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Tapfer durch die Krise – Teil III

Win­ter, Pan­de­mie und das so­ziale Le­ben ist auf ein Mi­ni­mum be­schränkt. Ein denk­bar schlech­tes Re­zept für Ge­sund­heit und Wohl­be­fin­den, be­son­ders für alle, die schon ohne Aus­nah­me­zu­stand be­son­de­rer Un­ter­stüt­zung be­dür­fen. Und für die, die sich diese Un­ter­stüt­zung zum An­lie­gen ge­macht ha­ben, sprich Ver­eine wie Mal­wina, Aids-Hilfe und Tre­ber­hilfe. Wie sich dort die Si­tua­tion ge­stal­tet, hat uns interessiert.

Wir sind trotzdem da

Mal­wina be­treibt un­ter an­de­rem das Louise-Haus für Kin­der, Ju­gend­li­che und Fa­mi­lien. Es bie­tet ver­schie­dene Ver­an­stal­tun­gen an, ist aber vor al­lem of­fe­ner Treff­punkt und An­lauf­stelle für alle mög­li­chen An­lie­gen und Pro­bleme. „Hier fin­den die Kin­der und Ju­gend­li­chen Er­wach­sene mit ei­nem of­fe­nen Ohr“, er­klärt Team­lei­te­rin Anja Ste­phan. Er­wach­sene, die we­der El­tern noch Lehrer*innen sind und da­her je­dem ein­zel­nen jun­gen Men­schen Wert­schät­zung und In­ter­esse ent­ge­gen­brin­gen kön­nen, ohne dass daran Er­war­tun­gen ge­knüpft sind.

Das Louise-Haus wartet darauf, seine Türen wieder ganz weit zu öffnen. Foto: Malwina
Das Louise-Haus war­tet dar­auf, seine Tü­ren wie­der ganz weit zu öff­nen. Foto: Malwina

Die­ser Teil der Ver­eins­ar­beit fin­det nach wie vor statt. (mehr In­fos hier) Te­le­fo­nisch, per Vi­deo­ge­spräch oder E‑Mail ist das Team an­sprech­bar und trifft auch Ver­ab­re­dun­gen für Ein­zel­tref­fen, etwa für ei­nen ge­mein­sa­men Spa­zier­gang durch die Neu­stadt. Ver­ein­zelt auch mal für Kin­der­be­treu­ung, um die El­tern zu ent­las­ten. Was hin­ge­gen weg­fal­len muss, ist die Ge­le­gen­heit für den Aus­tausch mit Gleich­alt­ri­gen bzw. Per­so­nen in der glei­chen Situation.

So kön­nen zum Bei­spiel Kurse rund um Fa­mi­li­en­bil­dung nicht wie ge­wohnt statt­fin­den, je­doch wird wei­ter­hin Be­ra­tung an­ge­bo­ten (mehr In­fos dazu hier). Wo es geht, wer­den Grup­pen­ver­an­stal­tun­gen und Zu­sam­men­künfte ins In­ter­net ver­legt. Die Mög­lich­keit, sich un­ter­ein­an­der zu ver­net­zen, bleibt ein we­sent­li­cher Aspekt der Un­ter­stüt­zung, die Mal­wina bietet.

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Trotz der Be­mü­hun­gen ist die Si­tua­tion be­las­tend für den Ver­ein. Zu den struk­tu­rel­len Her­aus­for­de­run­gen, so si­cher wie mög­lich zu ar­bei­ten (durch Ho­me­of­fice, we­ni­ger Team­durch­mi­schung und On­line-Dienst­be­ra­tun­gen), kommt die Sorge um die Fa­mi­lien. Wo es der Da­ten­schutz er­laubt, wird teil­weise auch pro­ak­tiv nachgefragt.

Ein of­fe­nes Haus für alle zu sein, das lässt sich ge­rade kaum um­set­zen, und das fällt schwer“, be­dau­ert Anja und denkt da­bei nicht nur an die Ju­gend­li­chen, son­dern auch an die Ob­dach­lo­sen, die sich nor­ma­ler­weise im­mer ei­nen Kaf­fee und et­was Wärme in der Louise ho­len kön­nen. Sie be­tont aber, dass un­ge­ach­tet der ge­schlos­se­nen Tü­ren die Hilfs­be­reit­schaft un­ge­bro­chen sei: „Wir sind trotz­dem da, und wir fin­den im­mer eine Lösung.“

Beratung braucht's nicht weniger als sonst

Nach wie vor für alle Be­ra­tungs­be­dürf­ti­gen da ist auch die Aids-Hilfe Dres­den. On­line, am Te­le­fon oder zu ei­nem vorab ver­ein­bar­ten und hy­gie­ne­ge­rech­ten Prä­senz­ter­min ist das kleine Team An­lauf­punkt für Fra­gen rund um das Thema HIV und an­dere se­xu­ell über­trag­bare Krank­hei­ten. Da­ne­ben ge­hört die Be­glei­tung bei ver­schie­de­nen Selbst­tests zum Angebot.

Diskret und dennoch leicht erreichtbar liegt die Beratungsstelle der Aids-Hilfe direkt gegenüber vom Alaunpark.
Dis­kret und den­noch leicht er­reicht­bar liegt die Be­ra­tungs­stelle der Aids-Hilfe di­rekt ge­gen­über vom Alaunpark.

Men­schen, die Be­darf ha­ben, fin­den bei uns wei­ter­hin Hilfe“, ver­si­chert Clau­dia Drove, eine der drei Be­ra­ten­den. Und der Be­darf ist un­ge­bro­chen hoch – auch im Lock­down fin­det schließ­lich Se­xua­li­tät statt. Dazu kommt, dass teil­weise an­dere Be­ra­tungs- und Test­stel­len weg­fal­len. Die vom Ge­sund­heits­amt war zum Bei­spiel zwi­schen­durch ge­schlos­sen, weil die Mitarbeiter*innen an an­de­rer (wohl be­kann­ter) Stelle be­nö­tigt wurden.

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Also alle Hände voll zu tun. Auch die Be­glei­tung von HIV-po­si­ti­ven Men­schen ist wich­ti­ger Be­stand­teil der Ar­beit und darf nicht ein­fach weg­fal­len. Ver­zich­tet wer­den muss da­für mo­men­tan auf Ver­an­stal­tun­gen wie Fort­bil­dun­gen oder dem Be­such an Schu­len, bei­des nor­ma­ler­weise Haupt­auf­ga­ben­ge­biete des Ver­eins. Ei­nige Ter­mine wer­den in on­line-For­mate über­setzt, für an­dere funk­tio­niert das wie­derum nicht und sie fal­len aus oder wer­den verschoben.

In der Schlange der Ver­an­stal­tun­gen, die dar­auf war­ten, nach­ge­holt zu wer­den, steht auch die Feier des 30-Jäh­ri­gen Ver­eins-Ju­bi­lä­ums. Nicht ganz ohne Vor­freude geht nun eben erst ein­mal das wei­ter, was mög­lich ist. Das An­ge­bot von per­sön­li­cher Hife und Be­ra­tung ver­liert da­bei wie ge­sagt nichts von sei­ner Gültigkeit.

Hilfe zum Abholen

Auch die Tre­ber­hilfe möchte ihre An­lauf­stel­len er­hal­ten. In der Neu­stadt sind das zum Bei­spiel der Kon­takt­La­den und der So­zi­al­Bus, beide über Spen­den fi­nan­ziert. Dort wer­den (vor al­lem junge) Men­schen ohne Woh­nung oder in an­de­ren her­aus­for­dern­den Le­bens­la­gen re­gel­mä­ßig mit dem Not­wen­digs­ten ver­sorgt. Am Be­darf hat Co­rona hier nichts geändert.

Der So­zi­al­Bus teilt mon­tag­mit­tags vor der Scheune eine warme Mahl­zeit aus, au­ßer­dem Le­bens­mit­tel zum Mit­neh­men, Klei­dung, Schlaf­sä­cke und Hy­gie­ne­ar­ti­kel. Im Kon­takt­La­den hin­ge­gen gibt es Mitt­wochs und Frei­tags je­weils für ein paar Stun­den die Mög­lich­keit zum Du­schen, Wä­sche­wa­schen und Aus­su­chen von Kleidungsstücken.

Jeden Montag um 13 Uhr steht der SozialBus vor der Scheune bereit. Foto: Treberhilfe e.V.
Je­den Mon­tag um 13 Uhr steht der So­zi­al­Bus vor der Scheune be­reit. Foto: Tre­ber­hilfe e.V.

Die Öff­nungs- bzw. Stand­zeit fällt da­bei mo­men­tan et­was kür­zer aus als ge­wöhn­lich, um die Kon­takte und die Ver­weil­dauer in Gren­zen zu hal­ten. „Die An­ge­bote ha­ben ge­rade rei­nen Ver­sor­gungs­cha­rak­ter“, er­klärt Pro­jekt­ko­or­di­na­to­rin Eva Kars­ten, be­tont aber: „Klar ha­ben wir bei Ge­sprächs­be­darf trotz­dem of­fene Ohren“.

Die ab­ge­speckte Va­ri­ante ist ein Spa­gat zwi­schen dem Ein­hal­ten der stren­gen Hy­gie­ne­auf­la­gen und dem Ge­recht­wer­den des Be­dürf­nis­ses nach so­zia­len Kon­tak­ten. Der sei ge­rade sehr spür­bar un­ter den Woh­nungs­lo­sen, die zu­mal er­schwer­ten Zu­gang zu Hy­gie­ne­ar­ti­keln und Hilfs­an­ge­bo­ten in ge­schlos­se­nen Räu­men haben.

Auch für die Mit­ar­bei­ten­den der Tre­ber­hilfe war die Um­stel­lung eine Her­aus­for­de­rung. Viele Eh­ren­amt­li­che sind in Zwangs­pause und statt ei­nes groß­zü­gi­gen Teams müs­sen nun feste Zwei­er­grup­pen al­les un­ter ei­nen Hut be­kom­men. Mit Er­folg, so Eva: „Wir ha­ben ge­merkt, wir kön­nen das auch zu zweit ro­cken.“ Den­noch – die kleine Be­set­zung bleibt eine Übergangslösung.

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Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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