Brandstifter vor Gericht

Am Landgericht Dresden hat am Dienstag der Prozess gegen Felix W. begonnen. Staatsanwalt Till von Borries wirft dem 24-Jährigen vor, im April 2020 die Wohnung seiner Mutter an der Albertstraße in Brand gesteckt zu haben.

Der Angeklagte soll an einer paranoiden Schizophrenie leiden, daher prüft das Gericht in einem sogenannten Sicherungsverfahren, ob eine dauerhafte Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus in Betracht kommt.

Zum Auftakt der Verhandlung schilderte der Staatsanwalt das Geschehen am 8. April. Gegen 20 Uhr soll der Angeklagte im Wohnzimmer der Wohnung der Mutter unter dem Flügel mit Hilfe von Äthanol ein Feuer gelegt haben. Die Flammen griffen auf die Einrichtung, die Wände und die Decke über. Die Wohnung war anschließend unbewohnbar.

Brand an der Albertstraße - Foto: Ralf Liebscher
Der Brand an der Albertstraße im April 2020 – Foto: Ralf Liebscher

Maria W., die Mutter des Angeklagten, wurde dabei leicht verletzt. Elf Personen wurden evakuiert, vier weitere in ein Krankenhaus gebracht. Die Feuerwehr rückte zu einem Großeinsatz aus. Hauseigentümer Vonovia meldete einen Schaden von rund 140.000 Euro.

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Der Mann ist nun wegen schwerer und gesundheitsgefährdender Brandstiftung und schwerer Körperverletzung angeklagt.

Umfangreiches Geständnis

Nach einer kurzen Verständigung mit seinem Anwalt Matthias Ketzer entschloss sich der Angeklagte umfangreich auszusagen. Er wurde 1996 in Schwäbisch Hall geboren. Als er sechs Jahre alt war, zog seine Mutter mit ihm und seinen Brüdern zurück in ihre Heimatstadt Dresden, von seinem Vater hatte sie sich getrennt. Der Vater, ein Somalier, ist nach Angaben des Angeklagten alkoholkrank und verbrachte auch mehrere Jahre im Gefängnis. Hier in Dresden erlangte Felix W. den Hauptschulabschluss, eine Ausbildung zum Krankenpflegerhelfer brach er ab.

Der Angeklagte (Mitte) wird zum Verhandlungssaal gebracht.
Der Angeklagte (Mitte) wird zum Verhandlungssaal gebracht.
Seit 2015 machten ihm zunehmend offenere rassistische Äußerungen ihm gegenüber immer mehr zu schaffen. Auch die Sorge um den Vater war offenbar groß, der ebenfalls an Schizophrenie erkrankt ist. Seit 2017, so berichtete es der Angeklagte, habe er sich stark zurück gezogen und von Freunden, die keine alltagsrassistischen Erfahrungen erlebten, abgegrenzt. Seit 2020, verstärkt möglicherweise auch durch die coronabedingten Kontaktbeschränkungen, habe er unter Angstzuständen und Psychosen gelitten.

Er gesteht die Tat vollumfänglich, bittet die Geschädigten um Entschuldigung, dankt Feuerwehr und Polizei. Nach der Brandnacht wurde er in Gewahrsam genommen und befindet sich seitdem nach Paragraph 126 StPO in einem psychiatrischen Krankenhaus.

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Kompliziertes Verhältnis zum Vater

Der Vorsitzende Richter Birger Manussen geht nach den Äußerungen des Angeklagten noch in die Tiefe und arbeitet die Details der Brandnacht und die Beziehung zum Vater heraus.

Vor Gericht machte Felix W. einen sehr ruhigen und klaren Eindruck. Nach eigenen Angaben bekommt er Medikamente. So habe er auch keine Ängste mehr. Er hofft nun auf eine Psychotherapie.

Die Verhandlung wird fortgesetzt. In den weiteren Terminen wird geklärt werden müssen, wie die Schizophrenie ausgeprägt ist und welche Prognose der Gutachter für die künftige Entwicklung des jungen Mannes gibt.

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