die Einzelfahrt

    @ Peter Macheli – was soll ich nachts an der DVB Hotline -? evtl. Kundenberaten und Verbindungsauskünfte geben 24h Fahren heißt auch 24h Service auf allen ebenen Anbieten => Oder was machst du wenn du Nachts an einer Haltestelle(bei minus Graden) stehst und dein Bus nicht kommt? Wohl als erstes die Hotline anrufen und versuchen Informationen zubekommen. Dies ist bei der DVBAG bereits ab 22 Uhr nicht mehr möglich. Es hat ja keiner gesagt das da volle Manschaft gefahren werden soll aber eine Grundsicherung der Kundenbedürfnisse sollte gewährleistet sein.

    @ Anton Lauer nein ich arbeite weder bei Dresden Fernsehen noch bei der DVB AG und mal ein Tip wenn du so eine Plattform betreibst solltest du unparteiisch bleiben.
    “ recht süßen Interview. Holger Zastrow zeigt in dem Interview nur einen Weg – Schienenersatzverkehr.“

    für mich ist das ganze Thema hiermit beendet

  18. Also ich hab aufrgund meiner drei Wohnorte den direkten Vergleich des ÖPNVs in Frankfurt, Leipzig und Dresden und muss sagen, Dresden ist zwar nicht der schnellste, aber der beste ÖPNV.

    Verbesserungsmöglichkeiten gibt es sicher immer, aber auch da muss man sich fragen, wieviel Geld (des Steuerzahlers) will man dafür ausgeben und ein gesundes Maß finden.

  19. @ Deni: Wer ein heute übliches Handy (Smartphone) hat, kann für Auskünfte Apps benutzen/ aktuelle Verkehrsstörungen kommen per Twitter von den DVB.
    Ansonsten bleibt den klassischen Nutzern immer noch der Weg der Sms-Auskunft, die schon seit Jahren gute Dienste leistet.

    Und das Agrument, dass Autofahrer den Straßenbahnnutzern den Fahrpreis zahlen, ist sachlich falsch und spricht außerdem für arg kurzes Denken: wenn die durchschnittlich 400.000 täglichen Nutzer der DVB es so wie Du machen würden und Auto fahren – was denkst Du, wie schnell Du dann noch vorankommst auf unseren Straßen??? Also sei froh, dass es noch genug in Deinen Augen „Doofe“ gibt…

  20. @ Deni Ein ÖPNV der dich von der Neustadt nach Gompitz in 15 min bringt,ok. Dürfen da auch noch andere mitfahren und die Bahn dazwischen halten. Ich möchte mir übrigens nicht vorstellen wie du Auto fährst um auf die Höhe zu kommen. (das Navi nennt mir direkt aus der Neustadt 25 min. )

    Im Übrigen macht es Sinn die Tram auch während der Bauarbeiten über die Brücke fahren zu lassen. Schienenersatz über Carola- oder Waldschlößenbrücke hat extreme Fahrzeitverlängerung zur Folge. Und leider leider hat man ja die Straßenbahn auf der Waldschlößenbrücke einfach vergessen ( meiner Meinung nach übrigens übelster Schwachsinn).

  21. Ich freue mich wahnnsinnig auf die zu erwartende Blechlawine direkt vor meiner Haustür (mit sehr ansehnlichen Ausläufern). Die gab es nämlich bereits sehr regelmäßig als die Albertbrücke einspurig war. Kann ja dann nur noch toller werden…

  22. Am besten, wir machen eine dicke Betonplatte über die Elbe, dann hören die albernen Brückendiskussionen auf und alle können fröhlich mit jeder beliebigen Geschwindigkeit hin und her fahren.
    Damit auch die Spießer auf ihre Kosten kommen, malen wir noch Pfalstersteine auf die Betonplatte. Oder Efeu. Fertch.

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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