Das war doch ein Traumwochenende für Wintersportler in Dresden oder? Für ein Skispringen war der Schnee aber leider nicht pappig genug. „Damit ließ sich keine Schanze bauen“, berichtete einer der Nicht-Veranstalter. Schade, aber der Winter hat ja gerade erst angefangen. Einer der Skisprung-Enthusiasten ist Christian Z. Der Neustädter nutzte die Gelegenheit und das wunderbare Wetter, um einen langgehegten Traum zu realisieren: Eine 50-Kilometer-Tour durch die Dresdner Heide auf Langlaufskiern. Hier sein Bericht:

Die Heide im Norden der Neustadt ist ein 6.000 Hektar großes Frischluftgebiet und einer der größten Stadtwälder Deutschlands. Hier findet man alle: Ausflügler und Ausspanner, Waldkinder und Rentnergruppen, Waldbader, Seelenbaumler, Picknicker und Kalorienverbrenner, Hunde, Pferde, Bären (zumindest bis 1612), Wölfe (wieder seit 2019), Wildschweine (hin und wieder) Biker, Maultrommler und Freetekker und wenn mal richtig viel Schnee liegt, auch Skilangläufer.
Um keine Kreise fahren zu müssen, plante ich die Tour in Form einer liegenden Acht – Symbol der Unendlichkeit und Ewigkeit, passend für 50 Kilometer.

Entlang geht es an einem historisch einmalig erhaltenen Wegzeichennetz, das bereits im 12./13. Jahrhundert durch Waldzeichenschneider mit roter Farbe markiert wurde. Um 1560 durch Mathematikprofessor Gottfried August Homilius nach Kompass und zu Jagd- und Vermessungszwecken sternflügelig angelegt, wurde es 1832 aus forstwirtschaftlichen Gründen um parallele und geradeaus verlaufende neue Flügel reformiert. Farbige Wanderzeichen und Jakobsweg folgten dann in der Neuzeit.
Die Tour startet vom Alaunplatz und folgt dem Weg An der Prießnitz auf Skiern entlang über die Heidemühle (12 Kilometer), weiter bis zur Ullersdorfer Mühle (16 Kilometer).
Hälfte kurz vor Großerkmansdorf geschafft
Hier geht’s rechts um den Golfplatz Ullersdorf und weiter, auch zum Teil selbst spurend, um den Hempelsberg herum (es müssen ja 50 Kilometer werden) nach Großerkmannsdorf. Vor dem Ort links über die Felder wieder zurück an der Gabel in die Heide (24 Kilometer). Die Hälfte ist hier fast geschafft.

Rechts auf dem Radeberger Rundwanderweg, die Landstraße am Ortseingang Radeberg kreuzend, geht es durchs sogenannte kalte Gebirge. Man kreuzt die Alte Acht und die Zuggleise bis zur Straße An den Folgen von Liegau-Augustusbad (30 Kilometer). Nun links den Kuhschwanz, an den Forellenteichen rechts auf den Mittelweg vorbei zur Hofewiese (35 Kilometer).
Kilometer 40 in Bühlau erreicht
Auf dem Gänsefuß wieder zur Heidemühle – muss ja eine Acht werden. Von dort den grünen Weg, links die Alte Zwei, wieder mal die Alte Acht kreuzend, bis zum Heidemühlenweg von Bühlau (40 Kilometer). Rechts geht es auf dem Nachtflügel, an den Waldgärten und der Weißer Hirsch Klinik vorbei zum Mordgrund.
Schwesternsteig und Weißiger Gänsefuß, rechts Diebsteig und wieder links die Alte Acht über den Gute Bornbach, an Luthereiche vorbei zum Parkplatz an der Radeberger Straße (45 Kilometer). Nun rechts den Blümpenweg und die gelbe Markierung über das Verlorene Wasser mit mehreren Hügeln bis zum Alten Kannenhenkel. Diesen links bis auf die Marienallee zum Nordfriedhof und dann zurück zum Alaunpark.

Am Tag danach berichtet Christian, dass er bei dem wunderbaren Wetter rund acht Stunden gebraucht hat und entgegen seinen normalen Heide-Besuchs-Gewohnheiten eher größere Wege nutzte. „Das ist mit Skiern dann schon was anderes, als wenn man einfach nur wandern geht“, sagt er. Außerdem war ihm aufgefallen, dass er auf der ganzen Runde immer wieder Leute aus der Neustädter Nachbarschaft getroffen hat. Vielleicht, so Christian, könnte man mal eine gemeinsame Ski-Tour durch die Heide starten, es müssen dann auch nicht unbedingt wieder 50 Kilometer sein. Für alle, die das gern nachlaufen wollen, hat er die Tour mal auf Mapy eingezeichnet.



















