Aufruf zur Schreiminute zum Weltfrauentag

„Lächle doch mal! “ – welche Frau kennt ihn nicht, den Dauerbrenner der maskulinen Korrektursprüche. Zum Zähnezeigen fordert auch die Künstlerin Lisa Maria Baier alle Mädchen und Frauen auf. Ihre Aktion hat jedoch mit einem Zahnpasta-Lächeln nichts zu tun.

Lisa Maria Baier ist Meisterschülerin der Partizipativen Kunst in Dresden.
Lisa Maria Baier ist Meisterschülerin der Partizipativen Kunst in Dresden.

Frauen sind umgänglich, lieb, fürsorglich, sanftmütig besagt das Klischee. Zum lautstarken Ausbruch aus dieser Corsage lädt Meisterschülerin Lisa Maria Baier ein: Noch bis zum 1. März nimmt sie Zusendungen von Schrei-Videos entgegen.  Bislang sind bei ihr 60 Videos aus der ganzen Welt eingegangen. Durchdringend, verzweifelt, wütend sind die Schreie. Sie kosten Mut und Überwindung – und sind schließlich befreiend.  Das hat Lisa selbst erprobt, als sie auf dem Dresdner Augustusmarkt für ihr Projekt in eine Kamera geschrien hat.

Die Schreie schneidet Lisa zu einem Video zusammen, das am 8. März an verschiedenen Dresdner Orten an Häuserwände projiziert wird. Sie wirbt für eine rege Teilnahme. „Die einzelnen Schreie sind meistens ziemlich kurz. Na gut, eine Freundin von mir hat ein ewig langes eingereicht. Aber die ist auch Nichtraucherin“, sagt sie lachend. Am liebsten wäre ihr der Lostritt einer globalen Schreiwelle, die gegen die gängige Schweigeminute antritt. Lisa erinnert an die Tanz-Performance „Der Vergewaltiger bist du!“ der chilenischen Aktivistinnen-Gruppe „Las Tesis“, das im Dezember 2019 viral ging und weltweit Nachahmerinnen fand.

Frauen und Mädchen sollen gegen Repressionen anschreien, lautet die Botschaft. Ein Schrei bedeutet Impulsivität und Kraft. In Lisas Augen die perfekte Wahl, um sich Gehör zu verschaffen. Gezeigt wird der Film am 8. März um 17 Uhr an der Martin-Luther-Straße 33. Vorher, ab ca. 13 Uhr, soll das Video an anderen Orten in Dresden gezeigt werden – die Planungen laufen.

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Schreivideo zum Weltfrauentag

  • Facebookseite
  • Videos an schreivideo@gmx.de bis 1. März 2020
  • Ausstrahlung am 8. März, 18 Uhr Martin-Luther-Straße 33

9 Kommentare zu “Aufruf zur Schreiminute zum Weltfrauentag

  1. Es tut mir leid, dass Frau Baier so dolle leiden muss. Ich möchte sie gerne entlasten und ihr versichern: Sie gefällt mir nicht, ich will sie nicht, von mir aus kann sie den ganzen Tag so miesepetr:ixen:ig gucken, wie sie will.
    Ihre Vorgängerinnen hatten es sicherlich leichter. Die mussten sich nur lila Latzhosen anziehen, und schon bekamen sie alle Männer, die Häkeln und Stillen können, alle anderen Männer haben sie nicht mal mehr angeguckt. Die Zeiten müssen paradiesisch gewesen sein. :-)
    Ratlos lassen mich Las Tesis zurück. Ich vergewaltigte sie, ohne sie je getroffen zu haben? Oder war das eine Verabredung zu hartem Sex? Oder der chilenische Antrag auf Hirntransplantation?
    Hilfe, ich komm nicht mehr klar. Naja, notfalls würde ich freiwillig Single bleiben, bei dem Personal. Aber jeder wie er mag. :-D

  2. Hieß es nicht mal: wer schreit, hat Unrecht?! Es wird immer bekloppter. Frei nach dem Motto: Wenn es dem Esel zu gut geht, geht er aufs Eis. Aber unter dem Deckmäntelchen der Kunst, kann scheinbar jeder seinen geistigen (entfernt, siehe Hausordnung) loswerden.
    Es gibt doch auch in Dresden sinnvolle Projekte für Frauen, wo die Kraft der „Künstlerin“ und ihrer Nachahmerinnen gebraucht wird.

  3. Kann ich als Mann auch „Meisterschülerin der Partizipativen Kunst in Dresden“ werden und wo muß ich mich da anmelden? (Nebenbei habe ich es nach kurzer Übung geschafft, „partizipativ“ 10x schnell hintereinander fehlerfrei auszusprechen.)

  4. Na, wischt euch mal den Schaum vom Mund! Ich denke ja Fr. Baier interessiert sich gar nicht dafür, ob bornierte Hinterwäldler sie schön finden oder nicht (ich hoffe es verstößt nicht gg die Hausordnung, wenn ich niemanden direkt anspreche). Ich finde die Idee interessant & werde meine Töchter fragen, ob sie mitmachen wollen.

  5. Ein seltsamer Paternalismus, sich selbst „in eine Ecke“ zu stellen, um sich dann darüber zu beschweren, das man „in der Ecke“ steht.

    Davon abgesehen mag ich freundliche höfliche Menschen … wer Schreien will, gehe doch bitte in den Wald.

    Knicks

  6. @Probildung
    Von der Aktion können Sie halten was Sie wollen. Was Ihr Kommentar betrifft, disqualifizieren Sie sich als ewiggestrig und borniert. Wen interessiert es schon, was Sie attraktiv finden, oder ob Sie den Sinn des Aufrufes begreifen. Zuletzt verhöhnen Sie noch Las Tesis und damit eine Aktion, die wirksam auf brutale Gewalt gegen Frauen aufmerksam gemacht hat. Eine Schande für alle anständigen Männer, wie Sie hier mit Ihrer Unwissenheit hausieren gehen.

  7. Lieber Herr Benedix, von mir aus hängen Sie sich doch ein Schild um mit „Brüll mich an, ich bin ein Vergewaltiger!“ und rennen damit draußen rum.
    Aber bitte wundern Sie sich nicht darüber, dass Ihnen jemand die Jackenärmel auf dem Rücken zusammenknotet. Das gehört dazu. ;-)

    Zutiefst erschüttert bin ich, dass Sie Frau Baier mittels „was“ zum Objekt machen. Pfui Deibel.

  8. Punk war auch Schreien, wenn auch weitaus kreativer und kulturell komplexer. Manchmal ist das Lautschlagen nötig, auch wenn es banal ist und oft zu nichts führt, außer zum Beispiel im Falle des Punks oder des Expressionismuses noch früherer Zeiten. Natürlich hat dieser Polit-Protest wie die Schreiminute seine Berechtigung, ob da nun auch ein Fünkchen Kunst drinsteckt oder nur reine Gesellschaftskritik oder kreativer Politik-Protest ist, sei mal dahin gestellt. Flüstern und Schreien, das gehört alles dazu. Auch wenn ich mir oft leisere Töne erwünsche. Es schreien zu viele (Werbung, Medien, Künstler, Autos, Wutbürger etc.), so dass sich das Geschrei überlagert und man letztendlich nichts herausnehmen kann. Ich denke, Schreien als Provokation ist eine überholte Sache. Denken wir dich über neue kreativere Provokationen nach. Ich fang mal damit an.

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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