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Parken im Hechtgrün

Wenige Jahre ist es her, da erfuhr das Gelände auf der Johann-Meyer-Straße 8 einen Wandel, dessen Richtung Seltenheitswert besitzt. Es tauschte das Grau eines schotterigen Parkplatzes ein gegen das Grün eines Gemeinschaftsgartens. Das „hechtgruen“ fand hier sein neues Zuhause.

Was Gärten und Kunstwerke verbindet

Dass dieser Tage nun doch wieder Autos das Grundstück erobern, geschieht im Namen der Kunst. Und stimmt auch gar nicht. Denn dass es sich hier nicht um echte Autos handelt, zeigt spätestens der Wind, der mit den Planen spielt, sie gegen die darunterliegenden Metallgerüste drückt und ihnen neue Formen verleiht.

Nur auf den ersten Blick ein abgedeckter SUV.
Nur auf den ersten Blick ein abgedeckter SUV.

„Parken im Grünen“ heißt die Intervention, die noch bis zum 15. März im Garten zu sehen ist. Sie ist das Werk von Nicolai Leicher, der an der HfbK Kunst studiert und am liebsten im öffentlichen Raum ausstellt. Denn: „Es geht mir darum, mit meiner Arbeit ins alltägliche Leben einzudringen, zu überraschen und Impulse zu setzen.“

Kunst nicht als elitäres, hinter Museumsmauern verstecktes Gut, sondern als etwas, an dem alle teilhaben können. Den Gemeinschaftsgarten findet Nicolai als Kulisse besonders passend, ist doch auch er Sinnbild für die Umsetzung von Visionen, das Entwickeln von Utopien und die Erkenntnis, dass jede*r etwas (er)schaffen kann.

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Soweit das grundsätzliche Anliegen des Künstlers. Die Idee mit den Autos entstand während eines Auslandssemesters in Athen, auf einem griechischen Parkplatz. Erstaunlich, wie selbstverständlich es ist, dass Autos einfach überall herumstehen und Platz wegnehmen, fand Nicolai. In seiner Intervention benutzt er „das Auto als Symbol für Festgefahrenes“.

Überall Autos - sogar im Auto.
Überall Autos – sogar im Auto.

Ins Gespräch kommen

Sein modellhafter Fuhrpark liefert ein praktisches Beispiel, wie Umdenken aussehen kann. Bereitwillig bieten die drei Objekte spontanen Schutz vor dem Regen oder ein Zuhause für Kinderspiele. Und möchten mit ihrem bloßen irritierenden Aussehen festgefahrenen Köpfen neue Anstöße geben. Gedanken und Gespräche anregen.

Mit Kunst Gesprächsimpulse zu setzen, ist ein großes Anliegen unter anderem von Sina, selbst Künstlerin und gleichzeitig Kunstpädagogin. Sie möchte Menschen ermutigen, über Kunst zu sprechen und eigene Überlegungen und Ideen zu entwickeln. Die Vorbereitung des Künstlergesprächs und der Diskussionsrunde zur Intervention, die am 2. Mai nachgeholt werden sollen, liegt also in passenden Händen. Ein weiterer Gesprächsgegenstand soll übrigens das Thema Freiflächennutzung sein.

Nicolai und die versteckte Selbstverständlichkeit.
Nicolai und die versteckte Selbstverständlichkeit.

Die Autos werden dann schon weitergezogen sein, denn das hechtgruen ist nur eine Station auf der Reise, die möglichst viele Leute zu erreichen sucht und die in einem Fotobuch dokumentiert wird. Immerhin eine Station, die Nicolai nicht nur als Ausstellungsort zu schätzen weiß, sondern die er auch privat gern gern aufsucht; auch ein Konzert hat er hier schon gegeben.

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Nach dem Umzug gut eingelebt

Mona freut sich über die Gelegenheit, trotz Corona mal wieder Kunst im Garten zu haben. Sie ist Mitglied im Verein UFER-Projekte, dem Träger von mittlerweile acht Gemeinschaftsgärten, darunter eben auch der im Hecht. Dass der offen für Kunst und Kultur sein will, war von Anfang an eine klare Sache.

Eine kleines Stück Utopie neben den Bahnschienen.
Eine kleines Stück Utopie neben den Bahnschienen.

„Wir hatten hier schon Kinoabende, Dikussionen und Konzerte. Auch ein paar Workshops“, erzählt Mona und erklärt, was sich sonst so getan hat in den Jahren seit dem Umzug. Da sind durchdacht bepflanzte Beete, ein Sandkasten und ein selbstgebautes Kompost-Klo. Eine überdachte Terrasse und vor unglücklichen Schicksalen gerettete Obstbäume.

Stück für Stück wird’s grüner, die Ernteerträge wachsen gemeinsam mit der Gemeinschaft und dem Erfahrungsschatz. Die Früchte des Projekts sind neben Maulbeeren und Pflaumen die Kompetenz, gemeinsame Entscheidungen zu treffen und die Möglichkeit, eigene Ideen und Fähigkeiten einzubringen.

Die Hochbeete und der Folietunnel stammen noch vom alten Grundstück am Bischofsplatz.
Die Hochbeete und der Folietunnel stammen noch vom alten Grundstück am Bischofsplatz.

In den letzten Monaten war natürlich wenig Raum für Projekte jenseits des Gärtnerns. Weniger Veranstaltungen, mehr Planänderungen. Nun kommt mit „Parken im Grünen“ die Kunst zurück. Die Saison startet hoffnungsvoll.

Parken im Grünen. Eine Intervention von Nicolai Leicher

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