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Der Räuber kam durchs Fenster

Am Land­ge­richt Dres­den hat heute der Pro­zess gegen Ibra­him D. begon­nen. Die Staats­an­walt­schaft wirft ihm unter ande­rem räu­be­ri­schen Dieb­stahl und Kör­per­ver­let­zung vor.

Angeklagter Ibrahim D.
Ange­klag­ter Ibra­him D.

Ein Novem­ber­mor­gen auf der Alaun­straße, unge­fähr 3 Uhr. Ibra­him D. klet­tert in das erste Ober­ge­schoss eines Wohn­hau­ses, drückt dort ein Fens­ter auf und steigt in die Woh­nung ein. Er bedroht den Bewoh­ner, for­dert Geld. 

Der Bewoh­ner geht nach nebenan, holt sein Porte­mon­naie, wäh­rend­des­sen klaut Ibra­him fünf Uhren und ein Mes­ser vom Schreib­tisch. Der Bewoh­ner kommt zurück, über­gibt rund 150 Euro. Dann wird er offen­bar kurz wütend und ver­passt dem dem Ange­klag­ten eine Schelle. Doch der schubst zurück, das Opfer fällt hin, ver­letzt sich. Der Ange­klagte droht mit einer Schere und flüch­tet wie­der durch das Fens­ter in die nächt­li­che Alaun­straße. Eine gute Stunde spä­ter nimmt ihn die Poli­zei in der Nähe fest. 

Es ist nicht das erste Mal, dass Ibra­him mit dem Gesetz in Kon­flikt gerät. Ein paar Tage vor­her hatte er mit meh­re­ren Kom­pli­zen ver­sucht, den Geld­au­to­ma­ten in einem Wasch­sa­lon an der Königs­brü­cker Straße zu kna­cken. Und am Vor­abend des Ein­bruchs wollte er im Sim­mel-Markt am Albert­platz klauen. Er schnappte sich Limo­nade, Süßig­kei­ten und eine Bier­kiste und wollte ohne zu zah­len durch den Not­aus­gang verschwinden. 

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Ibra­him ist in Marokko gebo­ren. Der heute 26-Jäh­rige hat kei­nen Beruf erlernt, sagt, dass er auf der Straße gelebt habe. 2015 kam er über Spa­nien, Frank­reich und Bel­gien nach Deutsch­land, hier stellte er einen Asyl­an­trag und gab an, liby­scher Staats­bür­ger zu sein. Seit Ende 2015 lebt er in Dres­den, sein Antrag wurde abge­lehnt. Ibra­him kam schon mehr­fach mit dem Gesetz in Kon­flikt, hatte gerade eine Haft­strafe absol­viert und war erst seit eini­gen Wochen wie­der auf freiem Fuß. 

Volles Geständnis

Rechts­an­walt Curt-Mat­thias Engel erklärte im Auf­trag sei­nes Man­dan­ten, dass er die Taten voll­um­fäng­lich so ein­räumt, wie sie in der Ankla­ge­schrift ste­hen. Ibra­him würde sich am liebs­ten gar nicht wei­ter äußern. Die Kon­fron­ta­tion mit den Taten, die er began­gen hat, fällt ihm schwer. Mit vie­len Nach­fra­gen erforscht Rich­ter Joa­chim Kubi­sta die Details zu den drei Straf­ta­ten und den per­sön­li­chen Daten. 

Das gestal­tet sich schwie­rig, der Ange­klagte hat offen­bar große Erin­ne­rungs­lü­cken, kon­su­mierte regel­mä­ßig Crys­tal, Can­na­bis und Speed. Ihm ist es sicht­lich unan­ge­nehm auf die Fra­gen zu ant­wor­ten, unwil­lig reagiert er auf Fotos, die ihn wäh­rend sei­ner Straf­ta­ten zeigen. 

Schließ­lich behaup­tet er sogar, dass er die Straf­ta­ten nur began­gen habe, um fest­ge­nom­men zu wer­den. Dem wider­spricht, dass er zum Bei­spiel bei dem Vor­fall im Sim­mel­markt vor dem Wach­schutz weg­ge­rannt ist. 

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Nach sei­ner Aus­sage habe er in Haft Medi­ka­mente genom­men, danach sei er abge­glit­ten und hatte unter ande­rem aus dem Gefühl her­aus, stän­dig beob­ach­tet zu wer­den, die Fas­sade erklet­tert. Offen­bar muss er an einem Regen­rohr hoch- und wie­der her­un­ter­ge­klet­tert sein.

An die Taten im Wasch­sa­lon und im Super­markt kann er sich kaum erin­nern, an seine Kom­pli­zen gar nicht. Auch an die Abläufe in der Woh­nung des über­fal­le­nen Rent­ners erin­nert er sich nur wenig. Ob er eine Schere in der Hand gehal­ten habe? Kann sein. Ob er Uhren gestoh­len habe? Kann sein. Er erin­nert sich nicht. 

Überfallener Rentner erinnert sich

Belegt ist auf jeden Fall, dass er ein Mes­ser und das Geld genom­men hat, auf einem der Scheine fin­den die Poli­zis­ten Fin­ger­ab­drü­cke des Rent­ners und er erkennt sein klei­nes Klapp­mes­ser wie­der. Über­haupt schil­dert der 67-Jäh­rige die Vor­gänge vom Novem­ber klar und deut­lich. Wie er da plötz­lich gestan­den hat und bedroht wurde und dass er nach der Ran­ge­lei in sei­ner Hand einen spit­zen Gegen­stand gese­hen habe, das könnte seine Schere sein, die lag vor­her auf dem Schreib­tisch, die Poli­zei habe die auch mit­ge­nom­men. Er beschreibt den Täter als sehr ruhig und rou­ti­niert, er habe ihm sogar das Porte­mon­naie ohne Geld wie­der gege­ben und sei dann wie­der durch das Fens­ter raus. Die Ver­let­zun­gen seien nicht schlimm gewe­sen, da sei nur eine alte Schnitt­wunde wie­der aufgeplatzt. 

Auf Anra­ten des Anwalts bit­tet der Ange­klagte sein Opfer um Entschuldigung. 

Der Pro­zess wird fort­ge­setzt, es sind noch wei­tere Zeu­gen und ein Gut­ach­ter zu hören. Ange­setzt sind noch vier wei­tere Prozesstage. 

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