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Von Grabpaten und anderen Kümmerern

Die Fotografie ist in Zeiten von Smartphones ja zu etwas Alltäglichem geworden. Das ist einerseits gut und kann zur Demokratisierung beitragen, aber andererseits gleist die iPhonographie eben auch oft ins Belanglose ab. Wer braucht schon 42 Fotos vom Bärlauchsammeln, außer vielleicht um aus den eingebundenen GPS-Daten die geheimsten Plätze zu extrahieren? Genau: kein Mensch.

Umso schöner ist es, hin und wieder einmal richtige Fotokunst zu sehen. Gelegenheit dazu gibt es, mit einem auf den ersten Blick vielleicht befremdlich klingendem Thema, noch bis zum 13. Mai im Dresdner Stadtarchiv. „Beziehungsspiegel. Mensch und Kulturdenkmal“ heißt die Ausstellung mit ausdrucksstarken schwarz-weiß Fotografien von Christine Starke und Texten des Denkmalschützers Dr. Ulrich Hübner.

Ulrich Hübner | Christine Starke – Foto: Ulrich van Stipriaan

Das Projekt begann 2016

Das Projekt ist nicht neu, die ersten Bilder entstanden bereits 2016. „Meine Idee war, Menschen zu zeigen, die sich um Kulturdenkmäler kümmern, sich dafür einsetzen – und zwar zusammen mit ihrem Objekt“, erklärt Ulrich Hübner. Und deutet damit ganz en passant eine der größten Herausforderungen für die Fotografin an: Personen und Objekt in einem Foto darzustellen.

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Nun hat Christine Starke mit ihren bisherigen Fotoprojekten ja gezeigt, dass sie beides kann, Architekturfotografie und Portraits. „Eigentlich sind das zwei eigenständige Kunstarten,“ sagt die Fotografin, für die zum Thema Denkmal die Menschen kamen. Aber beide Seiten gehören zusammen und bedingen sich gegenseitig: „Das Objekt holt den Menschen und der Mensch will das Objekt“, resümiert Ulrich Hübner.

Christine Starke – Foto: Ulrich van Stipriaan
Christine Starke – Foto: Ulrich van Stipriaan

Selbstverständlich sind die Bilder inszeniert, aber mit großartiger Zurückhaltung. Ulrich Hübner hat die Personen zu den Objekten gebracht, um die sie sich kümmern. Von 35 angefragten Personen bzw. Personengruppen haben 30 mitgemacht – eine ordentliche Ausbeute. Christine Starke hat nur sparsam, aber wissend arrangiert. Also beispielsweise schon dafür gesorgt, dass bei einem Weitwinkel-Bild die beiden Personen in der Mitte stehen, damit, wie sie lächelnd formuliert, „sie nicht das Opfer von Verzeichnungen werden“.

Blick in die Ausstellung – Foto: Ulrich van Stipriaan
Blick in die Ausstellung – Foto: Ulrich van Stipriaan

Neu: Friedhofsbilder von Grabpaten

Zu den frühen Bildern von Mensch und Denkmal kamen in den folgenden Jahren noch andere, beispielsweise Friedhofsbilder. „Dresden hat großartige und opulente Grabmale, die dem Verfall preisgegeben sind – aber es gibt Grabpaten, die sich kümmern, Liebe und Geld reinstecken.“ Später können sie nach ihrem Ableben, das ist der Lohn, dieses Grab selbst für sich nutzen. Was wie ein Plan klingt, klappt nicht immer. Frau Richter beispielsweise hatte diesbezüglich Pech. „Sie hat viele Grabpatenschaften in Dresden – acht oder neun“, vermutet Hübner. Aber das eine Grab auf dem St. Pauli Friedhof war ihr Liebling und sie wäre gerne dort begraben, wenn es denn einmal so weit ist. Aber es hat nicht sollen sein, denn der Friedhof ist aufgelassen, was Fachsprache ist für: da kann man nicht mehr beerdigt werden. Fotografieren hingegen geht natürlich noch…

Christine Starke fotografiert ihre Ausstellung – Foto: Ulrich van Stipriaan
Christine Starke fotografiert ihre Ausstellung – Foto: Ulrich van Stipriaan

Vereine als Kümmerer

Eine weitere Kategorie sind Vereine als Kümmerer – also eigentlich natürlich auch hier die Menschen in den Vereinen, die sich ein Objekt ausgeguckt haben und für ein Weiterleben sorgen: Stolz sieht man sie am Eisenbahnmuseum, der Baugenossenschaft Kunst und Bau, im Zschoner Grundbad, der Villa Wigmann. Oder im Gewölbe der Kasematten – wo es für die Plattenkamera, mit der Christine Starke die meisten Fotos für die Ausstellung aufgenommen hat, zu dunkel war. „Das Gewölbe allein wäre ja gegangen, aber mit Menschen war die Belichtungszeit einfach zu lang!“ Mit neuer digitaler Technik ging’s dann…

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Fotoausstellung „Beziehungsspiegel. Mensch und Kulturdenkmal“

  • von Christine Starke und Dr. Ulrich Hübner im Stadtarchiv Dresden, Elisabeth-Boer-Straße 1, 01099 Dresden
  • Die Ausstellung ist Montag von 9 bis 16 Uhr, Dienstag und Donnerstag von 9 bis 18 Uhr, Mittwoch von 9 bis 16 Uhr sowie Freitag von 9 bis 12 Uhr geöffnet.
  • Der Eintritt ist kostenfrei.
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Eine Ergänzung

  1. Wer die Ausstellung in Begleitung von Dr. Hübner oder Christine Starke erleben will kann sich telefonisch einen Termin geben lassen:
    Ch.Starke 0351 5633102
    Dr. U.Hübner 0351 8495023

    Lohnt sich!

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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