Gedenktag für Drogentote

Seit 1990 sind in Deutschland mehr als 45.000 Menschen an den Folgen von illegalem Drogenkonsum gestorben. Im letzten Jahr waren es deutschlandweit knapp 1.400 Menschen – Tendenz: leicht steigend. Am 21. Juli – dem Internationalen Gedenktag für verstorbene Drogengebraucher*innen — wird daran erinnert, erstmals auch an in Dresden. Von 13 bis 18 Uhr wird an verschiedenen Stationen in der Dresdner Neustadt über Drogenkonsum, Drogenprävention und Drogenpolitik informiert.

Am 21. Juli wird an die verstorbenen Drogengebraucher*innen erinnert. Foto: JES e.v.
Am 21. Juli wird an die verstorbenen Drogengebraucher*innen erinnert. Foto: JES e.v.

Illegale Drogen – das klingt für viele weit weg, ein Problem, dass man im Fernsehen sieht oder worüber man mal etwas liest. Manchmal gehören da auch Geschichten aus dem weiteren Familienkreis dazu. Dabei ist die Sucht gar nicht soweit entfernt.  Da sind z.B. die Menschen, an denen man tagtäglich vorbeigeht und den Kopf abwendet. Und dann ist da noch das eigene kleine Hindernis, denn jeder Mensch ist latent süchtig oder suchtanfällig, genauso wie jeder Mensch Anlagen zu psychischen Krankheiten oder gewaltvollen Handlungen hat.

Mehrere Millionen Menschen sind in Deutschland süchtig – z.B. nach Computerspielen, nach dem Internet, nach Nikotin, nach Koffein, Alkohol, oder illegalen Drogen. All diese Süchte haben eins gemeinsam: Der Weg zur Sucht ist gleichzeitig eine Flucht aus der Realität, die Schaffung einer großen oder kleinen Insel der Glückseligkeit. Das Problem einiger harter Drogen – also z.B. Heroin, Kokain oder Crystal Meth: es entsteht eine starke körperliche Abhängigkeit. Nach und nach wird die Sucht zu einer Fessel, die möglicherweise mit einer Überdosis enden kann.

Maßnahmen für eine menschliche Drogenpolitik

Viele solche Todesfälle wären vermeidbar, so zumindest die Initiator*innen des Gedenktages. Sie fordern deshalb flächendeckende Angebote, um das Risiko einer Überdosis zu minimieren und Hilfe zu ermöglichen. Drogenabhängige sollten als Patienten behandelt werden, nicht als Kriminelle.

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Um darauf aufmerksam zu machen, wird der Internationale Gedenktag in über 60 Städten begangen. Durch zahlreiche Aktionen, Infostände sowie Gottesdienste wird an die verstorbenen Drogengebraucher*innen erinnert.  Eltern, Angehörige, Partner, Freunde, solidarische Mitbürgerinnen und Organisationen fordern damit eine Debatte über eine wirksame Drogenpolitik.

Erstmals auch in Dresden

Der Internationale Drogentag wird dieses Jahr auch erstmalig in Dresden begangen.Die Stadtmission Dresden sowie SafeDD sind am 21. Juli von 13 bis 18 Uhr in der Dresdner Neustadt präsent. Mit einem gemeinsamen Stand erinnern sie in der Hauptstraße, auf dem Scheunevorplatz und im Alaunpark an die verstorbenen Drogengebraucher*innen. Die Aktion startet um 13 Uhr am Jorge-Gomondai-Platz.

Vier Drogentote in Dresden

Wie das Gesundheitsamt am Montag mitteilte, gabe es im vergangenen Jahr vier Drogentote gab es im vergangenen Jahr in Dresden. Unter dem Motto „Jeder Drogentote ist einer zu viel“ weist auch das Gesundheitsamt und seine Partner anlässlich des bundesweiten Gedenktags für verstorbene Drogenabhängige auf Präventions- und Hilfeangebote in Dresden hin.

„Wir wollen in Dresden den Suchtmittelkonsum reduzieren und für die Menschen da sein, denen es bislang noch nicht gelungen ist, sich an Suchtberatungsstellen zu wenden. Dafür gibt es in Dresden differenzierte Hilfeangebote“, erklärt die Koordinatorin für Suchthilfe und Suchtprävention, Kristin Ferse, und fügt hinzu: „Angesichts der Probleme in einzelnen Sozialräumen Dresdens gilt es, Angebote bekannt zu machen, die niedrigschwellig und lebenslagenorientiert sind.“

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Die Anzahl der Drogentoten ist in Dresden vergleichsweise gering. Für 2018 meldete die Stadt im Suchtbericht drei Verstorbene. 2017 waren es sieben und in den beiden Jahren davor drei und zehn. Bezogen auf ganz Deutschland nimmt die Anzahl zu. Bundesweit starben 2019 insgesamt 1.398 Menschen durch illegalen Rauschgiftkonsum, ein Anstieg um 9,6 Prozent. 2018 hatte es 1.276 Drogentote gegeben. Hauptursache sind nach wie vor Überdosierungen von Opioiden wie Heroin oder Morphin sowie die Kombination mit anderen Substanzen.

Covid-19 und die Drogenpolitik

Das diesjährige Thema des Gedenktags richtet das Augenmerk auf Covid19. So seien die Organisator*innen zwar erfreut über die zahlreichen solidarischen Aufrufe für drogenabhängige Menschen während der Corona-Pandemie. Sie fordern aber bedingungslose Solidarität – egal ob mit oder ohne Covid19 – alle Menschen sollten ein Recht auf Wohnen sowie soziale und medizinische Hilfen haben dürfen.

Weitere Informationen:

  • Der Internationale Gedenktag wird von folgenden Vereinen deutschlandweit getragen: Bundesarbeitsgemeinschaft der Eltern und Angehörigen für akzeptierende Drogenarbeit: JES Bundesverband e.V. , Deutsche Aidshilfee.V. , Deutsche Gesellschaft für Suchtmedizin e.V., Bundesverband für akzeptierende Drogenarbeit und humane Drogenpolitike.V.
  • In Dresden sind folgende Initiatoren Teil des Projekts: Stadtmission Dresden: www.diakonie-dresden.de und SafeDD: www.suchtzentrum.de/safe-dd

10 Kommentare zu “Gedenktag für Drogentote

  1. 95% der Toten, liegen in der Verantwortung der Justiz und deren devoter Haltung gegenüber geistig verwahrlosten US-Präsidenten [(Richard Nixon) – Drogen kann man nicht erschießen – Wege aus dem Drogenkrieg https://www.youtube.com/watch?v=XCltqb6rkb8 ]! Viele dieser Menschen könnten noch leben, wenn ein urmenschliches Bedürfnis nicht kriminalisiert worden währe. Warum sterben Menschen an einer Überdosis? Doch nur, weil sie nie wissen können welcher Reinheitsgrad gerade gegeben ist. Bei Alkohol übernimmt der Staat die Kontrolle darüber und reglementiert die Abgabe und Qualität. Was bei Alkohol geht, soll plötzlich bei anderen Rauschmitteln nicht mehr funktionieren? Wie weltfremd bzw. wie überheblich muss jemand sein, dieses zu behaupten? Nur sehr geistig sehr einschränkte, vor allem aber ignorante selbstgerechte Menschen glauben, dass das so ist. Abhängigkeit ist niemals Sache der Justiz, sondern, kann nur Aufgabe der Sozialarbeit sein.

    Legalize it!

  2. Amerikanische Wissenschaftler haben herausgefunden

    dass Rauchen doch nicht Gesundheitsschädlich ist.

    Gez. Dr. Marlboro

    Zitat – Otto Walkes

  3. Hallo Nikki,
    niemand hat behauptet, dass Drogengebrauch gesund wäre. Ist er nicht. Genausowenig übrigens Alkoholkonsum, Fernsehen und Autofahren…
    Es geht darum, den Gebrauch nicht länger zu kriminalisiert und das Angebot zu kontrollieren. Damit eine Menge Probleme wie Beschaffungs- und Organisierter Kriminalität zu lösen und eben Tote zu vermeiden.
    Dazu ein Lied:
    https://m.youtube.com/watch?v=vs4XqKYv_d0

  4. @ DD Hecht (-bewohner): So eine [… – Selbstzensur)] Begründung für die Legalisierung aller Drogen habe ich selten gehört.

    Der Staat reglemntiert die Abgabe von Alkohol? Wer genug hat, bekommt also nichts mehr?

    Die Anzahl der Alkoholabhängigen dürfte um ein vielfaches höher sein, als die Anzahl der Abhängigen illegaler Drogen. Für die Zahl der Alkoholtoten dürfte ähnliches gelten (vielleicht nicht im gleich hohen Verhältnis). Das Problem bei allen Drogen besteht darin, dass die Menge von heute schon morgen nicht mehr ausreicht, um die gleiche Wirkung zu erzielen. Also muss die Dosis ständig erhöht werden. Bei Alkohol führt dies erst zu Leberschäden und geht über die Schädigung anderer Organe bis hin zum multiplen Organversagen. Bei stärkeren Drogen ist der Weg kürzer, geht das alles etwas schneller. Die sogenannte „Überdosis“ ist ja in der Regel kein einmaliges Versehen, sondern gerade der (große) Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt.

    Man kann vielem die Schuld geben, der leichtsinnigen Neugierde der Erstkonsumenten, der Skrupellosigkeit der Händler (Legalisierung hieße ja nicht freier Verkauf in jedem Supermarkt) und, ja, der fehlenden Bereitschaft der Gesellschaft, in den Abhängigen Opfer und Kranke zu sehen, statt Straftäter, die selbst schuld sind. Aber die Legailisierung harter Drogen, wie Kokain, Crystal Meth und ähnlichem Mist würde die Zahl der Abhängigen und Toten nicht senken.

  5. @Martin Thomas Bist du besoffen? Klar wenn Mensch sich dumm stellt (wohlwollende Unterstellung), kommt natürlich nur dummes Zeug heraus! Zu Reglementierung gefragt: Dürfen alle, immer und überall Alkohol zu sich nehmen? Denke im Rahmen deiner Möglichkeiten darüber nach… erst Kopf einschalten… Wegtreten!

  6. @DD Hecht und Martin Thomas: Es wäre der Diskussion zuträglich, wenn ihr eure Argumente austauscht, ohne die jeweils andere Meinung als dumm oder ähnliches zu bezeichnen. Danke!

  7. @Martin Thomas Schau dir die von mir verlinkte Doku an, dabei kannst Du sicher `ne Menge lernen! So bewegst Du dich nämlich auf einer sehr unterirdischen Ebene und redest über Dinge, die du weder kennst bzw. verstanden hast.

  8. Ich glaube, ihr redet aneinander vorbei. Während Du, DD Hecht, auf die Opfer rund um die Drogenkriminalität anspielt, spricht Martin wohl eher von den Opfern durch Drogengebrauch, wie es auch in dem Artikel relevant ist.

  9. @AntonLauner Ich denke nicht, denn beides hängt doch kausal zusammen! Wenn jemand einen gewisse Dosierung gewöhnt ist und plötzlich schlechteres bzw. super reines Material bekommt, dann ist eine Überdosierung vorherzusehen. Ein tragischer Tod ist die Folge. Niemand nimmt doch Drogen, um daran zu sterben. Aber wie beim Alkoholkonsum auch, muss es erlernt werden, um überhaupt persönliche Grenzen ziehen zu können. Eine Verteufelung, ist dem Erlernen abträglich. Dieses erlernen ist doch nur möglich, wenn Mensch sicher weiß, was er eigentlich in der Hand hat. Wie viele Partygänger könnten noch leben, wenn sie gewusst hätten, dass ihre MDMA-Pille, für sie aufgrund ihres Körpergewichts und ihrer Größe 5-fach überdosiert gewesen ist!?
    Die erste Rauscherfahrung hat Mensch schon als Kind, wenn es sich wild im Kreis dreht, bis Schwindelgefühle auftreten. Was wird Muttern dann wohl sagen? Sie wird sicher nicht sagen, dreh dich niemals mehr im Kreis, sondern, passe auf, das du nicht umfällst.
    Der Wunsch sich zu berauschen, ist nichts verwerfliches, es ist zutiefst menschlich und nicht nur ich sage, es ist ein Menschenrecht.
    Würde die Qualität der verschiedenen Rauschmittel staatlich kontrolliert, würden diese Menschen nicht sterben müssen. Gerade bei Heroin, Crystal-Meth und Kokain ist das so. Die verschiedenen Reinheitsgrade sind ganz klar der Illegalität geschuldet. Während der Alkohol-Prohibition in den USA sind mehr Menschen an den Folgen von Alkoholkonsum gestorben, als zuvor. Warum wohl?

  10. @Martin Thomas Zitat:“Der Staat reglementiert die Abgabe von Alkohol? Wer genug hat, bekommt also nichts mehr?“
    Weil ich es vorhin übersehen habe: Ja! Lies dir bitte den entsprechenden Paragraph im Gaststättengesetz durch! Da steht Sinngemäß, dass an offensichtlich betrunkene Leute, kein Alkohol mehr ausgeschenkt werden darf. https://www.gesetze-im-internet.de/gastg/BJNR004650970.html

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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