Brückenschwund am Rosa-Luxemburg-Platz

Bagger beim Abbruch der Brücke
Bagger beim Abbruch der Brücke
Seit Anfang Februar wurde die kleine Seitenbrücke am Rosa-Luxemburg-Platz abgetragen. Jetzt ist sie komplett weg. Die Sandsteinelemente wurden kartiert und für die spätere Wiederverwendung eingelagert. Im Zuge der Sanierung der Albertbrücke, die im Frühjahr beginnen soll, wird dann auch die kleine Nebenbrücke wieder aufgebaut.

Nun ist sie weg.
Nun ist sie weg.
Ende 2013 hatten Prüfer festgestellt, dass sich die Sandsteinsubstanz und das Fugenbild der Brücke erheblich verschlechtert hatten. Sie stellten eine Einsturzgefahr der Brücke fest. Zur Sicherheit war der Brückenbogen seit Anfang Dezember gesperrt. Die Kosten für den Rückbau betragen nach Angaben der Stadtverwaltung etwa 25.000 Euro.

26 Kommentare zu “Brückenschwund am Rosa-Luxemburg-Platz

  1. Mal schauen wer das wieder zusammenpuzzelt, so kleinbröselig sahen einige Sandsteinelemente aus. Ich werde die bewimperten Bullaugenfenster vermissen. Schaun wir mal…

  2. Frühjahr haben wir ja nun schon den 3. Tag.
    Hoffen wir mal dass „im Frühjahr“ nicht „Ende Frühjahr“ bedeutet.

    Und was mir bei dem Hin und Her irgendwie entgangen ist. Wird es nun eine kurze Vollsperrung oder eine lange Teilsperrung geben? Und bleibt die Fußgängerbrücke solange stehen?

  3. Damit ist endlich Deutschland wohl größtes noch existierendes steinernes Hakenkreuz verschwunden! Mit einem Durchmesser von immerhin fast 6 Metern. Über 60 Jahre war es unverhüllt an der Decke des Durchgangs zu sehen, in der DDR hat sich offenbar niemand dafür interessiert, bis es dann vor wenigen Jahren eine beherzte Seele mal verhängte. Wer eigentlich?? Das Hakenkreuz stammte aus der Zeit der Erbauung des gesamten Rosengarten-Areals, das wohl als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme in den 30er Jahren gebaut wurde. Einigen Gebäuden sieht man es architektonisch deutlich an, so z.B. der völkisch wirkende Rundpavillon in Sichtweite der Pizzeria.

  4. @bernd: meines wissens hat das bauaufsichtsamt ein schutznetz untergehängen lassen, weil zunehmend der deckenputz herunterkam inkl. teilen des kreuzes (stichwort: verkehrswegesicherung): nicht dass noch ein todesopfer „unterm hakenkreuz“ zu beklagen ist. das hätte DD wieder in seltsame „schlag“zeilen gebracht. die stadt ist ja eh immer spät dran, aber der „letzte tote des weltkriegs“ 69 jahre verspätet?, ooch nee. der bleibt mal schön im leipziger capa-haus.

    wird das brückerl denn wieder aufgebaut???

  5. Was ihr alles wisst über die Brücke! Staun! Hab ich NIE gesehen das Teil unter der Decke. Nu wirds Hakenkreuz auf der Deponie entsorgt. Mit „kleiner“ Verspätung. Ts,ts,ts.

  6. @Bernd
    Ein wirklich erstaunlicher Umstand, der aber symbolisch zum allgemeinen Alltagsrassismus in der Stadt sowie dem Umgang mit der braunen Geschichte, den alten und neuen Faschisten hier, passt.
    Dass verrückte dabei ist, schon zu DDR-Zeiten wurde MEHRFACH der Versuch unternommen dieses Ding zu überpinseln, aber für alle sichtbar, mit mäßigem Erfolg. Warum die Decke damals nicht einfach heruntergehackt wurde, bleibt wohl ein Mysterium.

  7. soweit ich mich erinnere, war das Kreuz „nur“ aufgeputzt und wurde später weggehackt, das man nur noch die Umrisse erkennen konnte….

    und Bernd … was bitte ist ein „völkischer Pavillon“ ???

  8. @christoph: ich vermute, das „völkisch“ ist ein Versuch, die Architektur zu beschreiben. Heimatschutzarchitektur ist wahrscheinlich ein eher wissenschaftlicher Begriff dafür.
    Große Teile des Neustädter Elbufers wurden in den 1930ern als ABM neu gestaltet. Der Glockenpavillon am Japanischen Palais gehört genauso dazu wie der Pavillon oben an der Waldschlößchenbrücke.

  9. das kreuz war nur überputzt und eben dieser viel im frühjahr 2010 immer mehr ab, so dass das kreuz wieder sichtbar wurde, nach beschwerden wurde es dann anfang mai des selben jahres mit einem gelben sichtschutz verkleidet und hat nun sein ende gefunden.
    @falky: ich glaube schon das es fotos gibt, aber die weiterzugeben wäre ja fast verbreitung von verfassungsfeindlichen symbolen

  10. @christoph:

    Habe ihn mal bei meinem Websitelink eingepflegt. Kann man das hier sehen? wollte nicht so ne urstlange URL hier einkopieren. Der Pavillon sieht schon deutlich „völkisch“ aus – ganz anders als der Glocken- bzw. Waldschlösschenpavillon.

  11. Ach, schön zu sehen wie hier identische Sachverhalte unterschiedlich wiedergegeben werden:

    „Über 60 Jahre war es unverhüllt an der Decke des Durchgangs zu sehen, in der DDR hat sich offenbar niemand dafür interessiert, bis es dann vor wenigen Jahren eine beherzte Seele mal verhängte.“ (Bernd)

    vs.

    das kreuz war nur überputzt und eben dieser viel im frühjahr 2010 immer mehr ab, so dass das kreuz wieder sichtbar wurde, nach beschwerden wurde es dann anfang mai des selben jahres mit einem gelben sichtschutz verkleidet (dorgero)

    Wie war es denn nun wirklich?

  12. @Kurt:

    Da ist besser nachzulesen:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Rosengarten_(Dresden)

    Der Rosengarten wurde im Zuge der Reichsgartenschau 1935/36 angelegt.

    Hat also mit dem einige hundert Meter entfernten Thinggelände (heute:Filmnächte) nichts zu tun.

    Es ging den Nazi-Stadtplanern um die gesamte Umgestaltung der Elbuferbauten,- so waren Ministerien geplant, ein Gauforum etc. Bis heute in Naziarchitektur erhalten sind meines Wissens neben der Luftwaffenschule nur das Thinggelände, der Rosengarten und weiter weg, das Grillenburger Jagdhaus.

  13. Ach, übrigens auch interessant: rechts weiter vor der jetzt niedergerissenen Brücke (Blickrichtung Elbe) , unten am Elbufer sieht man noch im Asphalt einige Meter der alten Trümmerbahn (als Abdruck der Schwellen im Teer).

  14. diese nebenbrücke wird nach der gesamtsanierung der albertbrücke wiedererrichtet, die verblendsteine wurden kartiert und eingelagert. die beiden brückenköpfe (aufwendige treppenanlagen) stehen mit der brücke als ensemble unter denkmalschutz.

  15. @ Winfred.. hab mich gestern Abend auch noch etwas schlau gemacht und mir die damalige Architektur zu Gemüt geführt… Ordensburgen etc. die baulichen Gemeinsamkeiten sind offensichtlich. Grobes Bruchstein-/ Bossenmauerwerk, Schieferdach, offener Dachstuhl.. da fällt mir gleich noch der Pavillon im Alaunpark ein, da kann man jetz also ooch ni mehr ruhigen Gewissens rumsitzen. ;)

  16. @HotteHü:

    Oh, Danke! Ja, daran kann ich mich noch erinnern. War vor n paar Jahren noch so zu sehen. Krass!

  17. @ein anderer Stefan:

    naja, ist ja wohl leicht was anderes! Hier war ein riesengroßes Hakenkreuz bis in unsere Tage mehr schlecht als Recht verhüllt sichtbar. Autobahnen lassen sich immer noch ohne sichtbaren Bezug zum dritten Reich benutzen,- im übrigen wurden die meisten Autobahnen natürlich vor bzw nach der Nazizeit gebaut.
    Das das größte noch existierende in Stein gehauene Hakenkreuz ausgerechnet wieder mal in DD zu sehen war, zeigt irgendwie schon, dass man hier im rechten Auge den grauen Star zu haben scheint…

  18. @Radfahrerin Lotte:
    mir als auch Radfahrer wäre es lieb, die Brücke kommt nicht wieder hin! Ich bin immer mit Unbehagen durch diesen schlecht einsehbaren Brückentunnel gefahren. Stets plötzlich auftretender Gegenverkehr, egal in welcher Richtung man fuhr war ein latendes Gefahrenpotential.

    Die Einmündung auf den Elberadweg ist nun gut überschaubar und gestalterisch vermisse ich an dieser Brücke nichts, ganz im Gegenteil, nun ist da endlich Licht und Blick auf die verbliebene Freitreppe jetzt wieder mit Parkanlage gefällt.

    Warum greift der Denkmalschutz ausgerechnet ein Nazibauwerk auf und nimmt nicht den Zustand vor dieser Zeit? Es fällt nicht negativ auf, dass es jetzt nicht mehr da ist – meine Meinung.

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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