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Fahrgast-Rekord in Bus und Bahn

Die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) haben Bilanz gezogen. Während das Unternehmen aufgrund der knappen Stadtkasse finanziell unter Druck steht, konnte im vergangenen Jahr ein neuer Fahrgastrekord eingefahren werden. 186,5 Millionen Fahrgäste haben die DVB im vergangenen Jahr in Bus, Bahn, Fähre und Bergbahnen befördert. Ein neuer Rekord. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl um zwei Prozent gestiegen, damals waren es 183,7 Millionen Fahrten.

Die 7 ist die meistgenutzte Straßenbahnlinie der Stadt. Foto: Archiv Anton Launer
Die 7 ist die meistgenutzte Straßenbahnlinie der Stadt. Foto: Archiv Anton Launer

Dabei fahren die Dresdner*innen vorzugsweise mit Zeitkarten, wie der Monatskarte oder dem Deutschlandticket, laut DVB haben 46 Prozent der Dresdner*innen eine solche Zeitkarte. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung fährt mindestens einmal pro Woche mit einem ÖPNV-Angebot. Beim ÖPNV-Kundenbarometer, in dem jährlich knapp 40 Verkehrsunternehmen bundesweit verglichen werden, rangieren die DVB traditionell ganz weit vorn und kamen für 2025 auf den zweiten Platz.

Kosten 300 Millionen pro Jahr

Dieses Angebot kostet rund 300 Millionen Euro im Jahr, erläutert Andreas Hemmersbach, Vorstand Mobilität bei den DVB. Gemeint ist damit der reine Betrieb, Anschaffungen wie neue Busse und Infrastrukturerneuerungen kosten extra. Damit sei das Angebot in Dresden pro Fahrt vergleichsweise günstig. Dies liege aber auch an der hohen Nachfrage. Von den 300 Millionen Euro können die DVB einen Großteil selbst erwirtschaften, spielen rund 220 Millionen über Ticketverkäufe und über Ausgleichszahlungen von Bund und Land für Deutschland- und Bildungsticket ein. 25 Millionen erhalten die Verkehrsbetriebe als direkten Zuschuss von der Stadt und weitere 55 Millionen über den Ausgleich der Technischen Werke Dresden (also indirekt von der Sachsen-Energie).

Vorstand Mobilität Andreas Hemmersbach - Foto: Anton Launer
Vorstand Mobilität Andreas Hemmersbach – Foto: Anton Launer

„Bis zum Jahresende ist die Finanzierung so gesichert“, sagt Hemmersbach. Allerdings steigen die Kosten für Energie, Wartung und Personal. Im kommenden Jahr soll der Zuschuss durch die Sachsen-Energie auf 80 Millionen Euro steigen, aber dafür soll der städtische Zuschuss komplett gestrichen werden. Da nicht absehbar sei, dass die Ausgleichszahlungen von Land und Bund im kommenden Jahr steigen werden, entwickeln die DVB derzeit ein Sparkonzept für das Jahr 2027.

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Dafür stehen mehrere Optionen zur Verfügung. So wird ein Aufweichen des 10-Minuten-Taktes erwogen, oder auch das Ausdünnen weniger befahrener Linien. „Ein neues Streckennetz zu stricken, ist extrem aufwendig“, sagt Lars Seiffert, Vorstand Arbeitswelt und Fahrbetrieb der DVB. Man wolle trotz gedeckelter Mittel das größtmögliche Angebot anbieten. „Eine solche Anpassung ist normalerweise ein Projekt von ein bis zwei Jahren“, sagt Hemmersbach, man sei mit der Stadtverwaltung in enger Abstimmung.

Vorstand Arbeitswelt und Fahrbetrieb Lars Seiffert - Foto: Anton Launer
Vorstand Arbeitswelt und Fahrbetrieb Lars Seiffert – Foto: Anton Launer

Andere Dinge sind etwas einfacher zu ändern. So werde man die Leihfahrräder für die Mobibikes neu ausschreiben. Derzeit bezuschussen die DVB das Projekt jährlich mit 700.000 Euro. „Das war ursprünglich als Werbemaßnahme und Anreiz für die Abokarte gedacht“, sagt Hemmersbach, aber mit dem Deutschlandticket sei das hinfällig, daher müsse man jetzt umdenken. Künftig soll der Zuschuss auf 200.000 Euro sinken. „Das wird etwas höhere Preise für die Ausleihe der Mobibikes zur Folge haben“, sagt Hemmersbach. Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen 2 Millionen Nutzungen verzeichnet.

Auch bei der Vermarktung an und in den Straßenbahnen sei man umtriebig. Allerdings spüre man auch hier die aktuelle wirtschaftliche Flaute, so Vorstand Seiffert, die Interessenten stünden nicht gerade Schlange.

Ausblick 2026

Neben den Plänen zu Einsparungen werden sich die DVB voraussichtlich im Frühjahr mit Tarifverhandlungen auseinandersetzen müssen. Später im Jahr, voraussichtlich im September beginnt dann der Ausbau der Königsbrücker Straße Süd mit Anbindung an den Albertplatz.

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DVB in Zahlen

  • Fahrgäste: mehr als 250.000 verkaufte Dauertickets
  • in Dresden 215.000 Stammfahrgäste
  • insgesamt 24.000 Abo-Kunden im VVO-Tarif
  • 132.000 Deutschland-Ticket-Inhaber*innen
  • 63.000 Bildungstickets
  • 32.000 Studierende mit Semesterticket (Stand November 2025)

3 Kommentare

  1. Da im Text die Querfinanzierung im Technische-Werke-Verbund erwähnt werden: Die Sachsen-Energie schreibt seit Jahren steigende Rekordgewinne, im Geschäftsjahr 2023 252 Millionen €.
    https://www.saechsische.de/wirtschaft/regional/ueber-250-millionen-euro-gewinn-dresdner-stadtraete-kritisieren-sachsen-energie-XODNTSTRXMB3ITLQNV2MXRQVBU.html

    Das immer mitdenken, wenn es um den gestrichenen Zuschuss von der Stadt geht.

    Und bei den Mobibikes deswegen ein paar 100.000 € zu sparen ist auch zynisch, immerhin ist es das deutschlandweit meistgenutzte Leihfahrradsystem (https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/2024/09/pm_073.php). Darauf könnte man jetzt stolz sein…oder man spart es halt kaputt.

  2. Dresden hat einen fantastischen ÖPNV der auch sehr gut nachgefragt wird. Das ist den blechverliebten Betonköpfen im Stadtrat ein Dorn im Auge, weil die Leute dann ja begreifen, dass Autofahren gar nicht zwingend so geil ist. Also spart man den ÖPNV einfach kaputt. Wo beim Autofahrer wegen jeder Sekunde Fahrzeit gejammert wird scheint es hier abolut zumutbar, dass die Menschen mal 5 oder 10 Minuten länger auf ihre Bahn warten. Dabei ist der städtische Beitrag zur DVB anhand der Fahrgastzahlen lächerlich gering. Traurig, wenn selbst das noch zu viel ist. Aber Hauptsache, die neue Carolabrücke bekommt dann wieder 4 Autospuren, das kann dann nicht teuer genug sein…

  3. Aus dem verlinkten Artikel:
    „Dem mittlerweile sachsenweit agierenden Energieversorger…“

    Die Sachsen Energie ist nicht dafür da, Öffis der Landeshauptstadt exklusiv zu erhalten. Genau diese Bedenken gab es von den Landkreisen bei der DREWAG/Enso Verschmelzung.
    Eine Preissenkung für Bestandskunden wäre näherliegend.

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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