Checkpoints auf Elb-Brücken

Unbekannte haben in der Nacht auf den Elb-Brücken Tafeln installiert, die sie in einem anonymen Schreiben als Checkpoints bezeichnen. Nach eigenen Angaben wurden die Tafeln auf der Marienbrücke, der Carolabrücke, der Augustusbrücke und der Albertbrücke installiert.

In einer Mail werden die Schilder als „eine wertvolle Warnung“ bezeichnet, „wenn – besonders an «patriotischen» Montagen – der Weg über die Elbe auf die andere, sogenannte «böse» Seite führt.“

Angeblich, so heißt es in dem anonymen Schreiben hätten sich „Die Initiatoren aus Wirtschaft, Politik, Gesellschaft und Kunst […] entgegen der früheren Ost-/West-Berliner-Tradition bewusst gegen unangenehme Personenkontrollen an den Checkpoints entschieden. Stattdessen grüßen symbolisch-freundlich ein Häschen (Marienbrücke), ein Gorilla (Augustusbrücke), eine Giraffe (Carolabrücke) und ein Tiger (Albertbrücke) in kuscheliger Form die «Grenzgänger» Dresdens.“ Somit seien die Checkpoints aus Neustädter Sicht ein sympathisches Zuckerbrot (nicht nur für Touristen) – statt reaktionärer pseudo-abendländlicher Peitsche.

Am Morgen hingen zumindest an der Albertbrücke noch die Tafeln in beide Richtungen.

An der Albertbrücke paarten sich die Tafeln mit einem Werbeplakat der "Partei". Zufall?

An der Albertbrücke paarten sich die Tafeln mit einem Werbeplakat der „Partei“. Zufall?

Die Tafel an der Albertbrücke stand am Morgen noch, gegen Mittag war sie bereits demontiert.

Die Tafel an der Albertbrücke stand am Morgen noch, gegen Mittag war sie bereits demontiert.

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22 Kommentare für “Checkpoints auf Elb-Brücken

  1. Peggy
    1. September 2017 um 10:46

    Die Rückseite liest sich so: „Attention! You are entering the once peaceful side of the river Elbe…and particularly on Friday and Saturday nights watch the salvation of your soul, your wallet, your phone, your skirt and please no longer answer any questions by strangers about what time it is, otherwise your watch may be gone too.“

  2. Peter
    1. September 2017 um 11:05

    Hier die Guten, da die Schlechten. Per Definition.

    Der Wohnort bestimmt den Status.

    Sowas beknacktes.

    Peter

  3. abrazzo
    1. September 2017 um 12:21

    Also ich finde die Aktion sehr originell und gelungen

  4. Vincent
    1. September 2017 um 12:38

    Ach Peter, verstehst du die Ironie wirklich nicht dahinter?
    Nein? Dann zieh dir graue Klamotten an und starre trübsinnig aus dem Fenster in den Regen…das passt dann gut zu deinem Humorpotential.

  5. 1. September 2017 um 12:51

    Jetzt sind sie weg… zumindest an der Albertbrücke.

  6. Rolf
    1. September 2017 um 13:28

    Zum einkaufe gehen die Neustadt -Hipster dann doch mal gerne ins H&M etc. auf „Die Böse Seite“ .

    Ach ja, und wo hat die Gentrifizierung seinen Anfang gefunden?.. genau auf der „Guten Seite“

  7. Johann
    1. September 2017 um 17:02

    Langsam wird es albern.

  8. Mark
    1. September 2017 um 17:08

    Ach Vincent, offensichtlich wird dein Humorpotential nicht so sehr geteilt, wenn die Schilder schon wieder weg sind. Vielleicht sind deine Klamotten zu bunt?

  9. (Z-)Weitblicker
    1. September 2017 um 17:15

    Merken die Schreiber eigentlich selbst mit welch vergleichbar rassistischer Art und Stempelei, sie sich wie die Amerikaner von der Welt als „Die Guten“ versuchen heraus zu heben? Ich find mich auf beiden Elbseiten in den unterschiedlichsten Dingen wieder, wenn die Schreiber das nicht verstehen, sind sie nicht besser sondern schlimmer als die die sie versuchen anzuklagen. Sie beweisen das sie für sich selbst nichts rein garnichts gelernt haben, Unrecht mitnehmen es jetzt einfach nur an anderer Stelle anwenden.

    Gut gemeint, aber nicht in den Spiegel geschaut!

    Und mal der Blick in die Zukunft, die „Gute“ Elbseite fordert die „Böse“ solang heraus, provoziert und extremisiert sie, bis auf der „Bösen“ Elbseite dann tatsächlich das Ungeheuer welches sie versuchen zu bekämpfen steht.

    Unterm Strich: Schade ums Papier und unnötig die Stimmung verschlechtert: 6 setzen!

  10. Wanderer
    1. September 2017 um 17:57

    Ja, ein Freitag- oder Samstagabend am Alaunpark oder Scheunevorplatz zeigen einem wie „gut“ unsere Seite ist

  11. Hansahannes
    1. September 2017 um 18:14

    Das predigen wir schon mehr als eine Dekade, dass es eine gute und eine böse Elbseite gibt. Endlich wurden zur besseren Orientierung Checkpoints eingerichtet. Es war längst überfällig.

  12. 1. September 2017 um 18:52

    Die Aktion und die Schilder fand ich sehr unterhaltsam. Ironie? Vielleicht doch nicht? Kann ich nicht sagen, weil ich auf dieser Seite auch(!) Extreme kennengelernt habe.

    Durch Einkäufe von gebrauchten Sachen, habe ich auch viele Menschen von der „Schäl Sick“ kenne gelernt und mich mit denen unterhalten.
    Offene, liberale, konservative, im schlechtesten Fall mal alt und arg rechtskonservativ. Manchmal anstrengend aber nie übel.

    Brücken sind mal dazu gebaut worden, Menschen zu verbinden!

    PS: Nur aktuelle und persönliche Impressionen

  13. Lex
    1. September 2017 um 20:26

    Schöne Sache, eindeutig, worauf es sich bezieht, obwohl ich auf der „bösen Seite“ wohne. Kreativ, aussagekräftig & nicht nur plump. Mehr davon! :)

  14. Agatus Unbekanntus
    2. September 2017 um 10:00

    Hallo zusammen,

    @Peter: „Der Wohnort bestimmt den Status.“ Ja, macht er. Schau dir die 3.500€/qm-Buden an, die hier überall in der Neustadt reingeballert werden…

    @an alle Anderen die jetzt über die Neustadt lästern: Bleibt bitte der BRN fern!

  15. Peter
    2. September 2017 um 10:44

    @Vincent: Da steckt leider keine Ironie dahinter.

    @Agatus: Deiner Logik zufolge ist die Neustadt das böse und die Johannstadt das gute Ufer der Elbe. Merkste selbst, oder?

    Peter

  16. youSuckse
    2. September 2017 um 11:14

    Und sofort kriechen die humorlosen Sachsen aus ihren Löchern. Tucholsky kannte diesen Typus schon vor hundert Jahren…
    https://www.youtube.com/watch?v=HrExMBAtkco&pbjreload=10

  17. Peter
    2. September 2017 um 11:51

    @youSuckse: och nö, Sachsen bin ich nicht. Und das ist auch gut so. Humorurteile fälle ich nicht ;)

    Ich hab dummerweise dieses „Wir gut, die schlecht“ zu oft gehört (auch und insbesondere aus Sicht der Neustädter), als das ich die Aktion als Humor erkennen mag.

    Sichtbar meiner Meinung nach am letzten Satz Agatus‘: da steht nix anderes als „Wer Deutschland nicht liebt, soll Deutschland verlassen“. Kackscheiße also.

  18. Neustädter
    2. September 2017 um 13:08

    Mindestens dreimal gab es die Demo von PEGIDA schon auf der Neustädter Seite und schon oft ging es auch auf unsere Seite und dann wieder zurück. Ich freue mich schon wieder auf einen Spaziergang durch durch unserere Seite, weil ich es da nicht mehr so weit habe.

  19. nickibude
    2. September 2017 um 14:49

    Natürlich sind die Schilder nicht ernst gemeint.
    Es gibt keine „gute“ und keine „schlechte“ Elbseite.
    Wer sollte das auch festlegen und nach welchen Kriterien?
    Etwa nach €/m² wie Agatus Unbekanntus #lach#
    Interessant dagegen ist die Diskussion hier und das war wohl auch der Zweck der Schilder.
    Vielleicht ist es ja auch nur ein Teil einer Diplomarbeit in einem Sozialpädagogischen Studium.

  20. bob
    2. September 2017 um 16:03

    @nickibude

    Interessante Idee, das mit der Diplomarbeit. Wenn der Diplomant diesen Blog mit einfügt, kommt der Prof. vor Lachen 3 Tage nicht mehr in den Schlaf……

  21. andy
    2. September 2017 um 22:43

    als ob diese demonstranten schon einmal gefährlich geworden wären-da kenn ich andere-koppklatsch.nach diesen schilderaufhängern wurde wohl der name diesen tales geprägt.

  22. tom
    3. September 2017 um 11:55

    Ziemlich dämich.

    Auch auf der Altstadtseite wohnen Menschenen denen Pegida auf die Nerven geht und genauso wohnen auf der Neustadtseite Menschen die zu Pegida gehen.

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