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Experimenteller Gedenkort am Alten Leipziger Bahnhof

Seit Donnerstagabend ist auf dem Vorplatz der ehemaligen Empfangshalle des Alten Leipziger Bahnhofs eine temporäre künstlerische Installation zu sehen.

Lucas Klinkenbusch,  Institut für räumliche Resilienz, Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch und Künstler Paul Elsner am Alten Leipziger Bahnhof - Foto: Anja Schneider
Lucas Klinkenbusch, Institut für räumliche Resilienz, Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch und Künstler Paul Elsner am Alten Leipziger Bahnhof – Foto: Anja Schneider

Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Linke) sagt: „Wesentliche Täterorte der NS-Diktatur wie der Alte Leipziger Bahnhof sind in Dresden bisher nicht sichtbar markiert.“ Nach mehr als 80 Jahren soll nun endlich auf die menschenverachtenden Deportationen von Jüdinnen und Juden von dem damaligen Güterbahnhof aufmerksam gemacht und ein Gedenkort geschaffen werden. „Ich danke allen Initiativen und Künstler*innen, die sich bereits in den letzten Jahren um den Alten Leipziger Bahnhof und das Erinnern an die Deportationen bemüht haben.“ Erste konzeptionelle Ideen wurden nun im Rahmen eines Workshops des Instituts für Räumliche Resilienz mit Initiativen der Zivilgesellschaft entwickelt und sollen in ein Konzept für einen dauerhaften Gedenk- und Vermittlungsort einfließen.

Die Idee für das aktuelle Projekt geht auf Paul Elsner zurück, bildender Künstler und Architekt und gegenwärtig als Referent im Geschäftsbereich Kultur und Tourismus tätig. „Durch künstlerische Aktionen und Arbeitsweisen Beteiligung und Austausch zu befördern, ist bisher leider noch immer eher die Ausnahme als die Regel“, sagt er. Dabei finde sich gerade für den Alten Leipziger Bahnhof, auch im Hinblick auf den parallellaufenden Beteiligungsprozess des Stadtplanungsamtes, ein hohes Potenzial, die einzigartigen Qualitäten des Ortes in künftige Entwicklungschancen zu transformieren. „Eine künstlerische Betrachtungsweise kann die geeigneten Werkzeuge an die Hand geben“ so Elsner.

Welchen Raum braucht Gedenken? Foto: Anja Schneider
Welchen Raum braucht Gedenken? Foto: Anja Schneider

Jüdisches Museum?

Der Dresdner Stadtrat hatte die Verwaltung im April 2021 beauftragt, im Zusammenhang mit der Prüfung der Errichtung eines jüdischen Museums und Begegnungszentrums, auch einen Gedenkort für die Opfer der NS-Verbrechen, eine Erinnerungs- und Begegnungsstätte für die Deportationen am Alten Leipziger Bahnhof zu schaffen. Vor dem Hintergrund des 80. Jahrestages der Befreiung des KZ Auschwitz durch die Alliierten im Januar 2025 sowie der Befreiung vom Nationalsozialismus am 8. Mai 2025 ist die Entwicklung eines dauerhaften Gedenkortes von besonderer Priorität.

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Seit Januar 2022 erinnert eine Kunstinstallation mit dem Titel „Wann – Wie viele – Wohin?“ des Dresdner Künstlers David Adam an der Ruine der ehemaligen Empfangshalle des Alten Leipziger Bahnhofs an die von diesem Ort ausgehenden Deportationen der jüdischen Bevölkerung und von anderen, den Nationalsozialisten missliebigen Angehörigen der Gesellschaft (Neustadt-Geflüster vom 9. November 2021).

Seitens des Geschäftsbereiches Kultur und Tourismus wurde ein Weg gewählt, zur Differenzierung der konkreten Inhalte sowie der baulichen Form eines künftigen Gedenkortes eine künstlerisch-experimentierende Herangehensweise zu wählen um die Spezifik des Ortes sichtbar zu machen und einen thematischen zivilgesellschaftlichen Diskurs anzustoßen.

Zur Realisierung dieser Idee wurde das Institut für räumliche Resilienz in Kooperation mit der TU Dresden beauftragt, in einem ersten Schritt ein Konzept für eine temporäre künstlerische Installation partizipativ zu entwickeln und diese vor Ort baulich umzusetzen. In einem zweiten Schritt soll die Installation mit verschiedenen Veranstaltungsformaten bespielt und dabei Anforderungen und Bedarfe eines künftigen Gedenkortes untersucht werden. Dabei ist geplant, von Juli bis Oktober 2022 verschiedene Veranstaltungen durchzuführen und auch weiteren Akteuren und Kooperationspartner/-innen die Installation für eigene Veranstaltungen zur Verfügung zu stellen.

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