Solidarität heißt mehr als Abstand halten

Brot, Obst, Zahnpasta, Kekse, Kleidung- seit dieser Woche hängen an mehreren Metallzäunen in der Dresdner Neustadt Plastiktüten voller Geschenke –für Obdachlose und Bedürftige

Dieser Gabenzaun befindet sich vor dem Spielplatz Louisengrün.
Dieser Gabenzaun befindet sich vor dem Spielplatz Louisengrün.

Das Prinzip ist ganz einfach:

Die sogenannten Gabenzäune sind frei zugänglich und können rund um die Uhr von jeder Person mit verpackten Spenden bestückt werden. Adressiert sind die Gaben an Obdachlose und Hilfsbedürftige.

Mit dieser Aktion möchte die „Gruppe polar“ diesen Menschen eine Stimme geben und zu Solidarität aufrufen. „Solidarität heißt mehr als Abstand halten“, sagt Toni vom Bündnis „Recht auf Stadt“ und hängt eine Plastiktüte mit Obst, Schokolade und Hygieneartikeln an den Gabenzaun. Solidarität heiße eben auch die soziale Frage nicht auszublenden.

Was ist mit den Menschen, die sich nicht zurückziehen können? Die keine eigene Wohnung haben? Die nur eingeschränkten Zugang zu Gesundheitsversorgung haben?

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Obdachlose gehören häufig zur Risikogruppe

Denn in Zeiten von Corona müssen diese hilfsbedürftigen Menschen noch viel mehr mit dem Überleben kämpfen. Gerade sie gehören oftmals zur Risikogruppe, weil sie laut Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe häufig an Mehrfacherkrankungen leiden und unter prekären Verhältnissen leben.

So müssen die Betroffenen bei den kalten Temperaturen draußen schlafen, weil die Nachtcafés seit dem 15. März nicht mehr geöffnet sind. Die Ansteckungsgefahr sei zu hoch. Auch die Kneipen und Cafés, in denen sie sonst eine Toilette benutzen konnten, haben geschlossen. „Betteln lohnt sich ebenfalls nicht, weil fast kein Mensch draußen ist oder an anderes denkt“, sagt Clara von „Recht auf Stadt“.

Neben den fehlenden Rückzugsorten sei auch die Lebensmittelversorgung für die Bedürftigen schwieriger geworden. So haben die Tafeln teilweise geschlossen, weil durch die Hamsterkäufe die Lebensmittelspenden zurückgehen.

Toni und Clara vom Bündnis "Recht auf Stadt" bringen Spenden für den Gabenzaun.
Toni und Clara vom Bündnis „Recht auf Stadt“ bringen Spenden für den Gabenzaun.

Jede*r kann mitmachen

Die „Gruppe polar“ ruft deshalb jede Person auf, die Gabenzäune mit Hygieneartikeln, sauberer Kleidung, Decken/Schlafsäcken, Hundefutter und besonders Lebensmitteln zu bestücken. Dabei sei darauf zu achten, dass diese Verpflegung ohne Kochen verwendet werden kann. Gabenzäune gibt es in Dresden zum Beispiel an der Post auf der Königsbrücker Straße, auf dem Spielplatz Louisenstraße (Louisengrün) und am Bischofsplatz. Natürlich freut sich das Bündnis auch darüber, wenn weitere Gabenzäune errichtet werden.

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Hotelzimmer für Obdachlose

Neben der Aktion fordert das Bündnis die Stadt Dresden auf, Hotelzimmer für Obdachlose, und alle, die bisher in Sammelunterkünften und Lagern leben mussten bereitzustellen. Auch Betroffenen häuslicher Gewalt sollte eine sichere Bleibe bereitgehalten werden. In London oder Madrid gibt es solche Angebote während der Corona-Krise längst.

Weitere Gabenzäune befinden sich am Bischofsplatz und vor der Post an der Königsbrücker Straße
Weitere Gabenzäune befinden sich am Bischofsplatz und vor der Post an der Königsbrücker Straße

Informationen zu den Gabenzäunen

  • Die Idee der Gabenzäune ist nichts neues, aber gerade in Zeiten von Corona werden in vielen Städten weitere soziale Spendenzäune eingerichtet. Jede*r kann mitmachen, eine Spende überlassen und das am besten nicht nur kurzfristig, denn die Krise wird wohl noch eine Weile anhalten. Die Gaben sollten in Plastiksäcke verpackt und nicht zuvor zuhause gelagert werden. Auch hier sollte auf die richtige Hygiene geachtet werden.
  • Eine Erklärung der Aktion von „Gruppe polar“ findet sich unter folgendem Link: www.gruppe-polar.org/wenn-abstand-dann-fuer-alle
  • Neben den Gabenzäunen bittet das Bündnis Recht auf Stadt darum, kostenlosen Strom für Obdachlose zu Verfügung zu stellen, da auch sie auf Handys angewiesen sind.
  • Auf Facebook gibt es eine Seite zu den Dresdner Gabenzäunen.
Gabenzaun vorm Louisengrün
Gabenzaun vorm Louisengrün

Weitere Gabenzäune

Gabenzaun an der Stetzscher Straße (Nähe Bahnhof Neustadt)
Gabenzaun an der Stetzscher Straße (Nähe Bahnhof Neustadt)
Gabenzaun an der Königsbrücker Straße
Gabenzaun an der Königsbrücker Straße

7 Kommentare zu “Solidarität heißt mehr als Abstand halten

  1. In Pieschen auf der Erfurter Straße gibt es auch so eine zaun. Leider ungeschützt (ohne plane). Und die Aber es ist einer da. :-)

  2. Gibt es noch weitere Möglichkeiten, Obdachlosen zu helfen, für sie kochen z.B. und das irgendwo verteilen (aber wo treffen sie sich jetzt?)? Ich habe schon bei mdr.de und dresden.de gefragt, aber keine Antwort erhalten.

  3. Danke! Auch am Wochenende?
    Der Zaun vor der Post hatte übrigens heute kein Schild „Gabenzaun“ mehr, ich habe trotzdem Tüten drangehängt und hoffe, dass die von Bedürftigen mitgenommen und nicht von jemandem weggeworfen wurden…

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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