Noch mehr neue Häuser am Bischofsplatz

So soll der westliche Bischofsplatz aussehen. Visualisierung: AOC Immobilien AG

So soll der westliche Bischofsplatz aussehen. Visualisierung: AOC Immobilien AG

Nicht nur an der nördlichen Seite des Bischofsplatzes zwischen Hecht- und Rudolf-Leonhard-Straße werden demnächst Häuser gebaut, sonder nun auch an der Westseite zwischen Conrad- und Fritz-Reuter-Straße. Die dortige Fläche liegt seit Jahren brach. In den 1990er Jahren gab es hier mal eine kleine Weinbaracke, die dann abgebrannt war. Zwischenzeitlich sollten schon mal ein paar Eigentumswohnungen gebaut werden, aber die Pläne versandeten.

Brache am Bischofsplatz

Brache am Bischofsplatz

Nun will die Magdeburger AOC Immobilien AG hier 48 Mietwohnungen und bis zu drei Gewerbeeinheiten bauen. Insgesamt sollen sieben Geschosse und 5.000 Quadratmeter Mietfläche entstehen. Im Erdgeschoss ist Platz für eine Ladenzeile. In einer Pressemitteilung des Unternehmens heißt es: „Die anspruchsvolle Fassadengestaltung verbindet die umgebende Gründerzeitbebauung der Neustadt mit zeitgenössischen Elementen zu einem modernen und angemessenen Gebäudeauftakt zum Bischofsplatz.“

Dazu gehört ein Klinkersockel bis ins 1.Obergeschoss, raumhohe Fenster und markante Balkone. Eine Tiefgarage mit 26 PKW-Stellplätzen ist geplant.

Till Schwerdtfeger, Vorstand der AOC Immobilien AG: „Die sächsische Metropole ist weiterhin ein sehr beliebter Wohnort, was durch die seit Jahren stetig wachsende Anzahl an Neu-Dresdnern belegt wird. Mit unserem Vorhaben am Bischofsplatz beginnen wir bereits ein zweites Wohnbauprojekt innerhalb weniger Monate in Dresden; attraktive Lagen der Stadt stehen auch künftig im besonderen Fokus unserer Expansion.“

Das Unternehmen rechnet mit der Baugenehmigung noch in diesem Jahr. Wenn alles klappt, sollen die Häuser Anfang 2019 fertig werden.

So soll der westliche Bischofsplatz aussehen. Visualisierung: AOC Immobilien AG

So soll der westliche Bischofsplatz aussehen. Visualisierung: AOC Immobilien AG

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21 Kommentare zu “Noch mehr neue Häuser am Bischofsplatz

  1. Rolf
    28. September 2017 at 17:54

    Sehr, sehr schön!„Die anspruchsvolle Fassadengestaltung verbindet die umgebende Gründerzeitbebauung der Neustadt mit zeitgenössischen Elementen zu einem modernen und angemessenen Gebäudeauftakt zum Bischofsplatz.“…..

  2. Andreas
    28. September 2017 at 17:57

    Vergleichsweise hübsch!

  3. Erichsen F.
    28. September 2017 at 18:03

    Schade. Auch wenn ich nicht zu den Dauerheulern gehöre, aber irgendwie wird alles immer mehr im Innenstadt-Flaniermeilen-Stil zugepflastert. Der gelebte und leicht sympathisch-ranzige Charakter geht über den Jordan.

  4. 28. September 2017 at 18:07

    @Andreas: Meinst Du im Vergleich zu den Häusern zwischen Hecht- und Rudolf-Leonhardstraße?

  5. Klemens Schneider
    28. September 2017 at 18:39

    Das grün verklinkerte Erdgeschoss sieht ja ganz nett aus. Aber darüber wird es schon gruselig. Muss man so einen Riesenblock mit einer einheitlichen Fassade ausstatten? Bei dem Projekt am Bischofsplatz werden bei vergleichbarer Größe laut Visualisierung vier(!) verschiedene Fassaden gestaltet.
    Die goldenen Balkongitter in Palmenblattoptik sind auch speziell. Da fehlen nur noch ein paar Lianen an der Fassade, dann wird es ein Dschungelhaus.

  6. Andreas
    28. September 2017 at 19:02

    @Anton Launer
    Hübscher als die vielleicht auch, wenngleich ich die nun auch nicht so schlimm finde. Aber vor allem hübscher als die Würfel, die sonst an jeder Ecke gebaut werden.

    Billig ist natürlich was anderes.

  7. Walker
    28. September 2017 at 19:52

    So ein Mist, wollte ins Hecht ziehen, aber bis Anfang 2019 kann ich schlecht warten. So ’ne neue Bude, das wär’s…

  8. nepumuk
    28. September 2017 at 20:48

    Werden eigentlich noch Eltern und Kinder auf dem noch recht neuen Spielplatz gesehen?
    Der Bereich hat sich seit diesem Jahr verstärkt zum Müll- und Siffplatz entsprechender dauerbenebelter Kohorten entwickelt, die einmalige wöchentliche Reinigung zum Freitag durch das ASA kommt nicht gegen an. Der Neubau fördert sodann etwas die Soziale Kontrolle, kann die Problemlage aber sicher nicht lösen. Den Dschungel sehe ich insofern woanders, was – an alle Flitzpiepen der Relativierung: – schon länger in Kenntnis von Polizei und Ortsamt/Stadt liegt. Es geht, mal wieder, um die Rückeroberung öffentlicher Räume – gell!
    Also nochmals die ernsthafte Frage: Hat jemand zuletzt dort Eltern und Kinder spielen gesehen, oder sind die bereits verdrängt?? (Ich komme dort meist zu „unrepräsentativen Zeiten“ vorbei – aber unbenebelt.)

  9. Hechtler
    28. September 2017 at 21:05

    @Nepomuk: Ich sehe da leider auch nur noch die von dir beschriebenen Gestalten herumlungern.

  10. Jenny
    28. September 2017 at 21:18

    Ich lasse meine Kids da nicht mehr spielen, man tritt ja ständig in Kacke oder Scherben. Oder man wird von den besoffenen Punks angemotzt, die dort campen.
    Sehr schade, wie sich dieser Platz entwickelt hat. Aber die seltsamen Kugeln sind sowieso nicht so richtig spielgeeignet, und Kackfläche für die viel zu vielen Anwohner-Hunde ist ja eindeutig drängender :-/

  11. Helgoländerin
    28. September 2017 at 22:58

    @nepumuk: nein, auch zu kinderüblichen Zeiten sehe ich kaum Eltern/Kinder dort. Wir finden den Platz null einladend, auch wegen der etwas rumpeligen Gesellen dort. Je nach Belagerungsgrad der Bänke gehen wir drüber oder nicht. Die „Spielgeräte“ sind langweilig und kaum bespielbar (zu rutschig, zu einseitig). Spiele auf der Wiese mit meinem 5jährigen enden häufig im Hundehaufen. Der Platz taugt eigentlich nur zum Müllsammeln (pädagogisch wertvoll!). Uns hätten statt dieser Kugeln ein paar Trimm-dich-Geräte gefallen oder in Anlehnung an früher ein Boule-Platz. Der Platz sah ja mal echt hübsch aus. Wir gehen dort momentan lieber schnell vorbei :(

  12. Frank
    29. September 2017 at 09:00

    28 Autostellplätze für 48 Wohnungen. Darf man das denn mittlerweile in Dresden? Ich dachte, man müsse im Innenstadtbereich 1 Platz pro Wohnung bauen.

    @Erichsen F.u. a.: Auch jetzt ranzige Häuser waren mal neu. Leute, die alles neue ablehnen, was gebaut wird sind sowas von schizophren. Wie die Neumarkt-Barock-Truppe. Aber bei der Karre und dem Eifon muß es bitte das neueste sein.

  13. 29. September 2017 at 10:45

    @Frank: Das Zauberwort heißt Stellplatzablöse (Achtung PDF). Aktuell gilt für Wohnhäuser noch 1 bis 2 Stellplätze je Wohnung, aber es soll künftig Veränderungen geben. Siehe Bericht in den DNN vom 4. Juli 2017.

  14. bob
    29. September 2017 at 14:20

    @Erichsen F.

    vielleicht machst du mal ne Eingabe bei der AOC Immobilien AG.

    Die pflanzen Dir bestimmt auch ein paar Birken in die Dachrinnen….

  15. Sebastian
    30. September 2017 at 00:12

    Mich würde auch mal interessieren, ob man die Nutzung des Spielplatzes wieder ermöglichen kann. war mit meinem Kind letztens auf dem Heimweg dort, mussten aber gehen, da die Betrunkenen sich lautstark eine Prügelei boten und mein Sechsjähriger stark irritiert mehrfach nachfragte, was die machen und warum niemand hilft. Eigentlich meiden wir den Spielplatz auch…Nun wohl für immer. Rausgeschmissenes Geld der Stadt.

  16. nepumuk
    2. Oktober 2017 at 07:54

    Besten Dank fürs sachliche Feedback. Die Eindrücke scheinen nicht zu täuschen. Das Thema bleibt Aufgabe. Der landsch.plan. Gestaltung sowie der Aufwertungsabsicht der Stadterneuerung ist kein Vorwurf zu machen. Der Platz ist schön – entglitt halt nur, und ist als allg. öff. Raum zunächst „verloren“. Sollte auch weiterhin keine Handhabe zur Korrektur möglich sein, ist zumindest der Sach-Schaden für die Stadt gering. Die Spielplatzecke fürs Kind macht ja nur einen kleinen Eckbereich aus (Rindenmulch) – diesen wird man dann kassieren/zur Wiese machen – Eltern weichen auf die großen und guten Spielplatzangebote der Umgebung aus. Die Drehsessel – sofern final vandaliert bzw verwittert – sind sicherlich entfernbar. Es läuft also auf „Hier entsteht eine: reine Wiese“ hinaus.
    Nun, mir gehts gar nicht so ums Detail. Mir gehts darum, daß Verwaltungs- und Ordnungsstrukturen der Stadt es nicht beeinflussen (können), wenn öffentliche Räume eine den eigenen Zielen konträre Abgleitung erfahren. Da ist die Neustadtküm. noch nichtmal im Amt, da sitzen die Probleme schon ganz woanders. Sofern es zu ihrem „Gebietsumgriff“ zählt (ich fragte schonmal, aber egal), ist zumindest eine gewisse Beobachtung/Doku der öff. Räume eine ihrer Aufgaben – freilich nicht die Lösung der Probleme, würde ich meinen. Wer solls sonst tun, hat Zeit auch für das eine o. andere Gespräch mit Passanten? Im Übrigen scheinen auch die Suff&Siff-Rotten noch Reste sozialen Verständnisses zu haben: sie rotieren zwischen den Plätzen, vermutlich um etwas weniger zu nerven: jeden Tag sind sie woanders – eine Woche, einmal rundrum. So-Mo ist – verständlicherweise, der Herr preise den Liddel – der Schlesische Platz dran.

  17. E-Haller
    4. Oktober 2017 at 09:47

    Gibt es eigentlich keinen kreativeren Umgang mit dem EG als „Gewerbe“? Wer soll sich denn an dem Stummel ohne nennenswerte Fußgängerströme ansiedeln? Günstiger(er) Wohnraum wäre doch eine Alternative…

  18. 4. Oktober 2017 at 10:48

    @E-Haller: Anderswo werden da Garagen eingebaut …

  19. Jubee
    5. Oktober 2017 at 13:02

    Eine vernünftige Stadtplanung hätte die Straße vor dem Block einkassiert und zum Platz dazu geschlagen: wäre ein schöner Platz für Gastro geworden.
    Ansonsten: entweder ranzig und mit prügelnden Gesellen oder eben nicht.
    Die Neustadt aus den 90ern kann man ja schlecht neu bauen.

  20. E-Haller
    6. Oktober 2017 at 11:08

    @ Anton: Dann hätte ich das selbe geschrieben, nur eben mit „Garagen“ statt „Gewerbe“. ;)

    Aber jetzt mal ernsthaft: ist das eine (realitätsferne) Vorgabe oder nimmt man an, dass es keine Nachfrage gibt? Die Idee des Hochparterre war doch nicht schlecht…

  21. 6. Oktober 2017 at 14:33

    Um die Ecke rum, auf der Conradstraße sieht man eine Menge Hochparterre. Ich vermute mal, dass die Planer annehmen, dass an einem so großen Platz mit S-Bahn- und Straßenbahnanbindung eine Menge Laufkundschaft unterwegs sein muss.

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