Ein Horst für die Neustadt

Anstreicher und Pils-Erfinder: Andre Winkelmann

Anstreicher und Pils-Erfinder: Andre Winkelmann

Am Freitag eröffnet Horst. Nein, dabei handelt es sich nicht um eine Rede der bekanntesten Neustädter FDP-Politikerin. Es geht auch nicht um den Problembär der Union. Der Horst steht hier ganz im Sinne des Adlernestes. Denn der Sekretär (Sagittarius serpentarius) ist zum einen ein Greifvogel, zum anderen das Wappen-Tier des Vier-Vogel-Pils. Und die sechs Jungs hinter der Biermarke haben nun für ihr Bier ein neues Heim gefunden.

Auf der Louisenstraße an der Ecke zur Rothenburger, da wo einst Nizam Eis und Kaffee verkaufte, dort soll es nun Pils und Radler vom Faß geben und gelegentlich kleinere und größere Feiern im Keller. Pils-Miterfinder Georg Bauerfeind führt durch die Räume. Die Jungs haben eine Menge geackert, damit der Raum schick wird. „Das meiste haben wir selbst gemacht“, erzählt Georg und Andre Winkelmann pinselt derweil weiter Silikon in die Ritzen. Noch sieht es nicht so aus, aber zum Freitag Abend soll alles fertig sein.

Treppensteiger und Pils-Erfinder: Georg Bauerfeind

Treppensteiger und Pils-Erfinder: Georg Bauerfeind

„Im Erdgeschoss soll eine Bierbar entstehen, wir haben nur abends geöffnet“, erklärt Georg und führt die Wendeltreppe nach unten. Hier in dem alten Gewölbe sollen dann kulturelle Veranstaltungen stattfinden. „Das kann elektronische Musik sein oder mal ein Liedermacher“, zählt Georg auf. Die Räume können aber auch für eine Feier gemietet werden.

Außer dem obligatorischen Vier-Vogel-Pils und dem neuen Ka-Radler (Bier mit Limo) wird es auch ein paar andere Craft-Biere aus der Flasche geben. Da passt ja ganz gut, dass Stefan Voigt mit im Geschäft ist. Den kennt man schon von diversen Läden auf der Görlitzer Straße, zuletzt hat er mit seinem Partner Martin Zach die Zapfanstalt eröffnet.

Die beiden kümmern sich um den gastronomischen Teil, während die Vier-Vogel-Pils-Jungs dann hauptsächlich für das Kulturprogramm verantwortlich sind.

Das Vier-Vogel-Pils ist der Legenda nach Anno 2012 in Bucaramanga (Kolumbien) erfunden worden, von Dresdner Südamerika-Touristen. In einer Brauerei vor Ort probierten sie ihre Rezept-Idee aus. Zurück in Dresden wurde die WG-Waschmaschine in einen Brauapparat umgebaut und experimentiert. Da die Waschmaschinen-Brauerei bald nicht mehr ausreichte, suchten sich die Jungs eine Brauerei in der Region und wurden in Hartmannsdorf fündig. Seitdem gibt es das Pils in größeren Mengen und inzwischen auch schon in einigen Läden. Und ab Freitag dann im eigenen Nest, Entschuldigung Horst.

linie

20 Kommentare zu “Ein Horst für die Neustadt

  1. hannes
    14. September 2016 at 18:26

    „Das kann elektronische Musik sein oder mal ein Liedermacher“

    … mahlzeit…
    klingt als wäre der hauptfokus auf elektronischer tanzmusik und nur nebenher wird vermietet + „mal ein liedermacher“ auftreten.

    wenn wir eins nicht brauchen, dann ist es ein elelktronisches tanz/bargeschäft am assieck. so sehr ich „horst“ begrüße befürchte ich doch, dass sich teile des klientels welches sich zur später stunde momentan eher auf dem scheunevorplatzes versammelt/verlagert hat, wieder gen assieck rückt und dann macht unsre kleine ecke ihrem namen wieder alle ehre…
    ich drück die daumen das die horstl-crew dass aufm kronkorken hat.

    kussi kussi

  2. DDHecht
    14. September 2016 at 21:01

    Ist absolut nicht trinkbar und dass verbessert sich auch nicht, nur weil man es in einem Keller ausschenkt.
    Für mich aber der Gipfel der Geschmacklosigkeit, was das Bier auf ewig zur Plörre verurteilt, dass man es mit der FDP in Verbindung bringt bzw. brachte …bähhhh…

  3. DDHecht
    14. September 2016 at 21:16

    „unsre kleine ecke“ ist schon der 1. gedankliche Fehler. Und wer bestimmt, was wir an Musik brauchen? Mich fragt leider auch niemand, welche Art von Bewohner WIR hier brauchen.

  4. 14. September 2016 at 21:31

    Häh? Was kann jetzt das Bier für die FDP? Und was können die Vier-Vogel-Pilsler für meine Einleitung? Und dass es absolut nicht trinkbar sein soll, gilt möglicherweise für Dich, jedoch nicht für eine durchaus recht große Gruppe an Menschen.

  5. Henri
    14. September 2016 at 21:53

    auch ich finde es untrinkbar (im Gegensatz zum feinen Gebräu des Herrn Schwingenheuer), aber das hat alles nix mit der FDP-Horst-Trulla zu tun. Die Jungs verstehen halt ihr Brauhandwerk nicht.

  6. Hasan
    14. September 2016 at 23:33

    Endlich mal wieder gute Nachrichten aus der Neustadt mit frischem Konzept. Viel Erfolg an das riesige Team, ich freu mich wenn es kleine Brauerein probieren und kein Dr Oekter Konzern ist der unzähligen Marken / Händler usw aufkauft , ich bin auf jeden Fall im Horst und natürlich auch beim Lenin

  7. nepumuk
    15. September 2016 at 00:48

    Ortsrats-Horst sollte allenfalls einen 4V-Werbevertrag als Maskottchen bekommen. Ansonsten hat sich der FDP-Horst – im Sinne von Nest – tief in die Heide verschlagen (Hofewiese). Damit ist genug Distanz zum Hiesigen vorhanden, im Wald könn‘ se sich mit ihrem Echo unterhalten. Gutes Gelingen der Hofewiese! Mit 4V kenn ich mich nicht aus, sorry.

  8. Alex
    15. September 2016 at 10:04

    … nur handelt es sich bei Vier Vogel Pils nicht um ein Bier einer kleinen Brauerei, sondern um ein Bier welches die Herren Brauen lassen und Lohnabfüllen lassen. Das sollte man dann aus meiner Sicht auch so an die Kundschaft kommunizieren….

  9. Georg (VVP)
    15. September 2016 at 10:10

    Moin Hannes,

    der Fokus liegt sagen wir mal auf guter Musik. Was das heißt? HipHop, Stoner/Psychedelic/Noise/Post/etc.-Rock, Funk, Soul, Indy, Singer Songwriter und natürlich auch elektronische Tanzmusik.
    In diesem Sinne hat deine Sorge also unsere Kronkorken bereits beseelt.

    Ciao & Cheers

  10. Mirko
    15. September 2016 at 10:21

    Bei VVP handelt es sich sicher um ein werbestrategisch ausgezeichnetes Produkt, kein Zweifel. Mit kleiner Brauerei hat das aber genau so wenig zu tun wie viele andere Biere, die im Zuge des recht spät eingetrudelten Craftbeertrends aufgetaucht sind. Zu einer Lohnbrauerei zu gehen, um sich ein Bier brauen zu lassen, bedeutet eben nicht, selber zu brauen. Das Marketing von VVP ist nichtsdestotrotz sehr gelungen, und in welcher Geschwindigkeit die Marke Fuß fassen konnte, zeugt davon, wie gut es die Besitzer der Marke verstehen, innerhalb ihrer Zielgruppe Bedarf zu erzeugen. Das ganze gepaart mit einem umsatzorientierten Vertriebspartner, der übrigens, wenn auch nicht in DrOetker-Manier, doch aber gern die Hände ausstreckt, ist auf jeden Fall aus strategischer Sicht beeindruckend. Und geschmacklich muss letztendlich jeder selber entscheiden, was schmeckt. Übrigens wird Lenin´s Hanf in der selben Brauerei wie VVP gebraut, ein Schelm, wer arges dabei denkt…..

  11. 15. September 2016 at 11:34

    @Mirko: Und das Vollbier kommt auch von da. Scheint eine umtriebige Brauerei zu sein. Dennoch, im Vergleich zur Opernbrauerei aus Radeberg trifft es vermutlich das Wörtchen „klein“ aber noch ganz gut.

    @Alex: Kommunizieren sie doch. Also zumindest steht es auf der Website.

  12. Low Key
    15. September 2016 at 15:27

    @Mirko: Wo du grad das Thema „umsatzorientierten Vertriebspartner“ ansprichst. Ich finde es auf die selbe Weise beeindruckend und beängstigend, wie die sonst so wachen und aufmerksamen Kiezgänger, blind, taub und stumm zu seinen scheinen, wenn ebendjener, sich Schritt für Schritt in die halbe Neuse einzeckt. Mensch ist sich da im gleichen Maße nicht zu schade der Chemo Nationalismus, Curry und Co. AfD Nähe, der Saloppe Sexismus und dem Trotzdem Kapitalismus vorzuwerfen, aber von „umsatzorientierten Vertriebspartnern“ gestützte Läden werden unreflektiert und vorbehaltlos frequentiert, obwohl zumindest Teile der Führungsriege sich in der Vergangenheit mehrmals, in einer für das hier vorherrschenden moralische Verständnis, nicht akzeptablen Weise, positioniert haben.

    Just my two cents.

  13. ANDO
    15. September 2016 at 18:43

    Es ist doch aber überhaupt nicht verwerflich ein Bier nach seiner ausgetüftelten Rezeptur bei jemandem brauen zu lassen, der auch die Infrastruktur dafür hat, vor Allem, wenn man es in Flaschen abfüllen will. Selber eine Flaschenabfüllung auf die Beine zu stellen ist, denk ich, ein Unterfangen, welches die Idee, ein Bier nach eigener Rezeptur zu verkaufen, massiv ins Wanken bringen würde. Um so besser finde ich, dass es diese Möglichkeit des Lohnbrauens gibt. Und dazu kommt, dass das Jungs aus der Neustadt sind und keine Investoren Juppis ohne Bezug zum Kiez.
    Und aus diesem Grund freu ich mich auch auf den Horst. So.
    Das Gemecker über alles und jeden, der irgendeine Idee hat und was machen will geht mir auf den Sack.

  14. Mirko
    16. September 2016 at 04:53

    Nun denn, lasset die Spiele beginnen…..

  15. Erwin
    16. September 2016 at 12:03

    Freut mich für die Jungs und ich wünsche Ihnen viel Erfolg mit ihrem kleinen Laden!

    Ansonsten versteh ich manche der Kommentare hier echt nicht. Wenn euch das Bier nicht schmeckt, die Musik dort nich passt oder ihr die Leute nicht leiden könnt, dann geht doch einfach nicht dahin – wo ist das Problem? Ob der Laden in die Neustadt passt oder nicht, wird sich in ein paar Monaten von selbst zeigen. Da brauchts keine selbst ernannten Retter der Neustadt, die das im Vorfeld entscheiden.

    Cheers!

  16. Low Key
    16. September 2016 at 13:59

    @Erwin: Würde man immer einfach nicht dahingehen und nicht beobacheten und sich darüber so seine Gedanken machen…

    Prösterchen!

  17. DDHecht
    16. September 2016 at 19:47

    @Anton Launer
    Nunu …steht da etwa nicht explizit „für mich“? Und bitte, weil Du erst diese Verbindung aufgemacht hast, womit haben die so etwas denn verdient? Viele Menschen bekommen eben schon bei der Erwähnung, eben dieser obskuren Vereinigung, riesige Pickel. Und nebenbei, die Antworten, wenn ich meine Kunden frage, ob es wirklich schmeckt oder ob da nicht nur so ein Lokalpatriotismusding die Geschmacksknospen manipuliert haben könnte, die haben bei Chefchen jedenfalls nicht dazu geführt, auch nur einen Gedanken daran zu verschenken, das Sortiment damit „zu bereichern“. ;D

  18. 16. September 2016 at 20:53

    Das „für mich“ soll ich auch noch reflexiv auf den ersten Satz beziehen, mein lieber DDHecht, das ist aber ganz schön viel verlangt.

    Ansonsten: Irgendwer bekommt doch immer Pickel, kann man auch wieder ausquetschen, dann vernarbt es schön, sieht wilder aus.

  19. Jo
    18. September 2016 at 11:13

    Ein „Craft Beer“ etikettiert mit “ abgefüllt für…“ , dass ist selbst Aldi & Co mittlerweile zu blöd. Nun ja, bekanntermaßen füllt Hartmannsdorfer Brauerei jedem der es möchte sein eigenes Heinz-Doof-Pils ab… Und nachdem D&F mittlerweile den Vertrieb für
    Lössnitz Pils übernommen hat und Flack und Schwier uns mit Vollbier belästigt hat der etwas schwerfällige Branchenprimus Gelos gemerkt das ihm ein hippes Lokales im Portfolio fehlt. Also übernahmen sie flugs den VVP Vertrieb und siehe da, plötzlich gibt es sogar Plalat-Kampagnen. Gelos gehört übrigens zu großen Teilen der Radeberger- Gruppe… Wer keine Lust auf Feldi, Radi etc. hat dem stehen zum Glück genügend Alternativen zur Verfügung. Schwingenheuer braut Craft Beer schon seit Zeiten wo die meisten mit dem Wort noch gar nix anfangen konnten. Die Lösnnitz- Jungs klemmen sich seit Jahren dahinter ihre Brauerei in Coswig fit zu kriegen und hinter Quartiermeister steckt ein wirklich cooles Charity-Konzept. Ein durchkonstruiertes Retortenmarketing-Gedoens wie VVP ist da völlig überflüssig und Etikettenschwindel obendrein

  20. Hechtstraßler
    18. September 2016 at 11:18

    Ernste frage: was ist an dieser Vereinigung „obskur“? Hab das Bier bis jetzt nur einmal probiert und fand es auch eher solala.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

linie