Spitzenkandidat aus Kostengründen aufgehängt

Die Partei1
Direktkandidat Martin Hoferick vertraut in sein Können
Ein Wahlkampf-Märchen neigt sich würdevoll dem Ende: Zum letzten Mal vor dem Tag der Machtübernahme zogen DIE PARTEI mit ihren beinahe dreißig Genossenfreunden, welche für dieses Event extra aus ganz Sachsen angereist waren, durch die Stadt. Pünktlich zur Kaffee-Zeit – mit Sternburg im Schlepptau, Torte war leider aus – um 15 Uhr, versammelten sich die selbsternannten Spitzenpolitiker am Dresdner Hauptbahnhof. „Nur nicht rumtrödeln!“, lautete die Devise. Sechs Polizeifahrzeuge begleiteten die jungen Pioniere auf ihrem Siegeszug durchs „Disney-Land“, wie sie die Innenstadt liebevoll tauften. Ein inneres Bedürfnis zwang die Kolonne kurzerhand zum Pausieren auf der Prager Straße: Eine Gedenkminute für Stanislaw Tillich war längst überfällig. Eine weitere Minute der Stille wurde nötig, als die gut gelaunte Truppe am Info-Stand der Büso vorbeimarschierte: „Ein trauriges Schauspiel, sie waren gerade am Einpacken“, heißt es aus PARTEIkreisen. Mit wehenden Fahnen und überzeugtem Schritte schafften sie es schließlich in Rekordzeit auf die andere Elbseite, wo sie mit wilden Jubel-Schreien in ihrer PARTEI(hoch)hüpfburg erwartet wurden.
Tillich Voodoo
Ein klares Zeichen: Ein Voodoo-Zauber lastet auf der CDU
Vor Selbstbewusstsein strotzend setzten sie auf „harte, seriöse“ Propaganda unter dem Motto: „Nur die besten Köpfe für Sachsen – Tillich in die Produktion!“. Gegen 17 Uhr eröffnete Martin Hoferick am Alaunplatz die Wahlkampfveranstaltung mit den Worten: „Macht ist geil. Erfolg macht sexy. Wir sind offen für alle, die sich uns anbiedern.“ Zur jüngsten Kommunalwahl in Dresden erzielte DIE PARTEI ein grandioses Ergebnis von 3,8 Prozent im Wahlkreis Neustadt: „Unsere Wählerschaft ist mit überdurchschnittlicher Intelligenz gesegnet – Spaßparteien wie CDU und FDP können davon nur träumen“, gibt sich der Direktkandidat Hoferick stolz. Die glotzende Meute ließ sich indessen von Louis Fürnbergs „Die-Partei-hat-immer-recht-Klängen“ hypnotisieren. Als Shooting-Star haben die Funktionäre ihren PARTEIhund Mogli mitgebracht, innerhalb von Sekunden bringt er den Inhalt des anrollenden Eiswagens zum Schmelzen. Das ganze Spektakel glich Frühsport am Nachmittag.
PARTEIhund Mogli
Auch Mogli gibt sich überzeugt: Wuff, wuuuuff, wuuuuuuff“, so seine Worte
Ihr Ziel, so DIE PARTEI, die letzten verbliebenen, noch unentschlossenen Wähler von ihrer Politik zu überzeugen. Dafür haben sie sich etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Direktkandidat Martin Hoferick wurde (aus Geld- und damit Plakatmangel) für alle noch Unentschlossenen gut sichtbar im A-Park direkt aufgehängt. Noch ein letzter Zug an seiner Zigarette, ein letzter Schluck aus seiner Flasche Sternburg Export und dann heißt es auch schon Abschied nehmen: In über zwei Meter schwindelerregender Höhe baumelt NeustadtPARTEIkandidat Hoferick fröhlich vor sich hin. Vom Boden aus wird er bereits von den anderen Genossen als Märtyrer in der PARTEIgeschichte gefeiert.
Partei Equipment
Kein Wahlkampf ohne passendes Equipment: „Merkel ist doof“
DIE PARTEI ist überzeugt: „Mit dieser innovativen Maßnahme wird das Erreichen unseres Wahlziels (50%+X) voraussichtlich zur reinen Formsache werden.“ Schließlich passiert ein unerwartetes Wunder: Ohne sichtlich Schaden genommen zu haben tanzt der soeben Aufgehängte auch schon wieder über die Wiese: „Ich denke nun sollte jedem klar sein: Wir sind nicht zu stoppen. Wie Blutegel saugen wir uns an den anderen Parteien fest und werden als einziger Sieger aus der Landtagswahl hervorgehen.“

4 Kommentare zu “Spitzenkandidat aus Kostengründen aufgehängt

  1. Ah, dank Neustadtgeflüsster weiss ich nun auch wie der Köter hieß, der auf der Kackwiese beim Glascontainer, direkt an der Zufahrt zum kindergarten, seine Tretmine verlegt hat.

  2. Sehr geil find ich ja das Wir-können-den-Weltkrieg-verhindern-Plakat! lol ! Die Partei sollte aus Mitteln der Bundeszentrale für politische Bildung quersubventioniert werden ;o).

  3. Ein Schritt in die richtige Richtung und ein leuchtendes Beispiel für Kandidaten anderer Parteien!
    Spart nicht nur Kosten, sondern zeigt auch, dass eine artgerechte Haltung möglich ist!

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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