Zurück mit dem Besten der 60er und 70er

André Streng in der künftigen Cocktailbar.

André Streng in der künftigen Cocktailbar.

Unterm Bahnhof Neustadt wird derzeit geschraubt, gebohrt, gefeilt, gehobelt, gemalt und geräumt. Hier soll in den nächsten Wochen die Discothek „Flower Power“ einziehen. Wer jetzt an ein Déjà-vu glaubt, liegt so falsch nicht. Das „Flower Power“ – die Disco mit dem kleinen Iren und den großen Sonnenblumen gab es es schon mal in der Neustadt – am Dammweg, dort, wo jetzt Rosis Amüsierlokal residiert.

1998 hatte André Streng hier auf dem Weg zur weltweit vorherrschenden Retro-Disco-Kette seinen zweiten Laden aufgemacht. Den gab er dann ab und legte damit die Grundlage für das Disco-Franchise-Konzept. Nach zehn Jahren zog das „Flower Power“ dann in die Erfurter Straße, dort war dann 2010 Schluss mit Hippie-Musik. Nun ist der 43-Jährige zurück und voller Elan und Fröhlichkeit. Sein Hauptclub in der Leipziger Südvorstadt brummt noch immer, das Franchise-Konzept läuft so lala und nun also nochmal Dresden. „Ich hab mir jetzt hier ne Wohnung zugelegt, auf der Rothenburger Straße und fühle mich in der Stadt sehr wohl“, grinst er und führt durch die Kellergewölbe. Einst residierte hier unterm Bahnhof der Club „Sputnik“ – 2009 war Eröffnung, zuletzt dann nur noch ganz selten der Nacht-Tanzclub „L’Hibou“ – im Dezember war damit aber auch Schluss.

André Streng unternimmt keine Experimente: „Es wird Musik aus den 60er und 70er Jahren geben – ich habe schon beim Oldiesender Werbung gebucht“ – der obligatorische Bulli steht wieder im Raum, die eine Hälfte wird zum DJ-Pult, die andere zur Cocktailbar. Es gibt einen Raucherraum. Klar, den Alabama-Song ohne Kippe zu ertragen, wäre auch sehr schwer. Streng plaudert drauf los, es wird jeden Tag ein anderes Programm geben, wie früher mit Studententag und Oldieabend – wagemutige Neuerung: Es sind Karaoke-Abende geplant.

  • Nach Ostern ist Eröffnung. Dann wird täglich ab 20 Uhr gefeiert mit 100 Liter Freibier und freiem Eintritt. Weitere Infos unter: www.flower-power.de
Mit dem Bully in der Zeit zurück reisen.

Mit dem Bully in der Zeit zurück reisen.

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6 Kommentare zu “Zurück mit dem Besten der 60er und 70er

  1. tom
    10. März 2015 at 22:22

    Viel Erfolg und willkommen zurück!

    Ich hoffe die Anwohner an der neuen Neustadt-Adresse sind tolleranter als an der alten Neutstadt-Adresse:
    http://www.sz-online.de/nachrichten/kultclub-flowerpower-zieht-in-die-pferdeboerse-2316546.html

  2. Lämpchen
    11. März 2015 at 13:34

    Lieber Tom, was ist denn Tolerant? Es zu ertragen, dass man regelmäßig auf dem Weg zur Arbeit über alle möglichen menschlichen Ausscheidungen steigen muss, oder aber grundsätzlich in seiner Nachtruhe gestört wurde und wird? Und wir reden hier nicht über Zeiten wie 20/21 Uhr sondern von 24 Uhr bis in der Hahn kräht. Dass man es in seiner unbegrenzten Toleranz ertragen muss, dass Straßenschlachten stattfinden,die auch die Polizei in Atem halten, dass Leute so besoffen und zugedröhnt sind, dass sie nur noch auf allen vieren über die Straße kriechen – das ist Toleranz? Wo bleibt dann die Toleranz der anderen Seite, nämlich zu akzeptieren, dass hier Leute wohnen, deren Nachtruhe für Kind und Kegel wichtig ist, weil um 6 der Wecker klingelt – Schule und Beruf dann rufen. Ja die Spießer, sollen doch abhauen, diese Spaßbremsen…Warum ziehen die überhaupt in die NEustadt? Richtig! Die Spaßbremsen wohnen schon solange hier – da warst du lieber Tom, wahrscheinlich noch Quark im Kühlschrank! Lieber Tom und alle anderen Spaßvögel, ich wünsche euch von ganzem Herzen in Kürze ein paar Kinderlein und einen fordernden Job – mal schauen, wie weit eure Toleranz dann geht. Wahrscheinlich bis zum nächsten Rechtsanwaltsbüro!

  3. tom
    11. März 2015 at 23:56

    Wer in die unmittelbare Nachbarschaft einer Diskothek/Bar/Kneipe zieht, der weiß auch worauf er/sie sich einlässt.

  4. Neo
    12. März 2015 at 07:36

    @Lämpchen

    …Du schreibst wohl über die Latte-Machiatto-Eltern,
    Helikopter-Eltern und die, wie wurde es auf Figaro so trefflich
    ausgedrückt, Mütter-Mafia . . .
    . . . mit der niedrigsten Toleranzschwelle überhaupt.

  5. S. Ebnitzer
    13. März 2015 at 01:16

    Es ist eigentlich egal, wer vorher da war.
    Diejenigen, welche sich gar nicht mehr hier zu Hause fühlen, sind sowieso schon weggezogen. Die, welche noch hier wohnen, sind tolerant gegenüber Tolleranz (alias toller Tanz!), zeigen aber ggf. auch, dass sie noch da sind und verändert wahrnehmen. Recht so!
    Und dann gibt es noch solche wie, äh, mich, die so manches nicht toll finden, aber auch nichts besseres…

    Unter dem Bahnhof Neustadt sollte es, was Geräusche betrifft, kein Problem geben, mangels unmittelbaren schlafenden Nachbarn. Seid halt so gut und geht, bevor ihr geht, auf’s Klo und übergebt euch nicht auf dem Weg, auf die zum Zuge eilenden Morgenwandler.

  6. S. Ebnitzer
    13. März 2015 at 01:34

    Was ich nie verstanden habe: Nach dem Flo-Po ist in der Eschenstraße Rosis eingezogen – mit praktisch unverändertem Konzept (oder?). Warum geht das (besser)?

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