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Linke will Projekttheater retten

Das Dresdner Projekttheater steht vor dem Aus. Für 2026 hat die Stadt Dresden keine Fördermittel bewilligt. Gleichzeitig drohen erhebliche Einschnitte bei der Landesförderung, die zudem an eine kommunale Mitfinanzierung gebunden ist. Ohne eine schnelle Lösung ist der Fortbestand des Hauses gefährdet.

Droht das Ende des Projekttheaters? Foto: Anton Launer
Droht das Ende des Projekttheaters? Foto: Anton Launer

Seit 13 Jahren wird das Haus hauptsächlich vom Freistaat Sachsen gefördert. „Davor haben sich Stadt und Land die Förderung geteilt“, berichtet Geschäftsführer Dirk Strobel. Für 2027 hat das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus angekündigt, die Mittel zu halbieren. Bislang erhält das Projekttheater jährlich 241.400 Euro aus Sachsen, künftig soll wieder eine gemeinsame Finanzierung mit der Stadt greifen. Ob selbst die reduzierte Förderung kommt, ist offen: Aus dem Ministerium heißt es, Einrichtungen würden nur unterstützt, wenn sich Kommunen beteiligen. Derzeit ist das nicht der Fall – der Kulturausschuss hatte im Januar eine Förderung abgelehnt.

Mit halbierter oder ganz ausbleibender Förderung sei ein Betrieb nicht mehr möglich, sagt Strobel.

Antrag der Fraktion Die Linke

Die Fraktion Die Linke im Dresdner Stadtrat hat einen Antrag zum Erhalt des Projekttheaters eingebracht. Der Oberbürgermeister soll die notwendigen Schritte einleiten, um den Standort an der Louisenstraße in der Neustadt zu sichern. Ziel ist eine dauerhaft tragfähige Finanzierung. Die Mittel sollen durch Umschichtungen im Haushalt bereitgestellt werden, bei Bedarf auch über eine überplanmäßige Ausgabe. Initiatorin ist die Linken-Stadträtin Jacqueline Muth. „Es geht um das Erbe von Julius Skowronek und seine Vision für eine lebendige Kulturszene“, sagt sie. Würde das Theater schließen und durch teure Eigentumswohnungen ersetzt, hätte das aus ihrer Sicht keine positiven Effekte.

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In dem Antrag verweist die Linke auf eine Petition zum Erhalt des Hauses, die bislang mehr als 2.800 Menschen unterzeichnet haben.

Muth: „Wenn die Stadt ihre Verantwortung nicht wahrnimmt, droht ein Dominoeffekt, der das Projekttheater insgesamt zu Fall bringt.“ Dann würde man nicht nur einen weiteren Kulturort verlieren. Verloren ginge auch eine gewachsene Kulturinstanz mit Räumen für freie Kunst, Debatte und gesellschaftlichen Austausch. „Das dürfen wir nicht zulassen“, so Muth. Der Antrag wird nun im Kultur- und Finanzausschuss beraten, auch der Stadtbezirksbeirat befasst sich damit. „Ich hoffe, dass wir den Antrag am 4. Juni im Stadtrat behandeln werden“, so Muth.

Projekttheater - Foto: Florian Varga
Projekttheater – Foto: Florian Varga

Zahlen und Struktur

Die Arbeit des Projekttheaters lässt sich auch in Zahlen beschreiben: 160 Vorstellungen, rund 7.500 Besucher*innen und neun Stellen. Hinzu kommen Kurse, Schulprojekte, ein Festival für inklusiven Tanz sowie die Förderung junger Künstler*innen.

Projekttheater 1990 - Foto: Archiv Lothar Lange
Projekttheater 1990 – Foto: Archiv Lothar Lange

Ort mit historischer Bedeutung

Das Projekttheater entstand in den Wendejahren aus bürgerschaftlichem Engagement. Die Dresdner Neustadt befand sich damals im Umbruch: Leerstand, Verfall und Unsicherheit prägten das Umfeld. Am Ende der DDR besetzten freie Künstler*innen eine ehemalige Metallwarenfabrik und richteten sie für Theaterarbeit ein. Im März 1990 folgte die Vereinsgründung – das Haus entwickelte sich rasch zu einem Ort des künstlerischen Aufbruchs und Experimentierens. Später nahm die Gruppe einen Kredit auf und kaufte das Gebäude. So wurde es zu einem Symbol für Selbstorganisation und den Willen, neue kulturelle und soziale Räume zu schaffen. Bis heute gilt das Projekttheater als Ausdruck dieses Neuanfangs und als Teil gelebter Stadtgeschichte.

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Über seine historische Rolle hinaus ist das Haus ein wichtiger Bestandteil der freien Kulturszene in Dresden. Es bietet Raum für unabhängige Kunst, kulturelle Vielfalt und gesellschaftlichen Dialog. Eine Aufgabe des Standorts würde über den Verlust eines einzelnen Spielortes hinausgehen. Betroffen wäre ein Ort mit besonderer Geschichte und gewachsener Bedeutung für die freie Szene.

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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