Was passiert mit dem Alten Leipziger Bahnhof?

Multisensorisch erfahrbare mögliche Antworten auf diese Frage präsentiert aktuell die Ausstellung „Inspirationsort Alter Leipziger Bahnhof. Was wäre wenn…“ im Zentrum für Baukunst (ZfBK) im Kulturpalast. Das ZfBK wird von verschiedenen Lehrstühlen der TU Dresden getragen und rückt Fragestellungen und Visionen rund um die Zukunft der 40 Hektar großen Fläche in den Fokus.

Manuel Bäumler bei der Eröffnungsrede der Vernissage: „Vom Gelände des Alten Leipziger Bahnhofs aus kann man die Frauenkirche sehen“

Mit Modellen und Videos, auf Plakaten und Karten wird das Gelände visualisiert und allen Interessierten vorgestellt. Wagenplatz, Gewerbeflächen, Gleispark, Einzelhandel, Ateliers, Spielplätze – oder alles kombiniert? Die Student*innen und Diplomant*innen widmeten sich in ihren Arbeiten unterschiedlichen Nutzungskonzepten. Manuel Bäumler, der die Professur für Städtebau an der TU Dresden inne hat, erklärt in einer einleitenden Rede: „Jetzt werden welche sagen: ‚Oh nein, alles voller Hochhäuser!‘ und andere ‚Wie kann man denn so eine Fläche für einen Park vergeuden‘. Aber darum geht es nicht. Wir möchten Ideen vorstellen und Gelände mitten in der Stadt als Thema mitten in die Stadtgemeinschaft bringen.“

Partizipation durch Präsentation

Momentan sei der Alte Leipziger Bahnhof ein toter Fleck auf der Karte. Die wenigsten Bürger*innen haben überhaupt Kenntnis von dem gut angebundenen Areal, das Potential hat, Stadtteile miteinander zu verbinden und neuen, dringend benötigten Wohnraum zu schaffen. Der Ort soll ins Bewusstsein der Dresdner*innen gerückt werden. Gestaltet und organisiert wurde die Ausstellung von Dipl.-Ing. Thomas Neumayer, Dipl.-Ing. Lennart Senger und Dipl.-Ing. Felix Greiner-Petter von der Professur für Darstellungslehre. Sie möchten einen kreativen, öffentlichen Diskurs ermöglichen. Die Ausstellung erfragt Bedürfnisse, Wünsche und Ideen der Besucher*innen. So gibt es ein Meinungsboard, an dem für unterschiedliche Nutzungsformen abgestimmt und Anregungen notiert werden können.

Auf dem Gelände des Alten Leipziger Bahnhofes sollte ein Globus-Selbstbedienungsmarkt entstehen. Diese Pläne scheinen vorerst abgewendet. Im Juni 2018 hatte der Stadtrat über einen Antrag der Linken positiv entschieden: Das Gelände soll als Standort für preisgünstiges, familienfreundliches und behindertengerechte Wohnen entwickelt werden. Es hieß zudem, der Globus-Markt habe einen alternativen Standort gefunden. Derzeit läuft ein Wettbewerb, in dessen Rahmen sich sieben deutsche Universitäten mit der Zukunft des Geländes beschäftigen.


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Inspirationsort Alter Leipziger Bahnhof. „Was wäre wenn …“

2 Kommentare zu “Was passiert mit dem Alten Leipziger Bahnhof?

  1. Vielleicht an der Stelle der Hinweis, dass sich das Gelände in Privatbesitz befindet und, so der letzte Stand, auch nicht zum Verkauf steht. Bis heute war die Stadt nicht in der Lage, dem Eigentümer (Globus) einen akzeptablen Ausweichstadtort zur Verfügung zu stellen. Von daher sind diese Pläne, Ideen und Konzepte ja eine tolle Sache, nur haben mit der Wirklichkeit nichts zu tun. Gab doch auch mal ein Konzept für das gesamte Gebiet bis einschließlich Puschkinplatz (einschl. Gelände Marinagarden). Auch da wird nichts auch nur annähernd so umgesetzt werden, wie es einst in schönen bunten Bilder visualisiert wurde. Am Ende entsteht bestenfalls die übliche Betonkastenarchitektur in möglichst wirtschaftlicher Ausnutzung der vorhandenen Flächen. Daran wird auch eine Ausstellung mit dem Titel „Inspirationsort Alter Leipziger Bahnhof“ genau überhaupt nichts dran ändern. Mag hipp und kreativ sein, aber kostet am Ende nur einen Haufen Geld und ändert/bringt überhaupt nix.

  2. Ich find allein schon die Idee, wieder mal alles plattzumachen, um sich mit irgendwas ganz tollem Neuem profilieren zu können, zum Brechen.
    Auf dem Gelände is der Wagenplatz angesiedelt, seit die tolle, nette Frau Töberich damals den alten Wagenplatz an der Leipziger samt Fahrradweg zerstört hat. Das Gebiet ist im jetzigen Zustand unbewohnbar und hat jetzt diesen Nachkriegs-Charme zerbombter Häuser.
    Zu lesen, dass eine „Zentrale für Baukunst“ Planungen macht, wie man den aktuellen Wagenplatz samt Ateliers und Blauer Fabrik wieder „für die Bevölkerung“ platt machen kann, erinnert mich eher an „Unser schönes Dresden“, dem hiesigen Baulöwen, der alles mit Billighäusern mit Mietwucher zukackt.

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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